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Test: Kodamo Mask1EX MK2 Jade Vine Edition, Desktop-Synthesizer

Radikal kompakte Neuauflage

3. Juni 2026
Kodamo Mask1EX MK2 Desktop Synthesizer

Test: Kodamo Mask1EX MK2 Jade Vine Edition, Desktop-Synthesizer

Der Kodamo Mask1EX MK2 ist ein digitaler, polyphoner Desktop-Synthesizer mit einzigartiger Bitmasking-Klangerzeugung. Das „MK2“ im Namen deutet bereits darauf hin, dass es sich um eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Mask1-Keyboards von 2023 sowie des Mask1EX-Expanders handelt, dessen überraschende Verkaufsstrategie am 26. September 2025 für Aufsehen sorgte: 120 Geräte aus Elektronikrestbeständen der großen Tastenversion wurden als streng limitierte Auflage für gerade einmal 355,- Euro innerhalb eines einzigen Tages verkauft. Erst auf den zweiten Blick wird jedoch klar, ob wir es hier mit einer leistungsfähigeren Version oder eher mit einer abgespeckten Einstiegsausgabe des Expanders zu tun haben. Tatsächlich ist der Mask1EX MK2 von beidem ein wenig.

Kurz & knapp

Was ist es? Kodamo Mask1EX MK2 Desktop-Synthesizer mit Bitmasking-Klangerzeugung, kompakter Bauform und eigenständiger Digital-Ästhetik

  • Ausstattung: 14-stimmiger Expander mit Dual-Layer-Sounds, USB-C-Audio/MIDI, MPE, zwei LFOs und umfangreicher MIDI-CC-Steuerung.
  • Klang: Eigenständig, dicht und markant digital mit Stärken bei Brass-Sounds, Bässen und bewegten Texturen.
  • Modulation: Gute Echtzeitsteuerung, jedoch ohne echte Modulationsmatrix und mit begrenztem Routing.
  • Besonderheiten: Kompakte Bauform, spezielle Portamento-Modi, Sound-Bibliotheken und Browser-basierte Firmware-Updates.
  • Fazit: Charakterstarker Digital-Synth mit ungewöhnlicher Klangsprache und sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Bewertung

Kodamo Mask1EX MK2

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Kodamo Mask1EX MK2 Jade Vine Edition

Trotz nochmals kompakterer Abmessungen hat Kodamo auf Kunden-Feedback und Reviews gehört und das Gerät weiterhin erfreulich preisgünstig gehalten. Aktuell liegt es bei rund 458,- Euro. Die aktuelle Serie zählt 500 hergestellte Geräte im neuen Pastellfarben-Design. Jade Vine ist im Übrigen eine hübsch blühende Liane aus den Philippinen mit dem botanischen Namen „Strongylodon macrobotrys“. Frap Tools hat den Botanikbezug mit seinem Synthesizer Magnolia vorgemacht. Bei entsprechender Nachfrage schließt der Hersteller eine Erweiterung der Auflage – eventuell auch in anderen Designs – nicht aus.

Die hochwertige Fatar-Tastatur der Keyboard-Version entfällt beim Expander-Modell freilich. Ebenso wurde ein Teil der Rechenleistung eingespart (8-faches statt 16-faches Oversampling, dafür effizientere DSP-Code-Optimierung). Auch die Bedientaster wirken deutlich einfacher ausgeführt als in den ersten beiden Versionen der Kodamo-Bitmasking-Gerätereihe. Das gesamte neue Gerät wird dafür maschinell hergestellt. Die Frontplatte besteht aus einer bedruckten Platine, die Unterseite aus Stahl und die Seiten aus Aluminium.

Anstatt fünf unabhängiger Parts gibt es nun lediglich zwei MIDI-Kanäle, die jeweils entweder einen Single-Sound oder einen Dual-Layer-Sound wiedergeben können. Dennoch fällt der Preis im Vergleich zur Keyboard-Version von deutlich über 2.000,- Euro auf weit unter 500m- Euro, ohne dass sich der Klang hörbar verändert hätte – Respekt!

Zu den echten Neuerungen zählen ein zusätzlicher Endlosregler für den Filter-Cutoff, ein Part-Taster, die Stromversorgung sowie die Class-Compliant-MIDI- und Audioübertragung über USB-C und eine auf 14 Stimmen erhöhte Polyphonie. Vergleichbar cleveres Downsizing erleben wir derzeit auch bei Waldorf: Der Protein kostet lediglich 329,- Euro und bietet dafür einen achtstimmigen Wavetable-Synthesizer mit klassischem Microwave-Charakter. Noch vor 25 Jahren wäre ein professionelles Werkzeug in dieser Preisklasse kaum vorstellbar gewesen.

Kodamo Mask1EX MK2 Synthesizerexpander

Rückwärtige Anschlüsse: Balanced L/R, Kopfhörer, DIN-MIDI I/O, USB-C

Unboxing

Ein erstaunlich kleiner Karton erreicht meine Türschwelle. Eher erinnert er an ein postalisch versandtes alkoholisches Geschenk als an einen ernsthaften Profi-Synthesizer. Umso größer ist das Staunen, als sich darin ein noch kleineres Päckchen mit dem eigentlichen Instrument befindet. Der komplette Mask1EX MK2 passt problemlos in meine Laptop-Tasche und ist kleiner als meine Computertastatur.

Die Verarbeitung wirkt insgesamt ordentlich, präsentiert sich aber sowohl optisch als auch haptisch ausgesprochen spartanisch. Die Stromversorgung erfolgt über USB-C und kann dank geringer Leistungsaufnahme (nur ca. 1,5 W) auch direkt an einer kleinen Powerbank erfolgen.

Allerdings gibt es dabei ein altbekanntes Problem: Das Gerät besitzt lediglich einen einzigen USB-C-Port. Nutzt man das mitgelieferte externe USB-Netzteil zur Stromversorgung, entfällt die Möglichkeit, MIDI-over-USB oder die Class-Compliant-Audioanbindung zu verwenden. Das ist schade. Eine störungsfreie Stromversorgung über Laptop, Netzteil und angeschlossene Peripherie ist nicht immer gewährleistet. Einige Mitbewerber bieten inzwischen mehrere USB-Ports für genau diesen Zweck. Das hätte ich mir hier ebenfalls gewünscht.

Der kleine Synthesizer-Expander wird mit einem gedruckten Quickstart-Guide ausgeliefert, der wertvolle Hinweise enthält – etwa die Empfehlung, das Gerät weder auf den eigenen Fuß fallen zu lassen noch als Wurfgeschoss zu verwenden. Zu Risiken und Nebenwirkungen …

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Kodamo Mask1EX MK2 Synthesizerexpander

Hat der Hersteller hier eine vergessene Beschriftung mittels Dymo-Label nachgereicht?

Erste Eindrücke

Was mir am Kodamo Mask1 schon immer gefallen hat: Er klingt wie kaum ein anderer Synthesizer. Es gibt nur wenige aktuelle Instrumente, denen ich einen wirklich „elektrisierenden Stromklang“ zuschreiben würde. UDO DMNO gehört ebenso in diese Kategorie wie PWM Mantis, Nonlinear Labs C15 beziehungsweise C25 oder auch Frap Tools Magnolia. Solche Profigeräte klingen auf den ersten Eindruck nicht immer sofort „schön“ und vertraut, sondern oft etwas sperrig und eigenwillig. Genau darin liegt jedoch ihr Reiz: Sie wollen aktiv erschlossen und musikalisch entdeckt werden.

Historisch funktionierte dieses Prinzip bereits beim Oxford OSCar, Crumar Bit One, Casio CZ-1000, Ensoniq ESQ-1 oder Waldorf Microwave 1 hervorragend und inspirierte zahllose Künstler zu neuen Klangexperimenten. Für mich tritt der Mask1 klar in die Fußstapfen dieser prominenten Ahnenreihe.

Die 377 Werks-Presets sind überwiegend gelungen programmiert – auch wenn seltsamerweise einige davon stumm bleiben. Sie vermitteln dennoch einen guten Überblick über das Potenzial der Syntheseform. Häufig kommen die beiden LFOs intensiv zum Einsatz. Viele Presets arbeiten mit auffallend langen Release-Zeiten und einem Übermaß der integrierten, grundsätzlich gut klingenden, wenn auch nur rudimentär parametrisierten Effekte.

Dass Kult-Sounddesigner und „Dr. Synth“ Manny Fernandez (Yamaha, Sound Source Unlimited) an der Entwicklung beteiligt war, merkt man meiner Meinung nach. Herrlich klassisches D-50 „Geröchel“, Waldorf-artige Weltraumchöre, allerlei Glöckchen und FM-artige Bässe: Dass all dies mit der Kombination aus Sinus-Bitmasking und digitalen Filteremulationen möglich ist, zeugt von großer Erfahrung der beteiligten Programmierer.

Direkte Echtzeitmodulationen erfolgen beim Kodamo Mask1EX MK2 über Velocity, Modwheel und Aftertouch inklusive MPE-Unterstützung – bravo! Auffällig ist jedoch das Fehlen einer umfangreichen Modulationsmatrix wie etwa beim ASM Hydrasynth Explorer. Stattdessen lässt sich jeweils nur eine Modulationsquelle einem Ziel zuweisen. Aftertouch kann somit entweder die Bitmasking-Tiefe oder den Filter-Cutoff steuern, nicht jedoch beides gleichzeitig. Auch negative Modulationen fehlen leider vollständig.

Dafür hat Kodamo sämtliche Parameter des Synthesizers bereits ab Werk auf MIDI-CCs gemappt. Selbst exzessiven Automationsorgien steht damit nichts im Wege. Gäbe es zusätzlich noch eine Möglichkeit, sämtliche aktuellen Parameterwerte per Knopfdruck als CC-Daten an die DAW zu senden, ließe sich sogar Preset-Morphing realisieren.
Kodamo Mask1EX MK2 Synthesizerexpander

Klangqualität

Der Sound des Mask1EX MK2 wirkt grundsätzlich dicht, teils aggressiv und oft nahe an der Clipping-Grenze. Ursache dürfte eine Kombination aus Syntheseform, hoher Polyphonie und interner Pegelstruktur sein. Reduziert man den Master-Volume-Regler, verschwinden die Probleme – ein Verhalten, das auch Korg Trinity Nutzer kennen. Offenbar wurde bei manchen Presets nicht mit vollgriffigem Spiel über viele Stimmen gerechnet.

Zunächst vermutete ich schlicht zu wenig Headroom bei 14 Stimmen. Auffällig war jedoch, dass das Phänomen am integrierten Kopfhörerausgang schwächer auftritt. Nach längerer Fehlersuche erscheint mir daher wahrscheinlicher, dass die analoge Ausgangsstufe des Mask1EX MK2 empfindlich auf bestimmte Eingangsschaltungen reagiert. Vermutlich hängen die Probleme mit den extremen Energiesparmaßnahmen zusammen, die den Betrieb mit nur 1,5 W über 5 V aus USB ermöglichen.

Die Verzerrungen klingen teils nach digitalem Clipping, teils nach einbrechender Gesamtdynamik. Dafür spricht auch die unterschiedliche Reaktion je nach Audiointerface: Mein Lynx Aurora 16 scheint die Ausgangsstufe des Kodamo bereits deutlich vor der eigentlichen Clipping-Grenze stärker zu belasten, während das RME Babyface Pro mit anpassbarem Input-Gain hörbar weniger Sättigungsartefakte produziert. Bei reduziertem Ausgangspegel gleichen sich beide Interfaces klanglich stärker an.

Der Hersteller empfiehlt in der gut geschriebenen Anleitung ausdrücklich symmetrische Kabel, was ich berücksichtigt habe. Auch der Test mit dem mitgelieferten Netzteil brachte keinen zusätzlichen analogen Headroom. In den Klangbeispielen habe ich jeweils vermerkt, welches Interface verwendet wurde.

Class Compliance

Traditionell bin ich mit Audioproduktionen meist am PC unterwegs. Nur für Video weiche ich regelmäßig auf den in Bezug auf entsprechende Optimierungen überlegenen Mac aus. Daher war mein Interesse an der seitens Kodamo beworbenen Audioübertragung mittels Class-Compliant-Treibern am Mac zunächst gering.

Aber: Test ist Test. Also habe ich auf meinem MacBook Pro Cubase 15 Pro installiert, um mir mühsam im System ein „aggregated device“ zu bauen, das die gleichzeitige Nutzung von mehr als einem Audiogerät unter ASIO zulässt.

Das Gute daran: Unter macOS funktioniert so etwas einigermaßen performant. Am PC waren bislang alle meine experimentellen Versuche von praxisfernen Latenzen und massiven DPC-Einbrüchen geprägt.

Der Nachteil: Bis ein RME Babyface Pro unter macOS Sequoia einwandfrei und mit Treiberpanel lief, hatte ich trotz vollständiger Erklärung auf der RME-Homepage etliche graue Haare bekommen.

Spannend erschien mir hierbei die weiterführende Fehlersuche nach der Ursache der beobachteten häufigen Verzerrungen im Audiosignal. Die digitale Audioübertragung via USB liefert einen um ca. 4 dB lauteren Pegel als das auf 0 dB Gain eingestellte RME am XLR-Analogeingang.

Tatsächlich korrelieren die hörbaren Verzerrungen mit der digitalen Pegelanzeige aus dem USB-Stream. In meinem Flächen-Patch mit vier voll aufgedrehten Sägezahnoszillatoren (Layer-Mode) ergibt sich ein maximales General-Voice-Level von 10 (von max. 31), bevor die Peak-Anzeige in Cubase rot wird.

Beim Wert 13 hört man bereits vereinzelt Verzerrungen. Ab 17 befinden wir uns im gefürchteten digitalen Dauerkratzen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Pegel der VCAs reduziert, beim General-Voice-Level herunterregelt oder einfach alles auf Maximum lässt und den Hauptausgang am Volume-Poti auf 30 (von max. 63) reduziert. Das digitale Ergebnis ist identisch.

Die integrierten Effekte waren in der Mehrzahl meiner Versuche nicht die Ursache des internen Clippings. Ebenso wenig war es der angeblich (laut Foren) grundsätzlich hohe analoge Ausgangspegel des Geräts, wie mit meinem Mac-Test hier eindeutig nachgewiesen wurde.

Kodamo Mask1EX MK2

Klangcharakter

Für komplexe Layer oder dichtes Multitracking eignet sich der Synthesizer nach meinem Geschmack nur bedingt. Wer einen Yamaha TX816 oder Waldorf Microwave 1 besitzt, kennt ein deutlich großzügigeres Verhalten, obwohl alle drei Instrumente eine frühdigitale Grundästhetik teilen.

Die digitale Filteremulation klingt hingegen ausgezeichnet und überzeugt besonders bei Synth-Brass-Sounds im Stil eines CS-80 oder OB-Xa sowie bei Roland-artigen Bassklängen.

Oft würde man sich beim Kodamo Mask1EX MK2 feinere Parameterauflösungen wünschen – etwa bei den Decay-Zeiten der Filterhüllkurve oder bei der Effektdosierung. Genau dieser Umstand lässt manche charakterlichen Eigenschaften seiner Klangkreationen mit einem Gefühl von Einschränkung oder auch Willkürlichkeit zurück.

Das online häufig diskutierte etwas höhere Aliasing der Mask1EX-MK2-Klangerzeugung im Vergleich zu ihrer Mutter, der Keyboard-Version, erachte ich persönlich nicht als negativ. Wer einen Bitmasking-Synth nutzt, sollte keine Roland Juno-6 Streicher erwarten.

Dennoch klingen aufgrund der sehr guten digitalen Filter auch typische Analog-Modeling-Sounds überraschend überzeugend. Der minimal brachiale Grundcharakter der Oszillatoren mit ihren digitalen Artefakten erzeugt hierbei ein Feeling, wie wir es z. B. von den Hollywood-Filmscores von Tom Holkenborg alias Junkie XL kennen (Mad Max: Fury Road, Justice League, Deadpool, 300, Alita: Battle Angel).

Er nutzte meist alte analoge Synthesizer, um sie anschließend in Vintage-Samplern wie dem Roland S-50, EMU Emulator II oder Ensoniq Mirage zu resamplen und ihnen „moderne“ Ecken und Kanten zu verpassen. Der Kodamo Mask1EX MK2 erzeugt häufig exakt diese Ästhetik.

Interessanterweise ergänzt der Mask1EX MK2 andere Synthesizer im Arrangement hervorragend, solange man seine Rolle bewusst dosiert. Auch als Polysynth neben einem Modularsystem macht er eine exzellente Figur.

Die einzigartigen Portamento-Modi

Besonders spannend sind die cleveren Stimmverteilungs- sowie Glide-, Legato- und Retrigger-Modi. Sie ermöglichen ein gleichzeitiges polyphones und „pseudo-monophones“ Spiel der oberen Stimme, wie es mein geschätzter Kollege „toneup“ in seinem Test der nicht länger produzierten Tastenversion des Kodamo Mask1 vorgestellt hatte.

Vergleichbares kenne ich von wenigen anderen Synthesizern, geschweige denn von einem MIDI-Expander. Die Yamaha-Boliden CS-50, CS-60 und CS-80 verfügen mit ihrer „Sustain II“-Stimmverteilung über ein klanglich ähnliches, wenngleich konzeptionell ganz anders umgesetztes Feature. Vergleichbares findet sich auch im Entertainer-Keyboard Yamaha Tyros 5 mit seiner „Super Articulation“-Funktion.

Mit etwas Geschick gelingen hier außergewöhnlich interessante Portamentos sowie gezieltes Single-Triggering von Hüllkurven benachbarter Töne innerhalb mehrstimmiger Passagen. Das Ganze funktioniert prima, solange dem Kodamo Mask1EX MK2 nicht die Stimmen ausgehen. Bei Layer-Sounds und längeren Release-Zeiten kann das schon mal vorkommen. Dann reagiert er leider mit wenig attraktiven digitalen Schwingungsform-Abriss-Clicks. Dies wiederum kennen wir auch vom Waldorf Microwave 1.

Bedienung

Die zwölf Sektions-Taster der unteren Reihe schalten – wie bereits bei den Vorgängern – relativ übersichtlich durch sämtliche Parameter. Durch mehrfaches Drücken gelangt man jeweils zum nächsten Parameter, der im vierstelligen 7-Segment-LED-Display angezeigt wird. Dieses präsentiert zunächst den Parameternamen, bei längeren Begriffen scrollend, und zeigt erst beim Drehen des Data-Encoders den eigentlichen Wert an. Der Encoder besitzt als einziger eine leichte Rasterung und lässt sich dadurch auch blind gut identifizieren.

Der neu hinzugekommene Cutoff-Encoder ist eine willkommene Ergänzung. Mitunter irritiert jedoch, dass Modulationszuweisungen zur Cutoff-Frequenz – beispielsweise durch die Filterhüllkurve – einen zusätzlichen Offset erzeugen. Dadurch lässt sich das Filter selbst bei Wert „0“ nie vollständig schließen. Für ein zukünftiges Firmware-Update wäre daher die Möglichkeit negativer Offset-Werte für dieses „Performance-Poti“ durchaus wünschenswert.

Sehr gelungen ist dagegen die globale Deaktivierung der integrierten Effektprozessoren. Das ist ein praktisches Feature im Studioeinsatz.

Kodamo Mask1EX MK2 Synthesizerexpander

Der Kodamo Mask1EX MK2 läuft auch in der Wiese an meiner Powerbank.

Editing

Etwas gewöhnungsbedürftig: Die Taster „Osc1“ und „Osc2“ bieten zunächst Zugriff auf Tuning- und Bitmapping-Parameter inklusive der Bitmapping-Delta-Hüllkurve, deren Speed-Parameter mit 40 Schritten allerdings arg grob aufgelöst erscheint. Erst durch Betätigen der globalen „Env“-Taste gelangt man zu den VCA-Hüllkurven für Osc1, Osc2 und Noise.

Interessant dabei: Der Envelope-Amount befindet sich nicht wie üblich in der Nähe des jeweiligen Modulationsziels, sondern als erster Wert innerhalb des ADSR-Parametersets. Dafür sind hier sogar negative Werte möglich, um Modulationen zu invertieren.

Ungewöhnlich und spannend zugleich: Auch die Effektart von FX1 und FX2 steht als Modulationsziel für die LFOs zur Verfügung. Zusammen mit den loopbaren Hüllkurven ergeben sich dadurch ausgesprochen vielseitige zyklische Modulationen.

Der integrierte Arpeggiator fällt hingegen eher simpel aus. Nach kurzer Zeit vermisst man schmerzlich die genialen Dual- und Triple-Note-Modi des GS Music Bree6 Keyboards.

Der integrierte Sequencer ist ein willkommenes Skizzenbuch, mit dem man schnell eine musikalische Figur via MIDI (inkl. Wheels, Velocity und Aftertouch) aufzeichnen und danach sofort in Schleife wiedergeben kann. Praktisch beim Schrauben im Parameterdschungel der Klangerzeugung. Sehr schade nur, dass die Sequenzen nicht in den User-Voices gespeichert werden können.

Etwas schade ist außerdem, dass die Pitch-Hüllkurve stets beide Oszillatoren gleichzeitig beeinflusst. Gerade für klassische Brass-Patches wäre eine getrennte Steuerung wünschenswert gewesen, auch wenn die Werks-Presets eindrucksvoll zeigen, dass der Mask1EX MK2 diese Disziplin dennoch hervorragend beherrscht. Im Layer-Modus lässt sich hier allerdings ein brauchbarer Workaround realisieren.

Kodamo Mask1EX MK2

Updates & frische Voices

Kodamo veröffentlicht nahezu monatlich Updates und Bugfixes, die sich komfortabel direkt über den Webbrowser via USB-C einspielen lassen. Die aktuelle Firmware-Version 1.5 erweitert unter anderem die MIDI-CC-Steuerungsmöglichkeiten erheblich. V1.6 ergänzt eine MIDI-Soft-Thru-Funktion und erlaubt auch das Umgehen der nicht zeitbasierten Effekte im Global-Menü.

Das Aufspielen der Firmware-Updates war unter Windows 11 mit Chrome nicht ganz so einfach wie gehofft. Zum Glück beschreibt Kodamo in der Anleitung (RTFM!) exakt, wie man sich mit Hilfe des universellen Treiber-Tools Zadig eine Lösung strickt.

Über die Kodamo-Homepage steht zudem eine große Sammlung spannender Patches kostenlos zur Verfügung. Die Web-App „Mask1 Organizer“ hilft bei der Preset-Verwaltung und funktioniert unter Google Chrome sofort und ohne zusätzliche Treiber oder Installationen – vorbildlich.

Eigene Patches lassen sich unkompliziert sichern, bevor man neue Inhalte ausprobiert.

Unter den veröffentlichten Sounds finden sich zahlreiche echte Perlen, die die guten Werksklänge des Kodamo Mask1EX MK2 sinnvoll ergänzen. Es lohnt sich daher unbedingt, dort nach zusätzlicher Inspiration zu suchen.

Ausblick

Etwas bedauerlich ist, dass Kodamo die Designstudie „Infini“ nie zu einem fertigen Produkt weiterentwickelt hat. Die Kombination aus Bitmasking und klassischer FM-Synthese hätte enormes Potenzial für neue Klangexperimente und würde das Instrument deutlich vielseitiger machen.

Noch spannender wäre die Integration kleiner zusätzlicher Transienten-Samples in die Klangerzeugung. Ein nichtflüchtiges User-Wave-RAM von etwa 8 MB könnte den manchmal etwas blutleer wirkenden digitalen Schwingungsformen im Stil eines Roland D-50 oder Kawai K1 zusätzliche PCM-Würze verleihen.

Immerhin hat Kodamo vergangenes Jahr auf dem Synthfest France in seiner Designstudie Kora bereits mit PCM-Sampleplayback experimentiert.

Natürlich lässt sich der Mask1EX MK2 im Studio problemlos von einem Ensoniq ASR-10 aus ansteuern und etwa mit Rhodes-Mechanikgeräuschen ergänzen. Live wäre eine solche Lösung allerdings deutlich umständlicher.

Ebenfalls wünschenswert wäre die Möglichkeit, mehreren Zielparametern individuell skalierbare Echtzeitmodulationen durch Velocity, Aftertouch und Modwheel zuzuweisen. Ebenso wäre eine Möglichkeit sinnvoll, Sequenzen innerhalb der User-Voices zu speichern.

Schade ist auch, dass im Jahr 2026 die DSP-Leistung offenbar immer noch so begrenzt zu sein scheint, dass beim Preset-Wechsel sowohl die Release-Phase der Hüllkurven als auch ausklingende Effektanteile hart abgeschnitten werden. Korg und Clavia haben das bereits deutlich besser im Griff.

Erläuterungen zu den Klangbeispielen

Das Beispiel „Wandlervergleich“ zeigt ein und dieselbe MIDI-Phrase mit dichten Akkorden und einem Dual-Sägezahn-Sound bei halb geschlossenem Filter ohne Resonanz.

1.) Mask1EX MK2 bei halbem Oszillatorpegel (bei „Env-L“), halbem Voice-Pegel (unter „General“) und voller Ausgangslautstärke am RME Babyface Pro,
2.) bei vollem Oszillatorpegel,
3.) bei halbem Oszillatorpegel am Lynx Aurora 16,
4.) bei vollem Oszillatorpegel,
5.) den Korg DW8000 mit einem vergleichbaren Sound am RME,
6.) und am Lynx.

Alle Beispiele hatten einen True-Peak-Wert von max. -5,0 dBFS und wurden zur besseren Vergleichbarkeit des Klangs auf gleiche Loudness normalisiert, ohne die Einzelbeispiele digital zu clippen.

Die drei als „VCF“ bezeichneten Beispiele vergleichen das gelungene digitale Tiefpassfilter des Kodamo Mask1EX MK2 mit den real-analogen Synthesizern Moog Messenger sowie der Behringer Reinkarnation des ARP 2500 Modularsystems mit seinem klassischen ARP 1047-Filter.

In allen weiteren Beispielen habe ich Werks-Sounds angespielt und im Dateinamen vermerkt, wo ich das in diesem Fall verzerrungsärmere RME Babyface Pro im Einsatz hatte.

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Klangbeispiele
Fazit

Für vergleichsweise wenig Geld erhält man hier einen Synthesizer mit ausgesprochen eigenständigem Charakter, der sich wohltuend von der Flut austauschbarer Vintage-Kopien absetzt. Wer keine Lust mehr auf den jährlichen Strom neuer subtraktiver Synthesizer hat, deren wesentlichstes Unterscheidungsmerkmal oft nur in der Anzahl ihrer Stimmen besteht, findet im Kodamo Mask1EX MK2 einen inspirierenden Begleiter.

Hat man die Bedienung einmal verstanden, erschließt sich die Logik des Geräts schnell. Besonders gut kombinierbar erscheint mir der Synthesizer mit aktuellen Yamaha-, Roland- oder Nord-Keyboards, da diese Instrumente vergleichbare Klangwelten kaum abdecken.

Wer hingegen bereits einen Waldorf-Wavetable-Synthesizer, einen Groove Synthesis 3rd Wave, Behringer Wave oder Ensoniq ESQ-1 besitzt, wird klanglich vermutlich weniger Überraschungen erleben, auch wenn die zugrunde liegende Syntheseform hier eine völlig andere ist.

Den internen Pegelverlauf sollte man jedoch immer im Auge behalten, da der Ausgangsstufe leider schnell die Puste ausgeht.

Für den aufgerufenen Preis bleibt der Mask1EX MK2 dennoch ein echter No-Brainer. Der Kleine kann gewaltig Spaß machen und klingt weit größer, als er aussieht!

Plus

  • einzigartige Syntheseart mit eigenständiger Digital-Ästhetik
  • sehr ausdrucksstark spielbar via MPE
  • sehr preisgünstig, klein und leicht
  • sehr musikalisches Digital-Filter

Minus

  • keine echte Modulationsmatrix
  • teils grobe Parameterauflösung
  • Verzerrungen aufgrund begrenzten Headrooms
  • Abriss-Clicks bei dynamischer Voice-Allocation
  • hakelige Firmware-Updates

Preis

  • 458,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

t-hiho RED

Prof. Toni Hinterholzinger ist leidenschaftlicher Synthesizer-Sammler und Spezialist für High-End-Tontechnik. Er leitet das Tonstudio der staatlichen Hochschule für Musik Nürnberg, komponiert Film- und Medienmusik und tourt seit 20 Jahren mit seiner Band Midnight Story Orchestra.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tai AHU

    Schöner Test Toni, danke. Hier scheinen wir wieder mal ein Jahrzehnte altes Problem zu haben: die Prozessorleistung ist mittelmässig und macht aus einem guten Instrument ein mittelmässiges. Mein mir immer wieder dazu einfallendes Beispiel: Roland JV 80 konnte bei 3-fach Multitimbralität beim 3. Sound keinen Sinus als LFO durchhalten. Das war dann eher S&H.

    • Profilbild
      Numitron AHU

      @Tai Roland hatte ja öfters dieses Problem!
      d70… meine mc303 (die erste Groovebox!) da war der real time Sequencer mit argen Timing Problemen. hatte sogar eine Möglichkeit quantize mit einem Poti einzustellen. hat auch nix genutzt.
      war trotzdem toll mit 15 sowas 😅
      hab Grad neu den model cycles und Roland p6.
      unglaublich was man heute für kleines Geld bekommt.😃
      hab das Intro zu „one more time (daft punk) nachgestellt. geht sehr gut.
      kann man extrem auf Lofi trimmen.
      zuerst vor der Aufnahme 4 verschiedene Sample Rates und dann der Lofi Modis. man kann dann sogar noch den bitcrhsher drauf für extreme 😃

      • Profilbild
        Tai AHU

        @Numitron D70 war von vorne bis hinten eine Fehlentwicklung. Der einzige noch lahmere Synth (bei MIDI!!!) war der erste Peavey Synth, ich glaube DPM 3 hieß der. Einmal schnell über die Tastatur gefahren, ein Glas Wasser eingeschenkt. Mit etwas Glück war dann das Arpeggio fertig. Der D70 kam gleich danach und der K4 war auch nicht weit weg.

          • Profilbild
            toneup RED

            @Numitron Danke für den sehr aussagekrätigen Test und die sehr schönen Sound Beispiele. Ja, der Mask klingt sehr eifenständig und lässt sich gut spielen. Hatte ja das Vergnügen die Keyboard Version zu testen. Der „kleine“ wäre schön reizvoll, aber die Sache mit nur einem USB C Anschluss ist in der Preisklasse ein echter Design Fehler.

            • Profilbild
              Numitron AHU

              @MPC-User syncprobleme mit externen Geräten, latenzzeiten. 2 verschiedene Modi aber trotzdem kein gutes Timing…
              anscheinend auch fast nirgends lieferbar momentan.
              ich denke Roland hat die zurückgeordert um Retouren zu vermeiden.

              • Profilbild
                MPC-User AHU

                @Numitron Ah ja.
                Kommt mir bekannt vor.
                Die TR-909 hat das gleiche Problem mit Sync.
                Peinlich dass man daraus nicht gelernt hat.
                Ist ja eventuell ein gewolltes Feature um mehr Authentizität zu erreichen😜

              • Profilbild
                TobyB RED

                @Numitron , vielleicht holst du die die TR-1000 und testet einfach mal ob Synchprobleme auftreten? Ich würde sagen, wenn es da ein Problem gab, wurde das gefixt. Und wie immer der freundliche Hinweis, befasst euch mich den Grundlagen von MIDI und wie ein Setup auszusehen hat. Und als Bonuslevel, ja man kann eine DAW aka Ableton, Logic, Mainstage zu externer HW auch via USB MIDI synchron halten. Man muss nur wissen wie. Und noch ein freundlicher Hinweis, nur weil es im Internet steht muss es nicht wahr sein oder ist nicht mehr richtig. Bonuslevel eine KI ist ein nicht deterministisches, probabilistisches System.

                • Profilbild
                  MPC-User AHU

                  @TobyB Zu dem Sync Problem habe ich mal recherchiert. In der Tat wird in einigen Foren davon berichtet.
                  Eine KI nahm ich nicht zur Hilfe.
                  Bei allem Respekt, die Hinweise zu den Grundlagen in Sachen Midi und DAW waren völlig überzogen und fehl am Platz.

                  • Profilbild
                    TobyB RED

                    @MPC-User , die Sync Probleme traten in exakt einer bestimmten Konstellation mit USB MIDI auf. Und wurden mit V1.20 gefixt. Das wurde auch auf der Superbooth 26 demonstriert. Man hätte auch auch ohne den Fix ein stabiles Timing erreichen können, wenn man die TR-1000 analog getriggert hätte. Meine freundlichen Hinweise und Bonuslevel, sind genau als solches zu verstehen und deshalb nicht fehl am Platz. Ich kenne die Forenbeiträge nicht. Ich hab nur mittlerweile soviele Geschichten aus dem Paulaner Garten und Lagerfeuerstorys gehört, die einer Annotation bedürfen. Genau wie jene , das Roland die TR-1000 zurückbeordert hat. BTW, der Test dreht sich um den Kodamo Mask.

                    • Profilbild
                      Numitron AHU

                      @TobyB ich habe extra geschrieben „ich denke“ aber wenn die Maschine seit Monaten nirgends erhältlich ist?

                • Profilbild
                  Numitron AHU

                  @TobyB das haben viele berichtet!
                  liegt aber nicht an midigrundlagen!
                  leider kehrt es Roland unter den Teppich …
                  man sieht auf jeden Fall auffallend wenige die noch die tr1000 benutzen.

                  • Profilbild
                    TobyB RED

                    @Numitron , dadurch wirds aber nicht richtiger. Mit V.1.1.3 wurde das „Sync-Problem“ gefixt. Und auffallend wenige benutzen die TR-1000, weil die erst in Monaten wieder verfügbar ist. Nochmal zum MIDI Setup, bei mir gibt eine externe Clock die Zeit vor, entweder eine ACME oder NOME II, je nachdem ob ich eine Bandmaschine synce oder nicht. Als ich die TR-1000 hier hatte, hab ich zwei Problemstellungen gesehen, USB MIDI Clock Sync und die Verzögerung beim Umschalten von Kits. Das USB Thema kommt hier nicht zum tragen, da mein Setup es nicht erlaubt. Aber in Logic X Pro kann man mit Low Latency Mode und auf der TR-1000 mit der Layered Gen Einstellung das Thema lösen. Und Roland kehrt das nicht unter den Teppich. Auf den Support Seiten findest du dazu eine Anleitung. Und noch mal zum Thema Basics. In ein Setup gehört immer eine externe MIDI Clock. Oder wenn man das nicht hat und das Geld nicht ausgeben möchte, macht man sich in der DAW einen Clicktrack und jagt den zum Syncen raus. Für die Gemeinheiten wie halber Takt, Tempo nimmt man dann einen Clockteiler oder MIDI Prozessor, wie den BLOKAS MIDIHUB, EHX Clockworks.

        • Profilbild
          EleKKtro

          @Tai Ich habe den D70 viele Jahre als hauptsächlichen Synthesizer auf der Bühne und im Studio eingesetzt und kann überhaupt nichts negatives zu dem gut klingenden Instrument sagen. Vermutlich ist es Geschmacksache oder bei meiner Verwendung gab es keine Probleme.

          • Profilbild
            Tai AHU

            @EleKKtro Ja, dann hast du das Instrument so eingesetzt, wie es die Techniker ursprünglich auch geplant hatten. Nämlich als große Tastatur mit guten Grundklängen, die Single, Dual oder Split gespielt wurden. Aber andere in der Firma (vermutlich Nicht-Techniker) waren der Meinung, das sollte ein multitimbrales Instrument werden. Und da hat er keine gute Rolle gespielt.

            Ich zitiere mal unsern Ex Schäffredakteur Peter: „Bei all der Funktionsvielfalt wurde jedoch die Rechnerleistung des D-70 derart beansprucht, dass dieser bei stimmenintensiven MIDI-Anwendungen leider ins Stolpern kommt. Dies dürfte auch der Grund sein, warum der D-70 schnell an Wert verlor.“

            https://www.amazona.de/vintage-digital-roland-d-70-la-synthesizer-1990/

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      t-hiho RED

      @Tai Danke vielmals. Ja, es existieren ein paar berechtigte Kritikpunkte an der praktischen Implementierung von Features und wie hier mit der vorhandenen technologischen Basis umgegangen wird. ABER: Ich möchte nochmals betonen, wie günstig dieses am Ende eben doch sehr gut klingende und inspirierende Gerät ist. Nachdem ich meine eigenen Audiobeispiele nochmal angehört habe, habe ich mich nun doch entschieden, mein Testgerät zu bezahlen und zu behalten. Dieser kleine Zigarrenkistchen-Expander klingt wirklich gut und einzigartig genug, um die Investition von unter 500.- EUR zu rechtfertigen. Ich kenne derzeit keine 3 VSTis, in die ich das gleiche Geld lieber stecken würde.

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    Filterpad AHU

    Der Mask1 wird nicht mehr produziert und läuft aus. Böse Zungen könnten munkeln: jetzt ist klar, warum! Der Mask1EX MK2 steht nun als Nachfolger bereit! Ich war tatsächlich begeistert vom Mask1 und wollte ihn kaufen. Aber der damals (für mich) relativ hohe Preis und die auf den ersten Blick spezielle Bedienung hielten mich davon ab. Aber der Klang ist neu und anders. – Genau das macht ihn aus. Der Mask1EX MK2 kommt nur leider nicht in’s Haus. Nicht weil er schleicht ist, nein, ganz und gar nicht. Ich mag nur keine Taschensynthis aka Teenage-Engineering oder eben der hier vorgestellte Mask1EX MK2. Platz fehlt inzwischen ebenso. Ein Quick-Start-Guide ist jedenfalls sehr sinnvoll und auch sonst bekommt man hier für relativ wenig Geld IMO viel Synth und einen außergewöhnlichen Sound, den garantiert nicht viele haben. Vielleicht kommt von Kodamo wieder mal ein schöner Tastensynthi zum Vorschein, dann wäre ich definitiv nicht abgeneigt. Vorher sollte ich aber in ein größeres Zimmer ziehen.

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      t-hiho RED

      @Filterpad Ich fände ehrlich gesagt auch eine Mk3 Deluxe Version mit Keys spannend. Dann auch bitte mit einem Patchnamensdisplay und einer Klangkategorienverwaltung incl. Favoriten-Markern. Und einem Fix der analogen Ausgangsbuffer. Als touring musician würde ich auch sehr ein eigenes unabhängiges Poti für den Kopfhörerausgang begrüßen. Und ein internes, stärkeres Netzteil.

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    hardberg

    Ich hatte einen MK1, habe ihn allerdings wieder verkauft. Umständliche Bedienung und klanglich nun auch nicht so der Überflieger. Also nichts, was nicht anderweitig reproduzierbar gewesen wäre. Sagen wir mal so, er ist/war verzichtbar.

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      t-hiho RED

      @hardberg Ich muss gestehen, ich habs ein wenig schwer, die Sounds aus meinen Audiodemos nachzubauen. Wie erwähnt, ein PPG geht in die Richtung, aber ein Original habe ich leider nicht und würde ihn live auch nie mitnehmen. Ebenso zögere ich meinen Waldorf Microwave 1 Rev A auf Tour mitzunehmen. Ich kenne auch kein VSTi, das diese Sounds repliziert. Klar, wenn man nur das Sägezahn into VCF Beispiel nimmt, das krieg ich mit meinem ASM Hydrasynth auch oder sogar besser hin. Aber all diese typischen modulierten glitchy Digitalsounds, das ist schon recht eigenständig, IMHO.

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    UAP

    Ich hatte mir den MASK1 EX MK2 (was für ein Name! 😅) direkt gekauft, und ich kann aus dieser Perspektive unterstreichen, dass der Test hier auf sehr gute Weise die Vor- und Nachteile dieses von den Maßen her überraschend winzigen Synthesizers darstellt.

    Die Verzerrungen mancher Presets und das ständige rumrödeln am Volume-Knopf fallen eigentlich sofort auf, schon beim groben Antesten. Auch die Abrissclicks bei dynamischer Voice-Allocation sind total offensichtlich, schon beim Anchecken.

    Klanglich sehe ich große Ähnlichkeiten zu Digital- bzw. Hybrid-Pionieren wie PPG Wave, Ensoniq ESQ1/SQ80 oder Kawai K3 – und auch das stellt der Tester sehr schön heraus.

    Trotz dieser unverkennbaren Schwächen finde ich das kleine Instrument total faszinierend und den Klang durchaus eigen. Ich habe mich in manche Presets unmittelbar verliebt und finde den Gesamtsound total „musikalisch“. Es ist ein wirklich inspirierendes Gerätchen, und schon beim Durchscrollen der Presets fielen mir gleich ein paar coole Riffs in die Finger. Ich denke nicht, dass der so schnell wieder geht.

    Trotz der Schwächen, von denen einige vielleicht durch ein zukünftiges Firmware-Update auch beseitigt werden können, erkenne ich im Mask1 EX Mk2 ein Instrument mit Charakter. Und das mag ich sehr. 👍 Schön, dass solche „Raubeine“ heute noch gemacht werden.

    Was mich hingegen wirklich nervt, ist das steinzeitliche Display. Ich weiß, es gibt da eine Software für den Rechner, aber come on: Verbaut bitte einfach ordentliche Displays und spart Euch die Software!

    Randnotiz: Bei meinem MK2 ist Midi In/Out auf dem Gerät aufgedruckt, und nicht als Aufkleber aufgeklebt. Und die vermeintlich „stummen“ Presets erklingen, wenn man das Filter aufdreht und/oder Aftertouch bemüht.

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      t-hiho RED

      @UAP Danke, ein paar sehr wertvolle Kommentare hier. V.a. der Aspekt, dass einem sofort kleine musikalische Fetzen durch den Kopf schießen, sobald man durch die Presets (für mich v.a. die zusätzlichen Online-Patches) geht. Aber auch sobald man eigene Sounds from scratch erstellt. Auch diese Errungenschaften oder Spontangebilde inspirieren total zum Loslegen. Immer ne DAW bereit und los gehts! Das kann bei weitem nicht jeder Synth!

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    NONAME

    Ich habe mir den Kodamo vor einiger Zeit selbst gekauft und den Test mit großem Interesse gelesen. Dabei hatte ich jedoch oft den Eindruck dass viele Kritikpunkte weniger echte Schwächen des Instruments betreffen sondern eher Wünsche des Autors nach mehr Funktionen mehr Komplexität und mehr Eingriffsmöglichkeiten. Für mich geht das am Ziel des Geräts vorbei. Ich bin mit dem Mask 1 jedenfalls bei meinem digitalen Traum angekommen. Er bietet Klangwelten die weit über klassisches Filter auf oder zu Sägezahn oder Sinus hinausgehen. Auch mit typischen PPG oder Wavetable Sounds ist er nur bedingt vergleichbar. Der Charakter ist eigenständig leicht altmodisch digital aber sehr lebendig mit klaren 80er Vibes. Besonders beim Layern zeigt er seine Stärke zwei Sounds zusammen ergeben sofort Tiefe und Musikalität genau das begeistert mich. Die Einfachheit sehe ich nicht als Nachteil sondern als Stärke. Ich möchte Musik machen und nicht in Menüs versinken. Viele moderne Synthesizer sind beeindruckend aber oft eher Sounddesign Maschinen für Effekte UFOs oder filmartige Klangkulissen. Das hat seinen Platz aber Musik entsteht für mich dort wo ein Instrument schnell inspiriert und musikalisch funktioniert. Der Mask 1 erfüllt genau das. Er ist bewusst reduziert ohne banal zu sein und dadurch direkt spielbar. Nicht alles muss komplexer und größer werden. Mit dem Waldorf Protein ist er nur schwer zu vergleichen auch wenn es Überschneidungen gibt. Am besten hat man beide

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      t-hiho RED

      @NONAME Danke für diese Aspekte. Das mag durchaus stimmen, ja, ich wünsche mir ein paar mehr Features. Das Ganze darf aber auf keinen Fall komplizierter werden, das sehe ich ganz genauso. Eigentlich wünsche ich mir primär eine etwas feinere Auflösung mancher (!) Parameter und die Überarbeitung der Presets zur Vermeidung der leider gut hörbaren ungewollten Verzerrungen. Das Gerät soll und muss Spaß machen und niederschwellig bleiben, es darf kein zweiter Leviasynth oder SY99 werden, was die Komplexität der Möglichkeiten anbelangt.

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    Sontopi

    Ich mag diese Art von Charakter-Synthesizer und kann über die Schwächen (meistens) hinwegsehen. Verzerrungen und Klickgeräusche sind natürlich weniger schön.

  7. Profilbild
    FUJISOUND

    das display kann man evtl auch austauschen wie beim synthstrom deluge. da hat der wechsel ja praktisch eine neue welt eröffnet.

  8. Profilbild
    Mac Abre AHU

    Ich hadere. Ich bin Fan von möglichst vielen unterschiedlichen Synthesen. Der Mask1EX hat eine Synthese, die kein anderer Synth hat. Das macht ihn für mich natürlich interessant. Nur zwei Sterne und vier Plus- gegenüber fünf Minuspunkten lassen mich zweifeln; die Abrissklicks sind dabei für mich eigentlich ein Showstopper. Aber für den Preis kann man nicht allzuviel erwarten.

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