Test: Korg M50

5. November 2008

Korg M50

Edler Retrolook: Der M1 lässt grüßen

Edler Retrolook: Der M1 lässt grüßen

Gleich zu Beginn mal ein Coming out: Ich bin Korgianer. Im Laufe meines Musikerlebens ist so manches Schätzchen aus dem Hause Korg bei mir gelandet, darunter ein Korg 800 DV (Baujahr 1974, der erste duophone Synthesizer überhaupt und auch heute noch bei mir mit seinen beiden knackigen Filtern im Einsatz), ein DRM-1 (Baujahr 1987, ein Drumcomputer fürs Rack), der Solo-Synthesizer Prophecy aus dem Jahr 1995 und natürlich das Workstation-Flaggschiff, der Karma. Einen M1 gab es auch mal, den ich aber irgendwann wieder verkauft habe – ich war jung und brauchte das Geld. Um so gespannter war ich jetzt natürlich, mal die neue M50 auf Herz und Nieren testen zu können. Wo liegt die neue Workstation in der M-Reihe? Eine Weiterentwicklung des M3? Eine abgespeckte Version des M1? Ist vielleicht auch etwas vom Karma mit eingeflossen? Also: Eingestöpselt, Kopfhörer auf und losgelegt.

Äußerlichkeiten: Der Ersteindruck

„Man hat immer nur eine Chance für einen ersten Eindruck“, pflegte meine Oma zu sagen (und meinte damit allerdings weniger eine Workstation als meine damalige  Weigerung, einen Kamm zu benutzen). Der Ersteindruck des M50 ist – nachdem ich ihn aus der Verpackung geschält habe – durchweg positiv. Das Gehäuse macht mit seiner Mischung aus Metall und Kunststoff zwar nicht unbedingt eine  bombensichere Figur, besticht aber im schicken Retro-Design durch die abgerundeten Kanten, die rot beleuchteten Knobs in „Riffeloptik“ und der schwarzen Lackierung – der M1 lässt grüßen.

8_M50Logo.jpg

Von den Bedienelementen her liegt der M50 jedoch näher am M3 (kein Wunder, ist der M1 ja nun auch schon über 20 Jahre alt); übernommen wurden das mittige große Display, das beim M50 allerdings kein Farb- sondern „nur“ ein Schwarzweiß-Touchscreen mit gewaltigen 320×240 Pixel ist; die Umfunktionierung zum X-Y-Pad ist hier aber nicht möglich. Vertraut sind auch die Anordnung der Controller auf der rechten Seite (Sequenzer und Nummerntasten) und der Joystick mit seinen beiden Extratasten. Die acht anschlagdynamischen Pads des M3 wurden beim M50 durch vier einfache Taster ersetzt; hier wie da lassen sich Akkorde zuweisen (oder die werksseitig installierten nutzen) und auf Knopfdruck abrufen. Was ebenfalls fehlt, sind die acht Fader links und der Ribbon-Controller unter dem Joystick.

Die anschlagdynamische Tastatur ist guter Standard und spielt sich recht angenehm. Wer mehr braucht, greift zum Luxusmodell des M50: Die 88er Version besitzt 88 gewichtete Hammertasten, ist mit gut 20 Kilo dafür aber auch 14 Kilo schwerer als der M50 und rund 500 Euro teurer.

Auf der Rückseite finden sich neben den beiden Audio-Outputs, MIDI-Pärchen und USB (zum Anschluss an den Rechner) und Kopfhörer (leider auch hinten und nicht vorne) auch Anschlüsse für Dämpferpedal, Fußtaster und Schwellpedal sowie den mittlerweile obligatorischen Schacht für eine SD-Karte. Gegenüber dem M3 fehlen also Digi I/O, zwei weitere Audio-Outputs (zwei statt vier) und die analogen Eingänge – eine Sampling-Funktion besitzt der M50 nicht.

Die üblichen Verdächtigen auf der Rückseite

Die üblichen Verdächtigen auf der Rückseite

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Seit wann hat der MO6 keinen Arpeggiator? Oder habe ich jetzt etwas falsch verstanden?

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    m.steinwachs  RED

    Hallo Andreas,
    klar, sorry, hast natürlich Recht: Sollte heißen „mit Arpeggiator und kleinerem Soundspeicher, aber ohne Touchscreen“ – hab ich gepennt. Danke für den Hinweis!

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    AMAZONA Archiv

    Kein Samping und kein Audio In (um das Ding als Effektprozessor zu benutzen z.B.), das ist wirklich schade…

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    AMAZONA Archiv

    Hallo

    welche Workstation ist nun besser im gesamten überblick

    MO6,M50 oder Juno-G

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      AMAZONA Archiv

      —KORG-M50 hat 80 Stimmen und 256 MB Wave-ROM identisch zur M3-Xpanded, 16-Track-MIDI-Seq. und komplexer Arpeggiator Kein Audiorecording und Sampling.
      —ROLAND-Juno G hat 128 Stimmen nur 64 MB Wave-ROM, 16-Track-MIDI-Seq- UND 4-Stereoaudiotracks mit Tempo und Pitchsynchronsisation und Sampling.
      —YAMAHA-MO6 hat nur 64 Stimmen, jedoch 175 MB Wave-ROM, 16 Track-MIDI-Seq und komplexer Arpeggiator. Kein Audiorecording oder Sampling.

      Favorit: M-50 wenn Sampling und Audiorecording keine Rolle spielen.

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    AMAZONA Archiv

    Der Autor dieses Artikels schreibt:
    „Ebenfalls bekannt aus M3 und Oasys ist die Enhanced Definition Synthesis (EDS), die in der M-50 in einer Lightversion zum Einsatz kommt (Stichwort: Verzicht auf Sampling).“ Das ist falsch: Die OASYS arbeitet, nebst inzwischen 6 weiteren Synthesemaschinen, mit der HD1-Synthese (HD1 = High Definition Synthesis), während die M3-Xpanded und die M-50 die EDS-Synthese (EDS = Enhanced Definition Synthesis) benutzen und exakt denselben Wellenform-ROM besitzen. Die einzigen Unterschiede zwischen M3-Xpanded und M-50 sind: M3-Xpanded hat 120 Stimmen, M-50 hat nur 80 Stimmen Polyphonie und keine Sampling- und KARMA-Funktion. Klanglich sind sie absolut identisch, da sie ebenfalls dieselben Effekte besitzen…
    Bitte lieber Autor, recherchieren Sie doch bitte ein wenig, bevor Sie irgendwelchen Unsinn schreiben. Das Recherechieren ist doch heutzutage dank dem Internet weiss Gott nicht so schwer: http://www.korg.com

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    FenderRhodes  

    Habe mir den M50 jetzt anstelle des MicroX geholt. Nutze beide nur als Zweitkeyboard, aber der M50 hat sehr viel mehr Drum- und Arpeggiopattern, außerdem ist er dank Drumtrack und Sequenzer auch vielseitiger und einfacher nutzbar, zumal er 5 Oktoven umfasst und der MicroX nur zwei. Dabei schaltet man am Ende dann doch ständig mit dem Octav- up und -down button herum. Und als Zweitkeyboard für Leadvoices, Pads und Hammondorganvoices (auf einem Fender Rhodes) ist der M50 dann eben doch besser als ein MicroX.

    • Profilbild
      FenderRhodes  

      P.S. zu meinem Kommentar: Den MicroX nutze ich weiter als Soundmodul, weil er einige abgefahrene Combinations und Rhythmpatterns hat, die es im M50 nicht gibt, zumal ich ihn per Midi vom M50 aus auch direkt einbinden kann.

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