Test: Keith McMillen K-Mix, USB-Audio/MIDI-Interface

Äußere Eigenschaften

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McMillen K-Mix

Der nur 913 Gramm leichte und 24 x 28 x 4cm kleine K-Mix hat fast genau die Grundfläche eines iPads, bietet aber acht analoge, symmetrische Monoeingänge. Die Eingänge 1 und 2, die mit Kombi-XLR-Anschlüssen versehen sind, können getrennt zwischen Hi-Z-Instrumenten- (Klinke) und Mikrofon-Empfindlichkeit (XLR) umgeschaltet werden. Um auch Kondensatormikrofone anschließen zu können, haben McMillen extrem rauscharme Vorverstärker entwickelt, genannt µPre, für die allein 5V Arbeitsspannung ausreicht, um die benötigten 48V Phantomspannung zu erzeugen. Mit welchen Microströmen die µPres arbeiten, kann man nur erahnen.

Im Editor kann die Phantomspannung nach Bedarf zwischen 48V und 12V für beide Eingänge umgeschaltet werden. Die Vorverstärker bieten mit 60 dB eine kraftvolle Verstärkung und sind mit 116,49 dBu @ 0 dB Gain, 20 Hz–20 kHz (A weighted) Rauschabstand angegeben.

McMillen k-mix-side

K-Mix Seitenansicht

Es gibt Berichte von Nutzern des Mac mini late 2014, so wie ich einen habe, dass beim Aktivieren von 48V die USB-Verbindung kurz unterbrochen wird, was einige DAWs (u.a. ProTools) gar nicht mögen. Lösungen wären ein USB 3.0 Hub oder den USB-Port am mini zu wechseln. Ich hatte den K-Mix am Port ganz links und hatte keine Probleme mit 48V.

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K-Mix Rückseite

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K-Mix Voreinstellungen

Die Eingänge 3-8 verarbeiten neben Line- auch Phone-Level Signale zum Anschluss von Plattenspielern.

Die acht analogen Ausgänge auf der Rückseite sind alle symmetrisch. McMillen geben die Ausgangslautstärke mit +2,6 dBV @ 0dBFS an, was etwas über dem üblichen Line-Level ist. Damit ist der K-Mix nicht das lauteste Interface auf Erden. „Echte‟ Studiointerfaces, wie z.B. das RME UFX, sind mit +24 dBu @ 0 dBFS (21,78 dBV) noch eine ganze Ecke lauter und übersteuern damit nicht-professionelles Equipment viel leichter.

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K-Mix – Kopfhörerzuweisung

Die Ausgänge 9 und 10 sind als unsymmetrisches Stereopärchen dem Kopfhörerausgang zugeordnet, auch diese bieten eine Ausgangslautstärke von +2,6 dBV. Das macht an meinen 250 Ohm Beyerdynamic DT-880 ordentlich Druck und steht den anderen Ausgängen in nichts nach. Der Kopfhörerausgang kann am K-Mix auch entweder zum jeweiligen Abgreifen (Monitoring) der Busse und Einzelkanäle benutzt oder als diskreter Stereoausgangskanal 9 & 10 konfiguriert werden (Kopfhörer-Taste + Master-Taste).

Der dynamische Umfang der AD/DA-Konverter im K-Mix ist mit 110 dB angegeben. Da der K-Mix auch ein digitaler Mixer ist, sind die anfälligen internen Latenzen interessant.

Diese sind angegeben mit ~2,5 ms @ 96 kHz, ~2.75 ms @ 88,2 kHz, ~5 ms @ 48 kHz und ~5.5 ms @ 44,1 kHz. An dieser Stelle ist auch schon mal anzumerken, dass der K-Mix im Standalone-Mixer-Modus, immer mit 96 kHz arbeitet. Digitale Schnittstellen gibt es außer den USB-Anschlüssen keine.

Sonstige Features des K-Mix sind neun drucksensitive 75 mm Fader, vier Endlos-Encoder-Pads und drei Stereo-AUX-Busse, die ein flexibles Routing ermöglichen. Dazu kommen für jeden Kanal Kompressor-, Gate-, EQ-, VU-Meteranzeige, Feinregulierung, Trimm- , Solo und Mute- und Panoramaeinstellungen und ein Reverb-Effekt auf dem Master-Kanal sowie 12 Presets zum Speichern von Einstellungen, die alle über das Gerät selbst zugänglich sind. Zu all dem später mehr.

Auf der Rückseite befinden sich noch zwei USB-Anschlüsse. Die Micro-USB-Buchse mit der Bezeichnung „Audio‟ ist für den Anschluss an den Host-Computer gedacht, der versorgt den K-Mix auch gleich mit Strom. An den Mini-USB-Anschluss mit der Bezeichnung „Control‟ wird die externe Stromversorgung im Standalone-Mixer-Betrieb angeschlossen.

KMI_MIDI-Expander

McMillen MIDI-Expander

Besitzt man den Keith McMIllen MIDI-Expander, wird dieser ebenfalls hier angeschlossen, wobei eine externe Stromversorgung erst in den Power-Eingang des Expanders geht und dann vom Expander-Ausgang („Expand‟) zum K-Mix.

Wird der K-Mix schon vom Computer mit Strom versorgt, kann der Expander ohne weitere Stromversorgung angeschlossen werden. Dann versorgt der K-Mix den Expander mit.

Die Bedenken, dass die USB-Buchsen möglicherweise zu filigran sind, können wohl von den Millionen Smartphones, die seit Jahren damit funktionieren, zerstreut werden. Selbst die Micro-USB-Schnittstelle hat sich als äußerst langlebig bewährt. Einziger Kritikpunk wäre, dass die USB-Buchsen für meinen Geschmack zu nahe am Gehäuseboden angebracht sind und damit leicht aus Versehen irgendwo aufliegen können, was zu einem Verbiegen der Buchsen und Stecker führen könnte.

Der K-Mix fühlt sich schon beim Herausnehmen sehr hochwertig und extrem sauber verarbeitet an. Die Oberfläche hat den gleichen Gummi-Touch wie die andern McMillen Controller, ein echtes Design-Objekt.

Die Silikontaster sind recht weich und haben keinen wirklichen Druckpunkt. Man drückt halt solange immer fester drauf, bis die Funktion ausgelöst wird. Dieser Kraftaufwand ist allerdings sehr gut ausgemessen und die Funktionen laufen wenig Gefahr, aus Versehen ausgelöst zu werden.

Forum
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    ctrotzkowski  

    Interessantes Gerät, schön geschriebener Testbericht. Ich habe eine kleine Schwäche für Multifunktions-Taschenmesser :-)

    Einziger Kritikpunkt: Dass beim Stand-Alone-Mixer keine Mute Funktion im direkten Zugriff ist, finde ich schon etwas seltsam. Wenn man (z.B. in der Pause, oder zum Mikrofon-anstöpseln) die Kanäle muted, will man ja eben nicht ersatzweise alle Fader runterziehen, da man ja sonst neu mischen muß, wenn’s denn weitergeht…

    Sollte m.E. in der Zusammenfassung auch unter „Minus“ erwähnt werden.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi ctrotzkowski,

      ja, kann absolut nachvollziehen. Aber ich hatte das „Mute-Problem“ eher bei plötzlichen Lautstärkespitzen gesehen, was bei mir öfter vorkommt (Feedback etc.), und da sind 2 Hände langsamer als eine.

      Wenn Du aber gezielt und ohne Dringlichkeit einen Kanal mal stumm schalten willst, so wie Du es beschreibt, also beim Setup und beim Mixen, kann ich dir versichern, dass Du spätestens nach einer Woche gar nicht mehr über den Mehraufwand zwei Tasten drücken zu müssen nachdenkst.

      Grüße,
      Markus :)

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      8-VOICE  AHU

      Habe zuerst nur den Preis auf der letzten Seite gesehen, da es aber noch ein Audiointerface hat, ist der Preis wohl doch gerechtfertigt.

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      chain  AHU

      nach ner Nacht drüber schlafen, gibts dann doch diesen „Habenwolleneffekt“ , behalte ich im Auge. Danke, das es sowas überhaupt gibt.

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    Odal

    Find den durchaus intereressant. Wenn aber mit schnellem rubbeln der fader gemeint ist, das man keine schnelle „faderfahrt“ machen kann, ist er ja zum liveeinsatz/jammen eher ungeeinet oder?

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Odal,
      mit „rubbeln“ hab ich tatsächlich nur dauerhaftes rubbeln gemeint. Ich wollte damit nur darauf aufmerksam machen, das hier aufgrund des Silicons Kontaktreibung im Spiel ist, die Wärme und Abrieb erzeugt und wenn an das zu heftig macht, auch spürt im Gegensatz zu Schiebepoties, oder auch Touchscreens.

      Es hat sich aber auch schon so mancher mit einer Gitarre die Finger blutig gespielt. ;)

      Als „Battlemixer beim Extrem-Faden“ wäre der K-Mix deshalb nicht meine erste Wahl.

      Häufige, schnelle Faderfahrten beim Mixen und Live sind aber kein Problem. Die Bedienung erfolgt verzögerungsfrei.

      M. :)

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    Odal

    Hey vielen dank für die rasante antwort, also ich hoffe das ich das teil mal in echt sehen/fühlen kann.

    Bin mir bei solch einer „Eierlegenden Wollmichsau“ etwas unsicher, grade auch wegen den fehlenden Schiebereglern.

    Allerdings überlege ich ein neues interface anzuschaffen, zudem würde ich gerne einen Plattenspieler anschliessen und in hoffentlich naher zukunft mir ein live setup erstellen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, würde sich das ja nahezu anbieten. Oder doch lieber seperate Hardware wie interface, Analog Mischer?, Phonovorverstärker.

    Bin da etwas überfordert^^ Eventuell mag ja nochmal jemand was dazu sagen.

    Gruß Tobi

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Tobi,

      Paragidmenwechsel sind immer kritisch und die Skepsis diesen gegenüber verständlich, vor allem bei dem Preis.

      Ob Du mit einem Kompaktgerät glücklich wirst, oder eher mit einem Gerätepark kann ich Dir leider nicht sagen.

      Kompaktgeräte, geben einem halt eine bestimmte Arbeitsweise vor, das ist generell dem Design geschuldet, wenn viele Funktionen in einem Gehäuse zusammen kommen und damit muss man auch klar kommen.

      Ein optimierter Gerätepark bedeutet halt rumschleppen und verkabeln.

      Ich kann nur sagen, das ich jetzt seit ca. 4 Wochen mit dem Teil arbeite und ich hab „echte“ Fader bisher nicht vermisst und es läuft wie es soll.
      Ich trete Live nur mit iPad und ein paar analogen Effektengeräten und etwas MIDI auf. Der K-Mix ergänzt das ganz wunderbar. Ich bin aber auch erst noch am Üben und Ausprobieren, schließlich gab es bis hierhin nichts vergleichbares, aber bis jetzt ist das Teil einfach nur genial. Klein, absolut robust und flexibel.
      Das ist bisher meine Erfahung mit dem K-Mix.

      Falls sich die Chance zum Antesten ergibt, kann ich das nur empfehlen.

      M. :)

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    Jim

    Kann mir jemand sagen wie gut die Qualität der Preamps im Vergleich zu z.B. Apogee oder Focusrite ist?
    Ich finde das ist in dem Test nicht wirklich rausgekommen.
    Oder habe ich da was überlesen?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Jim,

      Ist etwas schwierig zu beantworten, da das Abhören der Aufnahmen mit den MicPres ja üblicherweise über dasselbe Interface geschieht und dieses ja seine eigene DAC-Charakteristik in die Aufnahme mit einbringt.

      Ohne eine dritte superneutrale Abspielreferenz lassen sich eigentlich _gar_keine_ Aussagen über die Qualität der Eingänge machen. Man kann höchsten beurteilen, ob einem die Gesamtheit der Signalkette zusagt oder nicht. Deswegen mache ich nicht so gerne
      Aussagen über die Qualität der Eingänge. Da hast Du nichts überlesen, das stimmt schon.

      Unter dieser Premisse:
      also Apogee klingt schon noch ein Stück besser, jetzt mal vom Quartet ausgehend und mit einem entsprechend guten Mic.

      Bei Focusrite, ich würde mal sagen on par, hat aber eine andere Ästhetik. K-Mix klingt neutraler und transparenter. Focusrite Clarett kllingt generell wärmer und direkter, aber nicht so transparent.

      Wenn Du also Aufnahmen nicht so sehr nachbearteiten willst ist Focusrite wahrscheinlich die bessere Wahl.

      Wenn Du hingegen noch stark am Klang schrauben willst, haben klare, neutrale Aufnahmen die Nase vorn.

      Aber da spielt, wie gesagt, schon einiges von der Charakteristik der Ausgangstufen des Interfaces mit.

      Grüße
      M.

      • Profilbild
        Jim

        Hi Markus,
        vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir schon weiter.
        Wenn die Focusrite Preamps wärmer klingen, wie klingen denn dann die von Apogee?
        Ich brauche ein kleines mobiles Interface und schwanke gerade zwischen dem Scarlett 2i2, dem K-Mix und dem Duet..

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Hi Jim,

          nun ja, wenn Dir Wandler- und Pre-Qualität (Im allgemeinen vereint Apogee die Wärme mit der Offenheit.) am wichtigsten sind und I/O-Anzahl, nur Apple-Unterstützung und Preis nicht, dann ist das Duet 2 eindeutig der King.

          Der K-Mix ist die 1. brauchbare Eierlegendewollmilchsau überhaupt und bietet professionelle Qualität, für einen sehr fairen Preis.

          2i2 (2nd Gen) bei dem Preis kann man egentlich nichts falsch machen kann. Es sei denn man mag den Focurite-Sound (wie gesagt sehr 2D) nicht. Bei den 2nd Gen-Geräten gibt es aber z.Z. noch Probleme mit dem Windows-Treiber.

  5. Profilbild
    markmark

    Moin,

    Ist es möglich die einzelnen Mixerfunktionen (Faderwege, Routings usw) über midi cc’s im Standalonebetrieb zu steuern?
    Das wäre fantastisch!

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi markmark,

      Du kannst die Mixer-Funktionen über einen USB-Host steuern der MIDI-Ports ansprechen kann, also entweder Desktop, iPad etc.
      Ein einfacher USB-MIDI-Kontroller reicht dafür nicht (da kein USB-Host).
      Dafür hat der K-Mix den Audio Control-MIDI-Port. Im PDF-Handbuch ab Index 4.3.3 (S.87) findest Du alle Informationen dazu.
      Du kannst sogar die Presets per MIDI wechseln.

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