Test: Korg Wavedrum WD-X

10. Februar 2010

Korg Wavedrum WD-X

Kleine Info vorab:

Im September 2014 haben wir zur Wavedrum WDX ein Special veröffentlicht, in dem wir nicht nur die Wavedrum erneut unter die Lupe nehmen, sondern auch Zubehör vorstellen wie einen preisgünstigen Ständer sowie die sensationellen „Broomsticks“ mit denen sich das Wavedrum auf vielerlei Arten spielen lässt. Das SPECIAL erreichen Sie über folgenden Link:  WAVEDRUM WD-X SPECIAL.

Die Korg Wavedrum WD-X (oder kurz: WDX) wird zwar als „Dynamic Percussion Synthesizer“ bezeichnet und auf der Korg-Website auch in der Kategorie „Synthesizer“ und nicht bei den Drums geführt, ist aber keine der üblichen Triggerdrums mit MIDI, sondern ein mit einem Trommelfell versehenes Perkussionsinstrument – zwar mit elektronischer Klangerzeugung, das aber ganz herkömmlich gespielt wird. Also eher ein Synthie-Instrument-Hybrid. Klingt kompliziert? Erklärung folgt.

Korg Wavedrum WD-X

Korg Wavedrum WD-X

 

Legendär

Es gibt Legenden des Sports, Legenden der Popmusik, legendäre Schauspieler – aber auch legendäre elektronische Klangerzeuger. Und würde man da eine Umfrage machen, um die Top Ten der letzten 30 Jahre zu ermitteln, so wäre – neben dem Minimoog und der Roland TB 303 – mit Sicherheit auch die Korg Wavedrum mit dabei. Ende 1994 kam die erste Version des Perkussionssynthesizers auf den Markt – für stolze 4.390 DM. So blieb sie dann auch lange Zeit ein zwar viel beachtetes, aber nur für wenige erschwingliches Instrument. Erst lange nach Produktionsende schossen die Preise auf dem Gebrauchtmarkt dann plötzlich in Höhen, die noch über dem Neupreis lagen; eine Entwicklung, wie man sie ja auch bei der TB 303 beobachten konnte, bis dann die Flut an preiswerten Nachbauten dem Spuk ein Ende machte. Korg hat wohl aus dem Fehler von Roland gelernt und wollte selber vom Kultstatus der alten Drums profitieren: Statt anderen über kurz oder lang das Feld zu überlassen, hat man sich entschlossen, selber einen Nachfolger zu konzipieren – technisch verbessert und vor allem auch preislich deutlich günstiger.

Ein Klassiker mit Heiligenschein, die Ur-Wavedrum

Ein Klassiker mit Heiligenschein, die Ur-Wavedrum

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Jonson

    Hallo,

    mich würde nach Lesen des Berichts dann doch mal interessieren, wieso denn offenbar ein Menge alter Algorithmen der Ur-Wavedrum fehlen?

    Und auch ein anderer Punkt wird zumindest nicht deutlich:
    Lässt sich durch das Bearbeiten der Parameter tatsächlich „Neues“ schaffen, also zum Beispiel eine seltsam „tuning-instabile, übergrosse Conga“ oder so Zeugs?

    Ich weiß nicht, ob Ihrerseits eine Anfrage bei KORG stattgefunden hat – aber es wäre schon interessant zu erfahren, wieso es KEINEN USB-Anschluss gibt, oder ob derartiges in einer neuen, „großen“ Version kommen soll. Klar, das KORG sich zu diesem Zeitpunkt bedeckt hält – würde doch wohl jeder warten, anstatt das aktuelle Modell zu nehmen… – aber das sind solche Gedanken, die einem / mir spontan durch den Kopf springen.

    Grüße,
    Jonson

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      network-909  

      Über fehlendes USB und Midi-Schnittstellen wurde in Foren schon viel diskutiert.
      Aber Korg hat das Ding wohl eher als Musikinstrument konzipiert. Musikinstrumente brauchen kein USB. Das Abfeuern der Sounds über Midi halte ich für ziemlich langweilig und umgekehrt ist ein Triggern von Sounds im Computer mit dem Pad ebenso witzlos.

      Leute, da ist die Gitarrenfraktion aber bisschen konsequenter: Audio raus in den Amp und Musik machen!! =)) Und alle Entwicklungen mit integriertem Tuner und USB und den ganzen Mist braucht kein Gitarrist wirklich, auch wenn alle erst mal auf der Messe ein dickes Aha-Erlebnis haben =D

      Was spricht denn dagegen, selbstgetrommelte Beats als Audiospur in die DAW aufzunehmen und in Tracks zu verwenden? Das ist doch der absolute Hammer =)

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        Jonson

        USB und Midi erwartete ich sicher nicht, um einspielen zu können – nein – es ist vielmehr fraglich, wieso auf diese Möglichkeit verzichtet wurde, denn einen Editor am Monitor finde ich zumindest ganz angenehm :0) Na – oder eben wegen der Datensicherung… (wenngleich ich sagen muss, dass mir in 25 Jahren kein einziges Mal der Speicherinhalt eines Synthesizer verloren ging).

        Und richtig – auch ich finde es spannend und
        förderlich, die Wavedrum direkt (ein)spielen zu müssen…

        Jonson

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          m.steinwachs  RED

          Ich habe bei Korg noch mal nachgefragt, warum es keine Datensicherung und keinen Editor gibt. Als Grund wurde der Preis genannt – die Entwicklung eines Editors hätte zusätzlich gekostet, und dann wäre man über die 500 Euro-Grenze gerutscht, die man wohl halten wollte.

          MIDI macht bei den Datenmengen ja ohnehin keinen Sinn, die Wavedrum ist eben mehr als nur ein Felltrigger :-)

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    olduser  

    Die Wavedrum braucht sicher kein Midi, ich hatte sie für 30 Tage, die Dynamik ist gewöhnungsbedürftig und manchmal schwer zu bändigen, die Anpassung an Verstärker ist für meine Begriffe danneben, Korg hat zwar nachgebessert und 2 Modi eingeschaltet. Fürs Trommeln zu Hause war es bei voller Dynamik immer zu laut oder kopfhörer benutzen. Live ist das Teil der Hammer, wenn man wenig schleppen will und einen Limiter in der Nähe hat.
    Die Sounds nutzen sich schnell ab, das Blech klingt bescheiden, es wäre schön eigene Samples einzubinden die Programmierung ist Poly 800 andererseits, hatte ich nicht den Eindruck, das noch Bahnbrechendes aus dem Teil rauszuholen ist, Korg hat halt versucht billig was Altes neuaufzulegen, man kann nur hoffen, daß da noch was nachkommt, da ich live nichts mache habe ich sie nach anfänglicher Euphorie zurückgeschickt und mir eine echte Djembe bestellt;-)

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      Jonson

      Das klingt ja fast entmutigend – ist der Punkt der Soundabnutzung doch genau *der*, der meine Frage nach dem „Umprogrammieren“ begründet.

      Hat man beim Spielen der Sounds denn das Gefühl von Abstufungen, ähnlich wie beim Samplelayering?

      Jonson

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        olduser  

        Na ja das ist sehr subjektiv, eine echte Djembe, Conga etc. ist nicht zu ersetzten, andererseits spielt sich die Wavedrum sehr organisch, wenn man sich ihren Eigenheiten anpasst, das macht schon Spass, der Kick ist eigentlich, dass sie die auftreffenden Signale in ihrer eigenheit dem Endresultat beimischt, das fand ich schon klasse und man hat auch ein sehr ausdruckstarkes Gefühl beim Spiel, sie reagiert natürlich in den Mikrophonzonen empfindlich und in den anderen regionen nicht, dass muss man ausprobieren, die Wavedrum ist ein Instrument für Drummer und Perkussionisten, weniger für SynthiLeute meiner Meinung nach, die hier aufgeführten Soundbeispiele kann ich nicht mehr hören, alle Demos im Netz klingen so, da kommt es auf den Musiker an. Als Synthfreak hätte ich mir mehr gewünscht und die Einbindung von eigenen Samples und eine bessere Bedienung bevorzugt, die Lust auf neue Sounds macht, die Einzelinstrumente klingen nicht so wahnsinnig spektakulär, im Studio kann man das mit Samples kontrollierter erreichen, ohne den Spielspass wohlgemerkt, live ist die Wavedrum ein killerteil, wenn man sie zu beherrschen lernt.
        Studio Gut Live Hervorragend meine subjektive Meinung, ich hätte für eine per Editor programmierbare mit eigener Sampleeinbindung lieber das doppelte bezahlt über USB, aber Ok die Industrie tickt anders, muss sie wohl auch. Wenn Du die Wavedrum bekommst und im Studio benutzen willst, kommt erst mal kaum etwas aus dem Teil, Du musst sie in einen anderen Modus schalten, wenn Du dann aber die Dynamik und Sensibilität voll nutzen willst musst Du den Amp schon gut aufdrehen, da sind die Boxen gefährdet. Zum Abschluss die Wavedrum muss jeder für sich testen, Korg baut immer wieder innovative Sachen, dies trifft zweifellos auch hier im Aufgussverfahren zu, mir wäre nach so viel Jahren ein ausgereiftes Produkt lieber gewesen.

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        olduser  

        Abstufungen sind im PM-Teil nicht vorhanden, das Eingangs-Signal wird ja mit zugemischt über die Mikrofone und das klingt schon organisch

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    zeitlos  

    Ich halte die Wavedrum II auch für ein gutes Percussioninstrument mit einer enormen Dynamik und vielen interessanten Sounds, habe aber dennoch einiges zu bemängeln: 1. – der Ausgangspegel ist mir zu leise, man muss den Mischpultkanal schon gewaltig aufdrehen (=Rauschen) bis ein aquivalentes Signal erreicht wird (dass dies bei einem Instrument dieses Jahrtausend noch passieren kann, überrascht mich dann doch) 2. – Im Gegensatz zum Tester finde ich die Art der Editierung richtig schlecht! Es stimmt zwar, dass man mittels Bedienungsanleitung ziemlich schnell die recht wenigen Parameter durchschauen kann, aber – und so habe ich das mehrmals erlebt – wenn man nach ´ner Woche wieder was verändern will, ist vieles vergessen, und man benötigt wieder die Bedienungsanleitung. Auch nach einem Monat geht mir das noch so! Da ist z.B. meine Handsonic trotz deutlich mehr Parameter einfacher zu bedienen, auch nach Monaten der Abstinenz geht´s hier ohne Manual! 3. – die Sensibilität fürs Fingerspielen könnte feiner sein (z.B. Roland Handsonic oder Yamaha MultiPad DTXM12 sind sensibler!) Aber vielleicht geht da noch was mit einem anderen Fell!?
    Ich werde die Wavedrum dennoch behalten, weil ich kein anderes elektronisches Perkussionsinstrument mit solch einer Dynamik kenne. Was dann nach einiger Zeit von den interessanten Sounds bleiben und verwertbar sein wird, bleibt abzuwarten. Solch extreme Sounds sind m.E. nur selten im Musikkontext einsetzbar, meist nur im/als Solo. Auch der wie ich finde beste Sound in der Kiste, die Tabla, ist eigentlich schon ziemlich abgenudelt …

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      Jonson

      Hallo,

      dann möchte ich Sei / Dich doch mal direkt fragen:
      Wie ist es denn nun mit der möglichen Veränderbarkeit der Sounds – lassen sich die Physical Modeling Algorithmen soweit verbiegen, das es was wirklich anders klingendes wird ?

      Ich sehe schon, ich muss mir das mal selbst anschauen :0))

      Die Sache mit dem schwachen Ausgangspegel:
      Hat KORG da nicht was nachgereicht, was Besserung bringen soll bzw. bringt es das auch nicht? (irgendwelche 2 Modi…)

      Jonson

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        zeitlos  

        Eindeutig nein. Die Physical Modeling Algorithmen lassen sich zwar austauschen, dann hört man aber Grundklänge, die man aus anderen Presets der Wavedrum schon kennt. Dass man z.B. eine Tabla auf einen Durchmesser von 10 m erweitern kann, ist nicht möglich Die Eingriffe sind eher so wie man sie von einem einfachen Sampelplayer her kennt ( damit ist nicht der Sound gemeint!) Richtig neue „eigene“ Welten lassen sich nicht verwirklichen. Was aber funzt, um Eigenes zu erschaffen, ist die Neumischung der Parametereinstellungen, mehr leider nicht. Das ist schade, aber ich sagte es ja schon, die Dynamik ist es(!), und dass viele Sounds deutlich runder (organischer) klingen als wenn sie von irgendeinem Sample-basierten Instrument kommen. Das gilt auch für die kaputtesten Klänge! Und für einen Percussionisten ist es ein Leichtes, damit tolle Sachen zu machen…

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      m.steinwachs  RED

      Der Ausgangspegel lässt sich ja über einen kleinen Trick, der im Handbuch auch beschrieben wird, verdoppeln – anschließend fand ich den eigentlich völlig ok.

      Und dass man nach ner Woche die Parameter wieder vergessen hat, kann man ja kaum Korg ankreiden (Übung macht den Meister *g*) Sicher gehts auch noch einfacher, aber wenn man das regelmäßig macht, hat man es doch irgendwann drauf – ich hab da Geräte, bei denen ich das wesentlich komplizierter finde…

      Ich denke auch, dass man über verschiedene Felle da noch einiges ändern kann – so stehts zumindest auch irgendwo im Handbuch. Evtl. auch über die Fellspannung, da hab ich bisher noch nicht dran rumgedreht.

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        zeitlos  

        >>>m.steinwachs, 12.02.2010 – 12:57 Uhr:
        Der Ausgangspegel lässt sich ja über einen kleinen Trick, der im Handbuch auch beschrieben wird, verdoppeln – anschließend fand ich den eigentlich völlig ok.<<< Das hört sich ja vielversprechend an. Leider finde ich im Handbuch die entsprechende Stelle nicht. Könntest Du bitte ....

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          zeitlos  

          Hab´s nun selbst im Net gefunden: Beim Einschalten die „Bank“-Taste gedrückt halten. Dann erscheint auf dem Display eine „1“. Jetzt per Value-Regler auf „2“ drehen. „Bank“ und „Write“ drücken und anschließend neustarten.
          ABER :
          Leider, leider ist meine Wavedrum aus der ersten Lieferung, und dort geht das nicht! Diese Möglichkeit der Lautstärkeverdoppelung wurde erst bei der 2. Lieferung implementiert .

          Jetzt habe ich den Salat! Hätte die Wavedrum II einen USB-Anschluss, könnte man das nachbessern! Aber so?!

          Shit XXX (Eigenzensur)XXX!

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            saxfloete

            Im Handbuch steht das nicht (auch nicht im direkt von Korg herunter geladenen). Diese Funktion scheint es meines Erachtens also auch nicht zu geben. Kann das sein?

            • Profilbild
              zeitlos  

              Doch, die Funktion gibt es. Die Anleitung dazu steht zwar nicht im Handbuch aber auf einem Beipackzettel …

              • Profilbild
                saxfloete

                Sorry für den Kommentar. Ja, die Funktion gibt es wirklich. Nach weiteren Recherchen ist mir dann bewusst geworden, dass ich wirklich das alte Modell besitze, bei welcher man den Lautstärkepegel nicht einstellen kann. Jetzt habe ich sie eingeschickt und in ein paar Tagen bekomme ich hoffentlich meine Wavedrum mit dem neuen Firmware-Update.

  4. Profilbild
    zeitlos  

    Mesh Head auf Wavedrum II

    Ich habe auf meiner Wavedrum das (m.E. zu dicke!) Originalfell ausgewechselt, da es erstens beim Stockspiel zu unsensibel war und zweitens recht laut. Als Ersatz habe ich einmal ein weißes Roland-V-Drum-Mesh Head ausprobiert und ein schwarzes TDrum-Mesh Head. Beide sind fürs Stockspiel erheblich besser (leiser und sensibler)!! Ich glaube, dass TDrum-Fell ist sogar noch ´nen Tacken sensibler als das Roland, da weicher/dünner.

    Beim Handspiel kann ich zum Originalfell keinen Unterschied entdecken. Das TDrumfell ist wegen seiner größeren Rauhheit gut geeignet für Effelt-Kratzgeräusche (via eingebautes Wavedrummikrofon). Das Roland-Fell fühlt sich dagegen beim manuellen Spiel angenehmer an.

    Aus meiner Sicht ist das Originalfell eine Fehlentscheidung von Korg gewesen oder Nostalgie bezgl. Wavedrum I. Vielleicht aber auch nur eine Notlösung, weil Korg evtl. aus Patent-rechtlichen keine Meshheads benutzen darf !? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass sich für mich durch Mesh Heads die Spielbarkeit der Trommel erheblich verbessert hat.

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