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Test: KRK GoAux 4, Nahfeldmonitore

Kleiner Monitor mit großem Anspruch!

9. Dezember 2022
krk go aux 4 test

KRK GoAux 4, Nahfeldmonitore

Ob Kaffee, Pizza oder was auch immer für ungewöhnliche Produkte, vieles ist heute „To Go“, sprich „zum Mitnehmen“. Artikel, die sonst stationär verköstigt oder verwendet werden, kann man nun auch einpacken und dort verwenden, wo man sich gerade befindet. Nun denn, warum Selbiges nicht auch in den Audiobereich transferieren, wird sich KRK Systems gefragt und deshalb einen sehr portablen Lautsprecher mit der Bezeichnung KRK GoAux 4 ins Leben gerufen haben. Mal sehen, welchen Ansprüchen die mittlerweile zum Gitarren-Giganten Gibson gehörende Firma mit diesen sehr speziellen Lautsprechern gerecht werden.

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Die Konstruktion der KRK GoAux 4

„Nein, was sind die knuffig“, so oder so ähnlich wird der eine oder andere schon auf die wirklich sehr portablen Nahfeldmonitore reagieren, ähnliche Aussagen dürften auch schon Besitzer von Havanesern, Chihuahuas oder Yorkshire Terriern entgegengenommen haben. In der Tat gehen die aus Kunststoff in China gefertigten Boxen von ihren Abmessungen her mit 205 x136 x 140 mm (H x B x T) locker als PC-Lautsprecher durch und dürften auch auf einem wirklich sehr kleinen Tisch Platz finden. In Sachen Transportabilität sind solche Abmessungen nur schwer zu unterbieten.

Aber warum sollte man aber überhaupt transportable Lautsprecher sein Eigen nennen, zumal man mit hochwertigen Kopfhörern einen ernstzunehmenden Konkurrenten im Bereich des geringen Gepäcks hat? Nun, wenn wir in die Hochzeit der Tonstudiokultur zurückblicken, gab es nicht nur echte „Rockstars“ auf und hinter der Bühne, sondern es gab auch verschiedene Engineers, die insbesondere im Mixing-Bereich einen legendären Ruf innehatten und genau wie Studiomusiker für verschiedene Sessions gebucht wurden. Analoge Tonstudios waren Giganten der Technologie und es war unmöglich, seine Aufnahmen wie heute bei Bedarf auf jedem Klo einspielen zu können. So war es üblich, dass der Mixing-Engineer den nächsten Flieger bestieg und in seinem Gepäck neben seinem wichtigsten Outgear wie Kompressoren, EQs etc. möglichst auch noch ein paar transportable Nahfeldmonitore mit sich führte, auf die er eingehört war, um das Endergebnis besser beurteilen zu können.

KRK GoAux 4 Test

KRK GoAux 4 Ständer

Da heute jeder in irgendeinem Raum seiner Wohnung sein Homerecording-Studio aufbauen kann, ist dieser Bereich nur noch der Champions-League der Künstler vorbehalten, in denen Studioaufenthalte als Werbekosten abgesetzt werden können und Geld letztendlich keine Rolle spielt. Allerdings bieten Nahfeldmonitore immer noch mal einen andere Höreindruck als Kopfhörer, wenngleich natürlich die physikalischen Voraussetzungen diametraler nicht sein könnten, insbesondere was den Bassbereich angeht.

Bereits während des Auspackens der KRK GoAux 4 fallen einem die unterschiedlichen Gewichte der beiden Lautsprecher auf, was einen ganz einfachen Grund hat. Das Gehäuse des linken Lautsprechers beinhaltet die gesamte Elektronik des Systems, das Netzteil und die Endstufe, die aus dem 4″ Tieftöner (33 Watt) und dem 1″ Hochtöner (17 Watt) immerhin stattliche 50 Watt pro Monitor herausholt, wobei ich mir sehr sicher bin, wir reden hier von Peak-Leistungen, was wahrscheinlich dann zwischen 15 – 20 Watt RMS abbildet. Der rechte Monitor wird lediglich mit einem mitgelieferten Lautsprecherkabel versorgt und ist im Prinzip ein passiver Lautsprecher. Ganz neu ist dieses Prinzip natürlich nicht, denn wer kennt nicht die legendären JBL Control One, die es vor viele Dekaden auch in einer aktiven Variante gab und deren Prinzip mit dem KRK GoAux 4 identisch ist.

P.S.: Wer die Chance hat, alte Control One zu ergattern, deren Membran noch nicht zerfallen ist, unbedingt kaufen, die neuen haben nicht einmal im Ansatz die gleiche klangliche Qualität.

Beide Lautsprecher der KRK GoAux 4 sind durch schwarze Gitter gegen äußere Einwirkungen geschützt, wobei die Membran des Tieftöners natürlich im typischen KRK Gelb eingefärbt wurde. Laut Hersteller bieten die KRK GoAux 4 einen Frequenzgang bei -3 dB SPL von 60 – 20.000 Hz und bei -10 dB SPL von 55 – 22.000 Hz bei einem Maximalpegel von 98,5 dB, wobei gerade die Angaben im Bassbereich mit dem nötigen Abstrahierungsvermögen zu betrachten sind. Um den kleinen Gehäusen noch etwas mehr Bassvolumen zu ermöglichen, besitzen beide Boxen auf der Rückseite an der Oberseite eine Bassreflexöffnung, die nach hinten abstrahlt.

KRK GoAux 4 Test

KRK GoAux 4, Front

Das Zubehör der KRK GoAux 4

Selten genug, dass man bei Nahfeld-Monitoren einen separaten Absatz im Bereich Zubehör einrichtet, aber was KRK hier alles mitliefert, ist wirklich beachtlich. Da wäre zum einen die gepolsterte, widerstandsfähige Tragetasche, in der die beiden Boxen in zwei abgetrennten Fächern ruhen. Das ebenfalls gepolsterte Mittelstück wird vom zwei Boxenständern belegt, auf den die Monitore mittels zwei mitgelieferten Schraubknöpfen fixiert werden können, um dann in ihrem Anstellwinkel verändert werden zu können. Zwei Taschen an der Seite und eine weitere im Deckel beinhalten ein Quick-Start-Manual in sieben Sprachen, ein Netzkabel (der Trafo befindet sich im Gehäuse!), das Lautsprecherkabel für die rechte Box und als Besonderheit ein spezielles Messmikrofon, das in Zusammenarbeit mit einer entsprechenden Regelelektronik ein rudimentäres Einmessen der Abhörsituation im Bassbereich erlaubt.

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KRK GoAux 4 Test

KRK GoAux 4 Rückseite

Anschlüsse und Regelmöglichkeiten

Bis auf den Mastervolume-Endlosregler auf der Frontseite befinden sich alle Regelmöglichkeiten auf der Rückseite der linken Box. Neben einem Miniklinke AUX In, einem USB In und zwei TRS-Buchsen kann das System auch per Bluetooth mit Signalen versorgt werden. Vier kleine Druckschalter mit den dazugehörigen LEDs regeln das Bluetooth-Pairen, die Aktivierung des ARC Einmessungsverfahren und eine Zweiband-Klangregelung aus Höhen und Bässen. Je nach Helligkeitsgrad der jeweiligen LED bieten die Bänder eine Absenkung von 3 dB, eine Flat-Einstellung oder aber eine Anhebung von 2 dB.

Des Weiteren befindet sich auf der Rückseite die Buchse des vierpoligen Lautsprecherkabels, das sich einmal im Gehäuse versenkt, nur mit ein wenig Fummelarbeit wieder aus der Buchse entfernen lässt. Nun ja, für eine amtliche Klinkenlösung wird es mit dem Platzangebot etwas eng auf der Rückseite der aktiven Box. Ansonsten gibt es noch den On/Off-Schalter und eine zweipolige Netzsteckerbuchse, da aufgrund des Kunststoffgehäuses die Kaltgerätelösung nicht von Nöten ist. Wie bereits erwähnt, hier noch mal einen Extrapunkt für das interne Netzteil, ich bin mir sicher, eine externe Lösung wäre billiger, aber auch deutlich nerviger gewesen.

KRK GoAux 4 Test

KRK GoAux 4, Transporttasche

Die KRK GoAux 4 in der Tonstudiopraxis

Der erste Klangeindruck der KRK GoAux 4 erinnert mich an eine High-End-Boombox, was aufgrund der Abmessungen auch nicht weiter verwunderlich ist, allerdings mit einem sehr hohen Ansatz in Sachen Klangqualität. KRK hat es tatsächlich geschafft, einen Großteil des bekannten KRK-Sounds mit seinem offenen, gut aufgelösten Klangbild tatsächlich auch in diese Winzlinge zu transportieren. Der Mittenbereich ist sehr dominant, ist schön transparent und bildet die klassischen Mitteninstrumente wie Gitarre und Gesang gut ab. Auch der Hochtonbereich weiß zu gefallen, insbesondere wenn man mittels der Druckknöpfe auf der Rückseite einen dezenten Boost initiiert.

Apropos Druckknöpfe: Natürlich muss man bei diesen Gehäuseabmessungen Kompromisse eingehen, so dass man den rückseitigen Zugang mit dem „Walk Behind-Push-Walk In Front-Listen-Repeat“ Workflow noch akzeptieren kann. Allerdings ist die „LED-Lichtstärken“ Klangregelung etwas verwirrend und nicht wirklich gut abzulesen, von daher sollte man sich mit der Klangregelungsverwaltung Zeit lassen.

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KRK GoAux 4
KRK GoAux 4
Kundenbewertung:
(13)

Bzgl. der Basswiedergabe wird sich jeder darüber im Klaren sein, dass ein 4 Zoll Lautsprecher physikalisch keine Tiefbässe erzeugen und erst recht keine amtliche Studioabhöre ersetzen kann, was aber auch gar nicht der Ansatz der KRK GoAux 4 ist. Umso überraschter war ich, dass sich zumindest im dreistelligen Hz-Bereich die Basswiedergabe ungewöhnlich straff darstellte und zumindest der „hörbare“ Bassbereich gut wahrnehmbar erschien. Die Basswidergabe verbesserte sich nochmals, nachdem ich die Boxen über das Messmikrofon eingemessen hatte. Mittels zwei Messdurchgängen reduzierte die Elektronik mehrere Dröhnfrequenzen des Raums und boostete die unteren Bassbereiche, was sich in einem stabilen und angenehmen Basssound widerspiegelte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die KRK GoAux 4 einen deutlich erwachseneren Sound bieten, als es der erste optische Eindruck vermuten lässt. Das Konzept ist schlüssig, die Abmessungen winzig, der Klang gut und das Zubehör hervorragend. Ein rundes Ding und viel mehr als ein Spielzeug.

KRK GoAux 4 Test

KRK GoAux 4

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Fazit

Mit dem KRK GoAux 4 führt das Unternehmen ein winziges, aber überraschend gut klingendes Nahfeld Monitor System in seinem Portfolio. Die sehr transportablen Boxen bieten klanglich weit mehr, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut und schaffen es sogar, durch das mitgelieferte Einmessungsmikrofon in Anbetracht eines 4 Zoll Basslautsprechers einen überraschend runden Bass-Sound zu liefern.

Wer unterwegs mobile Recordings oder Editierungsarbeiten lieber mit Monitoren, als mit Kopfhörern erledigt, sollte die Monitore auf jeden Fall einmal antesten.

Plus

  • Abmessungen
  • Konzept
  • Zubehör
  • überraschend erwachsener Sound

Preis

  • 436,- Euro (Paarpreis)
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Forum
  1. Profilbild
    OscSync AHU

    Finde die Boxen durchaus interessant, und hätte mir von diesem Test daher auch ein paar Infos zum Messmikro und dem ARC-Verfahren gewünscht und erwartet….

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @OscSync Leider hat der Hersteller keinerlei Infos bzgl. des Messmikrofons und der Messverfahrens beigefügt.

  2. Profilbild
    OscSync AHU

    Dieser Artikel ist als Test gekennzeichnet. Konntest Du die Funktion ausprobieren? Ist sie hilfreich, ändert sich der Sound dadurch erkennbar? Was passiert bein Abruf der ARC-Funktion?

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @OscSync Nichts für ungut, aber hast du den Test überhaupt durch gelesen?

      Zitat: „Die Basswidergabe verbesserte sich nochmals, nachdem ich die Boxen über das Messmikrofon eingemessen hatte. Mittels zwei Messdurchgängen reduzierte die Elektronik mehrere Dröhnfrequenzen des Raums und boostete die unteren Bassbereiche, was sich in einem stabilen und angenehmen Basssound widerspiegelte.“

      • Profilbild
        OscSync AHU

        @Axel Ritt Ja, habe ich. Und dann noch mehrfach überflogen auf der Suche nach Infos zu ARC. Aber irgendwie habe ich es geschafft, diesen Part konsequent zu übersehen. Sorry dafür und danke!!

  3. Profilbild
    Baeno

    Danke für den Test.
    Darauf hatte ich seit der Ankündigung gewartet.
    Ich finde das Ganze als System mit Tasche und Ständern total rund.
    Und auch auf die Tatsache, dass man mit diesen Boxen an vielen (akustisch) unterschiedlichen Orten arbeitet, wird mit dem Messsystem eingegangen. Gutes Konzept.
    Mal sehen ob ich mir die neu hole oder einem enttäuschten Erstbesitzer gebraucht abkaufe :)

    • Profilbild
      ukm

      @Baeno Ich bin zwar (noch) kein enttäuschter Erstbesitzer, habe aber diese Monitore gekauft als tragbare Lösung für das Keyboard-Monitoring im Proberaum (damit ich nicht immer die große Kiste herumschleppen muss).
      Die Monitore sind dann an meinem „Live-Koffer-Tisch-System“ mit den zwei Rechnern und Zubehör angeschraubt und können so ausgerichtet werden, wie man es gerade braucht. Mal schauen, wie das funktioniert, wenn da noch 6 Bläser herumhupen.

      Das Konzept finde ich gut. Alles in die Tasche rein und fertig ( ein kleiner Kopfhörer für Notfälle müsste auch noch passen).
      Den Klang kann ich noch nicht abschließend beurteilen, die Einmess-Funktion habe ich auch noch nicht ausprobiert.

      Kritikpunkte sind für mich folgende:
      1. EQ-Einstellungen mit den LED-Anzeigen (unterschiedliche Helligkeit für jede der 3 Optionen) ist keine optimale Lösung.
      2. Die Monitore schalten sich ohne Signal nach ca. 20 min ab und brauchen zum „Aufwachen“ nach Drücken des Buttons auf der Frontseite ca. 15 sec – das könnte schon mal knapp werden, wenn man nicht rechtzeitig vorher einschaltet.
      Diese Funktion kann wohl auch nicht deaktiviert werden.

      • Profilbild
        Baeno

        @ukm Ja, für diese Situationen machen die kleinen Monitore viel Sinn.
        Und ich glaube, wenn sich das bewährt, ist das eine super Komplettlösung.
        Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass der EDM-Producer mit JetSet-Leben diese Teile mitschleppt um im Hotelzimmer zu producen. Die Marketing-Abteilung von KRK aber irgendwie schon.🙂

        Das mit dem automatisch abschalten kann hoffentlich in Zukunft per Update geändert werde, das hört sich echt nervig an.

        Da du die Monitore ja besitzt, könntest du die vielleicht mal an den PC anschliessen per USB und rausfinden, mit welcher Bitrate und Frequenz8 der DA Wandler arbeitet?
        Das interessiert mich brennend und der KRK-Support konnte mir da nicht helfen.
        Falls das nicht geht, auch kein Ding.

        Beste Grüße

  4. Profilbild
    chrizzler82

    meine ersten „richtigen“ studiomonitore habe ich übertragen von einem freund gekauft, und ja… es waren krk… freut mich sehr zu sehn, dass sie immer noch neue ideen am start haben! ein freund hat die 3 wege monitore in verwendung und ist überglücklich!

  5. Profilbild
    Soundrausch

    Mein erster Gedanke war ja „wer braucht sowas??“… Nach dem Studium des Artikels denke ich schon an kurze Besuche bei freunden zum „Jammen“ mit der DAW :-)

    • Profilbild
      synaesthesia

      @Soundrausch …und Musiker die auf Reisen nicht ausschließlich auf Kopfhörer angewiesen sein wollen.
      Meine iLoud Micro Monitore mit nem Paargewicht von ca. 1,8 Kilo habe ich mir ursprünglich für Reisen gekauft, mittlerweile stehen sie Zuhause neben meinen Neumann KH120A und kommen auch dort immer wieder zum Einsatz, da sie mir eine andere Perspektive bieten und mir Dinge auffallen die ich auf den Neumann oft nicht bemerkt habe und die Ergebnisse auf anderen Systemen praktisch immer gut klingen. Mit Kopfhörern alleine bekomme ich das selten so treffsicher hin.

  6. Profilbild
    Baeno

    Ich habe mal den KRK/Gibson Support angeschrieben, ob sie mir ein paar Infos zu dem eingebauten USB-Interface (Bit- und Samplerate, Wandler usw.) geben können.
    Nach 4 Wochen kam folgenes:“Unfortunately the information is not available from us. It is be USB compatible standard.“
    Weiß jemand da Genaueres?

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