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Test: Kramer, 84 Baretta Red, E-Gitarre

(ID: 622)

Am Verstärker angeschlossen, setzt sich das solide Konzept der Kramer-Axt fort. Wie fast zu erwarten, liegen die Stärken des Instrumentes nicht im Clean-Bereich. Selbst die Series/Parallel-Coiltapping-Funktion kaschiert nicht, dass nur ein Tonabnehmer zur Verfügung steht. Der Humbucker in der Stegposition ist schon alleine dadurch limitiert, was die Soundvariationen betrifft. Somit bekommen wir eher mittige, kantige Clean-Sounds, die durchaus definiert sind und auch ihren Charme haben, aber ganz klar nicht zu vergleichen sind mit Soundmöglichkeiten von Halstonabnehmern oder diversen Zwischenpositionen.

Im Gain bzw. Highgain-Bereich fühlt man sich hingegen sofort zu Hause, denn hierfür ist die Klampfe geschaffen. Trotz hoher Verzerrung bietet die Kombination Ahorn und Seymour Duncan-Pickup immer genug Druck und trotzdem auch eine gute Transparenz. Die Coil-Tapping-Funktion macht den Sound etwas schlanker oder umgekehrt kann man damit den Druck etwas erhöhen und bekommt mehr Schub im unteren Mittenbereich. Auch wenn es beim Clean-Sound offensichtlicher ist, fügen sich diese Soundvariationen durch die Push/Pull-Schaltung im verzerrten Bereich harmonisch ein und werten den Sound sinnvoll auf. Das Floyd Rose-Vibrato erledigt tadellos seien Job und sorgt auch bei extremer Aktion jederzeit für ein verstimmungsfreies Spiel.

Bewertung

Test: Kramer, 84 Baretta Red, E-Gitarre

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-- Die Rückseite --

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Klangbeispiele
Fazit

Was soll man sagen, die Kramer Baretta 1984 ist ein 80er Jahre Brett – und was ist momentan hipper als das?! Die Gitarre ist durchaus speziell und eher was für Fans der härteren Gangart. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass die 80er mehr als gegenwärtig sind, kann ich mir gut vorstellen, dass auch einige andere durchaus Interesse an dieser Gitarre zeigen könnten. Selbst ich habe kurzzeitig damit geliebäugelt. Die in Korea gefertigte Gitarre ist topp verarbeitet und weist keinerlei qualitative Mängel auf. Alle Bauteile machen einen sehr soliden und verlässlichen Eindruck. Das Konzept widerspiegelt eine simple Linie, alles Überflüssige flog über Bord. Die Konstruktion ist mit Hals, Griffbrett und Korpus komplett aus Ahorn und somit etwas schwerer, als man vielleicht hofft, doch genau diese Bauweise hebt sie auch von vielen ähnlichen Gitarren ab, vor allem was den Sound betrifft.

Klar, man kann die Gitarre nicht direkt mit den damals in den USA gefertigten Modellen vergleichen, aber für diesen Preis bekommt man mehr als genug und ich komme daher in der Bewertung nicht um die „Best Buy“ herum, aber wieso auch nicht? Wie immer: Wer auf der Suche nach so etwas ist und nicht das nötige Kleingeld hat, um sich eine Originale leisten zu können, sollte die Neuauflage auf jeden Fall mal anspielen. Mich hat sie überzeugt!

Soundbeispiele: Bogner Alchemist, Sennheiser e609, Pro Tools

Plus

  • Look
  • Sound
  • Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • -

Preis

  • Straßenpreis: 499,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Michael Fendt AHU

...ist Absolvent des GIT, Los Angeles. Seit 1999 Profimusiker. In vielen Stilen zuhause, spielt er live, im Studio und arbeitet als Dozent, Autor und an der DAW

Klangbeispiele
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