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Test: Korg DS-10


Der Pocket-Synth

Es gab viele Previews, Spekulationen und mächtig Hype um das Modul. Zeit also, für den ersten Hands-On Test über die zunächst nur in Japan erhältliche Vertriebsversion.
Das Programm wurde in englisch gehalten, das Handbuch gibt es derzeit nur in der japanischen Version.

Zum Releasetag am 10. Oktober 2008 wurde der Artikel nachmals aktualisiert.

Der Nintendo DS-Lite mit Korg DS-10 Modul. (Klicken zum Vergrößern)

Der Nintendo DS-Lite mit Korg DS-10 Modul. (Klicken zum Vergrößern)

Dass heutzutage große Klänge aus kleinen Geräten kommen, sollte eigentlich niemanden mehr wirklich beeindrucken. Und die Entwicklung ist weder aufzuhalten noch wegzudenken. Ein nächster Schritt sind Emulationen, manchmal auch Neuerfindungen von Hardware. Emulationen haben den Vorteil, dass sie nahezu plattformunabhängig und portabler sind. Portabler, sowohl was die Laufzeitumgebungen betrifft, als auch den Volumenbedarf in der Jackentasche. An dieser Stelle werden einige Taktilisten vielleicht schon die Nase rümpfen und nach der Bedienungsergononomie, dem greifbaren Spass bei der Anwendung der Emulation fragen. Womit sie natürlich vollkommen recht haben. Eine Maus als Eingabeinterface ist einfach nicht sexy! Wie sieht es aber mit einem Touchscreen oder Stift aus?
Der Nintendo DS Lite macht da schon eine ganz gute Figur. „Betouched“ man das drucksensitive LCD mit den Fingern, kommt das älteste Werkzeug der Menschheit zum Einsatz und mit dem Stift das wichtigste. Die Interaktion findet auch tatsächlich dort statt, wo das Bedienelement berührt wird. Die taktile Rückmeldung lässt zwar immer noch zu wünschen übrig, aber wir sollten auch nicht vergessen, dass dieser Test auf der Basis einer Spielekonsole stattfindet. Womit wir schon beim nächsten wichtigen Punkt dieses Tests wären: Wie klingt der DS-10?

Da wir es hier laut Vertrieb mit einer Simulation und nicht mit einer Emulation der legendären Korg Hardware MS-10 und SQ-10 zu tun haben und die DACs des Nintendo DS auch keinen Highend-Charakter haben, stellt sich meines Erachtens die Frage von „Analog vs. Virtuell“ erst gar nicht. Immerhin beträgt der Preisunterschied zwischem echten und simuliertem MS-10 + SQ-10 laut Syntacheles Liste rund € 900. Dazu kommt noch das vierspurige Drum-Modul, das AQ Interactive dem DS-10 spendiert hat. Ob einem der Zugewinn an Klangcharakter das Geld fürs Echte wert ist, muß jeder für sich entscheiden. Informativer sind jedoch einige Aussagen darüber, ob der DS-10 auch ohne Referenzen an seine Vorbilder ausreichend Fett und Originalität bieten kann.
Es ist auch festzuhalten, daß die genannte Hardware nur Vorbild des DS-10 ist. Das Modul weicht in seiner Gesamtheit dann doch erheblich von den Originalen ab.

Auch sollte für  die nächsten Seiten im Hinterkopf behalten werden: wo andere Simulanten mit 3GHz QuadCore Prozessoren arbeiten, muß der DS-10 respektive der DS-Lite mit einem ARM946E-S mit 33 MHz und einem ARM7TDMI mit 67 MHz auskommen. Die ARM7T RISC Familie wurde u.a. in den Apple iPods der 4. und 5. Generation verbaut – aber das nur am Rand.

Die zwei Schirme – Grundlagen der Bedienung.

Nintendo DS / KORG DS-10

Nintendo DS-Lite und Korg DS-10 Hands-on

Nintendo DS-Lite und Korg DS-10 Hands-on

Der DS-10 Synthesizer kommt als sogenanntes Slot-1 Modul für die Nintendo DS und DS-Lite Handheld Spielekonsole nach Hause. Das Modul wird einfach in die Öffnung hinten am DS-lite geschoben und die Konsole angeschaltet. Nach dem Bootvorgang zeigt der DS-10 zuerst den Optionsbildschirm an. Hier kann ausgewählt werden, ob der Benutzer lieber alleine spielt oder als Master für bis zu sieben weitere DS-10s arbeitet, die dann alle über WiFi auch synchron laufen. So steht es zumindest im japanischen Handbuch. Ich konnte das wegen des Mangels an weiteren DS-Konsolen leider nicht testen. Aber die DS-10 Expo, das erste von AQ organisierte Künslterltreffen am 26.Oktober in Tokyo wird sicher genug möglichkeiten bieten und wir werden darüber berichten.
Bedient wird der DS-10 ausschließlich mit dem Stift, auch Stylus genannt, der jedem Nintendo DS beiligt. Man kann zwar auch seine Finger benutzen, aber das macht das LCD halt schnell fleckig. Der Benutzer tippt mit dem Stift einfach auf ein Bedienelement der DS-10 Oberfläche oder führt eine intuitive Bewegung für dessen Steuerung aus. Das ist noch einfacher, als es sich hier anhört.

Auf der AQ Interactive Webseite und auf Youtube findet man schon etliche Videos der Previewversion. Das anzusehen kann ich nur empfehlen.

Egal ob der Benutzer im Single- oder Gemeinschafts-Modus arbeitet, er wird nach dem Starten des Moduls immer aufgefordert, einen Song zu laden, bevor er mit dem Editieren beginnen kann. An sich etwas ungewöhnlich, aber der Bildschirm ist tatsächlich dort platziert, wo er am wenigsten beim Komponieren stört.
Ist ein Song geladen, kommt man zu den beiden Hauptbildschirmen des DS-10. Auf dem oberen ist die Übersicht der Signalwege, aus denen der DS-10 aufgebaut ist und auf dem unteren die gerade aufgerufene DS-10 Sektion. Möchte man eine andere Sektion editieren, kann mit den Schultertasten hinten am DS-Lite oder dem „Bildschirmwechseldich“-Button in der oberen rechten Ecke (1) die Signalwegsübersicht auf den Touchscreen geholt und die gewünschte Sektion zum Editieren ausgewählt werden. Ob man Linkshänder oder Rechtshänder ist, lässt sich im Optionmenü des DS-10 festlegen. Das Arbeiten mit den Bildschirmen funktioniert in der Praxis sehr flüssig und ist hervorragend für den Einsatz in überfüllten U-Bahn-Kabinen geeignet. In Japan ist eben Platz sehr wertvoll.

Übersicht des Signalwegs des DS-10. Umschalten zwischen den Screens (1)

Übersicht des Signalwegs des DS-10. Umschalten zwischen den Screens (1)

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    RetroSound

    Das Modul wird sich wie Geschnitten Brot verkaufen…
    Ein cooles Konzept und dazu auch noch Taschengeldkompatibel.

  2. Avatar
    GeschnittenBrot

    Hallo,

    die Exklusivität gilt nur für Japan. Hierzulande kann man sich das Modul über eBay und über play-asia.com besorgen.

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    Markus Schroeder RED

    Hallo, die internationale Erhältlichkeit des DS-10 ändert aber nichts daran, dass alle diese Module bei Amazon Japan gekauft sind. Das sich die Zwischenhändler darauf stürzen war klar.

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    fmq

    Schöner Bericht! Erwähnenswert wäre noch, dass der virtuelle MS 10 eher ein MS 20 „light“ist, da der Original MS 10 weder über 2 Oscillatoren noch über ein Multimodefilter verfügt, das ist schon ein (netter) Unterschied wie ich finde ;)

  5. Profilbild
    Markus Schroeder RED

    Hallo fmq,
    ja allerdings! Leider hätte die zusätzliche Besprechung der beachtlich vielen Unterschiede zwischen dem DS-10 und seinen Vorbildern den (zeitlichen) Umfang des Artikels gesprengt. :)

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    Dieter Herten

    Ich habe mal bei Nintendo Deutschland bzgl. Verfügbarkeit hier nachgefragt. „Kein Kommentar“ war die Antwort. Verstehe das wer will. Erst zeigen Sie den DS-10 auf der Musikmesse, kriegen eine gute Presse und dann gibt es das hier nicht zu kaufen. Komisches Marketing, oder?

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      Frank Palinski

      so wie es zur zeit aussieht wird es in eu und us nicht veröffentlicht. aber falls jemand interesse hat habe ich ein ds-10 im kleinanzeigenmarkt.

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      Markus Schroeder RED

      Mit Bezugnahmen auf die vorigen beiden Kommentare: Neue Infos die Erhältlichkeit betreffend befinden sich auf Seite 6 meine Tests.
      Ab dem 30.9.2008 ist der DS-10 bei amazon.com erhältlich.
      Weiter Updates folgen. :D

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    greg

    moin

    wie sieht es mit dem exportieren aus? bekommt man die tracks als wavs auf den rechner? dann würde es erst interessant werden….finde ich…

    gruß
    g.

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      Markus Schroeder RED

      hallo greg,

      die einzige Möglichkeit die Kompositionen auf den Rechern zu bekommen ist deren Aufnahme vom Audioausgang des Nintendo DS.

      Der DS-Lite hätte mit 2MB Arbeitsspeicher und der fehlenden Möglichkeit Memorysticks zu benutzen auch gar nicht die Möglichkeit die Daten irgendwo zu speichern.

      Grüße :)

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        Michael

        Mensch Leute, jedes Schulkind weiss, dass es Module für die DS gibt. Hierauf lassen sich Daten wie Spiele, Fotos, Filme und eben Musik speichern. Hiermit wird auch die USB-Verbindung zum PC hergestellt. Noch Fragen?!?

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    m.schroeder

    Hallo Michael,
    Mit Bezug auf meinen vorigen Kommentar: Mit Daten meinte ich Audiodaten nicht die Daten, die der DS-10 erzeugt. Sorry für die Unklarheit.
    Die Probleme liegen ganz woanders:
    1. Wenn Du ein DS-10 ROM-Image auf einer „Backup Cart“ (erhältlich bei AMAZON.de) installierst, begehst Du damit, Urheberrechtsverletzung, da die Software dann aus dem Internet stammt.
    2. Ein ROM-Image zu erstellen ist nur legal, wenn du den teuren Aufwand betreibst und ein ROM-Image von deinem eigenen Modul machst. Dabei stehst Du aber immer noch mit einem Bein „unsicher“.
    3. Ganz abgesehen davon, wird das eigentliche Problem damit nicht gelöst: Du hast dann immer noch nur die „Paramenter- und Sequenzerdaten“-Datei im DS-10 Format auf dem Backup-Modul und keinen verlustfreien Audiomixdown der Komposition, was ja die ursprüngliche Problemstellung war.

    Noch zur Erläuterung des „USB“ Port des DS-Lite: der ist nur zum Aufladen des Handheld da. Der USB Port von dem hier die Rede ist, ist auf der Backup Karte.

    Anmerkung:
    Das Betreiben von frei erhältlicher „Homebrew“ Software mit einer Backup Karte stellt, keine rechtlichen Probleme dar, auch wenn es Nintendo nicht passt.
    Noch Fragen? ;)

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      Michael

      Sorry wollte nur helfen.
      Natürlich hast du Recht, aber wenn ich das Original Besitze, habe ich keine Probleme Backups zu verwenden.Von meinen Original Musik-CD`s mache ich auch MP3`s – illegalerweise.
      Der Vorteil beim Verwenden eines Backups auf einer Speicherkarte liegt doch auf der Hand – Speicherplatz zu genüge.

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        Markus Schroeder RED

        Sorry, wenn ich etwas oberlehrerhaft rüberkam! Ich wollte nur deinen Kommentar nicht in die falschen Hälse kommen lassen.
        :)

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        U.H.

        Entschuldigt, dass ich noch mal so unwissend nachfrage, aber ich würde tatsächlich gern das DS-Lite und die Korg-Anwendung kaufen – jedoch eben nur, wenn ich die Audiodaten dann auch auf den PC und von da auf meinen MP3-Player überspielen kann. Daher nun noch mal die technische (nicht die legale) Frage: Ist das Erstellen des Backups auf der Karte und das Überspielen auf den PC eine Plug-&-Play-Anwendung, oder muss ich dazu neben Windows Mediaplayer oder ITunes zusätzliche Programme auf dem PC installieren bzw. andere komplizierte Umwege gehen. Wenn Ihr mir bestätigt, dass das alles sehr einfach geht, ist mein persönliches Weihnachten gerettet :-)

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          Markus Schroeder RED

          Hallo U.H.,
          sorry wenn dich die obige Backup Diskussion verwirrt hat. Soll nicht wieder vorkommen.

          Um deine Kompositionen vom Nintendo DS-10 auf deinen Rechner als Audiosignal zu überspielen benötigst Du ein Stereokabel, das am einen Ende einen 3,5mm Klinkenstecker hat und auf der anderen Seite einen Stecker in deine Soundkarte passt. Dann kannst Du mit einem geeigneten Audioeditor (wie z.B. den hervorragenden, kostenlosen Audacity), das Audiosignal im Rechner aufnehmen. Das ist der einzige Weg deine Kompositionen in den Rechner zu bekommen.
          Der DS-10 speichert auf seinem ROM-Modul nur die „MIDI-Daten“ im DS-10 Format ab und die kann bisher nur der DS-10 verarbeiten.
          Leider, und das hab ich auch bemängelt, sind auf dem DS-10 Modul nur Speicherplätze für 18 Songs gleichzeitig.

          Du hast natürlich eine geringen Qualtiätsverlust beim Überspielen in den Rechner, aber den hast du bei jedem anderen analogen Synthesizer auch.

          Hab ich deine Frage damit beantwortet? Wenn nich, einfach dranbleiben :D
          beste Grüße,
          M.

          • Avatar
            U.H.

            Vielen Dank. Jetzt habe ich tatsächlich noch eine Frage: Wenn ich den Kopfhörerausgang des DS-Lite mit dem Mikrofoneingang der Soundkarte verbinde, bekomme ich doch nur eine Mono-Übertragung. Für eine Stereoüberspielung bräuchte ich dann wahrscheinlich eine spezielle Soundkarte mit Cinch-Eingängen, oder? Ich weiß, ich weiß: Meinen Beiträgen ist überdeutlich anzumerken, dass Nintendo mit Korg Zielgruppen erreicht, die sich jenseits von Word noch nie mit ihrem Rechner beschäftigt haben :-)

            Für eine hoffentlich letzte Antwort wäre ich sehr dankbar.

  11. Avatar
    m.schroeder

    Hallo, U.H., das ist gerade das schöne am DS-10: er zeigt Spielern, daß ihre Konsole mehr kann, als sie denken und Musikern, daß man keine 1000 Euro investieren muß, um musikalisch Spass zu haben.
    Ich komme gerade von der „DS-10 Expo“ in Toyko (Bericht folgt umgehend) da ist ein Musiker aufgetreten, der noch nie zuvor in seinem Leben irgendwas mit Musik geamcht hat – bis er den DS-10 in die Finger bekommen hat.
    Finde ich super!

    Du siehst also: hier berühren sich Welten.

    Ok, zu deiner Frage: Manche im Rechner integrierten Soundeingänge haben einen kominierten Mikofon/Hifi 3,5mm Klinken-Eingang. Da kannst Du dann in den Systemeinstellungen des Rechners oder der Aufnahmesoftware den Eingangspegel umschalten.
    Anderen haben separate Cinch Eingänge.
    Da musst du mal genau nachschauen. Wenn Du tatsächlich noch eine Soundkarte (interner PC-Steckplatz (PCI, PCX, PCIe) oder ein externes Audio Interface (USB etc.) brauchst, hast Du die Qual der Wahl. 8-)

    Gute, gebrauchte Soundkarten werden dir auf ebay nachgeworfen.
    Externe Interfaces sind meistens etwas teurer, da flexibler.

    beste Grüße,
    M. :D

  12. Avatar
  13. Profilbild
    phil_dr110 ••

    ich hab‘ mir das Teil vor einem guten Jahr zugelegt und fand es dermaßen inspirierend, dass ich es als Basis für mein letztes Album von ‚The Rorschach Garden‘ genommen habe. Gut, die Bassdrum sollte man besser mit etwas Anderem machen, aber es lässt sich ja auch hervorragend mit dem Rechner aufnehmen und mit weiteren Sounds von ganz anderen Synths ergänzen.

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Test: Korg DS-10

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