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Test: Korg miniKorg 700Sm, analoger Synthesizer

Synthesizer mit Ecken und Kanten: Der Korg miniKorg 700Sm im Check

9. Juli 2025
Korg miniKorg 700Sm analoger Synthesizer Aufmacher

Test: Korg miniKorg 700Sm, analoger Synthesizer

Der Korg miniKorg 700Sm ist eine Neuauflage des legendären Korg miniKorg 700S, eines analogen Synthesizers der 1970er-Jahre. Letzterer wurde bereits 2021 in kleiner Stückzahl unter dem Namen miniKorg 700FS neu aufgelegt und war schnell vergriffen. Nun legt der japanische Hersteller mit dem leicht geschrumpften Korg miniKorg 700Sm nach und hofft auf eine ähnlich hohe Nachfrage. Wir konnten eines der ersten Exemplare für einen Test ergattern.

Kurz & knapp

    • Retro-Neuauflage: Der Korg miniKorg 700Sm ist eine kompakte, moderne Replik des analogen Klassikers von 1974.
    • Unkonventionelles Design: Aufbau und Bedienung erinnern eher an Orgeln als an klassische Synthesizer.
    • Einzigartige Klangarchitektur: Eigenwillige Filter, Modulationswege und Bedienelemente laden zum Experimentieren ein.
    • Charakter mit Lernkurve: Der miniKorg 700Sm erfordert Einarbeitung, belohnt aber mit kreativer Inspiration.
    • Teures Vergnügen: Trotz tollen Sounds ist der Preis von 1.339 Euro für einen monophonen Synthesizer schwer zu rechtfertigen.

Bewertung

Korg miniKorg 700Sm

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Korg miniKorg 700Sm, analoger Synthesizer

Die Erwartungshaltung ist bei einem Reissue berühmter analoger Synthesizer natürlich immer sehr hoch. Beim Korg miniKorg 700Sm muss Korg allerdings niemandem mehr etwas beweisen, da es sich hier um eine Replik des miniKorg 700FS handelt. Allerdings wurde die Größe um 14 % auf etwa 86 % des Originals verringert. Das Gewicht liegt bei angenehmen 5,8 kg, sodass der Korg miniKorg 700Sm der ideale Bühnensynthesizer ist.

Doch was macht nun den Korg miniKorg 700S und seinen Nachfahren, dem miniKorg 700Sm, so besonders?

Video-Test

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Mehr Informationen

Ausstattung

Wie sein Vorfahre ist der Korg miniKorg 700Sm als Sub-Keyboard konzipiert. Sub-Keyboards waren zur Erweiterung des Klangpotenzials der in den 1970ern weit verbreiteten Orgeln gedacht, was auch seinen eigentümlichen Aufbau erklärt:

Die Bedienelemente sind größtenteils unterhalb der 37-tastigen Slim-Keys-Tastatur untergebracht. Das rührt daher, dass sie bei einem auf einer Orgel stehenden Synthesizer bequem vom Spieler gesehen und bedient werden können, auch wenn dieser die Orgel im Sitzen spielt.

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Korg miniKorg 700Sm Front mit Bedienelementen

Die Bedienelemente unterhalb der Tastertur

An der Front untergebracht sind die wichtigsten Bedienelemente zur Beeinflussung des Klangs, wie zum Beispiel das Traveller-Filter, der Wahlschalter für die Fußlagen sowie der Schwingungsform. Viele Funktionen werden wie bei einer Orgel über Kippschalter bedient, andere über kleine Fader.

Einige wenige Bedienelemente sind aber auch auf der Oberseite zu finden, darunter die Programmspeicher, der Pitch-/Modulations-Stick sowie einige weitere Regler, Schalter und Fader.

Korg miniKorg 700SM Oszillator 2 Sektion und Pitch-/Modulations-Stick

Oszillator 2 Sektion und Pitch-/Modulations-Stick

Die Tastatur des Korg miniKorg 700Sm ist mit ihren Slim-Tasten etwas kleiner als eine Fullsize-Tastatur und bietet Aftertouch, jedoch keine Anschlagdynamik.

Auf der Rückseite entdecke ich den Anschluss für das externe Netzteil (warum nur?), Audio-L/R-Ausgänge, Audio In, CV/Gate In (Miniklinke), Sync In/Out (Miniklinke), MIDI IN (DIN) sowie USB.

Korg miniKorg 700Sm analoger Synthesizer Rückseite mit Anschlüssen

So sieht das modernisierte Anschlussfeld des 2025er Korg miniKorg 700Sm aus

Klangerzeugung

Die Klangerzeugung des Korg miniKorg 700Sm ist vollständig analog. Zwei Oszillatoren erzeugen die Schwingungsform, die anschließend per subtraktiver Synthese über das Traveller-Filter geformt wird.

Zwei Oszillatoren

Das Ursprungsmodell Korg miniKorg 700 besaß lediglich einen Oszillator. Korg hat beim Nachfolger Korg miniKorg 700S einen zweiten Oszillator samt Ringmodulator nachgerüstet. Auch beim Korg miniKorg 700Sm finden wir diesen zweiten Oszillator. So ist mit dem Synthesizer ein fetter Mono-Sound durch Verstimmen der Oszillatoren gegeneinander möglich. Um den zweiten Oszillator einzuschalten, nutzen wir den Effect-Schalter auf der linken Geräteoberseite. Das Mischungsverhältnis zwischen beiden Oszillatoren regelt dann der Balance-Regler direkt darüber.

Auswählen können wir für VCO 1 über einen Mode-Regler zwischen den Schwingungsformen:

  • Dreieck
  • Rechteck
  • Sägezahn
  • Chorus I
  • Chorus II

Chorus I und Chorus II sind jeweils Rechteckschwingungen mit Modulation, wobei Chorus II eine höhere LFO-Frequenz besitzt als Chorus I.

VCO 2 besitzt ebenfalls einen Mode-Selector für die Auswahl zwischen:

  • Duet: Mix aus VCO 1 und VCO 2. Mit dem Pitch-Fader lassen sich Intervalle erzeugen.
  • Modulator 1: Ringmodulator aus VCO 1 und VCO 2
  • Modulator 2: Ringmodulator mit unterschiedlicher Oktavlage
  • Modulator 3: Erzeugt verschiedene Töne und Skalen, folgt dabei nicht der gespielten Tonhöhe auf der Tastatur
  • Noise 1: spielbares Rauschen
  • Noise 2: von der gespielten Tonhöhe unabhängiges Rauschen

Die Tonhöhe der Oszillatoren umfasst sieben Oktaven.

Korg miniKorg 700Sm in Tasche

Eine praktische und stabile Tasche wird mitgeliefert

Traveller Controller

Der Traveller Controller, auch Traveller-Filter genannt, besteht aus zwei Reglern. Ein Regler verändert die Cutoff-Frequenz des Hochpassfilters, der zweite Regler die des Tiefpassfilters. Die Regler sind dabei untereinander angeordnet: oben sitzt der des Tiefpassfilters, darunter der des Hochpassfilters. Die Besonderheit ist nun, dass sich beide Regler getrennt voneinander, aber auch gemeinsam bewegen lassen. Auf diese Weise entstehen WahWah-ähnliche Effekte.

Das Original hatte dabei Rastnasen an den Fader-Kappen, um ein gegenläufiges Einstellen der beiden Regler und damit ein Auslöschen sämtlicher Frequenzen zu vermeiden. Viele Spieler des Originals trennten diese jedoch absichtlich ab oder zogen die Fader-Kappen ab, um dennoch frei in den Einstellungen zu sein. Auch beim Korg miniKorg 700Sm Synthesizer können die beiden Regler frei, aber auch gemeinsam bewegt werden. So hat man die Wahl und alle klanglichen Möglichkeiten.

Über den Bright-Schalter lässt sich das Resonanzniveau nahe der Cutoff-Frequenz erhöhen. Mit Expand schalten wir eine simple Filterhüllkurve hinzu, die in Abhängigkeit der Regler für Attack und Percussion arbeitet. Mehr zur Hüllkurve im nächsten Abschnitt.

Interessant ist noch der Travel-Vibrato-Schalter auf der Oberseite, denn dieser erzeugt keinen klassischen Vibratoeffekt (Pitch-Modulation), sondern eine leichte und schnelle Filtermodulation, die sich ähnlich anhört wie ein sehr subtiles Vibrato.

Hüllkurve

Anders als andere Synthesizer verfügt der Korg miniKorg 700Sm nicht über die Regler einer klassischen ADSR-Hüllkurve. Stattdessen gibt es zwei Fader mit den Bezeichnungen Attack sowie Percussion. Die unterste Position dieser Regler ist mit Slow und Singing bezeichnet. Hiermit regeln wir die Attack- und die Release-Dauer der Hüllkurve. Schaltet man den Sustain-Long-Schalter ein, verzehnfachen sich die beiden Dauern für Attack und Release.

Interessant ist auch der Sustain-Schalter vorne am Keyboard. Eigentlich müsste dieser mit Release beschriftet sein, denn er verlängert den Sound nach dem Loslassen der Taste und betrifft somit die Release-Phase der Lautstärkehüllkurve.

Korg miniKorg 700 Sm analoger Synthesizer auf Tischplatte

Effekte

Hallspirale

Der Korg miniKorg 700Sm Synthesizer besitzt eine integrierte (mechanische) Hallspirale. Mit dem Spring-Reverb-Schieberegler wird das Verhältnis zwischen Direktsignal und Hallanteil eingestellt.

Vibrato

Der Korg miniKorg 700Sm Synthesizer ist mit einem Vibrato-Effekt ausgestattet, der sich einschalten und in seiner Geschwindigkeit regeln lässt. Einstellen können wir die Geschwindigkeit und die Stärke der Modulation.

Außerdem gibt es einen separaten Delay-Vibrato-Schalter für einen verzögerten Vibrato-Effekt. Das Vibrato setzt in diesem Fall nicht direkt nach dem Tastenanschlag ein, sondern mit einer sehr kurzen Verzögerungszeit, die sich leider nicht vom Musiker regulieren lässt.

Portamento & Bend

Natürlich besitzt der Korg miniKorg 700Sm Synthesizer einen Portamento-Effekt, wie es sich für einen monophonen Synthesizer gehört. Die Geschwindigkeit, mit der die Tonhöhe von einem Ton zum höheren oder tieferen Ton gleitet, ist über einen Fader einstellbar. Zusätzlich gibt es noch einen Bend-Effekt, eine Art Auto-Bender, bei dem bei jedem Tastenanschlag die Tonhöhe von einer festen tieferen Frequenz zur Zieltonhöhe gleitet.

Arpeggiator

Hinter dem Repeat-Schalter verbirgt sich nicht nur die standardmäßige Tonwiederholung mit einstellbarer Geschwindigkeit, sondern beim genaueren Betrachten ein einfacher Arpeggiator mit einigen Standard-Arpeggio-Patterns wie Up, Down, Up & Down oder auch Random. Um die Repeat-Funktion zu konfigurieren, muss der Bank-Schalter bei eingeschaltetem Repeat-Schalter länger gedrückt werden. Nun blinkt der Bank-Schalter und auch der gerade eingestellte Modus in Form einer der sieben Programmspeicher. Durch die Wahl eines anderen Programmspeichers ändert sich das Arpeggio-Pattern. Dies muss dann noch mit dem Write-Schalter gespeichert werden.

Was macht den Korg miniKorg 700Sm besonders?

Die wohl größte Besonderheit des Korg miniKorg 700Sm ist der eigentümliche Aufbau des Synthesizers – sowohl hinsichtlich seiner Optik als auch seiner Klangarchitektur. Die üblichen Begriffe, die man von anderen subtraktiven Synthesizern her kennt, fehlen hier komplett.

Das macht aber auch den besonderen Charme des Korg miniKorg 700Sm aus, denn viele Funktionen erschließen sich selbst Synthesizer-Kennern dank der ungewöhnlichen Nomenklatur oder der außergewöhnlichen Schaltung nicht sofort. Das nur knappe, mehrsprachige Handbuch beschreibt die Bedienelemente auch nur oberflächlich: Es darf – beziehungsweise muss – ausprobiert werden!

Und genau das ist das Spannende am Korg miniKorg 700Sm: Statt sofort mit dem erlernten Synthesizer-Fachwissen loslegen zu können, verlangt der Korg miniKorg 700Sm zunächst einmal die komplette Aufmerksamkeit des Musikers, um mit ihm Musik machen zu können. Am Anfang steht also eine Entdeckungsreise auf dem Programm.

Dass sich hinter „Repeat“ ein einfacher Arpeggiator versteckt, würden wohl die wenigsten Musiker vermuten.

Auch ist die Tastatur mit Aftertouch versehen, besitzt aber keinerlei Anschlagdynamik. Das ist eine spannende Sache, an die sich der Keyboarder in der heutigen Zeit erst einmal gewöhnen muss, denn heutzutage ist eher die Anschlagdynamik die Regel und Aftertouch die Ausnahme. Beim Korg miniKorg 700Sm Synthesizer ist das umgekehrt.

Immerhin sind im Handbuch – auf beste 80er-„Keyboards“-Magazin-Art – die Reglerstellungen für einige Preset-Sounds skizziert, die man somit als Ausgangspunkt für eigene Kreationen nutzen kann.

Korg miniKorg 700Sm Programmspeicher

Über die Programmspeicher werden auch die globalen Funktionen und der Arpeggiator konfiguriert

Systemeinstellungen

Da der Korg miniKorg 700Sm Synthesizer kein Display besitzt, aber – wie die meisten modernen Synthesizer – sehr viele globale Einstellmöglichkeiten bietet, muss man mit Tastenkombinationen und bestimmten Bedienschritten vorliebnehmen. Dies geschieht teilweise, indem man beim Einschalten den Program-1-Schalter gedrückt hält und dann über Bank- und Program-Schalter bestimmte Einstellungen vornimmt, oder im laufenden Betrieb durch bestimmte Tastenkombinationen und Bedienschritte.

Hier ein Beispiel für das Einstellen der Aftertouch-Funktion:

Zunächst muss der Bank-Schalter gedrückt werden, bis die zugehörige LED blinkt. Nun drückt man eine Taste herunter und löst durch weiteren Druck den Aftertouch-Sensor aus. Währenddessen bewegt man einen der Fader, um die Modulation durch Aftertouch diesem Fader zuzuweisen. Mit den Programm-Schaltern 1 bis 7 stellt man nun die Breite der Modulation ein, während man mit dem Panel-Schalter die Polarität umkehren kann. Mit dem Write-Schalter speichert man das Setting.

Das ist natürlich wenig komfortabel. Ich hatte etwas gehofft, dass sich das – ähnlich wie bei Behringer – auch per Software bewerkstelligen lässt, konnte allerdings dazu keine Angaben auf der Website finden.

Klang

Der Korg miniKorg 700Sm ist ein hervorragend klingender monophoner Analogsynthesizer mit einem breiten Klangspektrum – von druckvollen Bässen bis zu schneidenden Leads und effektvollen Sounds.

Modulationsmöglichkeiten wie bei Modularsystemen oder modernen Synthesizern darf man nicht erwarten. Der zweite Oszillator ist eher rudimentär. Doch gerade das entspricht dem Konzept: Laut Entwickler Fumio Mieda sollte der miniKorg von Anfang an anders sein als westliche Modelle – optisch wie funktional.

Die ungewöhnliche Architektur mit eigenständiger Beschriftung und Bedienlogik fordert auch erfahrene Nutzer heraus – macht aber gerade den Reiz aus. Statt standardisierter Funktionen steht spielerisches Entdecken im Vordergrund.

Mich hat der miniKorg 700Sm von der ersten Minute begeistert – als zweiter Synthesizer nach dem Roland Juno-106 meiner Jugend. Er singt, dröhnt, blubbert, klingt perkussiv oder leicht FM-artig – ein echtes Klangabenteuer.

Demo-Song

Für meinen Demo-Song nutzte ich Bass, Lead, FX und Arpeggios aus dem miniKorg, Flächen aus dem Korg Multi/Poly Native Plug-in und Drums aus Logic Pro.

Hier Auszüge aus den verwendeten Sounds. Zunächst die zwei Lead-Sounds: eine Synth-Flöte und ein Lead Synth, jeweils mit Effekten:

Als nächstes die zwei verwendeten Synthie-Bässe:

Ein wichtiges Element stellen auch die Arpeggios/Repeat-Patterns dar, hier jeweils mit und ohne Effekte:

Außerdem habe ich noch einen Lead FX Sound verwendet:

Und hier noch einmal das Video des kompletten Demo-Songs, sodass ihr auch die einzelnen Spuren in Logic sehen könnt. Alle Spuren des Korg miniKorg 700Sm wurden live als Audiodateien eingespielt, der Arpeggiator war zum Logic-Tempo synchronisiert.

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Mehr Informationen

Zielgruppe

Eine klare Zielgruppe für den Korg miniKorg 700Sm zu benennen, ist nicht einfach. Für junge Musiker ist er als monophoner Erst-Synthesizer wenig attraktiv – erst recht angesichts des hohen Preises von 1.339 Euro.

Selbst erfahrene Nutzer dürften angesichts günstigerer Alternativen ins Grübeln kommen. Der Moog Messenger bietet mehr Funktionen, ein Behringer DeepMind 12 sogar Polyphonie zum halben Preis. Analoge Technik muss heute nicht teuer sein.

Trotz seines großartigen Sounds und hohen Spielspaßes ist der Korg miniKorg 700Sm für Einsteiger schwer zu empfehlen. Stattdessen richtet er sich an erfahrene, vielleicht etwas gelangweilte Synth-Fans, die einfache subtraktive Synthesizer wie den Minimoog schätzen, aber keine Lust auf komplexe oder modulare Systeme haben.

Mit dem Korg miniKorg 700Sm zu spielen fühlt sich an wie das Erlernen eines neuen Instruments – die ersten Stunden voller Neugier, Entdeckung und Begeisterung. Genau das hat mich im Test begeistert.

Korg miniKorg 700Sm digital

Plug-in Version

Wie bei Korg üblich, liegt dem Kauf des miniKorg 700Sm ein umfangreiches Software-Paket mit mehreren Software-Synthesizern bei. Besonders interessant ist jedoch das digitale Plug-in des miniKorg 700Sm, das sogar per Hardware-Synth gesteuert werden kann.

Korg miniKorg 700Sm 3D Darstellung des Plug-ins

Korg miniKorg 700Sm als Plug-in, 3D-Darstellung mit FX Pedalboard

Das Plug-in läuft unter macOS und Windows, sowohl standalone als auch in DAWs. Neben einem detailgetreuen 3D-Modus bietet es auch eine klar strukturierte 2D-Ansicht. Virtuelle Effektpedale und bis zu 256 Stimmen Polyphonie erweitern die Möglichkeiten gegenüber der Hardware deutlich.

Allerdings klingen Sounds, die auf dem Plug-in mit der Hardware erzeugt werden, nicht identisch mit der analogen Version. Eine direkte Übertragung der Sounds ist nicht möglich.

Korg miniKorg 700sm Plug-in 2D-Darstellung

Die 2D-Darstellung gefällt mir persönlich besser und lässt sich auch angenehmer bedienen

Zudem zeigt die Software Schwächen bei der Fernsteuerung durch die Hardware: Manche Regler sind gegensätzlich belegt, was im Zusammenspiel verwirrend wirkt. Besonders problematisch ist die fehlerhafte Synchronisation der VCO1-Schwingungsform – Chorus 2 lässt sich über die Hardware nicht korrekt im Plug-in ansteuern.

Korg sollte diese Inkonsistenzen dringend beheben.

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Klangbeispiele
Fazit

Ein toller und inspirierender Synthesizer – so muss das Fazit zum Korg miniKorg 700Sm lauten. Für 699 Euro wäre er ein klarer „Best Buy“, bei 999 Euro ein „Sehr gut“. Doch beim aktuellen Straßenpreis von 1.339 Euro kippt das Preis-Leistungs-Verhältnis spürbar.

So gut der Sound ist und so viel Freude der Synthesizer im Test bereitet hat – für einen monophonen Analogsynthesizer ist das schlicht zu viel Geld. Zumal es für weniger oder vergleichbares Geld deutlich komplexere Alternativen gibt, etwa Workstation-Keyboards von Roland, Yamaha und Korg oder den polyphonen Oberheim TEO-5.

Auch Korg muss – wie Moog – anerkennen, dass sich die Preisentwicklung im Analogsynth-Bereich derzeit eher nach unten bewegt. Daher vergebe ich schweren Herzens nur die Note „Gut“ – und hoffe, dass dieser besondere Synthesizer genügend begeisterte Käufer findet.

Plus

  • toller Klang
  • inspirierendes Instrument abseits der ausgetretenen Pfade
  • großes Software-Paket
  • digitale Plug-in Version, die polyphon spielbar ist, im Preis enthalten

Minus

  • hoher Preis
  • teils komplexe Bedienung bei Systemfunktionen
  • Plug-in miniKorg 700Sm noch fehlerbehaftet (Controller-Modus durch Hardware Synth)

Preis

  • 1.339,- Euro
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Über den Autor
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Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Danke für die Vorstellung des miniKorg 700Sm!

    Bei mir kommt die vergebene Note positiv an.

    Die Unstimmigkeiten in der Plugin-Version werden sicher bald behoben sein…
    Und bei dem Plugin sehe ich auch einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil. Hard- und Software aus einem Guss! Cool!

    Korg ist bzgl. des Preises evtl. auf dem Irrweg, jedoch wird der Markt auch das regulieren…

  2. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ob Korg beim MS-20 Mini gelernt hat? Der war nämlich nicht nur kleiner, sondern leider auch qualitativ minderwertiger. Aber angesichts des hohen Preises gehe ich beim 700Sm nicht davon aus. Abgesehen davon gefällt er mir wirklich gut und finde es eines der sinnvollsten Neuauflagen im Bereich (uralte) Vintage-Synthesizer. Klein, analog und sehr fett klingend! Ich bin gespannt auf weitere Replikationen aus dem Hause Korg. Zum Beispiel die MS-20 Full Size Neuauflage ist weder neu, noch gebraucht wirklich erhältlich. Der hat seine Abnehmer wohl gefunden. Ich suche schon seit Jahren einen neuwertig gebrauchten MS-20 FS, außer weiß. Der kleine MS-20 gibt es noch in Hülle und Fülle, weil er einfach Käse ist. Ein PS-3300 Mini wird in 24h ausverkauft sein, falls dieser erscheinen sollte. Garantiert! Bei dem spielt der Preis sicherlich keine Rolle.

  3. Profilbild
    UAP

    Die Mini-Version des MiniKORG! Ein bisschen schräg ist das schon!

    Ich kann mich noch daran erinnern, dass die FS-Version (FS wie „Full Size“), anno ’21 trotz Stückzahllimitierung nicht gerade rasenden Absatz fand. Noch im Frühjahr 2023 habe ich in einem großen Musikhaus ein 700FS-Exemplar gesehen, das man (dem damaligen Preisrabatt nach zu vermuten) anscheinend dringend loswerden wollte. Auch auf dem Gebrauchtmarkt hat die „FS“-Version nach meinem Eindruck bisher keine Wertsteigerung erfahren, eher im Gegenteil.

    Nun versucht KORG einen zweiten Anlauf mit einer kompakteren Bauweise. Das ist an sich okay. Nur müsste man sich dann auch preislich an ähnlichen Synthesizern im eigenen Firmenportfolio orientieren. Ein MS-20 Mini ist für 555€ zu haben, ein Minilogue (immerhin 4-stimmig polyphon analog) für 475€. Von anderen Herstellern nicht zu reden.

    Ich glaube auch nicht daran, dass der 700SM irgendeine Art von „Lifestyle-Charme“ ausstrahlt, sodass er ein gesteigertes „Haben-wollen“-Gefühl auslöst, nur, weil er irgendwie so schick wäre. Leute, die sowas brauchen, kaufen sich wahrscheinlich eh einen gebrauchten 700FS oder sogar das rare Original. 🤷‍♂️

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @UAP Ich glaube auch, dass Korg sich hier mit dem Preis keinen Gefallen tut. Das Instrument klingt sehr gut, keine Frage. Ich hatte viel Spaß damit. Aber so analogversessen bin ich nicht, dass ich für den Preis einer Yamaha oder Roland Workstation einen im Direktvergleich stark eingeschränkten Minisynth kaufe.

      Die Kräfteverhältnisse sind hier deutlich verschoben. Man muss das alles schon sehr lieben, um das rational nicht Nachvollziehbare zu tun und so viel Geld zu investieren. Nun gut, früher haben manche Leute so viel Geld für eine Briefmarke hingeblättert.

      Aber so dürfen sich die Hersteller eben nicht beklagen, wenn dann Behringer kommt und das Preis-Leistungs-Verhältnis wieder in eine vernünftige Relation lenkt. Ichvhabe gerade den Test der Dreadbox Artemis korrigiert und frage mich seitdem erneut, was Korg bei der Preisgestaltung geritten hat. Und selbst die Kiste ist im Vergleich zu einem Deepmind 12 oder Pro-800 deutlich zu teuer. Von letzterem könnte ich mir für den Preis gleich fünf kaufen und hätte dann 40 Stimmen. Verkehrte Welt.

      • Profilbild
        Nvelope AHU

        @Markus Galla Da stimme ich dir zu 100 % zu, Markus. Re-issues in diesen Preisbereichen sind eigentlich nicht zu rechtfertigen … reiten nur die Oldie-/Vintage-/Historic-Welle und sind nur für Superreiche (oder ‚Verrückte‘ … wie wir dies ja alle ein bisschen sind . . . !?! ) zu erstehen.

        Aber da steht an deren (derzeitigen) Spitze der erst vor zwei Monaten (SB 2025) vorgestellte PPG > 1002 < ... zum Bentley-Preis von knappen 10.000 Euro. Was den Wolfgang Palm denn dabei geritten hat ! Ran, Uli - hol' dir die 1002-Fans in's BEHRINGER-Reich !

      • Profilbild
        SlapBummPop

        @Markus Galla Guten Morgen Markus.

        Wurde in den Korg miniKorg 700Sm auch mal reingeschaut?
        Welche Bauteile und in welcher Qualität wurden verbaut?

        Das würde es uns allen leichter machen, den Preis (Wert) des Korg miniKorg 700Sm besser beurteilen zu können.

        Gruß
        SlapBummPop

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @SlapBummPop Hi,

          das würde ich aus zwei Gründen nicht machen.

          1. der wichtigste Grund: Alle Autoren haften für die Testgeräte persönlich. Bei vielen Herstellern gibt es dann auch eine entsprechende Leihvereinbarung, die unterschrieben werden muss. Da dürfen wir das gar nicht.
          2. würde ich mir nicht anmaßen, so viel Ahnung von Elektronik zu haben, dass ich dir mehr sagen könnte als die Bauweise und ob das reparaturfreundlich ist oder nicht

          Und selbst dann, wenn der Korg komplett handverdrahtet wäre und innen aus purem Gold, würde es die Mehrheit der Musiker nicht interessieren, weil am Ende nur der Klang zählt, das, was sie damit machen können und (bei Musikern immer wichtig) der Preis.

      • Profilbild
        MadMac AHU

        @Markus Galla Hi Markus, ich würde mich mittlerweile altersbedingt eher im Vintage-Lager verorten. Ich freue mich daher über jeden neuen Vintage-Klon von B. Allerdings catchen mich die Versuche von Korg in dieser Richtung gar nicht. Und wenn dann doch, (z.B. PS-3300) dann sind sie viel zu teuer. Aber Danke für den catchy Demotrack.👍

        By the way, kommt denn in nächster Zeit ein Test zum Behringer 2-XM?

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @MadMac Wir haben sofort am Tag der Ankündigung ein Gerät bei Thomann geordert, das aber leider immer noch nicht angekommen ist. Wie der Zufall es will, hat sich heute ein Autor gemeldet, dass sein privat bestelltes Gerät nun unterwegs ist. Ich hoffe also, dass wir den Test bald nachreichen können.

  4. Profilbild
    Nvelope AHU

    Bis auf den doch deutlich zu hohen Preis und die im Test genannten ‚Schwächen‘ finde ich dieses Instrument schon recht gut – ich hatte allerdings nie einen in der Hand . . .
    Dagegen ähnliche Geräte, welche ‚damals‘ als eher Orgel-Aufsatzinstrumente für zusätzliche Klangeffekte entwickelt und auf den Markt gebracht wurden – wie Moog Satellite, Minitmoog sowie die Roländer SH-1000 und reichlich viele SH-2000, welche vor ca. 30 Jahren v. a. unter griechischen Musikern gesucht wurden wie Gold.
    Von BEHRINGER wünsche ich mir durchaus ein (oder auch mehrere) solcher Kleinsynthesizer – und der renommierteste unter diesen ist wohl der ARP ProSoloist, der v. a. durch die Verwendung durch Tony Banks auf diversen Genesis-Alben – dabei exzellente und auch klanglich überaus beindruckende Soli ! – einen prominenten Platz unter den kleineren Synthesizern erobert hatte. BEHRINGER könnte sowas sicher für etwa 400 € herstellen und anbieten – und viele Musiker würden sich die Finger lecken, dieses optische und v.a. auch klangliche Schmuckstück ihr Eigen nennen zu können.
    Ran an die Kiste, Uli !!

  5. Profilbild
    SlapBummPop

    Hallo zusammen.

    Der miniKorg 700Sm erinnert mich an meinen Maxi-Korg 800DV.
    (Sofern ich den Sound noch korrekt in Erinnerung habe .)

    Der Maxi-Korg 800DV war mein erster Synthesizer damals.
    (war ’ne wilde (schöne) Zeit, mit dem Teil.)

    Gruß
    SlapBummPop

    • Profilbild
      Nvelope AHU

      @SlapBummPop Einen solchen ‚Maxi-Korg‘ bzw. ‚800 DV“ hatte ich auch – mangels der Verwendung eines Flightcases in jenen Jahren ordentlich zerschrabbelte Holzwangen, welche ich deswegen nachbaute, mit Echtholz-Fournier beschichtete und anbrachte.
      Ein klanglich geiles Teil mit diesen ‚Traveler‘ genannten Filtern – und aufgrund der vollständig zweikanaligen Ausführung der Electronic auch hochinteressantes stereophon spielbaren Instrument! Mit geschickt eingestellten Klängen (rechts/links verschieden) und geschickt eingestellten Hüllkurven konnte man erstklassige Stereoklänge erstellen sowie auch Laufeffekte von einem zum anderen Kanal.
      Damals dann – mit einigem Gewinn ! – schon für etwa 800 DM (!) weiterverkauft wünsche ich mir dieses Schätzchen heute wieder zurück . . .
      . . . but it’s gone !
      Möge der heutige Besitzer ganz viel Freude damit haben.

      • Profilbild
        SlapBummPop

        @Nvelope Ja, der hatte was.

        Ich hatte an meinen damals kleine Kugelecken und Winkel nachträglich angebracht.

        Gruß
        SlapBummPop

        • Profilbild
          Nvelope AHU

          @SlapBummPop Wenn man die quasi ’stereophonen‘ Klänge nicht maximal erweitert (die beiden Ausgänge des Synthesizers also in einen Stereo-Eingang des Mixers gespeist) haben wollte, nutzte man stattdessen zwei getrennte Mono-Eingänge am Mixer, um dann mit deren beiden ‚Panorama‘-Reglern die Kanaltrennung zu verringern … das klang dann gleich etwas gefälliger und war im Mix besser nutzbar.
          Der ‚800 DV‘ war so ähnlich wie zwei ‚700‘er (laut Korg ist also 2 x ‚700‘ = ‚800‘ !!) … das DV für Dual Voice zeigte die Möglichkeiten völlig unterschiedlicher Klänge der beiden vollkommen separaten Stimmen und die 4-Oktaven-Klaviatur ließ auch deutlich mehr zu als die der kleinen ‚700‘er.
          Eigentlich – auch aufgrund seiner physischen Größe und seines Gewichtes – ein richtiges frühes Schlachtschiff – sicher recht selten … und zu Unrecht völlig unterschätzt !

  6. Profilbild
    Waveinhead

    Ich finde den 700 sm sehr interessant, was vor allem am Filter liegt. The Normal ˋs „Warm Leatherette“ und The Human League ˋs „Being Boiled“ (der Bass) gehen mir da durch den Kopf. Bestimmt gibtˋs den Traveller auch als Eurorack Modul.

  7. Profilbild
    SlapBummPop

    Hallo zusammen.

    Ja, nicht billig für die Größe aber klingen tut er m.M.n. deutlich größer als er ist.

    Gruß
    SlapBummPop

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