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Test: Kurzweil K2088, K2061 V.A.S.T Synthesizer

Kurzweils Kraftpaket auf dem Prüfstand

19. November 2025
Kurzweil K2088 K2061 V.A.S.T Synthesizer Workstation Test Aufmacher

Test: Kurzweil K2088, K2061 V.A.S.T Synthesizer

Vorgestellt wurden die neuen Kurzweil K2088 und K2061 Synthesizer bereits vor vielen Monaten auf der NAMM 2024. Auf der Superbooth 25 in Berlin hatten wir dieses Jahr die Gelegenheit für einen Kurztest des Kurzweil K2061. Nun sind die ersten Geräte offiziell in den Shops angekommen. Es wird also Zeit, dass wir der Neuheit auf den Zahn fühlen. Zum Test stand uns der Kurzweil K2088 V.A.S.T Synthesizer zur Verfügung. Hat sich das lange Warten gelohnt?

Kurz & knapp
Was ist es? Kurzweil, K2088/K2061, V.A.S.T Synthesizer, vielseitige Workstation für Bühne und Studio.
  • Vielseitigkeit: 256 Stimmen, V.A.S.T.-Synthese, FM, VA, KB3-Orgel und umfangreiche Soundbibliothek.
  • Bedienung: Übersichtliches Panel, farbiges Display ohne Touch, Menüführung teils umständlich.
  • Soundqualität: Exzellente Synth- und Orgelklänge, Natursounds solide, aber nicht führend.
  • Praxistauglich: Robustes Gehäuse, live- und studiotauglich, komplexe Programmierung.
  • Fazit: Für Klangbastler top, klassische Sounds stark, kleine Schwächen bei Natursounds und Bedienkomfort.


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Kurzweil K2088 V.A.S.T Synthesizer

Das Warten hat ein Ende

Es scheint in der Branche fast schon üblich, neue Geräte mit langem Vorlauf anzukündigen. Aber dann macht sich nach erster Vorfreude doch etwas Ungeduld breit: Feature: angekündigt – Bug: erscheint nie. Die vertröstenden Nachrichten wie „demnächst mehr“ oder „Mehr Infos in Kürze“ oder gar „lieferbar in mehreren Monaten“ sind dann schon ziemlich nervig. Man bekommt den Eindruck, dass das Produkt noch gar nicht fertig ist, aber das Promomaterial schon mal verfasst wurde.

Es gibt aber auch große Hersteller, die es hinkriegen, ein Gerät vorzustellen und es in der darauffolgenden Woche bei den Musikhäusern anzuliefern. Wir wollen hier keine Namen nennen, Kurzweil gehört allerdings definitiv nicht dazu. Aber ich will nicht jammern, vielmehr gilt es jetzt zu entscheiden, ob sich das Warten gelohnt hat.

Ich hatte zum Test einen Kurzweil K2088 zur Verfügung, bis auf die Tastatur sind K2061 und K2088 technisch identisch.

Wie der geschulte Laie schon am Namen erkennen kann, wurde der Kurzweil K2088 als Nachfolger des legendären K2000 angekündigt. Und die Tastaturgröße kann man praktischerweise an den Endziffern ablesen. Das schreit ‚obvious‘ in Caps Lock.

Die Features der neuen K2000 Serie

Hier zunächst einmal die Features der neuen Serie:

  • Kurzweil K2088: 88 gewichtete Tasten mit Hammermechanik (Fatar TP/40L) und Aftertouch, Kurzweil K2061: 61 Tasten Synth-Action mit Aftertouch (Fatar TP/9)
  • Neues Gehäuse mit Aluminium und Stahl
  • Neu gestaltete K2000-Synthesizer-Bibliothek – kompatibel mit Bibliotheken der K2-Ära
  • 256-stimmige Polyphonie
  • V.A.S.T.-Synthese mit bis zu 32 Layern pro Programm und anpassbaren Algorithmen
  • 6-Operator-FM-Engine mit DX7-Kompatibilität
  • KB3 ToneReal Orgeln und VA1 Virtual Analog Synthesis
  • Flash-Sample-Wiedergabe – 4 GB Speicher (2 GB Factory, 2 GB User)
  • Über 2000 Factory-Programme und 500 Multis
  • 16fach multitimbral
  • 16 konfigurierbare Zonen mit eigenem Arpeggiator
  • 32 Effektprozessoren mit über 1.000 Presets
  • 4,3-Zoll-LCD-Farbdisplay (480 x 272 Pixel)
  • Eingebauter Ribbon-Controller

Kurzweil und V.A.S.T.

Die Instrumente von Kurzweil sind, bis auf wenige Ausreißer der letzten Jahre – ich erinnere hier an das PC4 – die Volvos der Musikinstrumente: solide gebaut, verlässlich, langlebig, qualitativ hochwertig. Sie überleben problemlos Umzüge, Kleinkinderattacken und DHL – und unter der Haube eine Allzweckwaffe für Klangerzeugung.

Die K2000-Serie präsentierte zum ersten Mal die sogenannte V.A.S.T.-Synthese, Variable Architektur Synthese Technologie, die bis heute als Herzstück der Klangerzeugung fungiert. Wer mehr über die Serie und Sounds erfahren will, findet hier ist eine schöne Zusammenfassung von Peter Grandl.

Besonders auf dem amerikanischen Markt ist die Marke ziemlich präsent. Viele der großen Musical-Häuser in den USA und Großbritannien setzen die Instrumente für die Orchester und Bands gerne als Synthesizer- oder ROMpler-Allzweckwaffe ein.

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Ich mochte den Sound der Kurzweil-Geräte immer. Sie sind besonders als Live-Instrumente im Bandkontext verlässliche Arbeitstiere und decken den Bereich der Brot-und Butter-Sounds mit guten, durchsetzungsfähigen Klängen sehr gut ab.

Neues Design

Das Design der neuen Kurzweil-Synthesizer spannt den Bogen zwischen Tradition und Moderne. Der Bezug zum K2700 ist erkennbar. Aber man hat ihm ein Facelift verpasst.

Test Kurzweil K2088

Das Bedienfeld ist übersichtlich angeordnet: Neun Fader, Potis und Druckfelder links neben dem Display, das zwar farbig und hochaufgelöst ist, allerdings nicht per Touch bedient werden kann. Und bisweilen braucht man wegen der geringen Größe – 4,3 Zoll mit 480 x 272 Pixeln bei 95 mm Breite und 54 mm Höhe – eine Lupe oder Lesebrille. Denn die Untermenüs sind schon manchmal ziemlich vollgestopft mit Optionen und das geht zu Lasten des Überblicks. Auch die Bedienung über die sechs Druckknöpfe unter dem Display empfinde ich als etwas fummelig und nicht mehr ganz zeitgemäß.

Unter dem Display, oberhalb der Tastatur, sitzt der Ribbon-Controller. Bei vielen Geräten der Marke war das ein optionales Gadget, jetzt ist es im Kurzweil K2088 fest eingebaut.

Rechts neben dem Display befinden sich die Menü- und Soundauswahl mit Buttons und Value-Rad sowie das Transportfeld. Ganz links befinden sich zwei Handräder (Modulation und Pitch) sowie zwei Transpose-Buttons.

Das sieht erst einmal aufgeräumt und übersichtlich aus.

Der Ribbon-Controller ist – wie gesagt – fest verbaut oberhalb der Tastatur. Er ist erkennbar in drei Zonen eingeteilt. Gesteuert wird er mit dem Finger und er ermöglicht Veränderungen von Filtern und Modulationen. Man kann damit beispielsweise einen Glissando-Effekt erzeugen, verschiedene Filter steuern, die Tonhöhe des gespielten Tons verändern und vieles, sehr vieles mehr. Wer sich einmal damit angefreundet hat, weiß ihn zu schätzen.

Links unter dem Modulationsrad und Pitchbender prangt das in die Oberfläche eingelassene Kurzweil-Emblem. Auf die Pads, die noch beim K2700 zu finden sind, hat man beim Kurzweil K2088 verzichtet.

Die Rückseite des Kurzweil K2088

Die Rückseite des Kurzweil K2088 ist vorbildlich leicht nach oben angeschrägt, damit man beim Einstecken der Kabel nicht hinter das Gerät kriechen muss. So etwas mag ich. Hier hat jemand einfach praktisch mitgedacht. Kein großer Aufwand, aber großer Effekt. Dort finden sich dann vier symmetrische Ausgänge in zwei Paaren, ein Kopfhöreranschluss, zwei Audioeingänge und eine MIDI-In- und eine MIDI-Out-Buchse. Dazu kommen zwei Controller-Anschlüsse, eine Sustainpedal-Buchse und eine Switch-Buchse. Außerdem ein Storage- und ein Computer-USB-Anschluss. Warum man auf eine MIDI-Thru-Buchse verzichtet hat, erschließt sich mir nicht ganz.

Ein sehr sinnvolles Feature: An den Computer-USB-Anschluss kann man auch einen externen Controller anschließen. Ob zusätzliche Tasten oder Pads, einfach MIDI-Kanal zuweisen und los geht’s. Eine gute Sache für den Live-Betrieb.

Das Innenleben des K2088

V.A.S.T. mit PCM, FM, VA und KB3

Mit 256 Stimmen Polyphonie tritt der neue Kurzweil-Synthesizer in den Ring. Die einzelnen Programme können aus bis zu 32 Layern bestehen – und das Interessante daran ist, dass jede Layer-Ebene frei definiert werden kann, was die Syntheseform angeht. Das lässt aufhorchen, setzt aber natürlich voraus, dass man in der Lage ist, so etwas Komplexes zu programmieren. Dazu später. Aus den einzelnen Programmen können dann noch entsprechend Multis zusammengebaut werden.

Im Grunde ermöglicht V.A.S.T. eine Kombination aus Sampling, Subtraktion (Tonerzeugung durch Entfernen von Filtern), FM und Waveshaping. Heißt so viel wie: Ein „Layer“ kann aus einer Reihe von DSP-Blöcken bestehen, zum Beispiel Oszillatoren (Samples, Wellenformen, Noise), Filtern (Tiefpass, Bandpass, Hochpass, Formant usw.), Waveshapern, FM-Blöcken sowie mathematischen DSP-Funktionen. Wer will und wer es kann, darf da bis in die mathematischen Formeln bei der Programmierung dieser Funktionen vordringen.

Mit der FM-Engine lassen sich DX7-Programme importieren. Damit wird ein ziemlich großer Bereich von Klangbibliotheken geöffnet. Die bereits seit längerer Zeit bei Kurzweil eingesetzte KB3-Engine reproduziert Orgel-Sounds, die sich durch die neun Fader steuern lassen. Manche Programme sind so programmiert, dass der Leslie-Effekt per Anschlag gesteuert wird, sonst liegt die Steuerung der Geschwindigkeit auf dem Variation-Button links unterm Volume-Regler. Alle gängigen Elemente, Chorus, Vibrato, Key-Klick, Percussion lassen sich regeln.

Test Kurzweil K2088

Neben den Synthese-Engines kommen dann hochwertige Effekte ins Spiel. Bei Kurzweil werden die Effekte in sogenannten „Chains“ programmiert, wobei eine Chain, zu Deutsch Kette, bis zu 16 Effekte enthalten kann. Viele der entsprechenden Parameter können dann mit den Reglern und Slidern in Echtzeit gesteuert werden.

Um es mal etwas flapsig zusammenzufassen: V.A.S.T. im Kurzweil K2088 ist damit ein bisschen wie LEGO Technik für Sounds: Man kann bis zu 32 Mini-Synths stapeln, sie frei verkabeln, VA, FM und Samples nach Belieben zusammensetzen und dann alles durch FX-Ketten jagen – am Ende lässt sich das auch noch live-tauglich mit einem Haufen Controllern steuern. Und dann gilt: Wenn’s nicht fett genug ist, hast du’s einfach noch nicht tief genug verkabelt. Oder mit anderen Worten:

Das V.A.S.T. im K2088 ist eine modulare, frei verdrahtbare DSP-Engine mit 32-Layer-Stacking und Cascade-Routing, in dem VA, FM, Samples und KB3 Orgeln in einem Programm zusammengeführt werden können – mit hoher Polyphonie und großer FX/Mod-Tiefe für detailreiche, komplexe Klangkonstruktionen. Vom Brot-und-Butter-Sound bis Frankenstein-Klang ist hier alles drin. Mein persönliches Manko dabei:

Ich hatte schon Schwierigkeiten, die FM-Synthese, die im Gegensatz dazu angeblich relativ simpel arbeitet, ernsthaft nachvollziehen zu können. Am DX7 dachte ich immer, ich müsse nur lang genug eine Schwingung mit einer anderen so durchwackeln, bis aus einem simplen Pieps plötzlich Glocken, E-Pianos und ‚Wie-hab-ich-das-gemacht?‘-Klänge werden. Ich bin schließlich Musiker und kein Mathematiker. Ich will doch nur spielen … insofern wird das Arbeiten mit V.A.S.T. für mich schnell zur Überforderung. Für echte Klangbastler scheint mir das aber ein mögliches Paradies auf Erden.

Abgerundet wird das Paket mit einem Sequencer und Arpeggiatoren. Wem es zu fummelig wird am Gerät selbst, kann auf den MAC/PC-Editor von Kurzweil zurückgreifen.

Ein Audiointerface bietet das Gerät nicht. Irgendwie schade. Das ist inzwischen eigentlich Standard – und der K2700 aus dem gleichen Hause kann das.

Die Tastatur des Kurzweil K2088

Es handelt sich laut Hersteller um eine gewichtete Hammermechanik mit Aftertouch aus dem Hause Fatar. Die Typenbezeichnung lautet TP/40L. Es ist eine gute Allroundtastatur, die sich wohl schon im PC3K8 des Herstellers befand. Sie ist für mein Empfinden relativ schwergängig. Aber ich empfinde sie dennoch immer noch als guten Kompromiss für Pianisten, um nicht nur die Klaviere, sondern auch Orgeln und Synthies gut spielen zu können. Auf eine Graduierung von Bass bis Diskant sowie Escapement oder spezielle Oberflächen (Ivory-Touch oder Ähnliches) muss man verzichten. Die TP/40L ist nicht die leiseste Tastatur, aber es wackelt und wabbert auch nichts.

Sounds

Was die Sounds angeht, spielt der Kurzweil K2088 meines Erachtens im Vergleich mit anderen Workstations und Synthesizern auf dem Markt durchaus in der Oberklasse mit, auch wenn er sich da im Vergleich „out of the box“ etwas schwer tut. Das Instrument deckt auf jeden Fall ein breites und umfangreiches Spektrum an Sounds ab und steht damit in guter Tradition zu den Vorgängern.

Test Kurzweil K2088

Die Pianos, E-Pianos, Clavs und Orgeln gefallen mir im Grunde durch die Bank gut und es ist für jeden Geschmack etwas dabei, vom drahtigen Flügel – zum Anstinken gegen eine Gitarre im Bandspiel – über den warmen Soloflügel bis hin zum poppigen Upright, vom rotzigen Fender-Rhodes übers Wurly bis zum digitalen DX-Piano, von der Jimmy Smith bis zur John Lord-Orgel ist alles geboten. Hier punktet Kurzweil mit Masse und Klasse.

Bei den Natursounds, von der akustischen Gitarre bis zu Streichern und Bläsern, hat sich seit meiner letzten Begegnung mit Kurzweil, dem Forte, nicht so viel getan. Das ist qualitativ immer noch völlig in Ordnung. Das letzte Quäntchen an Realismus bleibt dennoch auf der Strecke. Ich kann nicht so recht beschreiben, woran es liegt. Im Vergleich mit Korg oder Yamaha stehen die Kurzweil-Sounds der Naturinstrumente mit starker Brust in der zweiten Reihe, aber eben doch in der zweiten Reihe.

Die Programs sind irgendwie zeitlos und absolut praxistauglich, aber dadurch vielleicht auch ein bisschen altmodisch? Ein Freund von mir behauptet, Kurzweil klingt „amerikanisch“ – was immer das heißen mag. Oder ist das der Preis der Abwärtskompatibilität? Hinter der glänzenden Oberfläche bleibt für mein Gefühl im Bereich der PCM-Samples seine digitale Seele spürbar. Die Streicher und Orchestersounds, für deren Vielfalt und Qualität Kurzweil einmal stand, sind ein wenig in die Jahre gekommen und wurden von der Konkurrenz mit zahlreichen Artikulationen und aufwändigeren Samples überholt.

Die Synthesizer-Sounds, die Leads, Pads, FX, sind von sehr hoher Qualität. Sowohl die VA-Engine als auch die FM-Engine sind zweifelsohne sehr gut klingende Klangerzeugungen – und in Verbindung mit den Effektmöglichkeiten gibt es hier wirklich erste Sahne-Sounds. Es macht Spaß, die Sounds durchzuspielen. Da kommt wirklich Freude auf. Und als Multi zusammengesetzt, kommt echtes Analog-Feeling auf, da zeigt der Kurzweil K2088 richtig Zähne. Bis zu vier Zonen kann man layern oder splitten.

Hier ein Querschnitt an Klangbeispielen von ein paar Programs. Ich habe dafür die „Programm Demo“-Sequenz der jeweiligen Sounds abgefeuert und aufgenommen.

Klangbeispiele

Übrigens: Wenn im Program-Mode der aktuelle Sound mit Sustain gehalten wird, kann man währenddessen einen neuen Sound auswählen. Eine Art Seamless-Sound-Switching. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass das aufgrund der Klangerzeugung innerhalb der KB3-Sounds nicht funktioniert. Kein Manko, wie ich finde.

Auch im Multimode umschalten geht nicht ohne Weiteres. Das fällt jedoch auch nicht weiter ins Gewicht, denn für den Livebetrieb ist ja eher der Quick Access Mode zuständig und dort funktioniert es. Der Modus mit seinen frei belegbaren Slots (10 pro Seite) ist wie eine Set List oder wie Scenes; die dort abgelegten Sounds können Programs oder Multis sein.

Sequencer im K2088

Im Song-Mode kann man einen klassischen 16-Spur-Sequencer aufrufen. Nicht mehr selbstverständlich bei Workstations heutzutage.

Im Bereich des Arpeggiators fallen auch die sogenannten CC-Sequenzen, also Continuous Controller Befehle. Alle erdenklichen Controller-Befehle lassen sich hier zuordnen, wobei sich die Anzahl der Steps und Sync-Modes einstellen lassen.

Außerdem stehen – wie schon bei früheren Geräten von Kurzweil – sogenannte Riffs, also im Grunde Patterns, ebenso zur Verfügung.

Auch bei der Arbeit in diesem Modus wird der Workflow mit dem Display und den Buttons doch etwas sehr fummelig. Auf einen Piano-Roll-Editor wird verzichtet, es wäre auch nicht wirklich darstellbar in der Größe. Für die Arbeit mit dem Sequencer ist er aber doch schon ein Muss geworden. Schade. Da muss man zwangsläufig auf die DAW ausweichen.

Praxis

Fürs Studio ist der Kurzweil K2061 oder K2088 im Bereich der Synthesizer-Sounds ein sehr guter Klanglieferant. Wer ihn programmieren kann, dem öffnet sich hier auch ein riesiger Kosmos an Möglichkeiten. Was die Natursounds angeht, würde ich dann doch eher auf VSTs umsteigen.

Live gibt das Instrument sich meines Erachtens keine Blöße. Ich würde ihn jederzeit auf einen Gig mitnehmen, ohne dass mir dabei irgendetwas fehlen würde. Allein um meinen Rücken würde ich mir etwas Sorge machen, aber das ist nun wirklich mein Problem.

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Fazit

Der Kurzweil K2088 ist für mich ein solider, extrem vielseitiger Synthesizer mit sehr umfangreichen Synthesemöglichkeiten und guten Masterkeyboard-Funktionen. Wie ein K2000 auf Steroiden. Klanglich gut, technisch souverän, aber mit steiler Lernkurve. Das Gewicht ist mit deutlich über 20 kg nicht gerade rückenfreundlich. Da kann immerhin der kleine Bruder K2061 als Alternative in die Bresche springen. Was die Sounds angeht, liefert er eine gute bis sehr gute Qualität, die sich im Bandkontext sehr gut einsetzen lässt. Wer „Preset anwählen und los geht’s“ sucht, findet bei der Konkurrenz teils bessere Sounds und flotteren Workflow. Wer gern schraubt und Klangarchitektur liebt, könnte hier glücklich werden. Darin sehe ich die echte Stärke des K2088.

Allerdings muss ich schon sagen, dass die Konkurrenz, insbesondere Yamaha hier gerade in letzter Zeit mit Instrumenten wie dem Montage M oder ModX M schon Marken gesetzt hat, nach denen bei aller Qualität der K2088 sich ganz schön strecken muss und die er wohl nicht wirklich reißen wird, allen Programmiermöglichkeiten zum Trotz. Das Display ist mir zu klein, aber es gibt auch einen PC-/Mac-Editor von Kurzweil, der die externe Programmierung etwas komfortabler macht.

Für mich ist der K2088 ein klassisches Arbeitstier, das mit guter Qualität und in großer Auswahl Soundmaterial bietet. Die Abwärtskompatibilität und die Möglichkeit, Samples der Formate WAV und AIF (bis 16 Bit, 96 kHz) sowie die Kurzweil-Formate FOR, PC4, P3K, KRZ, K25 und K26 zu importieren, erweitert die Bibliothek, auf die man zugreifen kann, auch noch einmal erheblich.

Plus

  • mehrere kombinierbare Syntheseformen
  • große Auswahl an Presets
  • Kompatibilität zum DX7
  • gute Masterkeyboard-Funktionen

Minus

  • kleines Display und damit oft schwieriger Workflow
  • sehr steile Lernkurve für Programmierung
  • keine MIDI-Thru-Buchse
  • kein Audiointerface

Preis

  • 2.499,- Euro
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  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Das alte Problem: Wenn ein Synthesizer so richtig was kann, dann ist er meistens auch nicht gerade einfach zu programmieren. Da kann es noch so viele Knöpfe und Displays usw. geben, wenn man in die Tiefen der Soundprogrammierung des entsprechenden Geräts vordringen will, dann ist halt Sitzfleisch angesagt. Ich kenne kein Gerät, bei dem das nicht so wäre.

    Mir als Soundbastler (ich baue alle meine Sounds selber) läuft alleine schon bei V.A.S.T. das Wasser im Munde zusammen. Ich wusste sehr lange nicht, dass die hauseigene Kurzweil-Synthese quasie ein Baukasten-System ist. Das war ja schon beim K2000 so. So richtig bewusst wurde mir das aber erst, als vor … boa, das müssen locker über 20 Jahre her sein … der gute Martin Gretschmann (aka Acid Pauli) das in einem Interview erwähnte (damals in der Keys, glaube ich). Da ging es um »Synthesizer beherrschen« und nicht einen nach dem anderen kaufen. Und als Beispiel nannte er dann seinen K2000. Wenn ich jetzt noch höre, dass es zusätzlich eine VA-Engine, ein FM-Engine sowie eine Hammond-Engine gibt … und man die auch noch frei mixen kann … ja, ich bekomme einen Springbrunnen im Mund.

    Jetzt noch der K2061/88 als Rack-Version … das wär’s (gilt auch für den K2700).

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @Flowwater Das Problem bei Kurzweil ist, dass sich seit sehr, sehr vielen Jahren an V.A.S.T nichts mehr verändert hat. Es muss mein K2700 Test gewesen sein, bei dem ich das neue Instrument mit der Bedienungsanleitung eines alten Kurzweils, ich glaube eines Forte, bedienen konnte, weil sämtliche Bildschirmseiten und Paramter usw. identisch waren. Und genauso „alt“ war dann auch die komplette Benutzerführung. Das Manual war, nebeneinander gelegt, eigentlich Copy & Paste.

      Ich weiß jetzt nicht, wie es beim K2061 ist. Ich habe ihn nur kurz auf der Superbooth gespielt. Aber für mich war er klanglich gegenüber dem uralten PC2X, das ich früher hatte, ein deutlicher Rückschritt bei den Natur-Sounds. Die Synthesizer Sounds hingegen waren alle gut bis sehr gut. Aber das ganze User Interface wirkte im Vergleich zu meinem Roland Fantom sehr altbacken und angestaubt. Das muss man tatsächlich mögen. Es wirkt so als würde Kurzweil sprichwörtlich alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen. Wenn ich jetzt den Test hier lese, kommt es mir beim K2061/88 ähnlich vor.

      Das kann aber natürlich auch bei einem gewissen Kundenstamm von Vorteil sein. Die Instrumente werden oft bei Musicals eingesetzt und da muss über viele Jahre natürlich Beständigkeit her und es gibt oft viele verschiedene Musikerbesetzungen. Da ist Kompatibilität Pflicht, auch wenn mal ein Instrument gewechselt wird.

      • Profilbild
        stanft

        @Markus Galla Ich verstehe die Kritik an Kurzweil und der „archaischen Ader“ von denen total. Aber ich bspw. bin dieses Jahr nach fast 20 Jahren Korg mit voller Absicht auf einen K2700 umgestiegen, nachdem ich vorher noch nie einen Kurzweil hatte.

        Ja, der Touchscreen von den anderen Workstations ist nett, und mehr Informationen auf einmal sehe ich auch. Aber schneller in der Bedienung war ich auf der Korg-Workstation nicht. Wenn man sich einmal an Kurzweil gewöhnt hat, ist man durch den hohen Anteil von „Tasten drücken“ unglaublich schnell. Und die Tasten registrieren auch jeden Druck, anders als der Touchscreen.

        Von der Engine her sehe ich Kurzweil auch immer noch auf Augenhöhe, selbst wenn V.A.S.T. schon so alt ist. Bei Korg hat sich ehrlich gesagt auch nicht so viel getan im letzten Jahrzehnt. Und der neue Montage M … das einzig wirklich neue ist AN-X. Von der Polyphonie her sind die alle nicht besser als der K2700, und bei AN-X habe ich sogar nur 16 Stimmen. Da geht beim K2700 mehr. Zumal ich da völlige Freiheit habe. Zwei Filter in Reihe – kein Problem. Ach nee, vielleicht doch lieber parallel – auch kein Problem. Das geht bei AN-X schon mal nicht. Dazu kommt eine Effektsektion, die so flexibel ist wie bei keiner anderen Workstation. Da sieht der Montage M dann nämlich eher sehr altbacken aus.

        Und was man dann zum Schluss nicht vergessen darf: Der K2700 als Beispiel kostet deutlich weniger als ein Fantom EX, ein Montage M oder ein Kronos.

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          @stanft Wenn man noch kein Kurzweil Keyboard hat, ist das auch keine schlechte Wahl. Es geht eher darum, dass seit Jahren wenig Neues geboten wird. Wer schon ein Kurzweil Instrument hat, wird deshalb kaum umsteigen wollen. Leider ist V.A.S.T zwar mächtig, aber schaut man sich mal an, was Roland mit ZEN-Core macht, schon wieder ein Punkt, bei dem das Potential nicht genutzt wird. Ich hatte viele Jahre lang ein Kurzweil PC2X. Ein klanglich tolles Instrument, im Vergleich zu den heutigen Instrumenten erstklassig verarbeitet, aber sauschwer. Leider war es aber damals schon sehr eingeschränkt, wenn man z. B. Multis erstellen wollte, was an den Effekten lag. Zur gleichen Zeit hatte Yamaha mit der deutlich günstigeren MOX-Serie die Nase vorn, wenn es um Layer Sounds ging. Dabei waren die Single Sounds bei Kurzweil echt super. Aber man spielt als Live-Keyboarder eben nicht nur einen Single Sound, sondern benötigt Multi Patches. Mit späteren Instrumenten hat Kurzweil dann aufgeholt. Mit dem K2700 konnte man mich nicht abholen, obwohl ich immer Kurzweil-Fan war, mit dem K2061 beim ersten Kontakt auch nicht wirklich. Ich habe immer noch die tollen Naturinstrumente vom PC2X im Ohr und noch einige Aufnahmen, die ich damals damit gemacht habe. So klingen die neuen Instrumente m. E. einfach nicht mehr, dafür sind die Synth Sounds deutlich besser.

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @Markus Galla kann mich erinnern!
        obwohl Roland ist ja auch ein Meister im recyceln.
        die aktuellen Jupiter und Junos haben auch die Möglichkeit xv5080 Samples von Anno dazumal zu laden. obwohl einige davon sind wirklich fein! 😀 ich liebe ja 90er Jungle und dnb und da passen die angestaubten Sounds toll.
        diese digitalen Pads auch „röchelpads“ genannt vor allem. 😄🤘
        auch ein Sample vom fairlight „moments in love“ arr1 Sound ist drauf. 😂

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @Markus Galla Dass sich bei der V.A.S.T.-Synthese seit Urzeiten nix geändert hat, muss ja kein Nachteil sein. Wer sich mit der Korg »M1« auskennt, dem kam die Synthese-Struktur bis »Triton« auch bekannt vor. Und die Terminologie ist auch noch im »Kronos« vorhanden. Und am Minimoog hat sich auch nix geändert, weil’s halt einfach bewährt ist.

        Das man das Ding nur altbacken bedienen kann … nun ja … das ist natürlich noch ein anderes Problem. Da ich durch die Programmierung der »M1« abgehärtet bin – wohlgemerkt an der »M1«, nicht am PlugIn -, stelle ich mir das nicht so als Problem vor. Ich wurschtelte mich da gerne hinein. Oder anders herum: Für mich ist das nicht abschreckend sondern im Gegenteil eher inspirierend.

        Ja, und, OK, das evtl. die Sounds seht altbacken klingen … ja, OK. Ich persönlich (wirklich ganz subjektiv) halte dagegen, dass ich wie gesagt Sounds selber baue. Da ist mir eigentlich egal, was an Mitgeliefertem vorliegt. Den K2061 würde ich mir nicht wegen seiner Natursounds kaufen. Mich interessiert tatsächlich die V.A.S.T.-Synthese als Synthese.

        Vielleicht sehe ich das aber auch zu rosarot. 🙂

        • Profilbild
          stanft

          @Flowwater Bei mir war es der gleiche Hintergedanke, der mich zum K2700 gebracht hat. Und bis jetzt hat mich V.A.S.T. nicht enttäuscht. Man hat wirklich extrem viele Freiheiten, und selbst wenn es bestimmte Dinge nicht auf den ersten Blick gibt, findet man auf den zweiten Blick einen Umweg, wie man es doch erreichen kann.

          Ich habe letztens bspw. einen Sound gebaut, der mit einem simplen Sägezahn-Sound anfängt. Dreht man das Modwheel dann auf, mutiert der Sound in der ersten Hälfte des Modwheel-Wegs zu einem Supersaw-Sound mit acht Sägezahn-OSCs. Und in der zweiten Hälfte erhöht sich dann die Verstimmung und ein paar Effekt-Layer werden eingeblendet. Da muss man in anderen Workstations/Synthesizern schon ziemlich kämpfen – also jedenfalls ich ;-)

          Das ist dann vor allem nur ein einzelnes „Program“. In einem Multi kann ich davon dann auch noch 16 simultan kombinieren. Also layering-technisch geht einiges bei Kurzweil.

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @stanft Wie ich den von Dir genannten Sound auf einer »M1« bauen sollte, wüsste ich auch nicht so genau. Mal abgesehen davon, dass die »M1« maximal 16stimmig ist. Gut, da würde die SuperSaw also erst mal nur mit 4 Oszillatoren erklingen; was dann die M1 aber nur noch 4stimmig spielbar macht. Aber wie ich das ein- und überblende auf halbem Weg des Joysticks … nee, keine Ahnung. 🤔

        • Profilbild
          Numitron AHU

          @Flowwater na ja. altbackene Samples und Digitales altert halt schneller.
          finde analoge Sounds deutlich zeitloser.
          hör dir Mal zb. trans Europa Express und dann Electric Cafe/Techno Pop oder Thriller und dann Bad an. die späteren mit vielen digitalen sind halt typisch 80s und die anderen zeitloser denke ich.

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @Numitron Da gibt es nichts gegen zu sagen und die Sounds und die von Dir genannten Songs sind natürlich gut. Der Besserwisser in mir zuckt ein wenig zusammen, dann der Bass-Sound zum Beispiel in »Billie Jean« besteht – wenn ich es richtig in Erinnerung habe – aus vier Einzelsound: Ein echter E-Bass plus drei Synthesizer. Und einer davon war das Synclavier. Und das wiederum ist ein digitaler FM-Synthesizer (mal bei Anthony Marinelli nach »Billie Jean Bass« suchen).

            Ich finde die Sounds der genannten Kraftwek-Werke allerdings nicht zeitlos. Für mich spiegeln die deutlich die jeweilige Zeit wieder, in der sie verwendet wurden. Und so sehr ich die ganntenten Werke verehre … selber würde ich die Sounds nicht verwenden wollen.

            Ich halte auch mal dagegen: Die Sounds, die zum Beispiel Vladislav Delay auf »Anima« oder »Whistleblower« verwendet oder Audhentik auf »Hypno« (aka Jens Hecht, Amazona-Autor), die sind nun auch alle recht zeitlos (und ich würde nach wie vor zu gerne wissen, wie Jens das alles gemacht hat … 😊). Gut, klar, bei den Genannten geht es um Ambient und Dub-Ambient, ein Genre, in dem ich mich selber nun ganz gut auskenne.

        • Profilbild
          m-ex AHU

          @Flowwater Zum Punkt: Vielleicht sehe ich das aber auch zu rosarot. 🙂

          Wie soll ich es diplomatischer ausdrücken?
          Entweder man möchte sich mit der VAST-Synthese auseinandersetzen, oder eben nicht.
          Bei ersterem führt kein Weg an Kurzweil vorbei, bei letzterem kann man sich ein beliebiges Produkt kaufen.
          Mit VAST erhält man ein extrem modulares Bearbeitungskonzept und wenn man sich dann auch noch einen Kurzweil mit Sample-Speicher besorgt, dann steht einem in beide Richtungen (Grundklang und Bearbeitung) so ziemlich alles offen.
          So wie ich Dich hier „erfahre“, könnte ich es mir sehr gut vorstellen, dass Du mit so einem Kasten glücklich wirst (könnte man durchaus als Wertschätzung auffassen).
          Aber klar, man muss sich da reinarbeiten.

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @m-ex Mir ging’s bei dem letzten Satz ja auch eher darum auszudrücken, dass man schlussendlich mit einem Synthesizer auch »warm« werden muss, man muss ihn erfahren. In der Praxis kann es ja noch mal ganz anders aussehen. Da ich aber durch die »M1« (und den »EX8000« sowie »01R/W« und »Z1«, und, ja, das waren jetzt zufällig alles Korg-Maschinen) abgehärtet bin, mache ich mir da keine Sorgen. 🙂

    • Profilbild
      moinho AHU

      @Flowwater Die FM-Engine gabs wenn man so will auch schon beim K2000, war da aber was „für Fortgeschrittene“ (wahrscheinlich auch aus patentrechtlichen Gründen).

      Man kann tatsächlich negativ sagen, daß synthesetechnisch der hier vorgestellte Kurz nur wenig mehr kann als der K2000 von 1993 oder so.
      Umgekehrt: wie geil war eigentlich der K2000 damals?

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        m-ex AHU

        @moinho Deine „negative Aussage“ könnte man leider so interpretieren, als ob sich in all den Jahren überhaupt nix geändert hat.
        JA, die Basis bildet immer noch die V.A.S.T-Synthese und diese ist durchaus zu vergleichen mit einem Modularsystem und auch nicht besonders „zugangsfreundlich“.
        Aber ebenfalls JA, V.A.S.T hat durchaus Überarbeitungen erfahren.
        Den leichteren FM-Zugang hast Du ja selbst erwähnt, ganz spontan fallen mir dann noch „Dynamic V.A.S.T“ und die Einführung des Cascade-Modus ein ….

        Und vollkommen unabhängig von V.A.S.T hat es ja auch weitere Überarbeitungen gegeben, z.B. eine Verdopplung der Effekt-Einheit ausgehend vom K2600 hin zum PC3 …

        Auf den positiven Schlusssatz hebe ich mein Getränk (uhrzeitbedingt aber eher einen Kaffee denn ein Bierchen 😉)

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        Flowwater AHU

        @moinho So sieht’s aus (»… wie geil war eigentlich der …«). Genau den Eindruck habe ich damals aus dem Interview mit Martin Gretschmann gewonnen. Und eigentlich täte es wohl auch ein K2000 oder ein K2500.

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    LeSarrois

    Wie schon ein Vorredner angemerkt hat, gibt es wohl kaum Veränderungen in der Ausstattung gegenüber den Vorgängern. Herausheben würde ich einzig den erweiterten Samplespeicher.
    Alles andere steckt anscheinend vergleichbar in meinem PC3K7 drin.
    Daher würde mich interessieren, ob ein Umstieg von der PC3K-Serie überhaupt lohnt.

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      Markus Galla RED

      @LeSarrois Vermutlich nicht. Als der K2700 veröffentlicht wurde, war das auch schon so. Für viele lohnte sich der Umstieg nicht. Das Forte war lange Zeit hinsichtlich seiner Ausstattung eines der Produkte mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Interessant ist das K2061/2088 eher für diejenigen, die noch kein Kurzweil Instrument besitzen oder früher mal einen K2000 hatten.

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      stanft

      @LeSarrois Die FM-Synthese ist immerhin neu. Die ist erst im Laufe der Softwareupdates für den Kurzweil Forte gekommen.

      Aber man kann sich sicher auf die Aussage einigen, dass Kurzweil nur sehr, sehr „behutsam“ weiterentwickelt. Das ist aber, glaube ich, auch schlichtweg der Größe des Teams dahinter geschuldet. Da haben Yamaha und Konsorten wahrscheinlich schon eine ganz andere Manpower.

      Wobei auch die anderen „Großen“ sich jetzt nicht wirklich mit Revolutionen in diesem Bereich überschlagen.

      Von der Engine her sind jedenfalls K2700, K2061 und K2088 identisch. Ich konnte alle Programme der K20xx problemlos auf meinen K2700 transferieren. Deshalb macht der K2061 für mich noch Sinn, da er nur 61 Tasten und Synth-Action hat. Der K2088 ist für mich aber ein eher redundantes Produkt. Da kann ich auch gleich einen K2700 nehmen.

  3. Profilbild
    jan1973

    Es gab in den 90ern zu ISA und Win9x Zeiten mal 2 Soundkarten mit VAST-Synthese. Die Turtle Beach Pinnacle und die AVM Apex. Bei hatten den Kurzweil MA-1 Chip drauf und man konnte damals übliche SIMM RAM-Riegel drauf stecken und hatte 48 (TB) bzw. 64 (AVM) MB Sample-RAM. Ich hatte damals die Turtle Beach Monterey mit dem simplen WaveFront Synth und 1MB RAM, welches nur per MIDI Sample Dump gefüllt werden konnte :( Aufgrund des K2000 fand ich diese Karten sehr spannend, hatte aber das Geld dafür nicht und die Softwareunstützung um die Fähigkeiten des Chips zu nutzen war dann kaum da.

  4. Profilbild
    maga

    Ich habe jetzt seit ein paar Wochen den K2061 auf den ich nun über 1 Jahr warten musste. Die Kurzweils waren mir schon immer meine liebsten Live-Synths (PC2. PC3) und ich wollte meinen alternden PC361 endlich adequat ersetzen.
    (mit den PC4 Plastebombern konnte ich nix anfangen und bin froh, dass Kurzweil wieder die Kurve zu wertiger Hardware geschafft hat.)

    Ich muss sagen, dass ich sehr vom K2061 angetan bin (auch ohne Touchscreen). Super Verarbeitung, sehr gute Fatartastatur, Ribbon fest integriert und noch einiges mehr. Lediglich das USB Audio könte ich vielleicht irgendwann vermissen.

    Klar, auf die komplexe Struktur muss man sich einlassen (wollen). Verstaubt finde ich die Klänge und Klangmöglichkeiten überhaupt nicht.

    Ich hab hier noch nen Montage M und nen Fantom EX im Studio und der K2061 braucht sich nicht verstecken. Live schätze ich seine Masterkeyboardmöglichkeiten sehr, die sind kaum zu toppen.

    Preislich sehr attraktiv wie ich meine…..

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @maga Prima, dass dir das Instrument gut gefällt. Am Ende hängt viel an persönlichen Vorlieben. Das ist auch mit dem Montage und dem Fantom so. Wichtig ist, dass man sich selbst damit wohl fühlt. Umso wichtiger ist es deshalb, dass man Instrumente immer selbst ausprobiert und sich nicht alleine auf das Urteil anderer verlässt.

    • Profilbild
      maga

      @maga P.S.
      Man kann im Multi-Mode 16 fach layern und splitten (und nicht 4 fach).

      Und auch im MultiMode kann man ohne Soundabriss umschalten, kommt allerdings auf die MUltiFX Last an. Kann schon mal ruckeln….

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      m-ex AHU

      @maga Wenn Du Dein PC361 mit dem K2061 ersetzt, dann kannst Du mir vielleicht sagen, ob im K2061 auch der Inhalt der „Kore 64“-Erweiterung enthalten ist?

      • Profilbild
        stanft

        @m-ex Laut den Specs auf der Kurzweil-Webseite sind „some“ Programs enthalten. Und die Keymaps/Samples sollen dabei sein.

        Auf der Kurzweil-Seite gibt es sonst auch eine Liste mit allen Inhalten zum Download, aufgeteilt nach Programs, Multis, Keymaps etc. Vielleicht hilft das ja schon.

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        maga

        @m-ex Der PC361 hatte die Kore64 nicht standardmässig drin. Konnte man einbauen, hatte ich auch gemacht. Aber war für mich jetzt nicht so der grosse Mehrwert. Könnte Dir nichtmal mehr sagen, welche Sounds ich davon wirklich verwendet hatte.
        Die Samples werden sicher teilweise im K2061 zu finden sein, aber nagel mich nicht fest. Es gibt im Netz (oder wars Facebook?) ne Vergleichtabelle alles Sounds auch der neueren Modelle. Hab ich aber gerade nicht parat…..

  5. Profilbild
    Toeti

    Nur vier Zonen?

    Bist du sicher, dass du da alles richtig eingestellt hast? Es gab beim Forte und PC4 einen Advanced Mode und dann waren die 16 Zonen frei. Ich könnte mir vorstellen, dass das hier ähnlich ist, denn die Basis ist absolut die gleiche.

    • Profilbild
      maga

      @Toeti …. sind 16 Zonen. Wenn man im Multimode „edit“ drückt, sieht man erstmal nur 4 Zonen als „default“. Im Menü kann man dann auf 16 Zonen erweitern. Wie gehabt. Ist doch ein Kurzweil ! ;-)
      Der Autor scheint nicht allzu tief eingetaucht zu sein….

      Weil immer von „altbacken“ geredet (oder soll ich sagen nachgeplappert) wird:
      Wenn ich mir die „aktuellen“ Synthese-Engines von Roland, Korg und Yamaha anschaue und 20 Jahre zurück gehe….hmm……. soooooo riesig ist der Innovationssprung nun auch nicht…..

      Vielleicht war/ist die VAST einfach nur zeitlos gut ?
      ;-)

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        Marcus Grube RED

        @maga Hallo! Dann meldet sich der Autor doch gleich mal. Über die Parts des Multis habe ich ja gar nichts gegenteiliges geschrieben. 😉die sind 16fach multitimbral, angezeigt für den direkten Zugriff werden aber erstmal nur vier.

        • Profilbild
          maga

          @Marcus Grube Hmmm….. ich les das hier:

          „Und als Multi zusammengesetzt, kommt echtes Analog-Feeling auf, da zeigt der Kurzweil K2088 richtig Zähne. Bis zu vier Zonen kann man layern oder splitten.“

          Dann müsste da aber 16 stehen ?????

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            Marcus Grube RED

            @maga Verstehe. Stimmt, das ist missverständlich. Es bezieht sich auf die erste Ansicht, die man aufruft in den Multis. Dass er 16 Zonen anlegen kann, war ja in den Features eigentlich erwähnt. Und in Multiplikation mit den Layern der Programms potenziert sich das natürlich nochmal. Das sollte nicht unerwähnt bleiben.

  6. Profilbild
    AndreaT

    Es stimmt zwar, dass die Kurz-Geräte im Laufe der Zeit sehr ähnlich geblieben sind, aber es gibt noch ein paar weitere Punkte zu beachten.

    Die 2 GB Flash-RAM sind im Vergleich zu den 128 MB des PC3K enorm. Es gibt außerdem mehr Regler, mehr Sounds und die Parameter der Schieberegler sind besser angeordnet.

    Ein weiterer wichtiger Punkt im Vergleich zum Montage M sind die Masterkeyboard-Funktionen. Im Multi-Modus kann ich beispielsweise einen Schieberegler/Regler verwenden, um MIDI CC 12 auf MIDI-Kanal 2, einen weiteren MIDI CC 15 auf MIDI-Kanal 5 usw. zu senden. Das ist beim Montage M nicht möglich, und beim Kurz, obwohl es seit dem K2500 möglich war, auch nicht.

    Die Verarbeitungsqualität ist im Vergleich zum K2700 deutlich besser. Ich hasse diese Gummifüße.

  7. Profilbild
    Andreas AHU

    Ich konnte den K2061 auf der Superbooth 2025 auch mal ein wenig anspielen. Es ist natürlich immer schwer ein Gerät, was man nicht kennt und in der Bedienung nicht beherrscht zu testen und man kann schon oft froh sein, wenn man überhaupt die Presets findet :)
    Von den Sounds hat er mich nicht wirklich aus den Socken geholt.

    Ich fand ihn „von außen her“ insgesamt recht unspektakulär. Das er kein Touch-Display hat kann man vielleicht gerade noch verkraften. Besser als wenn man die Bedienung mehr oder weniger komplett auf Touch-Flächen verlegt, wie es ja leider zum Trend wird.
    Trotzden fand ich das Display ziemlich klein und auch sonst gab es keine weiteren Displays, wo man bei anderen Geräten durchaus schon mal kleine OLED-Bildschirme einsetzt. Kosten ja heutzutage auch nicht mehr die Welt.
    Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, man hätte hier einfach eine Workstation von 2010 hier hergestellt um überhaupt etwas zu sehen. Wundere mich gerade, das es wohl doch das neue Modell war?
    Auch habe ich schon Kritik daran gelesen, dass man hier die selbst Sound-Engine eingebaut hat wie vor 20 Jahren und sie auch entsprechend klingt.
    Deswegen ist Kurzweil bei mir wieder runter vom „Wunschzettel“ (gestern den MODX M8 bestellt)

    • Profilbild
      m-ex AHU

      @Andreas … Auch habe ich schon Kritik daran gelesen, dass man hier die selbst Sound-Engine eingebaut hat wie vor 20 Jahren und sie auch entsprechend klingt….

      Wenn mit der (veralteten) Sound-Engine VAST gemeint sein sollte …
      VAST ist eine (leistungsstarke) Synthese-Engine mit benutzerprogrammierbaren DSP-Algorithmen und Routing.
      Ist ein bisschen so wie bei einem Modular-System: Man kann die Käbelchen immer gleich stecken lassen, muss es aber nicht 😉

      Und klingen tut da erstmal gar nix, solange man die Oszillatoren weglässt.
      Deren Material (und damit den Grundklang) bestimmt zur Hälfte Kurzweil, zur anderen Hälfte darf man sich dieses so aktuell gestalten, wie man eben möchte.

    • Profilbild
      stanft

      @Andreas Kurzweil war im Vergleich zu den drei großen japanischen Herstellern immer schon zurückhaltender, was die Presets angeht. Da hat man dann beim Anspielen nicht den Wow-Faktor, den man vielleicht bei einem Montage M, Fantom EX oder Kronos 3 hat. Aber dafür kann man die Kurzweil-Sounds meistens direkt auch ohne Anpassungen im Kontext eines Mix verwenden – die fügen sich dort (meiner Meinung nach) sehr viel besser ein. Bei meiner Korg-Workstation musste ich da häufig erst mal wieder etwas rausschmeißen, damit es nicht zu viel wird.

      Und die Sound-Engine mag 20 Jahre alt sein, aber es gibt bis heute praktisch noch keine andere Workstation, die ähnliche Freiheiten bei der Soundgestaltung bietet. Von allen, die ich so kenne, kommt allenfalls der Korg Kronos da ran, wobei die Grundprinzipien bei beiden völlig unterschiedlich sind.

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