Lohnt sich das Korg Plug-in Bundle?
Wie jedes Jahr, wenn der graue November Einzug hält und das Jahr sich seinem Ende neigt, bringt Korg mit einer neuen Version der Korg Collection Freude in die von vielen Netzteilen gewärmten Stuben Musikschaffender. Wie schon letzte Saison hat Korg auch dieses Jahr mit der Korg Collection 6 die Sammlung an virtuellen Korg- und ARP-Klassikern um weitere drei Instrumente erweitert.
- PS-3300: Hochwertige Emulation eines Vintage-Synthesizers mit enormer klanglicher Tiefe und flexibler Modulation.
- Trinity: Authentische Nachbildung einer Workstation-Legende mit 2000+ Sounds und allen Erweiterungen.
- SGX-2: Realistische Piano-Sounds mit moderner Steuerung bei gleichzeitig geringer CPU-Belastung.
- Preis-Leistung: 299,- Euro für 19 Plug-ins ist fair – Updates für Bestandskunden besonders attraktiv.
Inhaltsverzeichnis
Korg Collection 6 Software Synthesizer Bundle
Was ist neu?
Die Neuzugänge 2026 in der Korg Collection 6 sind virtuelle Nachbauten von Korg Trinity, PS-3300 und SGX-2.
Die Korg Trinity kam 1995 auf den Markt und war die Vorgängerin der rund vier Jahre später folgenden Korg Triton-Serie, die ja bereits als virtuelle Instrumente in der Korg Collection enthalten ist. Mit dem PS-3300 bringt Korg nach dem miniKORG 700S einen weiteren Meilenstein aus der Frühzeit der Entwicklung von Korg als detailgetreue virtuelle Nachbildung auf den Markt. Wie beim miniKORG 700S folgt auch beim PS-3300 das Plug-in auf eine Neuauflage der Hardware – nur ist ein PS-3300 ein ganz anderes Kaliber in puncto Umfang und Möglichkeiten, vergleichbar mit dem virtuellen ARP 2600, den Korg in der Korg Collection 5 ins Rennen schickte.
SGX-2 schließlich ist eine Eins-zu-eins-Umsetzung der Premium-Piano-Engine aus den Kronos- und Nautilus-Workstations, die noch immer als Hardware erhältlich sind. Korg schneidet quasi ein Filetstückchen aus seinen aktuellen Workstations heraus und transferiert dieses auf den heimischen PC oder Mac.
Installation
Zur Installation der Korg Collection 6 nur ein kurzer Absatz: Voraussetzung ist das Anlegen einer KORG-ID, also eines User-Accounts. Von diesem Account aus kann die gekaufte Software in Form von einzelnen Installern heruntergeladen oder bequem über die Korg-Software-Pass-Software installiert und aktiviert werden. Die Autorisierung kann auch offline erfolgen, man benötigt dann jedoch einen zweiten Rechner mit Internetanschluss oder ein Smartphone. Bei manchen Plug-ins wird nach dem ersten Start noch ein Datenpaket nachgeladen – ganz offline geht also nicht immer.
Korg Trinity
Die 1995 erschienene Korg Trinity als Nachfolger des Korg M1 zu bezeichnen, würde der Sache nicht gerecht werden. In coolem Silber gehalten, ausgestattet mit einem Touchscreen und einer 16-Bit/48 kHz PCM-Klangerzeugung, war die Trinity ein technischer Meilenstein und der Urvater der folgenden Korg-Workstations Triton, OASYS, Kronos und Nautilus. Zum 30. Jahrestag des Erscheinens hat Korg die Trinity als virtuelles Instrument neu aufgelegt – inklusive detailgetreuer Nachbildung der ACCESS-Klangerzeugung und des Klangverhaltens der originalen D/A-Converter sowie inklusive aller vier im Lauf der Zeit erschienenen PCM-Sample-Erweiterungen wie auch der zusätzlich in der Rack-Version TR-Rack enthaltenen Samples. Das Paket umfasst insgesamt über 2000 Combinations und Programs.
GUI
Öffnet man das Plug-in, so landet man auf der Basic-Page. Die Grafik ist in stylishem Silber/Grau/Blau gehalten. Bei der Formensprache der Grafik hat man zum Glück nicht versucht, das Display der originalen Trinity mit nur 320 × 240 Pixeln Auflösung zu imitieren. Alles ist modern und aufgeräumt und erinnert an das GUI des Korg Multi/Poli-Native-Plug-ins.
Links oben neben dem Korg-Logo befindet sich der Wahlschalter für den Combi- oder Program-Mode. Im Combi-Mode können bis zu acht Einzelprogramme gelayert oder gesplittet und in Kombination mit bis zu acht Insert- sowie zwei Mastereffekten abgespeichert werden. Im Gegensatz dazu wird im Program-Mode lediglich ein Single-Programm abgespielt.
Direkt unter der Kopfzeile mit dem Patch-Selector befinden sich acht Kästchen mit den möglichen acht gleichzeitig spielbaren Programs. Diese können hier schnell angewählt, solo geschaltet, stummgeschaltet und in der Lautstärke angepasst werden.
Darunter, in der nächsten Spalte, kann man die einzelnen Pages der virtuellen Trinity aufrufen. Standardmäßig befindet man sich in der Easy-Edit-Page, wo die wichtigsten Syntheseparameter des angewählten Programms schnell angepasst werden können. In die Tiefe gelangt man über die Anwahl der Oszillator-, Pitch- und Filter-Pages, weiterhin gibt es Subpages für Settings, MIDI, Zones, FX-Routings und FX-Edit.
Die acht internen Effekte und die Mastereffekte sowie der Master-EQ können ebenfalls auf der Easy-Page ausgewählt und zugemischt werden.
Presets & Synthese
Die über 2000 Presets werden über einen umfangreichen Sound-Browser verwaltet, bei dem dank Filterung über Kategorien und Soundcharakter in Verbindung mit Favoriten und Textsuche eigentlich keine Wünsche offenbleiben. Das Ganze ist ungleich komfortabler als auf der originalen Hardware.
Die ACCESS-Synthese selbst ist einfach aufgebaut, aber effektiv. Basis eines Klanges bilden PCM-Samples, die durch ein digitales, resonanzfähiges Hoch-, Tief- und Bandpassfilter geschickt werden. Die Klangqualität des Filters war zur Zeit des Erscheinens absolut top – nicht wenige Musiker befinden es sogar als besser als das digitale Filter des Nachfolgers Triton. Dazu gibt es alle weiteren wichtigen Zutaten eines vollständigen Synthesizers wie LFOs, Hüllkurven und eine Modulationsmatrix.
Jeder Oszillator umfasst zwei Slots für Samples – High und Low –, die per Anschlagsdynamik umgeschaltet werden können. Alternativ zu den beiden Oszillatoren kann ein Drum-Kit die Basis der Klangerzeugung bilden. Bei diesem Oszillatortyp werden Drum-Samples über die Tastatur verteilt. Samples können exklusiven Gruppen zugeordnet werden. SSamples einer Gruppe sind immer monophon und können nicht gleichzeitig abgespielt werden – ein klassischer Anwendungsfall wäre Closed- und Open-HiHat. Jedem Sample eines Drumkits können Lautstärke und Panorama zugewiesen werden, die Sends der zwei globalen Effekte sind ebenfalls pro Sample zuweisbar. Auch bei den Drum-Samples eines Drum-Kits sind jeweils ein High- und Low-Sample per Velocity-Switch schaltbar.
Bezüglich der Stimmung lassen sich die Oszillatoren grob- und feinstimmen und es stehen diverse Preset-Skalen samt Möglichkeit zur Erstellung von User-Scales bereit. Die Tonhöhe der Samples kann über eine Pitch-Envelope sowie über LFO1 und LFO2 moduliert werden.
Die zwei digitalen Low-, High- oder Bandpassfilter der Trinity können jeweils einem der beiden Oszillatoren separat oder gemeinsam zugewiesen werden. Sie lassen sich wahlweise parallel oder in Serie schalten. Als Modulationsquellen stehen eine dedizierte Filterhüllkurve sowie die beiden LFOs zur Verfügung.
Final ist für jeden der beiden Oszillatoren eine eigene, fix zugewiesene Lautstärkehüllkurve vorgesehen, auch Keytracking kann die Lautstärke beeinflussen.
In den rechts abrufbaren Pages, die nicht unmittelbar der Klangerzeugung zugeordnet sind, können die einzelnen Layer im Panorama bearbeitet, Skalen zugeordnet, gegeneinander verstimmt und vieles mehr vorgenommen werden. Auch können den Layern verschiedene MIDI-Kanäle zugewiesen werden, wodurch das Trinity Plug-in auch multitimbral eingesetzt werden kann. Mehr in Richtung Live-Anwendung zielen die Möglichkeiten, Tastatur- und Velocity-Zonen zuzuordnen – es lassen sich damit aber auch sehr dynamisch spielbare Soundlandschaften kreieren.
Soweit die umfangreichen Möglichkeiten, die vor 30 Jahren High-End waren, möglichst straff zusammengefasst.
Trinity als Plug-in: Wer braucht es?
Kommen wir zum Nutzungsszenario 2025. Die Akustik-Samples sind 2025 nicht mehr zeitgemäß – die Trinity kann keiner modernen Sample-Library auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Anders sieht die Sache bei der Verwendung als Synthesizer aus: Durch die Möglichkeit, bis zu acht Patches zu kombinieren, lassen sich breite, druckvolle und abwechslungsreiche Klänge erstellen – die mitgelieferte Library demonstriert das eindrucksvoll.
Mangels Trinity oder TR-Rack im Studio konnte ich keinen A/B-Vergleich anstellen, doch im Vergleich mit dem Triton Rack oder OASYS schneidet das Plug-in überzeugend ab. Man bekommt den Korg-Sound der 90er, der sich auch sehr gut mit aktuellen Klangerzeugern – egal ob Hard- oder Software – mischen lässt. Auch für Besitzer und Fans der Hardware ist die virtuelle Trinity interessant, denn es sind alle PCM-Erweiterungen und die zusätzlichen PCM-Samples des TR-Rack enthalten. Man hat somit ein überkomplettes digitales Komplett-Backup.
KORG PS-3300
Vom originalen Korg PS-3300 wurden zwischen 1977 und 1981 nur ca. 50 Stück gebaut. Auf der Superbooth 2024 wurde die unter Entwickler Fumio Mieda entwickelte Neuauflage präsentiert, die mit ca. 15.000 Euro Anschaffungspreis für die meisten nur ein Traum bleiben wird – abgesehen davon, dass die erste Charge ohnehin sehr schnell ausverkauft war. Korg hat dieses mächtig klingende und im Original mit 144 (!) Stimmen vollpolyphone Instrument virtuell als Plug-in nachgebaut.

Die komplexe Bedienoberfläche des Korg PS-3300. Drei Polyphone Synthesizer mit je einem Oszillator, PWM, Resonator, Filter, Hüllkurven, LFOs und der Möglichkeit, jeden Halbton der Oktave feinzustimmen. In Hardware eine Materialschlacht der Sonderklasse, in Software immer noch sehr beeindruckend.
Der PS-3300 war auch abgesehen von den 144 Stimmen unkonventionell und seiner Zeit voraus: Er verfügte über ein ungewöhnliches Filterdesign, Oktav-Divider-Oszillatoren, sehr charakteristische Hüllkurven, unkonventionelle Modulationsmöglichkeiten, ein 3-Layer-Design und ein semi-modulares Patch-Panel. Seine e-Band-Resonatoren konnten nicht nur zur Erzeugung von Vocal- und Saitenklängen, sondern auch zur Erzeugung von Phaser-, Wah- und anderen dynamischen Effekten eingesetzt werden.
Korg hat das Original laut eigenen Angaben mithilfe von Komponentenmodellierung detailgetreu nachgebaut, das Plug-in jedoch auch um zusätzliche Optionen erweitert. So kann die Filtercharakteristik vom eher sanften PS-3300 auf das aggressivere MS20-Filter umgeschaltet werden. Es sind separate Hüllkurven für Filter und Amp möglich, die sich von der Charakteristik des PS-3300 auf moderne exponentielle oder logarithmische Verläufe umschalten lassen.
Weiterhin ergänzt wurden zusätzliche Modulationsprozessoren wie Multiplier, Attenuator und LAG-Prozessoren sowie zusätzliche LFOs. Die drei Layer des Synths lassen sich im Panorama verteilen, die Panoramaposition ist modulierbar. Ergänzend dazu wurde der Ensemble-Effekt des PS-3100 und PS-3200 nachmodelliert und implementiert. All das ist natürlich über die DAW automatisierbar und auf Wunsch stets temposynchron.
Die Möglichkeiten des Instruments wirken zunächst erschlagend – nach einer kurzen Einarbeitungszeit kommt man jedoch gut zurecht und hat den Signalfluss verinnerlicht. Das virtuelle Patchen kommt dann noch obendrauf, ist für die Grundfunktionalität jedoch nicht erforderlich. Die Werks-Library zeigt die Möglichkeiten des Plug-ins gut auf, ist allerdings nicht sonderlich umfangreich.
Die Sounds lassen sich mit drei Insert-FX-Slots veredeln – 31 Effektalgorithmen stehen zur Verfügung. Der virtuelle PS-3300 klingt sehr gut und ist neben dem ARP 2600, dem Prophecy und dem miniKORG 700S mein persönliches Highlight der Korg Collection. Die aufwändige Modellierung und die theoretisch mögliche hohe Stimmenzahl erfordern allerdings entsprechende Rechenleistung.
Korg SGX-2
Der letzte Neuzugang in der Korg Collection 6 ist das Korg SGX-2 Piano-Plug-in. Vier Konzertflügel und ein Klavier deutscher, italienischer und japanischer Herkunft (die Herstellernamen wurden wohl aus Lizenzgründen nicht genannt) wurden aufwändig gesampelt. Die Klangprogramme lassen sich mit verschiedenen Parametern anpassen – ähnlich wie bei Spectrasonics Keyscape.
Über die Einstellung der Deckelposition, die Wahl der Abhörposition (aus Sicht des Spielers oder des Publikums), die Anpassung des dynamischen Verhaltens sowie des Resonanz- und Dämpfungsverhaltens und die Mischung mechanischer Geräuschanteile lassen sich die Patches individuell gestalten. Die Klangqualität ist dabei gut bis sehr gut und vergleichbar mit der von Spectrasonics Keyscape. Die SGX-2-Engine kommt auch in den Korg Workstations Kronos und Nautilus zum Einsatz. Vom Ressourcenverbrauch her zeigt sich das Plug-in erfreulich genügsam.
Korg Collection 6: Zusammenfassung
Die Neuzugänge 2025 erweitern die Korg Collection 6 sinnvoll. Die PS-3300-Emulation ist dabei neben dem ARP 2600 der beste Synthesizer bisher und spielt klanglich ganz oben mit. Die umfangreiche Umsetzung benötigt allerdings einiges an Rechenleistung. Das SGX-2-Plug-in bringt gut klingende und dynamisch spielbare Klaviersounds auf den Rechner und das Trinity-Plug-in liefert digitale Workstation-Sounds der 90er – in Masse und Klasse.
Der Einführungspreis von 299,- Euro für 19 Plug-ins ist dabei attraktiv – die Plug-ins sind auch einzeln erhältlich.
Zukunftsaussichten
Korg arbeitet seinen Back-Katalog konsequent auf. Was kann man sich da für die Zukunft erwarten? DW-8000, DSS-1, OASYS, Karma, Z1, MS-2000, Radias – es gäbe noch einige Highlights, die ich mir wünschen würde. Karma, OASYS und Kronos beinhalten die von Stephen Kay lizenzierte Karma-MIDI-Engine, die nicht mehr im Nautilus übernommen wurde.
Es ist fraglich, ob Korg für Plug-ins erneut Karma lizenzieren möchte oder kann. Begrüßen würde ich es, da Karma sehr spannende musikalische Ergebnisse liefern kann. Z1 und Radias hingegen sollten machbar sein – den Prophecy hat Korg schließlich auch sehr überzeugend portiert, sogar mit der Möglichkeit, diesen polyphon spielen zu können. Es bleibt spannend. Bis dahin kann man mit der Korg Collection 6 viel Spaß haben – und Musik machen.
Alternativen
Neben dem Einzelkauf der neuen Plug-ins der Korg Collection 6 stellt sich natürlich die Frage nach Alternativen zu den neuen Plug-ins. Vorweg: Wer auf die digitalen Emulationen der digitalen Korg Instrumente aus ist, sollte zur Korg Collection 6 greifen. Zu einzelnen Produkten aus der Korg Collection 6 gibt es aber durchaus Alternativen:
Cherry Audio PS-3300
Cherry Audio bietet mit dem Cherry Audio PS-3300 einen überzeugenden Nachbau des Korg PS-3300, die darüber hinaus noch sehr günstig ist. Einen Test zum Cherry Audio PS-3300 findest du hier.
Arturia V Collection 11
Auch für einige andere Synthesizer aus der Korg Collection 6 gibt es natürlich Alternativen, zum Beispiel bei Arturia, Cherry Audio und anderen. So ist zum Beispiel in der Arturia V Collection 11 sowohl ein Korg MS20 als auch ein ARP 2600 enthalten sowie eine VOX Continental Orgel. Insgesamt gibt es mehr Produkte, aber auch einen deutlich höheren Preis.






































Ich habe mir die Collection letztes Jahr gekauft. Eigentlich nur, weil ich die Original-Sounds vom M1 haben wollte. Der Rest ist für mich Bonus. Ich finde es allerdings auch sehr schön ein Plugin zu haben, der alles mit einem „alten Charakter“ zur Verfügung stellt inklusive gelayerten Multi-Instrumenten.
Nachdem wir Jahre Lang versucht haben mittels Sample-Librarys immer realistischere Klänge hinzubekommen, sind wir jetzt vernarrt darin möglichst alte Klänge wieder zu bekommen. Verrückt ist das. Aber man merkt schon – gerade beim M1 – sehr häufig, dass man einen Sound anwählt und gleich ein Lied von damals im Kopf hat. Dadurch entstand eben der Sound der damaligen Zeit. Sowas bekommt man heute nicht mehr hin, weil es halt JEDEN Sound gibt und nicht nur „ein paar herausragende“ wie früher mal, wo ein Gerät manchmal nur 128 Sounds haben konnte.
Bei der Korg-Collection ist aber halt auch vieles drin, was man u.U. bereits von anderen Anbietern hat. Wobei sie hier doch wieder ein wenig anders klingen. Zu Kritisieren sei allerdings häufig die altbackene Oberfläche und die nicht sehr Intuitive Bedienung, gerade beim M1, den ich halt am meisten nutze.
@Andreas Es sind halt diese Sounds einer Generation, die ausgiebig von Presets Gebrauch gemacht hat: D50, DX-7 und M1 sind stilübergreifend auf so extrem vielen Aufnahmen zu hören. Das sind aber nur die Presets, die jeder kennt, weil diese Instrumente weit verbreitet waren und auch von vielen Hobby-Musikern live gespielt wurden.
Die Presets aus Kurzweil K250, Fairlight und Synclavier kennen hingegen nur deutlich weniger Musiker, weil sich die Instrumente kaum jemand leisten konnte. Kurze Zeit später waren es dann die Samples (und später Presets aus den ROMplern) von E-MU, die schon wieder deutlich weiter verbreitet waren, weil die Instrumente günstiger waren. Die waren in den 90ern in den Charts in jedem Song zu hören.
Ich glaube, dass diese Plug-ins deshalb heute einen so großen Reiz ausüben, obwohl es diese Presets als Samples schon seit Jahrzehnten zu kaufen gibt oder sogar kostenlos als SoundFont zum Download. Am Ende schraubt man dann doch nicht am Plug-in, sondern lädt nur das Preset und schwelgt in Erinnerungen. D50 Staccato Heaven findet man bis heute in jedem Schlager abseits von Ballermann-Hits.
@Markus Galla Danke für die Aufklärung über das Staccato Heaven. Wusste ich noch nicht und mich interessiert schon immer, woher die typischen Schlagersounds stammen. Beim reinhören hatte ich sofort Amigos, Fantasy oder die Schlagerpiloten im Kopf. Welch ein Klassiker!
@Filterpad Staccato Heaven ist für viele Schlager das, was in den 90ern das M1 Piano oder Lately Bass vom DX100 für viele Dance Hits war.
@Filterpad Trinity: Breath of Life, Fresh Air, Ensemble Bell, Tine Pad, Alto Breath
Die kalte Lady – catch – klingt da wundervoll.
Roland bin ich aber verfallen, so sage ich es einmal.
Aber als Contrast – auch M1 – passt es, so jedenfalls für mich, gut.
Staccato Heaven liebe ich immer noch, aber ich meine im D-50 klingt
der Patch totall anders, wie im 2080er da sind andere Elements, ich meine mich erinnern zu können, auf 4 Teilklänge gestackt.
freundlicher Gruß an Dich🙂
@Viertelnote Der Virtuelle D-50 von Roland klingt SEHR authentisch, gerade eben für eine Produktion die Patches wieder durchgesteppt, die Sounds sind für immer auf meiner internen Festplatte eingebrannt und sie haben immer noch ihre Gültigkeit, einfach weltklasse was Roland und Eric Persing damals produziert haben. Omnisphere 3 überführt viele dieser Sounds ins Heute.
@toneup Danke für Deine Antwort🙂
Die Klassiker eben … wie bei den Blockbustern
schaut man immer wieder / Movie. Und wenn die Gänsehaut
immer wieder kommt, und Atem noch weg bleibt, dann hat es voll
eingeschlagen. So empfinde ich es
@Filterpad Flippers nicht vergessen😉
@Viertelnote Ja, sehr gut erkannt! Besonders bei „Mona Lisa“ zu Beginn deutlich zu hören. […] Ich hab‘ heute Nacht einen Engel geseh’n, Mooooonaaa Liiiiissaaa, Mooooonaaaa Liiiiissssaaaa…. sehr typisch.
@Filterpad Das Album: Nur für Dich (1988) Typ D-50
Nur diese Snare zb. St. Tropez krieg ich nicht raus, woher die
ist. So wie ich meine, könnte es etwa eine high getunte Linn Snare sein? Aber ist nicht wichtig.
Sonst 80s stark produziert
@Markus Galla
>[…] Am Ende schraubt man dann doch nicht am Plug-in, sondern lädt nur das Preset und schwelgt in Erinnerungen. […]
Völlig Off Topic:
Ich nicht. 😀
Genau genommen hängen mit das »berühmte« Klavier und die Orgel der M1 echt (sorry) zum Hals heraus.
Bisserl mehr On Topic:
Seitdem ihr (Amazona) damals das Interview mit Basicnoise gemacht habt, und in der Catchline steht »Wer eine M1 programmieren kann, kann auch den Octatrack bedienen«, bin ich geradezu vernarrt darin, die M1 mal wieder ausgiebig in eigenen Produktionen zu verwenden (hier: das Original). Und zwar mit eigenen Sounds. Ich bin mir relativ sicher, dass man bei den meisten Sounds nicht erraten kann, dass diese von der M1 kämen (Beweis steht natürlich noch offen). Auch der ebenfalls von mir hochverehrte Franz Kreimer hat so etwas bei der Vorstellung der M1 gesagt. Ja, wie gesagt: Ich bin da total scharf drauf. Das Ganze wird dann mal ein komplettes Album nur mit Korg-Synthesizerm; also die, die ich hier stehen habe (M1, 01R/W, EX8000, M2000R und Z1).
@Flowwater Ich glaube dennoch, dass die Mehrzahl der Käufer dieses Plug-ins nicht einen Sound selbst erstellen, sondern aus Nostalgiegründen und der Presets wegen. Franz benutzt aber die Hardware M1.
@Markus Galla viele Sounds abgenutzt, aber man verwendet sie immer wieder.
Abhängigkeit oder Sucht?😉 Was sich stabil zeigt, ändert man wohl nicht…
@Viertelnote < " Was sich stabil zeigt,...">
Da hast Du wohl Recht…!
Ich finde, solche Sachen wie Staccato Heaven, M-1 Piano, DX-Rhodes oder Hoover sind Sounds, die sich nicht unbedingt abnutzen, aber durchaus einen Wiedererkennungswert haben. Kommt ja auch immer ein bisschen darauf an, wie „inflationär“ sie eingesetzt werden…
Eine Strat ist eine Strat, seit etlichen Dekaden, Flügel, Violine, Posaune tlw. seit Jahrhunderten, und es hört nicht auf…!
Es gibt heute wohl zigtausende von guten Sounds, ob Presets oder Selbstgestricktes. Da ist viel Universelles dabei.
Wenn es passt, und man es vernünftig einsetzt, spricht ja nix dagegen…
@Andreas Die Bedienkonzepte aus vergangenen Tagen photorealistisch nachzubauen samt all den Beschränkungen die es eben damals auch gab halte ich ebenfalls für hinterfragenswert. Das M1 Plugin hat aber auch bereits einige Jahre auf dem Buckel, nämlich 20 (!). Es ist eigentlich auch bereits Vintage. Korg hat sich von diesem Paradigma aber erfreulicher Weise gelöst, gerade das Trinity Plugin zeigt das sehr schön, weil es ein modernes Userinterface bietet, das nur im Kopf- und Fußbereich mit Materialität oder neben dem Keyboard mit einer Nachbildung des charakteristischen Pitchbenders samt darunter liegendem Ribbon die damalige Designsprache zitiert, der Parameterpages sind klar und modern, in der Formensprache ident mit dem Multipoly Plugin.
@Andreas das perfekte finde ich etwas langweilig.
ein Grund für den Reiz von Lofi.
früher waren 12 Bit Sampler günstig, jetzt 16 Bit Sampler. 😎
der Waldorf Protein hat auch wieder 8 Bit waves vom ersten microwave..😊🤘
@Andreas Boahh, ich weiß nicht…? wir hatten Anfang der 90iger den 01/w und schon damals ging mir der „schlechte“ Sound auf die Ohrmuschel.
Aber…interessant, wie halt auch immer, wie andere das sehen
Hallo Andreas,
schön, dass du die Korg Collection 6 vorstellst. Mir ging es wie dir. Erst wollte ich nur die M1 Sounds (alle Expansion Cards sind im Umfang enthalten!), dann habe ich auch die Wavestation als PlugIn gekauft und jetzt würde ich glatt die ganze Collection 6 kaufen, aber sie kostet im Korg Shop 399$.
M.E. alles grundsolide PlugIns, sehr gute und auch heute zeitgemäße Sounds, die man schnell und umfassend tweaken kann. So kann man eine Ära an tollen Synthesizern virtuell behalten.
Heute Abend muss ich unbedingt den M1 und die Wavestation hören. Danke für den Reminder! 🙂
@LeHubs Hi, bzgl. 399 >> in Deinem Korg Account sollte es einen Ordner „Offers from Korg“ geben – vielleicht liegt da ja ein Coupon drin (https://id.korg.com/users/codes).
Zu den Minuspunkten gehört meiner Meinung nach die Tatsache, dass kein einziger Synth der Korg Collection sysexkompatibel zu den Hardwareversionen ist. Egal, wie sehr man sich verrenkt, es ist kein Austausch der Patches zwischen Hard- und Software möglich. Das ist genau der Grund, aus dem ich die Collection nicht besitze. Bei Modwave, Opsix und Wavestate ging es doch auch, warum nicht in der Collection?
@Mac Abre Also bei der Wavestation hat das funktioniert. Ich hab alle meine Sounds aus der EX übertragen können. Auch von der Speicherkarte. Seit dem steht die Hardware in der Abstellkammer. Ich glaube aber ich musste die Bänke ein wenig anpassen, da die Anzahl bzw. Struktur in der EX etwas anders ist, als im Plugin. Das dürfte aber auch bei der Hardware der Fall gewesen sein, wenn man Performances mit Patches aus unterschiedlichen Bänken z.B. von der EX auf eine SR übertragen wollte.
@jan1973 Das ist doch schön. Vielleicht ist es ja möglich für sysexfähige Synths und Synths mit einem externen Speichermedium einen Konverter zu basteln.
Danke für die Info.
Ich hatte die anderslautende Info aus erster Hand (vom Korg-Support). Das ist wohl die offizielle Aussage.
@Mac Abre „Ich hatte die anderslautende Info aus erster Hand (vom Korg-Support). Das ist wohl die offizielle Aussage.“
Vielleicht meinten die den Empfang von Sysex per MIDI. Das Plugin kann Sysex-Dateien lesen und das geht dann über das File-Menü und Import.
Das andere hab ich nicht probiert.
@jan1973 Nope, sie meinten jeglichen Austausch, auch per Karte, Diskette oder sonstigem. Denn ich habe explizit sowohl nach der SysEx-Kompatibilität als auch nach der Austauschbarkeit über externe Medien gefragt.
vom Grund her gesagt, wer am PC mit Software arbeitet, kann
hier zufrieden und glücklich sein. Man bekommt sehr viel
als Gegenwert und, so ich der Meinung bin, auch eine Zeitreise incl.
Die Sounds der Trinity würde ich aber dennoch
am Original spielen. Die gute Tastatur, RibbonController und
der Touchscreen, so man 1995 bedenkt, sind großartig.
Eine silberne Schönheit😍kühle Verführerin
freundlichst netter Gruß🙂
@Viertelnote Ich habe aus verschiedenen Gründen gerade mal im Korg-Shop nach dem M1-PlugIn gesehen. Das enthält nicht nur die originalen Sounds, sondern auch die aller M1-Karten, die man kaufen kann (19 Stück) und damit auch die zugehörigen Wellenformen, und außerdem die Sounds der M1EX, die es ja auch noch gab, und die der T-Serie (die quasie aufgebohrte M1 waren). Die Website spricht von 33.000 Presets … nur für die M1. (schluck) 😲
Alleine der Demo-Song, den man im Shop von Korg bei dem M1-PlugIn hören kann … das ist schon der Hammer.
Ich habe nicht nachgesehen, aber ich kann mir vorstellen, dass das beim Trinity-PlugIn ähnlich ausufernd ist. 😄
@Flowwater Steht im Testbericht:
Bei der Trinity sind alle PCM-Sample-Erweiterungen mit dabei.
Und für den/die/das Triton habe ich den Testbericht der Korg Collection auch so in Erinnerung.
@Flowwater So viel zum Thema »selektives Testbericht lesen«! 🙄😁
@Flowwater Korg Trinity habe ich im Karton kartoniert. Aufgefallen ist mir aber, die Effekte, anders als beim Triton, klingen lebendiger. Einbildung? oder sind die Effekte
16bit / 24bit unterschiedlich? Kann jemand das bestätigen? Weil läuft vieles über
Feenstaub und oft will man ja auch was hören, was gar nicht so da ist.🙄
Würde mich interessieren.
PS: Frage geht an alle die es wissen oder mir so sagen können.
Danke🙂
@Viertelnote „Die Sounds der Trinity würde ich aber dennoch
am Original spielen. Die gute Tastatur, RibbonController und
der Touchscreen, so man 1995 bedenkt, sind großartig.
Eine silberne Schönheit😍kühle Verführerin“
Cool! Hintergrund: ich bin mittlerweile (seit über 15 Jahren) komplett nativ unterwegs. Was Du aber schreibst, erfreut mich auch immer noch. Trotz alledem bleibt vieles der Software verwehrt oder wird einfach nicht umgesetzt. Ich überlege immer noch, meinen E-Mu Ultra zu reaktivieren. Die Filter bekommste halt nirgends
@schwarzMatt Solo / Plus Version gefällt mir aber überhaupt nicht. Etwa wie Bubble Gum. Aber wir
reden ja auch von 1995?
War da früher nicht mal der Polysix/MonoPoly dabei?
Die Modellingkameraden wären toll…bekäme die CPU auch mal was zu tun…oder vielleicht sogar mit CUDA auf einer Nvidia RTX? (*träum*)
Die Trinity ist von mir hoch geschätzt. Aber in so ner Softwareversion seh ich das nicht. Das herausragnde Feature ist für mich immer noch die Gelungene Bedienung des Touchscreens.
Da Danek ich jedes mal dran, wenn ich mit tränenden Augen vor modernen Touchscreen stehe und sehe, wie SCHLECHT man das Programmieren kann.
…schlußendlich sind 300 Stutz ja schon ambitioniert. Als gäbs da nicht schickere Pakete anderer Anbieter.
@dAS hEIKO Polysix und Mono/Poly sind nach wie vor dabei und diese jeweils als Version 2, also klanglich verbessert gegenüber den ursprünglichen in die Jahre gekommenen Emulationen. Gibt es alles als Testversion um sich ein Bild zu machen.
@toneup Übrihens: Lieben Dank für den Test!!😘
Ich finds MEGA, dass da ein Anbieter sein Erbe nicht brach liegen lässt und das Feld dann anderen überlasst! Korg war da schon immer weit vorne.
Und nein, ich bin halt auch kein Freund von Abos. Ich will und kann das nicht verteufeln, mein Eindruck bei Roland und Co. war aber auch immer der, dass sich das Angebot an Profis richtet.
Meine Einschätzung: bei Korg kannste einsteigen wannde willst, Du liegst richtig.
Steht irgendwo etwas zum benötigten Speicherplatz? Die Bibliotheken kann man vermutlich auslagern?
@Unimoog Für die gesamte Kollektion werden lt. Homepage 25 GB Speicherplatz angegeben, per default liegen die Daten unter • macOS: /Users/Shared/KORG/SGX-2/System
• Windows: \Users\Public\Public Documents\KORG\/SGX-2/\System
Sie können aber im Zuge des Installationsprozesses überall, also auch auch auf externen Laufwerken abgelegt werden (die File Locations sind dem SGX-2 Manual entnommen, das ja auch auf Samples basiert)
Danke wieder für den Kasten🙂
Ich habe alle, die es für iOS gibt gekauft. Manchmal bin ich versucht, die Kollektion zu kaufen, aber von den neueren Synths, die nur in der Kollektion für Desktops sind, gefällt mir nur der Prophecy. Ansonsten sind meine Favs Odyssey, Wavestation, MonoPoly, MS-20. In dieser Reihenfolge.
Dem Vergleich SGX-2 vs Keyscape kann ich so leider nicht zustimmen. Ich bin mit dem SGX-2 nach einigem Spielen leider sehr schnell aufeine mangelnde Anzahl an Velocity-Layern gestoßen. Und einmal so festgestellt konnte ich dann auch nicht mehr weghören. Leider. Der Yamaha Flügel in Keyscape ist da ein ganz anderes Kaliber.
Ich konnte nicht herausfinden, ob die Trinity Erweiterung PBS-TRI bei der virtuellen Version auch dabei ist. Falls nicht, wäre das wirklich schade. Mit dieser kann man nämlich eigene Samples laden, darunter welche im Akai Format, was den virtuellen Trinity erheblich erweitern würde. Denn gerade das Trinity Filter ist ziemlich cool, ich finde es besser als das im Triton. Mit Samples heutiger Produktionskenntnisse würde das den Trinity neben seiner 90er Jahre Charakteristik ins Heute wuchten.