Vom Arranger zur Workstation
Es war mehr ein Marathon als ein Sprint, aber nun ist es soweit! Korg bringt sein neuestes Update für den Korg Pa5x Arranger in den Versionen International, Musikant und Oriental an den Start. Das neue Betriebssystem 1.4 steht seit dem 29.07.2025 auf der Homepage der Firma zum kostenlosen Download bereit. Wir haben es uns näher angeschaut.
- Recording Studio: Umfangreiche Aufnahme- und Bearbeitungsfunktionen, ersetzt Quick Record
- Bedienung: Intuitiver und klarer strukturiert als bei Vorgängerversionen
- Editiertiefe: Hohe Eingriffsmöglichkeiten in Styles, Songs und Sequenzen
- Styles: 46 neue Styles in moderner und klassischer Ausrichtung
- Limitierung: Arrangements können nicht direkt als Audiodatei exportiert werden
Inhaltsverzeichnis
OS 1.4 für den Korg Pa5x – das lange erwartete Update
Das Korg Pa5x ist schon einige „Tage“ am Markt und hat sich neben der Konkurrenz von Yamaha einen festen Platz als Arranger Workstation bei Entertainern und Bands der Unterhaltungsmusik erobert. Hier geht es zum vollständigen Testbericht des Korg Pa5x und zum Testnbericht des letzten 1.3 Updates.
Was lange währt …
Die Wartezeit seit dem letzten Update ist seit der vollmundigen Ankündigung auf der NAMM im Januar 2025 doch etwas lang geraten. Aber schütteln wir den Staub, der sich inzwischen angesammelt hat, aus dem Anzug und schauen uns an, was es alles kann. Für den Test habe ich einen Korg Pa5x International verwendet. Im Laufe des Tests, der sich über mehrere Tage erstreckte, hatte ich keine Abstürze und bin auch keinem Bug begegnet. Das nur am Rande und der Vollständigkeit halber.
Diese Funktionen bringt OS 1.4
Neben den üblichen Stabilisierungen des OS sind laut Hersteller folgende neue Funktionen enthalten:
- Recording Studio zur schnellen Aufnahme kompletter Backing-Tracks
- Tiefgehende Editierungsmöglichkeiten für MIDI-Songs
- Style Creator Bot zur automatischen Umwandlung von MIDI-Dateien in spielbare Styles
- Flexible Sortierung von User-Ressourcen und Auswahlmöglichkeit für Icons
- Kopieren und Austauschen von Keyboard-Sets
- De-Esser in der Mikrofon-Sektion
- Über 40 brandneue Styles
Beim Testen der neuen Funktionen und Features überlege ich mir natürlich immer, wie ich das, was ich da mache, so beschreiben kann, dass es für die Leser auch einigermaßen nachvollziehbar bleibt. Gleichzeitig lässt sich nicht vermeiden, dass die Beschreibungen der oben genannten Funktionen und Funktionsweisen eine hohe Fachwortdichte mit sich bringen. Die bisweilen monotone Wiederholung von Begriffen ist also kein Zeichen mangelnder Kreativität, sondern systembedingt. Wer also beim Lesen das Gefühl hat, sich in einer DAW verlaufen zu haben – keine Sorge, das ist völlig normal.
Mit anderen Worten: Der nun folgende Testbericht ist ein Fest für alle, die lieber mit Key-Editoren reden als mit Menschen und für die Begriffe wie „Taktgrenzen einrasten“ nach Alltag und nicht nach Poesie klingen. In diesem Sinne: Tauchen wir ein in die Untiefen der neuen Features des Pa5x.
Recording Studio & Creative Suite im Praxistest
Hinter dem Begriff Recording Studio verbirgt sich das, was früher unter dem Titel Quick Record beim Pa4x und seinen Vorgängern bekannt war. Das Spiel auf dem Keyboard mit Styles wurde als MIDI-Datei aufgezeichnet. Darüber hinaus kann nun alles, was im Live-Spiel genutzt werden kann, aufgezeichnet werden, also beispielsweise auch Pads und Keyboard-Sets. Die Daten können dann im Anschluss im Korg Pa5x Arranger Keyboard tiefergehend bearbeitet bzw. korrigiert werden. Im Grunde wurde damit die Quick-Record-Funktion nun auch im Korg Pa5x ergänzt. Ein Feature, das viele bereits zur Auslieferung erwartet hatten. Die Editiermöglichkeiten sind beim Korg Pa5x jedoch deutlich umfangreicher geraten als bisher, daher der Begriff Recording Studio.
Bedienung und Workflow
Dem Recording Studio bzw. dem „Song Record/Edit“-Modus hat Korg einen neuen Anstrich gegeben. „Intuitiver“ und „benutzerfreundlicher“ sind die Schlagworte des Herstellers. „Okay, intuitiver und benutzerfreundlicher als was?“, frage ich mich da natürlich sofort. Gemeint sind wohl die Funktionen in den Vorgängermodellen …
Aufgerufen wird das Ganze über den REC/EDIT-Taster. Im Bereich ganz links finden sich die Bearbeitungsmöglichkeiten für Styles, ganz unten der neue Style Creator Bot als Möglichkeit, Styles aus MIDI-Dateien zu erstellen. Eine Spalte weiter rechts sind die Bearbeitungsmöglichkeiten für Songs und hier in der Spalte ganz unten, ebenfalls neu, die „Creative Suite“, das Recording Studio. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich an den nächsten beiden Spalten – den PAD- und SOUND-Bearbeitungsmöglichkeiten – nichts Wesentliches geändert hat. Eine Kleinigkeit gibt es allerdings: Beim Style/Pad-Edit lässt sich nun auch die Copy-Funktion durch den Undo-Befehl rückgängig machen. Die Bedeutung von Undo-Funktionen lässt sich manchmal gar nicht genug betonen, denn sie ist für einen sinnvollen Workflow überlebenswichtig und frustabbauend.
Über die Funktionen des Sample-Edit hatte ich in meinem Testbericht über die letzte Version 1.3 ausführlich geschrieben, den ihr hier findet. Die grafische Aufmachung des Ganzen ist selbsterklärend. Man erkennt sofort, worauf man drücken muss, um etwas zu erreichen.
Zunächst einmal schaue ich mir die Creative Suite mit dem Recording Studio genauer an. Oben links zeigt das Style-Fenster den ausgewählten Style samt Tempo an. Darunter kann ich die Tracks „scharfschalten“, d. h. auswählen, ob ich im Bereich Style, Chord, Pad und KbdSet jeweils aufnehmen, nur abspielen, Overwrite oder Mute nutzen will. Beim „KbdSet“ – formschöne Abkürzung für Keyboard-Set – steht zudem noch die Möglichkeit des „OvrDub“, also Overdubbing, im ersten Schritt zur Verfügung.
Direkt neben den Spuren lässt sich die Eingangsquantisierung bzw. -auflösung einstellen. Standardmäßig ist High gewählt, ich kann aber auch zwischen ¼ bis 1/32 sowie punktiert von ¼ Triplet bis 1/16 Triplet auswählen.
Oben rechts findet sich die Taktanzeige mit blinkendem REC-Button (Blinken bei Aufnahmebereitschaft, Dauerrot bei Aufnahme, grau hingegen, wenn nichts für die Aufnahme ausgewählt wurde) und die Möglichkeit, für die Aufnahme das Metronom auf Count-In, Always oder Off zu schalten.
Aufnahmeprozedur
Ich muss ein bisschen fummeln und das Recording Studio ein paar Mal wieder verlassen, bis ich eine erste Aufnahme mit allen Einstellungen so hinbekomme, wie ich sie möchte. Vor allem liegt das erste Hin und Her aber an meiner Ungeduld, die dazu führt, dass ich mich einfach hineinstürze und nicht vorher die Bedienungsanleitung gelesen habe. Also noch einmal einen Schritt zurück und brav vorgehen nach Herstellervorgaben – dann klappt es auch. Oder wie mein alter Studiokollege zu sagen pflegte: Bedienungsanleitungen liest man erst, wenn man merkt, dass der Toaster nicht als WLAN-Router taugt. Also Leute, macht es nicht wie ich, schaut lieber gleich ins Handbuch …
Einstellungen vor der Aufnahme
Vor dem Drücken der REC-Taste sollte man die wichtigen Einstellungen im Hauptfenster vornehmen. Die Style-Auswahl lässt sich jedoch auch vor der Aufzeichnung im Menü des Recording Studios ändern. Die Keyboard-Sets sind die vier im Style gespeicherten, die automatisch geladen werden, plus das im Hauptfenster zunächst von mir gewählte. Auch das lässt sich vor der Aufnahme noch einmal ändern und die Sets lassen sich bearbeiten bzw. die Sounds austauschen. Vorsicht beim Ändern der Keyboard-Sets nach der Aufnahme: Die Position im Song ist für die Änderung maßgeblich. Klingt logisch, aber wenn der Cursor an der falschen Stelle sitzt, kann es zu unfreiwilligen Fehlern – also falschen Sounds beim Abspielen – kommen.
Wichtig ist der Hinweis, der auch gleich erscheint, wenn man die EXIT-Taste drückt: Wenn man das Recording Studio verlässt, gehen alle nicht abgespeicherten Daten verloren.
Spuren, Overdub und Overwrite
Wie gesagt: vor dem Aufnehmen entscheiden, was aufgenommen werden soll und wie. Man kann festlegen, ob im nächsten Schritt die Spuren nur aufgenommen, abgespielt, überschrieben (Overwrite) oder stummgeschaltet (Mute) werden. Für das KbdSet steht auch Overdub, also eine Kombination aus bereits aufgenommenen Daten und einer neuen Aufnahme, zur Verfügung. Overdub und Overwrite sind jeweils spurexklusiv. Das heißt, die Aufnahme funktioniert dann nur für die für diese Funktion ausgewählte Spur. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Aufnahme über die REC-Funktion Overdub und Overwrite ausschließt.
Zuletzt kann man noch die Startposition für die Aufnahme festlegen, wenn gewünscht sogar mit Pre-Roll, das heißt mit entsprechendem Vorlauf zum Eingrooven oder zur besseren Orientierung im Arrangement.
Im Aufnahmemodus dienen die Bedienschalter für den Player 2 zur Steuerung der Aufnahme oder zum Abspielen des Arrangements.
Während der Aufnahme lässt sich sogar das Tempo variieren – für Accelerando oder Ritardando.
Timeline-Darstellung
Im Anschluss an die Aufnahme kann ich dann mit Rec Edit (unten rechts im Display angesiedelt) den Song in einer Timeline-Darstellung aufrufen und darin die Style-Variationen, die Akkorde, die Pads und das Keyboard-Set bearbeiten. Das funktioniert relativ einfach, indem ich die entsprechende Stelle im Song aussuche. Hier hilft die Vergrößerungs- und Verkleinerungsfunktion, gekennzeichnet durch zwei Lupen oben links im Display, die sich entweder durch Drücken auf das entsprechende Symbol oder über Up/Down bzw. das Value-Rad bei gedrückter Setting-Taste anpassen lässt.
Umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten
Was die Akkorde angeht, kann ich sowohl auf bestehende Chord-Sequenzen zurückgreifen und diese mit meinem Spiel kombinieren oder die Akkorde werden im Spiel erkannt und abgespeichert. Im Overwrite-Record-Modus kann ich im Nachgang auch neue Akkorde setzen. Dafür steht die gesamte Akkordpalette im Chord-Edit zur Verfügung, samt der Funktion „N.C.“ – zu Deutsch „No Chord“ – für das Aussetzen der Begleitung. Wer in der Akkordspur jenseits der üblichen Taktschläge Akkordwechsel will, etwa auf die „2-und“ oder Ähnliches, muss dann wissen, wie die „2-und“ mathematisch im Taktgefüge aufgelöst heißt.
Wenn ich einen Part in der Timeline tippe, lässt sich das Element nun verschieben oder durch Add oder Delete etwas hinzufügen, ändern oder löschen. Bei den Akkorden kann ich auswählen, für welche Dauer der jeweilige Akkord gelten soll, und dann einfach den neuen Wert per Eingabe oder durch das Datawheel anpassen. Anfangs- und Endzeit werden jeweils angezeigt, wenn ich den Akkord antippe. Genauso lassen sich die Pads in ihrer Länge einstellen. Möchte ich etwas hinzufügen oder ersetzen, kann ich die jeweiligen Events entweder überschreiben oder per Overdubbing ergänzen. Die Start- und Endpunkte dafür lassen sich einfach auswählen und setzen.
Auf der Record-Seite kann ich zudem die Quantisierung, die Transponierung und die Anschlagsstärke anpassen. Mit Delete, Cut/Insert, Copy (mit Merge und Overwrite) und Move lassen sich die MIDI-Daten im Einzelnen bearbeiten. Auch das ist einfach gestaltet und das Handling ist leicht.
Ich hätte es fast übersehen, aber im Song-Edit-Mode bekommen das Display und die Steuerungstaster unter den Slidern links neben dem Display eine neue Funktion. Während die Slider selbst die Lautstärke der Spuren steuern, sind die Taster neu belegt: Mic On, Harmony, Metronome Click, Track Select, Fast Rewind und Fast Forward. So kann die Bedienung über das Display etwas entlastet werden.
Wenn ich fertig bin mit der Bearbeitung, kann ich das Arrangement entweder als solches abspeichern oder als MIDI-File exportieren. Die Bearbeitung auf dem Display ist trotz dessen Größe etwas fummelig. Ich muss immer wieder die Lupe kleiner und größer machen, wenn ich im Bereich der Akkorde etwas kleinteiliger arbeiten will. Alles in allem finde ich dennoch die neuen Features im Recording Studio gelungen. Das Ganze ist logisch aufgebaut und wenn man sich etwas eingearbeitet hat, kommt man schnell zu schönen Ergebnissen. Wem die Bearbeitung auf dem Display zu „mäusekinomäßig“ ist, kann das MIDI-File in seiner DAW weiterbearbeiten.
Die Arbeit mit dem Recording Studio macht Spaß. Die Erstellung von Backing-Tracks, die ich zudem noch durch Editieren aufwerten kann, ist eine schöne Ergänzung für die Arbeit am Arranger.
Was mir persönlich fehlt, ist eine Möglichkeit, das fertige Arrangement als Audio-Datei zu exportieren. Im Moment muss ich den Umweg gehen, es als MIDI-Datei zu speichern, dann über die Aufnahmefunktion zu starten und das File über einen der beiden Player abzuspielen. Das ist mir zu sehr um die Ecke gedacht – bzw. wurde die von mir ersehnte Variante offensichtlich nicht in Erwägung gezogen (oder sprengt die Prozessorleistung?). Das wäre für mich das letzte i-Tüpfelchen zur kompletten Abrundung. Aber es ist ja immer noch Luft nach oben – schließlich sind wir hier erst bei OS 1.4. Was wird dann erst 1.5 oder 2.0 bringen?
Sequencer-Funktionen
Eine weitere zusätzliche Funktion ist die Möglichkeit, im Rec/Edit-Mode mit der Funktion Song Edit den 16-Spur-Sequencer des Pa5x tiefergehend zu nutzen. Die Aufnahmemöglichkeiten sind erweitert durch Overdub und Overwrite sowie die Einstellung der Eingangsauflösung (vom Achtel bis zum Zweiunddreißigstel plus entsprechende triolische Variationen). Das Tempo kann während der Aufnahme variiert werden und wird im Mastertrack festgehalten.
Im Bereich des Mixers bzw. der Effektsektion, beim Drum-Editor und den Track-Controls hat sich nichts geändert. Neu dazugekommen ist die Möglichkeit der Einstellung von Mic-Presets.
Style Creator Bot
AI und Bots sind auch in der Musik auf dem Vormarsch und die Schlagzahl erhöht sich seit einiger Zeit deutlich. Ob die OpenAI-Modelle in Zukunft den Markt der Arranger vielleicht sogar obsolet machen könnten, weil sie deutlich günstigere Möglichkeiten der Analyse, Umsetzung und Bearbeitung bieten, wird sich zeigen. Aber das ist bisher nur Geraune und Spekulation. Korg hat den Bot in den Arranger geholt, und das ist die zweite große Neuerung im Bereich Song Edit. Mithilfe des Style Creator Bots kann man im Handumdrehen aus MIDI-Files Styles mit Variationen, Fill-ins etc. erstellen.
Yamaha hat das beim Genos 2 immerhin als zusätzliche Software zum Download angeboten. Korg implementiert es – wie gesagt – nun direkt in den Arranger. Da der Bot für sich arbeitet, kann ich mich an der Stelle zurücklehnen und ihn einfach machen lassen.
Test für den Bot im Pa5x
Und damit ihr hören könnt, was der Bot so leistet, habe ich einen kleinen Test gemacht, dessen Ergebnis ich euch nicht vorenthalten möchte. Als Testdatei habe ich eine MIDI-Datei von „Let it be“ von den Beatles ausgesucht, die ich einmal durch den Style Creator Bot gejagt habe. Ich wurde noch gefragt, unter welchem Titel ich den Style wo speichern möchte, und fertig. Dann habe ich den Song in einer etwas verkürzten Variante mit dem neuen Style aufgenommen. Gespielt oder beigesteuert habe ich im Grunde nur die Akkorde in der Strophe und im Refrain, den Rest hat der Style übernommen.
Nach dem viertaktigen Intro 1 (wobei ich auf dem Grundton C geblieben bin, die Akkordwechsel des Intros wurden automatisch übernommen) lasse ich die erste Strophe in Var1 laufen, dann wechsle ich mit Variation 2 in die Wiederholung, um mit Variation 4 in einen verkürzten Refrain zu gehen. Im Anschluss schalte ich um auf den Akkorden der Strophe in Variation 3, dort ist ein Solo eingespielt, am Ende noch einmal kurze Version des Refrains auf Variation 4 und schließlich das Ganze (ebenfalls auf C) abzuschließen. So habe ich es aufgenommen. Das Ergebnis ist bewusst nicht nachbearbeitet.
Die Akkordwechsel „quietschen“ bisweilen etwas, das Klavier ist nicht hundertprozentig sauber, in Variation 1 sind ein paar Basstöne des Klaviers zu viel, als würde jemand doppelt den Akkord schlagen, auch die Übergänge durch Fills zwischen den Variationen sind nicht ganz treffsicher. Aber insgesamt finde ich das Ergebnis schon ziemlich beachtlich. Die Zuordnung der Akkorde ins Intro, das Solo auf Variation 3, das Ending – das ist gut umgesetzt. Damit kann man arbeiten.
Ein bisschen putzen in Variation 1 und bei den Sounds, ein bisschen Feinschliff im Mix und ich kann das MIDI-File zu Hause lassen und den Song beliebig mit dem Style variieren. Vor allem, wenn ich daran denke, wie mühsam die Arbeit mit MIDI-Files zum Teil ist und wie sehr sie aufgepimpt werden müssen, um sie einigermaßen klingen zu lassen, damit sie im Mix mit gespielten Styles nicht völlig herausstechen. Überrascht und gefreut hat mich das Gitarrensolo in Variation 3. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.
Anordnung der User-Daten
Was die User-Daten angeht, hat man bei Korg offensichtlich unter der Haube ein neues Format für die entsprechenden Files geschaffen, das die Arbeitsgeschwindigkeit erhöhen soll. Außerdem lassen sich hier ab sofort die User-Styles und Keyboard-Sets beliebig per Drag & Drop innerhalb der jeweiligen Menüs verschieben. Die standardmäßige alphabetische Sortierung kann damit geändert werden. Auch die Icons im User-Bereich lassen sich jetzt variieren bzw. an die Nutzerwünsche anpassen.
Die Keyboard-Sets können zudem kopiert werden und zwischen sowie innerhalb von User-Styles und Songbook-Einträgen individuell ausgetauscht werden.
Das hört sich für mich nach einer ziemlich großen Operation an. Die Kompatibilität mit den vorhergehenden User-Daten ist damit nicht mehr unbedingt gewährleistet. Korg wird seine Gründe haben, das zu machen – ich hoffe, der Nutzen siegt am Ende über den Ärger mit den Kompatibilitätsproblemen zu den auf den alten OS-Versionen erstellten Einstellungen.
De-Esser für Mikrofoneingang
Im Menüpunkt Mic Setup unter EQ/Dynamics lässt sich nun ein De-Esser einstellen, der mit Threshold, Frequency und Ratio regelbar ist. Gleich daneben findet sich eine Pegelanzeige, die die Stärke der Reduktion bildlich darstellt.
46 neue Styles
Zu guter Letzt gibt es – wie schon beim letzten Update 1.3 vor einem Jahr – zum neuen Betriebssystem auch gleich noch eine Reihe neuer Styles. Ein schönes Update-Bonbon mit einer guten Mischung aus klassischen und modernen Styles.
Video zum Update
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