Test: Korg OASYS Software V1.2 & V3.3

7. März 2007

KORG ist seit mehreren Jahrzehnten einer der bekanntesten Hersteller von Synthesizern und war mit analogen Geräten wie z.B. dem MS-20 einer der ersten Synthesizerhersteller überhaupt. Als in den 80er Jahren der Übergang zu digitalen Synthesen mit dem DS-8 und der erfolgreichen M1 vollzogen wurde, setzte auch KORG auf die samplebasierte Klangerzeugung, die bis heute Stand der Technik ist. Die KORG OASYS Workstation reiht sich mit einem Preis von rund 8000 Euro in die Liga der schwer erschwinglichen Klangerzeuger wie z.B. Waldorf Wave, Hartmann Neuron ect. ein.

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Oh-Ah-Süß
Der Begriff OASYS ist eine Abkürzung für „Open Architecture System“, welches Korg Ende der 90er Jahre schon einmal auf der Musikmesse Frankfurt vorstellte, aber das erst jetzt umgesetzt wurde. Die OASYS beherbergt sämtliche Korg-Technologien in einem Gerät und ist zusätzlich über Software-Updates jederzeit erweiterbar. Möglich macht dies eine auf PC-Komponenten basierende Hardware. Öffnet man den klappbaren Deckel der OASYS, so kann man ein Standard-PC-Mainboard samt CPU erkennen, an das RAM, Festplatte und Monitor angeschlossen sind. An einem PCI Interface wurzeln die Audioschnittstellen. Die Bedienelemente sind ebenfalls an eine Standard-PC-Schnittstelle gekoppelt. Als Betriebssystem steht eine Linux-basierte Applikation zur Verfügung. Auf diesem Weg macht KORG eine einfache und kostengünstige Erweiterbarkeit des Systems möglich. Denkbar ist auch in einigen Jahren das komplette Mainboard gegen ein modernes mit weitaus leistungsfähigerer CPU auszutauschen und gegebenenfalls neue Schnittstellen und Technologien einzusetzen. Ob KORG diese Option aber anbietet, ist noch unklar. Gegenüber bekannten Workstations wie der Triton-Serie macht die OASYS daher leider auch durch ein Computer-typisches Lüftergeräusch auf sich aufmerksam. Mit ein paar technischen Kniffen kann der Geräuschpegel aber sicherlich von einem Fachmann nach unten getunt werden, solange dabei nicht die Garantie erlischt.

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Die Bedienoberfläche der OASYS entspricht einer Luxusversion der bekannten KORG Oberfläche wie sie von Trinity oder Triton Workstations bekannt ist. Mittig trohnt ein 12″ Touchscreen TFT mit einer Auflösung von 640×480 Pixel, wie er auch im PC-Embedded-Bereich eingesetzt wird. Unterhalb des TFTs befinden sich acht anschlagdynamische SoftPads, mit denen Noten oder andere Ereignisse getriggert werden können. Links davon sind neun Fader und acht Potis positioniert, die verschiedene Aufgaben übernehmen können. Dabei handelt es sich nicht um Motorfader und Endlosdrehgeber, sondern um normale Potentiometer, deren aktueller Wert mit einer LED-Kette angezeigt wird. In der Praxis hat sich dieses System hier als durchweg praxisgerecht erwiesen. Der KORG bekannte Modulations-Joystick, ein Vector-Joystick und ein Ribbon-Controller sind als Spielhilfen ebenfalls vorhanden.

Klangbeispiele
Forum
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    Vielen Dank für den differenzierten Test. Das Teil ist ja total irre!!

    Grüße aus Bangkok

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    Hallo Thorsten Walter, Du erweckst meineserachtens den Eindruck, dass "in Punkto Natürlichkeit" die Sounds der Roland-Geräte besser sind! Könntest Du mir bitte mal verraten, welche Roland-Exemplare hier gemeint sind??? Ich hatte vorher das Fantom-Rack mit 6 Expansions, davor den XV-5080 mit 8 Expanisons, keines dieser "Rolands" kam aber meiner Meinung nach in Sachen Druck, Brillianz und AUTHENTIZITÄT an den OAYSY heran.

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      t.walter AHU

      Naja, das ist natürlich auch immer ein wenig Geschmacksfrage. Die Korg Samples/Programms sind alle sehr stark Processed, d.h. bearbeitet. Bei den Roland Samples (SRX/Fantom) ist meiner Meinung nach noch mehr "Luft" drin. Druck und Brillianz gehen ja eigentlich nicht mit Authenzität einher, da richtige Instrumende idR nicht so klingen. Wenn "Bigger Then Live" gefragt ist, passt Yamaha unf Korg jedenfalls immer :-)

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        Hallo Thorsten Walter, vielen Dank für die Antwort, das finde ich sehr nett. Mir persönlich waren manche Roland "Natursounds" aus dem Fantom-Rack (Flügel, Trompeten, Posaunen) oft einfach viel zu dünn. Mein Favourit diesbezüglich bleibt nach wie vor mein uralter Kurzweil K-2000R (voll ausgebaut), ich weiß, dass man mich deshalb belächeln wird, macht aber nix :-).

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    OASYS ist ein tolles Konzept, aber von der HW her heute schon fast veraltet.

    Der Sequenzer ist schlicht ein Schwachpunkt – da finde ich die neuen Roland G's wesentlich gelungener. Karma IST genial… warum baut Korg nicht endlich eine reine Karma-Kiste…? Die Soundengine ist super, aber dazu nur 2GB sample RAM? Das wird der Sache auch nicht so ganz gerecht – man bedenke unkompromierte samples…

    Ich hoffe Korg bringt irgendwann einen OASYS II und führt die an sich geniale Idee einer wirklichen high end workstation weiter.

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      Wenn Du eine reine Karma-Kiste suchst,dann kaufe doch einen Karma.Der Karma ist ein total unterschätzter Syntesizer und wird im Moment zu Spottpreisen gehandelt.

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      Ich fürchte, dass es eine reine KARMA Kiste nie geben wird, weil KARMA "eigentlich" gar nicht von KORG ist. Steven Kay hat das ganze Konzept erfunden und auch verwircklicht. Er hat alle Patente dazu und kann damit machen was er will. Genau deshalb verkauft er viele KARMA Produkte von sich aus

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        Problem ist, daß die Karma Software auch als PC Version nicht ohne ein Korg Keyboard funktioniert… quasi als "Dongle"… erfüllt man diese "Voraussetzung" lassen sich dann auch andere Module via Midi vom Karma steuern.

        Daß Korg und Steven Kay eng aneinander gebunden sind ist offensichtlich, aber die Karma PC Software braucht rein technisch sicher keine Korg HW…

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    Bei allem nötigen Respekt Leute! Aber wenn ich mir diese Soundbeispiele anhöre und dann den Preis dieser Presetschleuder sehe, finde ich das eine Frechheit! Okay, mag sein dass ich ein wenig verwöhnt bin durch meinen Studioalltag. Aber gäbe mir einer grob 7000 Euro, würde ich ihm ein Setup zusammen stellen für Live oder Studio, dass er mit den Ohren schlackert! Versprochen!!! Kein Mensch braucht diese Kiste, sorry!

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      t.walter AHU

      Ja sicher, nach vier Jahren (so alt ist der Test nämlich) würde ich auch sagen dass ein Omnisphere, die Korg Legacy Collection im Verbund mit einer guten Orchesterlibrary, Chris Hein Guitars und TheGrand3 die Oasys klanglich locker ausstechen. Zusammen mit einer guten Tastatur und einem aktuellen optimierten Rechner landest Du aber auch schnell bei 7000 Euro. Die Bedienoberfläche ist dann aber immer noch die Maus …

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        astral800

        Omnisphere kann keine eigenen Samples importieren der Vergleich hinkt also auch hier. Omnisphere hat auch viele Interessante Sounds kann aber meiner Meinung nach nicht vom Druck und Brillianz mit dem HD-1
        Sampleplayer in der Oasys mithalten, ich fand einige Drums nicht so gut aber das lässt sich per Sampleimport fixen. Der virtuelle MS-20 wurde im Vergleich zur PC-Legacy stark erweitert und ist jetzt ein richtig kleines Modularsystem geworden bietet
        somit Klänge die sich nicht mit Original reproduzieren lassen. Wenn man den AL-1 von Grundauf programmiert bläst er die meisten Va´s an die Wand, die Filtersweeps
        klingen recht smooth für ein virtuellen Synth und er bietet bedingt durch seine Möglichkeiten ein breiteres Spektrum als ein
        konventionelles, rein analoges System das nur
        die typischen Klischeesounds von sich gibt. Natürlich hat die Oasys Schwächen (Sequencer, fehlende VST Integration z.B.) , dennoch regt sie sich mich immer zum Spielen an und hat durchaus eigenen Charakter, speziell wenn man Anfängt eigene Sounds zu programieren, die dann auch stark von den
        dargestellten Presets abweichen können.

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      astral800

      Ersteinmal sollte man ein Gerät nicht nach den
      Presets beurteilen, zudem geben hier die Mp3s
      nicht die tolle Soundqualitat der Oasys wieder, denn die ist meiner Meinung nach immer noch besser als so manches VST Plugin. Das die Oasys
      überteuert auf dem Markt geworfen wurde sehe ich auch so. Dennoch hinkt der Vergleich mit dem
      7000 € Alternativ-Studio, denn die Oasys ist mehr als die Summe ihrer Teile. Sie kann verschiedene Syntheseformen auf Tastendruck
      mit vielen Stimmen abfeuern ohne spürbare Latenzen, bietet also echtes Keyboardfeeling, was besonders für Live wichtig ist, ich denke
      da kann eine PC-Daw nicht mithalten. Ich will
      mir jetzt auch ein Recordingstudio mit einem Mac aufbauen werde aber die Oasys nicht verkaufen weil sie mich immer noch inspiriert, die ganze EDV geschichte tritt hier ja im Hintergrund. Der Sequencer kann von der
      Bedienung zwar nicht mit Cubase und Co mithalten eignet sich aber gut um mal schnell Songskizzen aufzuzeichnen und man kann
      auch handgemachte Modulationen(motionsequenzen) aufnehmen
      parallel zu den Modulationsquellen die man
      im Programm hat. Die Oasys ist keine Presetschleuder sondern ein waschechter Synthesizer der programmiert werden will.

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      Tyrell RED 21

      komm mich mal besuchen, dann wirst du merken dass der vergleich hinkt. der oasys ist wirklich alles andere als eine preßetschleuder ;-)

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