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Test: Korg Grandstage, Stagepiano

Klangerzeugung

Insgesamt sieben Sound-Engines hat Korg in das Grandstage gepackt. Wer nun vermutet, dass das Grandstage klanglich identisch zum Kronos ist, liegt zwar nicht ganz falsch, alle Möglichkeiten hat man dem Grandstage allerdings nicht spendiert. Ansonsten wäre das Stagepiano auch eine äußerst günstige Kronos-Variante.

korg grandstage

Fakt ist allerdings, dass das Grandstage eine große Anzahl an Kronos Sounds bietet, die Soundengines SGX-2, EP-1, CX-3, AL-1 und HD-1 findet man in beiden Korg Produkten, im Grandstage neu hinzugekommen sind Compact und VOX. Alle Soundengines zusammen bieten 500 Preset-Sounds, was ein gehöriges Soundfutter für ein Stagepiano ist.

Wie es sich für ein Stagepiano gehört, liegt der Fokus der Grandstage Soundpalette natürlich auf akustischen und elektrischen Pianos. Alleine in der GRAND-Kategorie findet man 35 Presets, weitere Klavier-Sounds bietet die Upright-Kategorie. Die Flügel-Sounds des Grandstage sind nach ihren Originalen benannt, so u.a. Berlin Grand, Austrian Grand oder Italian Grand. Laut Korg kommen hier Sounds mit bis zu 12 Velocity-Layern und ungeloopten Samples zum Einsatz. Nicht nur datentechnisch ist das interessant, auch klanglich ergibt sich hierdurch ein wunderbarer Klang, der sich sehr ausdrucksstark spielen lässt. Die einzelnen Velocity-Abstufungen sind kaum auszumachen, das Klangverhalten ist aber sehr realistisch. Auch wenn manche Software-Instrumente noch deutlich authentischer klingen, gleichzeitig aber auch mehrere Gigabyte Datenplatz und Zeit brauchen, um in den Arbeitsspeicher geladen zu werden, ist das für ein Stagepiano klare Oberklasse, die kaum zu toppen ist.

korg grandstage

Dank der unterschiedlichen Flügel-Samples kann man mit dem Grandstage alles Erdenkliche abdecken, was man auf der Bühne benötigt. Egal ob klassische Solo-Stücke, Pianos im dichten Band-Arrangement oder knarzige Uprights, das Korg Grandstage hat mit Sicherheit einen passenden Sound parat.

Möchte man am Klang noch etwas feilen, erlaubt das Stagepiano das Editieren bestimmter Soundparameter. Diese fallen je nach gewähltem Sound unterschiedlich aus.

Weiter geht es mit den E-Pianos, für die die Soundengine EP-1 zuständig ist. Diese sorgt nicht nur für die passenden Sounds, sondern auch für die zusätzlichen Klangoptionen à la Vintage-Effekte, Verstärker etc. – immerhin ein wichtiger Bestandteil von E-Piano-Sounds. Auch hier findet man wieder eine große Anzahl von Presetsounds vor, auch hier können je nach Sound unterschiedliche Parameter editiert werden. Neben knarzigen Rhodes und drückenden Wurlitzer bietet das Grandstage auch sanftere Sounds für Balladen oder atmosphärische Klänge.

Ebenfalls in der Keyboard-Sektion zu finden sind die Clavinets, Orgeln und Ensemble-Klänge – nicht zu verwechseln mit der zweiten Soundsektion „Ensemble“. Hier wechseln sich knackige Clavinets wahlweise mit sanften Jazz-Orgeln oder röhrenden Rock-Sounds ab, die Ensemble-Sounds bieten dazu passende Streicher, Pads, Holz- und Blechbläser. Rundherum eine wirklich gelungene Klangqualität.

In der zweiten großen Sektion „Ensemble“ bietet das Korg Grandstage alles weitere, was auf der Bühne benötigt wird – genau genommen bieten beide Sound-Sektionen 1:1 das gleiche Soundmaterial. Der Grund ist einfach: Splits und Layer lassen sich einerseits zwischen den beiden Sektionen Keyboard und Ensemble erstellen, andererseits kann man aber auch zwei Sounds aus derselben Sektion splitten/layern. Da das Grandstage aber so organisiert ist, dass man die Splits nur zwischen den Sektionen Keyboard/Ensemble erstellen kann, weisen beide Sektionen das identische Soundmaterial auf, d.h. Splits/Layer mit Grand Pianos und Clavinets oder Orgeln sind ohne Weiteres möglich.

Extras

Eingangs wurde bereits der Dynamics-Button erwähnt. Hinter dieser Funktion versteckt sich ein interessantes Feature, hiermit lässt sich die Dynamik aller Sounds individuell und stufenlos einstellen. Dynamics aktivieren und Regler nach links führt dazu, dass der gewählte Sound sich sehr dynamisch spielen lässt, die Bandbreite von ganz leise bis ganz laut ist sehr groß. Dagegen wird die Dynamikbreite bei Anschlag ganz rechts eingeschränkt, hämmernde Achtelnoten mit dem Piano, ohne dass es Ausreißer nach unten gibt, sind so beispielsweise möglich.

korg grandstage

Auch die Button SW1 und SW2 hat Korg beim Grandstage mit sinnvollen Funktionen belegt. Hiermit lassen sich vorab festgelegte Parameter auf Knopfdruck aktivieren, beispielsweise ein Effekt für den Chorus hinzuschalten oder Percussion für die Orgel an- bzw. ausschalten.

Effekte

Die Effektsektion des Korg Grandstage fällt übersichtlich aus. Vier Reverb und vier Delay-Typen werden geboten, allesamt mit einer guten Klangqualität ausgestattet. Über den Depth-Regler lässt sich die Intensität des Effekts steuern, weitere Parameter kann man jedoch nicht editieren. Mit Hilfe der Tempo/Tap-Taste lässt sich das Tempo des Delays an Songs anpassen.

Fazit

Mit dem Grandstage katapultiert sich der Hersteller Korg zurück auf die Stagepiano-Bühne. Es bietet eine große klangliche Auswahl, die Bedienung ist Bühnen-like sehr einfach gehalten und alle wichtigen Funktionen sind direkt und ohne Menü-Suchen aktivier- und einstellbar. Die Klangqualität ist dank der Nähe zur Kronos Workstation sehr gut, die Sounds klingen frisch und sehr authentisch.

Die sinnvollen Extras wie SW1/2-Taster, die 64 Registrierungen oder der 3-Band-Equalizer rundet das Konzept des Korg Grandstage sehr gut. Test bestanden und das mit Bravour.

Plus

  • Klang
  • Tastatur
  • Bedienung
  • Verarbeitung

Minus

  • weitere Effekte wünschenswert

Preis

  • Ladenpreise:
  • Grandstage 88: 2.699,- Euro
  • Grandstage 73: 2.579,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    gutomi  

    Vielen Dank für den Test, dem ich aber in manchen Aussagen widersprechen möchte. „Ansonsten wäre das Stagepiano auch eine äußerst günstige Kronos-Variante.“ Als 2011 der Kronos erschien, war er den anderen Workstations deutlich überlegen, obwohl ein schon damals ziemlich veraltetes Computerherz ihn ihm schlägt. Dennoch werden Premiumpreise verlangt, auch für das neue Grandstage. Dies wird sich wohl erst ändern, wenn es ein Behringer Stagepiano geben wird.

    „Test bestanden und das mit Bravour.“ Ich finde das Interface nicht gelungen, sogar missraten. Jedes Preset belegt die Effekte anders. Mal ist chorus auf dem wheel mal drive, man braucht eine regelrechte Liste dafür. Das macht keinen Spaß. Da ist das noch ältere SV-1 viel besser, leider hat es die uralt Soundengine vom M3.
    Außerdem, wie du ja auch bemerkst, sind wichtige Effekte des Kronos nicht dabei, die aber ein modernes Epiano eben für moderne Musik braucht z.B. reverse delay. Wieso nicht frei zuweisbare Encoder wie beim Kronos, um dort aus den Kronoseffekten auswählen zu können. So bleibe ich wohl bei meinem Kronos, obwohl so etwas wie ein SV-2 mit Kronossounds einfach geiler wäre.

    PS. Was haben die eigentlich geraucht, als sie sich den dazugehörigen Kleiderständer ausdachten ;-)

    • Profilbild
      hejasa  

      ich kann Gutomi nur beipflichten. Im Vergleich zu meinem deutlich preiswerteren MP11 von Kawai sind die Sounds schwachbrüstig und durch die Effekte nur verschönert. Ich bin auch Besitzer eines Kronos, der holt wesentlich mehr aus seinen Pianosamples als das Grandstage. Auch für mich total überteuert. Dabei bin ich überzeugter Korg User, aber dieses Teil ist einfach nicht seinen Preis wert.

  2. Profilbild
    maga

    Mich begeistert seit fast nem halben Jahr das
    Grandstage 73!
    Es setzt sich in der Band super durch und die Tastatur ist sehr gut auf die Sounds abgestimmt. Spielt sich direkter als am Kronos, der die Soundgrundlage bildet.
    Es schlägt mein früheres CP4 in den Kategorien A- und E-Piano deutlich.
    Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und stabil, internes Netzteil und XLR outs macht professionellen Eindruck.

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