Test: Kurzweil PC361 / PC3X

Soundbänke

Die Werksklänge des PC3x umfassen 850 Programme die auf Samples des Classic Keys ROM, Orchestral ROM und String Section ROM basieren. Das Standard-ROM der K-Serie ist selbstverständlich auch mit an Bord. Viele Worte nützen hier wenig, hören Sie sich einfach die Klangbeispiele an. Das Piano-Sample ist sicherlich eines der Highlights, gefolgt von den E-Pianos, den Orgeln und den Streichersounds.

Editor

Editor

Dynamic VAST

Die Klangerzeugung basiert auf der bekannten VAST-Technologie und ist maximal 128-stimmig. Neu ist, dass hier auch die virtuell analoge VA-1 Synthese integriert wurde. Dazu schaltet man die Sample-Oszillatoren ab und lädt ein Oszillator-Modell in einen DSP-Block. Hier finden sich dann Standard-Oszillatoren wie Saw, PWM, Supersaw, SyncSaw, SyncSquare und natürlich auch diverse Filter, Verzerrer, Ringmodulatoren, Shaper und Rauschgeneratoren. Je nachdem wie viele DSP-Slots vom jeweiligen Modul gebraucht werden, muss man evtl. verschiedene Layer anlegen, denn pro Layer gibt es maximal vier DSP-Slots. Man kaskadiert also die Layer, wobei ein Layer für eine Stimme des PC3x steht. Pro Programm können bis zu 32 Layer aktiv sein, was auch für die aufwendigsten Klänge mehr als genug sein dürfte. Jedes Layer kann dabei durch jeden DSP-Block eines anderen Layers geschickt werden, ohne die Limitierung auf drei Layer wie beim K2600.
Anwender können nun sogar eigene DSP-Verschaltungen erstellen. Damit sind nicht etwa die DSP-Module gemeint, sondern deren Verknüpfung mit Audiowegen. Die VA-1 Oszillator-Modelle klingen alle gut, auch wenn sie nicht kompett aliasingfrei sind. In den höchsten Frequenzen sind noch Artefakte zu hören, die aber möglicherweise, jedoch eher unwahrscheinlich, vom Wandler des PC3x herrühren könnten.

DSP-Control

DSP-Control

So viel Flexibilität bringt leider auch Umständlichkeit in der Bedienung mit sich. Auch mit dem Editor fällt es versierten Nutzern zunächst schwer, sich zu recht zu finden. Man benötigt schon einiges an Einarbeitungszeit, bis man die einzelnen Bäume vom Wald unterscheiden kann. Unglücklich ist zudem die Fensteraufteilung des Editors organisiert. Für jede Parametergruppe geht ein eigenes Fenster auf, wodurch man den Überblick schnell verliert. Viele dieser Fenster blockieren sich gegenseitig, so dass man nicht mal eben schnell einen Parameter aus einem anderen Fenster ändern kann, ohne das Darüberliegende zu schließen.

Master EQ + Kompressor

Master EQ + Kompressor

Die Synthesemöglichkeiten des PC3x sind wirklich fantastisch und enorm flexibel. Auch klanglich steckt Potential auf höchstem Niveau im PC3x. Leider mangelt es aber an Übersichtlichkeit, und so fällt es auch höchstambitionierten Anwendern nicht gerade leicht, die Synthesemöglichkeiten voll auszuschöpfen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass die Preset-Klänge des PC3x ihre Highlights vor allem bei den Sample-basierten Klängen haben. Die Synthesizer-Sounds können leider überhaupt nicht überzeugen. Das liegt aber eher an der etwas lieblosen Programmierung und nicht an den Fähigkeiten der Klangerzeugung.

Die acht Fader können übrigens jedem Klang frei zugewiesen werden. Leider ist nicht immer klar, welcher Parameter gesteuert werden. Man kann dies bei jedem Klang im Menü nachsehen. Allerdings folgt die Belegung keinen Normen, so dass man sich pro Sound merken muss, was gesteuert wird, wenn es schnell gehen muss.

DSP-Module

DSP-Module

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    pootnik

    Die Klangbeispiele hier haben mich von Hocker gerissen! Die Sound sind alle bei mir sofort einsetzbar. Ich glaube, ich habe mein Traum-Keyboard endlich gefunden – hatte schon einige, die mich entt?uscht haben!

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      AlterSack

      Dem kann ich nur zustimmen. Das erste Instrument seit vielen Jahren das mich wirklich anmacht. Geile Teile. Eigentlich können die anderen einpacken bei dem Preis/Leistungsverhältnis. Sieht halt nur nicht so trendy aus und das Display ist etwas mini.

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    AMAZONA Archiv

    Ich liebe meinen PC3. Ultra Felxibel, geile und vor allem durchsetzungsfähige Sounds. Dazu eine fantastische Tastatur.

    Was will man mehr?

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    tompisa

    seit 3 Wochen im Einsatz. Nach langer Skepsis totale Begeisterung ob der Möglichkeiten und Klangvielfalt. Soundtechnisch, wenn man selbst programmiert (ein Muss!) ohne jede Konkurrenz im digitalen Sektor: Tonewheel Organ , VA Synth, Workstation, Modular Synth in einer Kiste , die man eben mal kurz bis 24/192 extern digital anclocken kann . Absoluter Wahnsinns-Synthesizer im Studio und auf der Bühne.

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    tompisa

    @ Hagen Fin

    Im Grunde lobst Du das Gerät -zu Recht- über den Klee und am Ende bekommt es nur ein „Gut“ ? Ah, wegen der schlecht programmierten Werkpresets… ;-)

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    monopuls  

    …nach 10 Jahren wieder ein Kurzweilbesitzer. Nach dem K2000 nun ein PC361. Da finde ich mich sofort wieder zurecht. Die Werkspreset sind nicht schlecht – sie sind nur anders. Beim PC361 wurde versucht soviel natürliche und expressive Nachbildungen von Instrumenten unterzubringen wie geht. Die schönen Fantasiesounds der K2-Reihe blieben dabei leider auf der Strecke. Da hilft nur: in die Hände spucken und kreativ werden. Denn ein Kurzweil ist nicht nur ‚Luxusrompler‘ sondern definitiv Kreativwerkzeug.

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    AMAZONA Archiv

    Ich habe seit Dez.´11 den 361 und ich liebe das Teil mehr und mehr. Genau so habe ich mir das vorgestellt.
    Ein paar Videos habe ich dazu auf youtube unter KaffiMusic.

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    Rookie2

    Hier noch eine Anmerkung zum Cascade-Modus, dessen
    „Mächtigkeit“ leicht übersehen werden kann.
    ( Ging mir anfangs bei meiner Bewertung des PC3 auch so:
    „Was nur 64MB Samples plus Uralt-VAST, GÄHN…
    Ich gebe zu, dass ich mich geirrt habe ;-) )

    Der Cascade-Modus ist tatsächlich noch umfangreicher:
    Da jeder der 32 möglichen Layer bis zu VIER verschiedene
    DSP-Module (Filter, Waveshaper, etc.) enthalten kann,
    kommt mann auf eine 128-stufige Signalkette, die ein Sample bearbeiten kann. Oder man vergleicht mal mit anderen Herstellern:
    Hier hat man z.B. meistens Ein vierfachlayer mit je 3 DSPs (Pitch, Filter, Amp) macht zusammen 12DSPs
    Beim PC 3 sind es wie gesagt 128 mögliche DSPs. UND Pitch- und Amp-
    Stage ZUSÄTZLICH PRO LAYER.
    Da geht dermaßen viel…!
    Diese Flexibilität wird nur leider gern übersehen,
    weil die Kurzweil-Presets nicht so “blenden” wie in ihre Pendants
    YaRoKo-Workstations, sonder für die Praxis und
    den sofortigen Einsatz in Songs gemacht sind!

    • Profilbild
      tompisa

      Kaskadieren geht super und bringt klangtechnisch noch einmal eine Vielzahl mehr Möglichkeiten.
      Habe jetzt auch die Kore64 drinne und deren zusätzlichen Synthwellen der oldschool Synths lassen sich traumhaft verbiegen. Absolute Sahe, was d ajtzt rauskommt. Aktuell kenne ich keinen Synth, der diese Klangbandbreite und Verbiegungsmöglichkeiten bietet. Aber gut, Echtzeiteditierung ist nicht möglich. Das ist das einzige Manko dieser überragenden Maschine.

  8. Profilbild
    joegedicke  

    Ich bin seit einem halben Jahr Besitzer des PC3K61 und kann nur bestätigen, was Andere hier schreiben. Ein hervorragender Synthesizer mit highendigem Klang und unendlichen Möglichkeiten in der Klanggestaltung. Vorher hatte ich Motif XF, Kronos und Fantom, aber irgendetwas war nie so richtig bei jedem dieser Instrumente. Der Kurzweil ist definitv DIE Studio Workstation auf dem Markt, die zwar unauffällig und mit vermeintlich veralteter Technik, daherkommt, klanglich aber ganz groß auftrumpft!

  9. Profilbild
    unifaun  

    Seit ein paar Monaten habe ich auch einen PC361 und nutze ihn als einziges Keyboard in einer Band, in letzter Zeit aber auch immer häufiger als externen Klangerzeuger in Cubase-Produktionen.

    Bei beiden macht er seinen Job mehr als gut.

    Mich begeistert vor allem die totale Flexibilität durch die Setups mit bis zu 16 Zonen und die durchsetzungsfähigen Sounds, die zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, aber immer noch überzeugen können.

    Nach einigen Korgs, Rolands, Yamahas und einem Nord Electro 2 (als Zweitkeyboard für Orgel) bin ich endlich bei einem Instrument angekommen, dass mir oft ein Lächeln entlockt.

    Ein Vergleichstest auf der Musikmesse 2014 mit den „aktuellen“ Modellen der o. g. Hersteller hat mich zusätzlich in meinem Kauf bestätigt.

    Ich brauch nix anderes mehr!

  10. Profilbild
    Synclavier  

    So, ich möchte mich an dieser Stelle auch mal kurz zu Wort melden: Seit neustem bin ich stolzer Besitzer eines Kurzweil PC3x und bin einfach nur begeistert von diesem Instrument. Die Verarbeitung ist weit mehr als solide und die 88er Fatar TP/40L ist eine gut spielbare Tastatur die sowohl Piano-, Orgel-, als auch Synthie-Sounds spielen lässt. Der Sound ist Sowieso umwerfend. Vor allem die Orchester- und Vintage (E-Piano, Hammond- und Farfisa- Orgel, Mellotrons etc.) sind brillant. Ich finde die ganzen Kurzen und die VAST-Synthese auch im Jahr 2016 absolut faszinierend! Für mich derzeit das absolute Traum-Keyboard!

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