Test: Keith McMillen K-Mix, USB-Audio/MIDI-Interface

K-Mix als MIDI-Controller

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K-Mix – Bei tag

Der K-Mix verfügt über drei unabhängige bidirektionale MIDI-Ports. Der erste ist „Control-Surface‟. Über diesen Port kommuniziert der K-Mix mit allem, was via MIDI-USB ansprechbar ist, also vor allem Software. Basismäßig befindet sich das Interface im Mixer Modus, über die Raute, im Handbuch „Diamond‟ genannt, wird mit der SHIFT-Taste zwischen den drei MIDI-Bänken des K-Mix umgeschaltet.

Alle drei Bänke senden auf einem eigenen, frei einstellbaren MIDI-Kanal (1-16). Es können alle Bedienelemente – außer der SHIFT- und der Einschalttaste – mit MIDI-Befehlen belegt werden. Konfiguriert wird ganz komfortabel über den Editor. Besonders praktisch ist, dass man für ein Bedienelement dessen Belegung in allen drei MIDI-Bänken auf einmal im Blick hat. Man kann also leicht mit dem K-Mix drei verschiedene Ziele ansteuern, z.B. DAW, Softsynth und eine Drum-Machine.

Der zweite MIDI-Port, der ebenfalls nur über MIDI-USB kommuniziert, heißt „Audio Control‟. Über diesen Port können die Audiomischer-Funktionen des K-Mix von außen kontrolliert werden und zwar mit bidirektionale Rückmeldung der Mixeranzeigen. Die MIDI-Belegung ist festgelegt und im PDF-Handbuch dokumentiert.

Der dritte Port ist für den „K-Mix-Expander‟ reserviert, der für ca. 69,- Euro separat zu erwerben ist. Der KMI-Expander stellt ein 1×1 MIDI-DIN-Interface zur Verfügung und ermöglicht die Verbindung z.B. zu Synthesizern und anderer MIDI-DIN-bestückter Hardware.

Ist der MIDI-Expander angeschlossen, werden alle Aktivitäten am Control-Surface-Port auch am Expander-Port ausgegeben bzw. empfangen. Ob über den Expander auch die Audiofunktionen des K-Mix gesteuert werden können, lässt sich nur im Editor festlegen.

Der Expander ist aber nur für diejenigen von Interesse, die auch MIDI-DIN-Geräte ansteuern wollen. Dass der Expander separat zum K-Mix verkauft wird, ist meiner Meinung ein, wenn auch nur kleiner, Wermutstropfen, aber ganz bestimmt kein Deal-Breaker. Der Expander existiert als Zubehör für andere KMI-Gerät ja schon länger, von daher ist das hier nichts Überraschendes.

k-mix-Screen-editor-MIDI-Surface

K-Mix – MIDI-Bänke

K-Mix Latenzen und Frequenzen

Roundtrip-Latenzen am USB-Port K-Mix <-> Computer (ProTools 10)

Audio:
44 k, 64 Samples Puffer: 378 Samples / 8 ms
96 k, 64 Samples Puffer: 492 Samples / 5 ms

MIDI Expander:
44 k, 64 Samples Puffer: 225 Samples / 5 ms
96 k, 64 Samples Puffer: 660 Samples / 5 ms

Das erste Interface, bei dem MIDI schneller ist als Audio, als USB-Latenzen habe ich schon Besseres gesehen. Da sich diese aber noch deutlich unter 10 ms bewegen, sollte auch Live kein Problem sein. Bei ansteigenden Puffergrößen erhöhen sich die Werte entsprechend.

Die Geschwindigkeit der Control- und Audio-MIDI-Ports messen zu wollen, ist müßig, weil hier nur Kontrolleingaben gemacht werden. Bei der praktischen Arbeit war hier zwischen Eingabe am K-Mix und Reaktion der Software keine Latenz zu spüren. Faderbewegungen wurden unmittelbar umgesetzt.

Während unter ProTools 10 mit 32 Samples die Audioausgabe stark glitchte, ließ sich bei 44,1 kHz in Reaper 5.201 unter MacOS 10.11.5 sogar noch mit einem 32 Sample-Puffer mit 20 Stereospuren gut arbeiten. Reaper meldete eine Latenzzeit von 2,7 bis 2,9 ms (kein Roundtrip). Die Treiberstabilität scheint also gewährleistet. Bitwig Studio 1.3.9 konnte nicht ganz mithalten und spielte bei 32 Samples das Projekt mit ganz leichten Knacksern ab.

K-Mix-Sweep-20-20k

K-Mix Frequenzsweep 20 Hz – 20 kHz @ 44 K -20 dBFS

Sehr sauberer Frequenzgang.

 

K-Mix-Noise-20dBFS

Das zeigt auch die Verteilung des Rauschens.

K-Mix-THD-1kHz_Sine_0dBFS

K-Mix-THD – 1 kHz Sinus @ 0 dBFS

Mit Überteuerungssituation scheint der K-Mix aber nicht so gut klar zu kommen. Da gab es schon sauberere Antworten.

Forum
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    ctrotzkowski  

    Interessantes Gerät, schön geschriebener Testbericht. Ich habe eine kleine Schwäche für Multifunktions-Taschenmesser :-)

    Einziger Kritikpunkt: Dass beim Stand-Alone-Mixer keine Mute Funktion im direkten Zugriff ist, finde ich schon etwas seltsam. Wenn man (z.B. in der Pause, oder zum Mikrofon-anstöpseln) die Kanäle muted, will man ja eben nicht ersatzweise alle Fader runterziehen, da man ja sonst neu mischen muß, wenn’s denn weitergeht…

    Sollte m.E. in der Zusammenfassung auch unter „Minus“ erwähnt werden.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi ctrotzkowski,

      ja, kann absolut nachvollziehen. Aber ich hatte das „Mute-Problem“ eher bei plötzlichen Lautstärkespitzen gesehen, was bei mir öfter vorkommt (Feedback etc.), und da sind 2 Hände langsamer als eine.

      Wenn Du aber gezielt und ohne Dringlichkeit einen Kanal mal stumm schalten willst, so wie Du es beschreibt, also beim Setup und beim Mixen, kann ich dir versichern, dass Du spätestens nach einer Woche gar nicht mehr über den Mehraufwand zwei Tasten drücken zu müssen nachdenkst.

      Grüße,
      Markus :)

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      8-VOICE  AHU

      Habe zuerst nur den Preis auf der letzten Seite gesehen, da es aber noch ein Audiointerface hat, ist der Preis wohl doch gerechtfertigt.

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      chain  AHU

      nach ner Nacht drüber schlafen, gibts dann doch diesen „Habenwolleneffekt“ , behalte ich im Auge. Danke, das es sowas überhaupt gibt.

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    Odal

    Find den durchaus intereressant. Wenn aber mit schnellem rubbeln der fader gemeint ist, das man keine schnelle „faderfahrt“ machen kann, ist er ja zum liveeinsatz/jammen eher ungeeinet oder?

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Odal,
      mit „rubbeln“ hab ich tatsächlich nur dauerhaftes rubbeln gemeint. Ich wollte damit nur darauf aufmerksam machen, das hier aufgrund des Silicons Kontaktreibung im Spiel ist, die Wärme und Abrieb erzeugt und wenn an das zu heftig macht, auch spürt im Gegensatz zu Schiebepoties, oder auch Touchscreens.

      Es hat sich aber auch schon so mancher mit einer Gitarre die Finger blutig gespielt. ;)

      Als „Battlemixer beim Extrem-Faden“ wäre der K-Mix deshalb nicht meine erste Wahl.

      Häufige, schnelle Faderfahrten beim Mixen und Live sind aber kein Problem. Die Bedienung erfolgt verzögerungsfrei.

      M. :)

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    Odal

    Hey vielen dank für die rasante antwort, also ich hoffe das ich das teil mal in echt sehen/fühlen kann.

    Bin mir bei solch einer „Eierlegenden Wollmichsau“ etwas unsicher, grade auch wegen den fehlenden Schiebereglern.

    Allerdings überlege ich ein neues interface anzuschaffen, zudem würde ich gerne einen Plattenspieler anschliessen und in hoffentlich naher zukunft mir ein live setup erstellen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, würde sich das ja nahezu anbieten. Oder doch lieber seperate Hardware wie interface, Analog Mischer?, Phonovorverstärker.

    Bin da etwas überfordert^^ Eventuell mag ja nochmal jemand was dazu sagen.

    Gruß Tobi

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Tobi,

      Paragidmenwechsel sind immer kritisch und die Skepsis diesen gegenüber verständlich, vor allem bei dem Preis.

      Ob Du mit einem Kompaktgerät glücklich wirst, oder eher mit einem Gerätepark kann ich Dir leider nicht sagen.

      Kompaktgeräte, geben einem halt eine bestimmte Arbeitsweise vor, das ist generell dem Design geschuldet, wenn viele Funktionen in einem Gehäuse zusammen kommen und damit muss man auch klar kommen.

      Ein optimierter Gerätepark bedeutet halt rumschleppen und verkabeln.

      Ich kann nur sagen, das ich jetzt seit ca. 4 Wochen mit dem Teil arbeite und ich hab „echte“ Fader bisher nicht vermisst und es läuft wie es soll.
      Ich trete Live nur mit iPad und ein paar analogen Effektengeräten und etwas MIDI auf. Der K-Mix ergänzt das ganz wunderbar. Ich bin aber auch erst noch am Üben und Ausprobieren, schließlich gab es bis hierhin nichts vergleichbares, aber bis jetzt ist das Teil einfach nur genial. Klein, absolut robust und flexibel.
      Das ist bisher meine Erfahung mit dem K-Mix.

      Falls sich die Chance zum Antesten ergibt, kann ich das nur empfehlen.

      M. :)

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    Jim

    Kann mir jemand sagen wie gut die Qualität der Preamps im Vergleich zu z.B. Apogee oder Focusrite ist?
    Ich finde das ist in dem Test nicht wirklich rausgekommen.
    Oder habe ich da was überlesen?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Jim,

      Ist etwas schwierig zu beantworten, da das Abhören der Aufnahmen mit den MicPres ja üblicherweise über dasselbe Interface geschieht und dieses ja seine eigene DAC-Charakteristik in die Aufnahme mit einbringt.

      Ohne eine dritte superneutrale Abspielreferenz lassen sich eigentlich _gar_keine_ Aussagen über die Qualität der Eingänge machen. Man kann höchsten beurteilen, ob einem die Gesamtheit der Signalkette zusagt oder nicht. Deswegen mache ich nicht so gerne
      Aussagen über die Qualität der Eingänge. Da hast Du nichts überlesen, das stimmt schon.

      Unter dieser Premisse:
      also Apogee klingt schon noch ein Stück besser, jetzt mal vom Quartet ausgehend und mit einem entsprechend guten Mic.

      Bei Focusrite, ich würde mal sagen on par, hat aber eine andere Ästhetik. K-Mix klingt neutraler und transparenter. Focusrite Clarett kllingt generell wärmer und direkter, aber nicht so transparent.

      Wenn Du also Aufnahmen nicht so sehr nachbearteiten willst ist Focusrite wahrscheinlich die bessere Wahl.

      Wenn Du hingegen noch stark am Klang schrauben willst, haben klare, neutrale Aufnahmen die Nase vorn.

      Aber da spielt, wie gesagt, schon einiges von der Charakteristik der Ausgangstufen des Interfaces mit.

      Grüße
      M.

      • Profilbild
        Jim

        Hi Markus,
        vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir schon weiter.
        Wenn die Focusrite Preamps wärmer klingen, wie klingen denn dann die von Apogee?
        Ich brauche ein kleines mobiles Interface und schwanke gerade zwischen dem Scarlett 2i2, dem K-Mix und dem Duet..

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Hi Jim,

          nun ja, wenn Dir Wandler- und Pre-Qualität (Im allgemeinen vereint Apogee die Wärme mit der Offenheit.) am wichtigsten sind und I/O-Anzahl, nur Apple-Unterstützung und Preis nicht, dann ist das Duet 2 eindeutig der King.

          Der K-Mix ist die 1. brauchbare Eierlegendewollmilchsau überhaupt und bietet professionelle Qualität, für einen sehr fairen Preis.

          2i2 (2nd Gen) bei dem Preis kann man egentlich nichts falsch machen kann. Es sei denn man mag den Focurite-Sound (wie gesagt sehr 2D) nicht. Bei den 2nd Gen-Geräten gibt es aber z.Z. noch Probleme mit dem Windows-Treiber.

  5. Profilbild
    markmark

    Moin,

    Ist es möglich die einzelnen Mixerfunktionen (Faderwege, Routings usw) über midi cc’s im Standalonebetrieb zu steuern?
    Das wäre fantastisch!

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi markmark,

      Du kannst die Mixer-Funktionen über einen USB-Host steuern der MIDI-Ports ansprechen kann, also entweder Desktop, iPad etc.
      Ein einfacher USB-MIDI-Kontroller reicht dafür nicht (da kein USB-Host).
      Dafür hat der K-Mix den Audio Control-MIDI-Port. Im PDF-Handbuch ab Index 4.3.3 (S.87) findest Du alle Informationen dazu.
      Du kannst sogar die Presets per MIDI wechseln.

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