Test: Keith McMillen K-Mix, USB-Audio/MIDI-Interface

K-Mix am iPad

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K-Mix & iPad (Größenvergleich)

Zum Betreiben des K-Mix am iPad wird ein Lightning nach USB-Adapter benötigt bzw. ein 30pin Camera-Connection-Kit und eine Stromversorgung für den K-Mix, denn das iPad liefert nicht genug Strom. Dieser kann vom mitgelieferten Netzteil, von einem USB-Ladeakku (für ultramobiles Arbeiten) oder einem stromversorgten USB-Hub kommen. Der USB-Hub wird, wie bei so vielen andern USB-Class-Compliant-fähigen Audiointerfaces, jedoch nicht zum Betreiben am iPad benötigt.

Eine Merkwürdigkeit die mir untergekommen ist, war die Stummschaltung, die beim Einstecken des K-Mix erfolgte und beim Abstecken wieder zum Lautsprecher und zur alten Systemlautstärke zurücksprang. Dieses dynamische Verhalten machte die Fehlersuche besonders schwierig, wurde aber gefunden. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Verhalten eine Änderung in den neusten iOS-Updates war oder sonst was. Auch kann ich mich nicht an ein solche früheres Verhalten des iPads erinnern.

Auf jeden Fall lief der K-Mix von da an wie ein Traum am iPad. iOS-Apps wie AUM oder Modstep erreichen völlig neue Dimensionen. Nicht nur durch die haptische Live-Gig-orientierte Mixer-Oberfläche des K-Mix, sondern natürlich auch durch die MIDI-Controller-Funktionen, mit denen die Apps nun ferngesteuert werden können. Es gibt aktuell auf dem Markt nichts vergleichbar Kompaktes und wird es wohl auch länger nichts dergleichen mehr geben.

Andere brauchbare Alternative für iOS-Musiker wären noch das vor fast genau einem Jahr herausgekommene iConnectAudio4+ und das für iOS noch besser geeignete, neue iConnectAudio2+. Dort lassen sich zumindest alle Einstellungen des Interfaces vom iPad aus vornehmen. RME hat zwar auch noch eine kostenpflichtige iOS App für 3,99 Euro, aber TotalMix rockt generell schon nicht und auf dem kleinen iPad-Bildschirm noch viel weniger.

Presonus Studio wäre ziemlich cool mit seiner WiFi-Steuerung, wenn erstens der technische Zusatzaufwand mit WiFi-Router nicht gegeben wäre und zweitens die Software inzwischen laufen würde. Aber vielleicht gibt es beim Presonus 192 Mobile Fortschritte.

K-Mix als Standalone-Mixer

Als Standalone-Mixer ist der K-Mix absolut fähig und livetauglich. Nur wie bei allen Digitalmixern sollte man bei den Eingangspegeln aufpassen, denn analoges Frontend oder nicht, wenn Digitalkonverter clippen, ist das immer noch tausendmal unschöner als das Übersteuern von analogen Eingangstufen.

Der K-Mix hat zwar eine Shift Taste, diese wird aber derzeit nur zum Erreichen der Release-Zeit des Kompressors (SHIFT+Comp), zum Solo- und Stummschalten der einzelnen Eingänge (SHIFT+Fader obere/untere Noppe), zum Einschalten des Surround-Modus (SHIFT+Pan) und zum Umschalten zwischen dem Mixer-Modus und den MIDI-Bänken benötigt.

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K-Mix – Surround

Dass zumindest die Mute-Funktion nicht direkt zugänglich ist, erscheint etwas seltsam, aber in der Praxis hat man die Fader genauso schnell runtergezogen. Auch zur Lautstärkeregelung der Aux-Busse muss erst umgeschaltet werden, was vielleicht etwas umständlich, aber der Kompaktheit des K-Mix geschuldet ist. Immerhin sind sie Bedienelemente auch für größere Hände geeignet.

Der K-Mix ist auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen sehr gut zu bedienen und funktioniert einwandfrei mit nur ganz wenigen, niedrigen Stolpersteinen (siehe weiter vorne).

Ein paar Mal ins gut geschriebene, wenn auch übermäßig paragraphierte Handbuch und ein paar Jam-Session und dann sollte das laufen.

Für alle die Einstellungen, die sich nicht am K-Mix vornehmen lassen, kann man sich z.B. im Editor Preset zusammenbasteln und diese am Gerät aufrufen. Zwölf Preset-Einstellungen lassen sich im K-Mix mitnehmen. Im Editor können bis zu 999 Preset verwaltet werden und es sei noch angemerkt, dass Editor und K-Mix live miteinander kommunizieren. Änderungen werden sofort übernommen.

Wenn man den K-Mix regulär durch Halten der Power-Taste ausschaltet, bleiben die aktuellen Einstellungen erhalten. Der Expander schaltet sich leider nicht mit aus, sondern fängt mit seinen LEDs aggressiv an zu leuchten wie ein Weihnachtsbaum. Das ist der K-Mix ganz anders.

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K-Mix – nie mehr von einem Mixer im Dunkeln gelassen

Was die Light-Show angeht, die der K-Mix mit seinen vielen bunten Anzeigen veranstaltet, so kann ich diese nur als stimmungsvoll bezeichnen. Er leuchtet zwar, aber er blendet nicht, so wie z.B. das aggressive strahlende Grün der AIRA-Serie von Roland. Die Anzeigen haben keine Strahlkraft. Besonders im abgedunkelter Umgebung kommt der K-Mix richtig gut, endlich nicht mehr im Dunkeln herumfummeln! Nur der VU-Meter-Modus kann recht aufgeregt sein, aber den betrachtet man üblicherweise auch nicht den ganzen Abend.

Forum
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    ctrotzkowski  

    Interessantes Gerät, schön geschriebener Testbericht. Ich habe eine kleine Schwäche für Multifunktions-Taschenmesser :-)

    Einziger Kritikpunkt: Dass beim Stand-Alone-Mixer keine Mute Funktion im direkten Zugriff ist, finde ich schon etwas seltsam. Wenn man (z.B. in der Pause, oder zum Mikrofon-anstöpseln) die Kanäle muted, will man ja eben nicht ersatzweise alle Fader runterziehen, da man ja sonst neu mischen muß, wenn’s denn weitergeht…

    Sollte m.E. in der Zusammenfassung auch unter „Minus“ erwähnt werden.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi ctrotzkowski,

      ja, kann absolut nachvollziehen. Aber ich hatte das „Mute-Problem“ eher bei plötzlichen Lautstärkespitzen gesehen, was bei mir öfter vorkommt (Feedback etc.), und da sind 2 Hände langsamer als eine.

      Wenn Du aber gezielt und ohne Dringlichkeit einen Kanal mal stumm schalten willst, so wie Du es beschreibt, also beim Setup und beim Mixen, kann ich dir versichern, dass Du spätestens nach einer Woche gar nicht mehr über den Mehraufwand zwei Tasten drücken zu müssen nachdenkst.

      Grüße,
      Markus :)

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      8-VOICE  AHU

      Habe zuerst nur den Preis auf der letzten Seite gesehen, da es aber noch ein Audiointerface hat, ist der Preis wohl doch gerechtfertigt.

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      chain  AHU

      nach ner Nacht drüber schlafen, gibts dann doch diesen „Habenwolleneffekt“ , behalte ich im Auge. Danke, das es sowas überhaupt gibt.

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    Odal

    Find den durchaus intereressant. Wenn aber mit schnellem rubbeln der fader gemeint ist, das man keine schnelle „faderfahrt“ machen kann, ist er ja zum liveeinsatz/jammen eher ungeeinet oder?

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Odal,
      mit „rubbeln“ hab ich tatsächlich nur dauerhaftes rubbeln gemeint. Ich wollte damit nur darauf aufmerksam machen, das hier aufgrund des Silicons Kontaktreibung im Spiel ist, die Wärme und Abrieb erzeugt und wenn an das zu heftig macht, auch spürt im Gegensatz zu Schiebepoties, oder auch Touchscreens.

      Es hat sich aber auch schon so mancher mit einer Gitarre die Finger blutig gespielt. ;)

      Als „Battlemixer beim Extrem-Faden“ wäre der K-Mix deshalb nicht meine erste Wahl.

      Häufige, schnelle Faderfahrten beim Mixen und Live sind aber kein Problem. Die Bedienung erfolgt verzögerungsfrei.

      M. :)

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    Odal

    Hey vielen dank für die rasante antwort, also ich hoffe das ich das teil mal in echt sehen/fühlen kann.

    Bin mir bei solch einer „Eierlegenden Wollmichsau“ etwas unsicher, grade auch wegen den fehlenden Schiebereglern.

    Allerdings überlege ich ein neues interface anzuschaffen, zudem würde ich gerne einen Plattenspieler anschliessen und in hoffentlich naher zukunft mir ein live setup erstellen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, würde sich das ja nahezu anbieten. Oder doch lieber seperate Hardware wie interface, Analog Mischer?, Phonovorverstärker.

    Bin da etwas überfordert^^ Eventuell mag ja nochmal jemand was dazu sagen.

    Gruß Tobi

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Tobi,

      Paragidmenwechsel sind immer kritisch und die Skepsis diesen gegenüber verständlich, vor allem bei dem Preis.

      Ob Du mit einem Kompaktgerät glücklich wirst, oder eher mit einem Gerätepark kann ich Dir leider nicht sagen.

      Kompaktgeräte, geben einem halt eine bestimmte Arbeitsweise vor, das ist generell dem Design geschuldet, wenn viele Funktionen in einem Gehäuse zusammen kommen und damit muss man auch klar kommen.

      Ein optimierter Gerätepark bedeutet halt rumschleppen und verkabeln.

      Ich kann nur sagen, das ich jetzt seit ca. 4 Wochen mit dem Teil arbeite und ich hab „echte“ Fader bisher nicht vermisst und es läuft wie es soll.
      Ich trete Live nur mit iPad und ein paar analogen Effektengeräten und etwas MIDI auf. Der K-Mix ergänzt das ganz wunderbar. Ich bin aber auch erst noch am Üben und Ausprobieren, schließlich gab es bis hierhin nichts vergleichbares, aber bis jetzt ist das Teil einfach nur genial. Klein, absolut robust und flexibel.
      Das ist bisher meine Erfahung mit dem K-Mix.

      Falls sich die Chance zum Antesten ergibt, kann ich das nur empfehlen.

      M. :)

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    Jim

    Kann mir jemand sagen wie gut die Qualität der Preamps im Vergleich zu z.B. Apogee oder Focusrite ist?
    Ich finde das ist in dem Test nicht wirklich rausgekommen.
    Oder habe ich da was überlesen?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Jim,

      Ist etwas schwierig zu beantworten, da das Abhören der Aufnahmen mit den MicPres ja üblicherweise über dasselbe Interface geschieht und dieses ja seine eigene DAC-Charakteristik in die Aufnahme mit einbringt.

      Ohne eine dritte superneutrale Abspielreferenz lassen sich eigentlich _gar_keine_ Aussagen über die Qualität der Eingänge machen. Man kann höchsten beurteilen, ob einem die Gesamtheit der Signalkette zusagt oder nicht. Deswegen mache ich nicht so gerne
      Aussagen über die Qualität der Eingänge. Da hast Du nichts überlesen, das stimmt schon.

      Unter dieser Premisse:
      also Apogee klingt schon noch ein Stück besser, jetzt mal vom Quartet ausgehend und mit einem entsprechend guten Mic.

      Bei Focusrite, ich würde mal sagen on par, hat aber eine andere Ästhetik. K-Mix klingt neutraler und transparenter. Focusrite Clarett kllingt generell wärmer und direkter, aber nicht so transparent.

      Wenn Du also Aufnahmen nicht so sehr nachbearteiten willst ist Focusrite wahrscheinlich die bessere Wahl.

      Wenn Du hingegen noch stark am Klang schrauben willst, haben klare, neutrale Aufnahmen die Nase vorn.

      Aber da spielt, wie gesagt, schon einiges von der Charakteristik der Ausgangstufen des Interfaces mit.

      Grüße
      M.

      • Profilbild
        Jim

        Hi Markus,
        vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir schon weiter.
        Wenn die Focusrite Preamps wärmer klingen, wie klingen denn dann die von Apogee?
        Ich brauche ein kleines mobiles Interface und schwanke gerade zwischen dem Scarlett 2i2, dem K-Mix und dem Duet..

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          Markus Schroeder  RED

          Hi Jim,

          nun ja, wenn Dir Wandler- und Pre-Qualität (Im allgemeinen vereint Apogee die Wärme mit der Offenheit.) am wichtigsten sind und I/O-Anzahl, nur Apple-Unterstützung und Preis nicht, dann ist das Duet 2 eindeutig der King.

          Der K-Mix ist die 1. brauchbare Eierlegendewollmilchsau überhaupt und bietet professionelle Qualität, für einen sehr fairen Preis.

          2i2 (2nd Gen) bei dem Preis kann man egentlich nichts falsch machen kann. Es sei denn man mag den Focurite-Sound (wie gesagt sehr 2D) nicht. Bei den 2nd Gen-Geräten gibt es aber z.Z. noch Probleme mit dem Windows-Treiber.

  5. Profilbild
    markmark

    Moin,

    Ist es möglich die einzelnen Mixerfunktionen (Faderwege, Routings usw) über midi cc’s im Standalonebetrieb zu steuern?
    Das wäre fantastisch!

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi markmark,

      Du kannst die Mixer-Funktionen über einen USB-Host steuern der MIDI-Ports ansprechen kann, also entweder Desktop, iPad etc.
      Ein einfacher USB-MIDI-Kontroller reicht dafür nicht (da kein USB-Host).
      Dafür hat der K-Mix den Audio Control-MIDI-Port. Im PDF-Handbuch ab Index 4.3.3 (S.87) findest Du alle Informationen dazu.
      Du kannst sogar die Presets per MIDI wechseln.

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