Monitore für Content-Maker und Studio-Einsteiger
Die KRK Kreate 3 Monitore bilden das kompakteste Modell der Kreate-Reihe in einer Desktop-freundlichen Form. Konzipiert für Homestudios, Desktop‑Setups, Content‑Creators und preisbewusste Musikschaffende versucht KRK, seinen bekannten Monitor‑Sound mit modernen Features wie Bluetooth‑Streaming zu kombinieren.
- Kompakt & flexibel: Perfekt für Desktop, Homestudio und Content-Produktionen mit wenig Platz.
- Umfangreiche Ausstattung: Bluetooth 5.3, EQ-Regler, AUX, TRS und RCA für vielseitige Nutzung.
- Klanglich überzeugend: Klare Mitten und Höhen, aber bauartbedingt begrenzter Tiefbassbereich.
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Solider Studiomonitor mit Alltagskomfort zum fairen Kurs.
Inhaltsverzeichnis
KRK Kreate 3 – Konzept und Ausstattung
„Ach Gott, sind die süß“ waren die ersten Worte meiner Frau, als ich die gerade mal 140 × 205 × 159 mm großen Boxen neben mir aufs Sofa gestellt hatte. Und in der Folge, soviel darf ich verraten, haben die Dinger ihren Schreibtisch nicht mehr verlassen, lediglich für die Fotos und den Praxistest im Studio durfte ich sie gnädigerweise noch mal entführen. Einen nicht unerheblichen Teil dieses Tests habe ich am Laptop der oben genannten Ehefrau geschrieben, während das iPhone unerbittlich Peter Gabriel, Toto und Talk Talk in den Raum hineinwarf.
Die Kreate 3 sind aktive 2-Wege‑Nahfeldmonitore mit einem 3,5″‑Tiefton‑/Mittelton‑Woofer aus glasfaserverstärktem Aramid und einem 1″‑Textil‑Hochtöner, die von einer zweikanaligen Class‑D‑Endstufe angetrieben werden. Die Monitore decken einen Frequenzbereich von etwa 70 Hz bis 33 kHz ab und erreichen bei Bedarf bis zu 104 dB SPL – für diese Größe beeindruckend laut und mit ausreichend Reserven für hohe Frequenzen ausgestattet.
Die Anschlussvielfalt ist für diese Preisklasse umfangreich. Neben symmetrischem TRS/TS und unsymmetrischem RCA stehen auch ein 3,5 mm AUX‑Eingang und – als echt praktisches Merkmal in diesem Segment – Bluetooth 5.3 Streaming zur Verfügung. Das macht die KRK Kreate 3 nicht nur zu Studiomonitoren, sondern gleichzeitig zu komfortablen Alltagslautsprechern für Desktop‑Setups, Video‑Workflows oder mobile Devices.
Die KRK Kreate 3 werden ausschließlich als Paar verkauft und arbeiten als „Satellitensystem“, wobei der linke Lautsprecher über alle Anschlüsse und den Netzschalter verfügt. Das mitgelieferte Verbindungskabel ist von guter Qualität und für einen normalgroßen Schreibtisch lang genug, kann allerdings nicht mal eben durch ein herkömmliches Klinkenkabel ersetzt werden, wenn mal ein Defekt auftritt.
Auf der Rückseite finden sich zwei Dreifach-EQ‑Switches für Low‑ und High‑Frequenz (Shelving), mit denen sich der Klang an die unmittelbare Umgebung und Raumsituation anpassen lässt – ein sinnvolles Feature, wenn man in nicht optimierten Räumen arbeitet. Die Abstufungen von jeweils -2 dB, neutral und +2 dB sind dabei praxisgerecht gewählt.
Die Unterseite der Boxen ist jeweils mit einer durchgehenden Moosgummimatte versehen, was eine akustische Entkopplung vom Untergrund ermöglicht und nebenbei stabilen Stand garantiert. Mit 4,5 kg ist die Gefahr, dass die Boxen beim Techno eigenständig tanzen, somit auch extrem gering.
Die Kreate 3 Monitore im Praxischeck
Im Nahfeld bieten die KRK Kreate 3 eine überraschend klare Darstellung im Präsenz‑ und Hochtonbereich. Stimmen und definierte Mitten werden sauber transportiert, ohne dass die Höhen übermäßig betont oder schneidend wirken. Das kenne ich von anderen Lautsprechern in dieser Preisklasse anders. Die kleinen Kreate 3 eignen sich tatsächlich für Studiomonitoring im Einsteigerbereich, wobei ich sie im Verlauf des Tests auch als angenehme Alltags-Boxen kennengelernt habe, die auch bei der Wiedergabe von Hörbüchern einen großartigen Job machen.
Meine „üblichen Verdächtigen“ im Bereich der Referenzsongs klingen auch bei hohen Lautstärken ausgewogen, Totos „I Will Remember“ neigt trotz extrem tiefer Toms nie zum Matsch, Peter Gabriels Sledgehammer mit Tony Levins unglaublichem Fretless-Sound kann die Monitore nicht erschüttern. Talk Talk mit der charakteristischen, sonoren Stimme von Mark Hollis und den leicht nervigen Gitarrensounds auf „The Colour of Spring“ klingt nie unangenehm oder kratzig.
Der Sweetspot ist recht klein, was eine gute Platzierung der Kreate 3 und der eigenen Ohren im Bereich des verwendeten Schreibtisches empfehlenswert macht. Vorteil ist, dass ich sogar im Wohnzimmer bei mittellaut laufender Musik niemandem die Gehörgänge verstopfe, der sich in der angrenzenden, offenen Küche die Zeit mit der Zubereitung leckerer Speisen vertreibt und dabei selbst inspirierende Musik laufen hat.
Die Basswiedergabe ist bei der mangelnden Größe natürlich nicht unbedingt die Stärke der Zwerge, die 3,5″ Woofer können physikalisch bedingt keine Subbässe übertragen. Wer also auf krasse Bässe abfährt, sollte sich einen Subwoofer zusätzlich anschaffen oder auf die größeren Modelle ausweichen. Ich habe zum Test im Studio meinen Presonus Eris Pro 10 mit angeschlossen, und wenn man dem die Arbeit im Subbassbereich überlässt, atmen die Kreate 3 noch mal richtig auf und präsentieren ihre angenehmen Höhen sehr überzeugend.
Auf kleinem Raum liefern die KRK Kreate 3 also eine recht lebendige Wiedergabe mit gutem, transientem Ansprechverhalten. Dynamische Feinheiten werden sauberer wiedergegeben als bei vielen mir bekannten, ähnlich günstigen Multimedia‑Lautsprechern und die Monitore wirken in der Summe „ehrlicher“, sind also auch durchaus zur Bewertung von Mixen geeignet.
Im typischen Desktop‑Setup oder auf Monitor‑Ständern erzielt man mit den KRK Kreate 3 schnell wirklich gute Ergebnisse. Die EQ‑Anpassungen helfen dabei, kleine Raumprobleme zu kompensieren, was die Monitore auch als zusätzliche Abhöre empfiehlt, auf der man schnell mal einen Mix gegenchecken könnte. Mix aufs Smartphone ziehen, ab in den Aufenthaltsraum und beim Druck auf den Kaffeevollautomaten den Mix abhören. Klasse.
Für wen eignen sich die Kreate 3?
Eigentlich müsste es heißen: „Für wen eignen sich die Kreate 3 NICHT?“ Hier seien dann mal alle Producer von basslastigen Inhalten genannt. Hier sollte man über größere Woofer nachdenken oder auf jeden Fall einen passenden Subwoofer anschließen, sonst ist keine referenzgültige Einschätzung des Mixes möglich. Alle anderen sollten sich die Monitore, vor allem angesichts des Paarpreises von gerade einmal 149,- Euro, unbedingt näher anschauen. Ich sehe die kleinen, eleganten Brüllwürfel mit den markanten, gelben Ringen in den Speakern am ehesten in Heimstudios im Einsteigerbereich und auf den Tischen von Videoschnitt- und Gaming-Freaks.
Alternativen
Als Alternative fallen mir sofort die IK Multimedia iLoud Micro Monitore ein, die wir ebenfalls zum Test in der Redaktion hatten, die hervorragend abgeschnitten haben und auch von der Ausstattung her ähnlich sind. Ebenfalls ins Beuteschema eventueller Interessenten könnten die Presonus Eris 3,5 BT fallen, auch wenn diese laut Testbericht etwas zum Färben neigen.
Einschätzung eines Nicht-Profis
Meine Frau wird regelmäßig ungewollt von mir mitversorgt, was die Musik hier im Haus angeht. Da wir einen eher diametralen Musikgeschmack haben und sie sich die kleinen Brüllwürfel direkt unter den Nagel gerissen hat, war mir ihre Einschätzung wichtig. Nach ein paar recht langen Minuten mit Helene Fischer („Vamos a Marte“) und deutlich angenehmeren, aber nicht weniger lauten Minuten mit Jennifer Rostock („Hengstin“) ist die Gänsehaut auf ihren Unterarmen unübersehbar und der fehlende Subwoofer ist ihr in keiner Weise negativ aufgefallen. Wir einigen uns zum Schluss auf „Hey Jude“ und befinden die KRK Kreate 3 beide unabhängig für fantastisch.






































Sehr geiler Test und genau richtig für heutige Bedürfnisse anstatt, „hier schau mal meine 3-Wege Midfield für 5K das Stück“. 😄
Habe heute auf Reddit die Genelec 8010 gesehen und konnte kaum glauben, daß die so winzig sind. Preis/Leistung sind die KRK natürlich besser aber auch etwas größer.
Bin am Wochenende vom Dachboden (zu kalt) mit allem ins Wohnzimmer gezogen und habe Socken in die Löcher der A7X gesteckt um weniger Bass zu haben. Ein zweites Paar Minilecs oder Kreate wären schon interessant, allein schon aus Witz. Danke für den lustigen, anschaulichen und praxisnahen Test. 👍
schöner test.
wer nur hört, kann benutzen, was ihm gefällt. wer produziert, muss den gesamten hörbaren frequenzbereich (20Hz-20kHz) möglichst linear hören können. alles andere ist untauglich.
die tendenz, mit zu kleinen lautsprechern und zu kleinen videomonitoren zu arbeiten, ist unprofessioneller unfug. auch wenn viele das heute so machen.
@mdesign früher war das Standard zumindest die kleinen Monitore. diese Sony pro crts sind heute teilweise sehr gesucht. aber mit flachen Monitoren heute natürlich besser.
ich hatte mehr als ein Jahr die Presonus 3.5bt die im Test genannt werden. für den Preis fand ich die echt gut. aber halt eher für Zimmerlautstärke. der Bass verzerrt schnell, aber man hat mehr als man denkt. das tolle ist, man kann einfache klassische Boxen Kabel zuschneiden. die beigelegten sind echt billig.
Das nicht austausch- und verlängerbare Spezialkabel ist für mich schon ein Ausschlusskriterium…. (geplante Obsoleszenz)
@WOK Das ist tatsächlich eine komische Entscheidung.
Die Stecker sind allerdings nichts besonderes, die kann man so kaufen. Der Name fällt mir grade nicht ein, aber das Kabel wäre ersetzbar.
Es ist allerdings keine Stangenware, was es sein sollte.