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Test: Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin, E-Gitarre

Single Cut mit Lippenstift

7. April 2026
Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Aufmacher

Larry Carlton I5L in Tobacco Sunburst Satin

Mit der Larry Carlton I5L erweitert Sire sein Portfolio um eine Single-Cut-Gitarre, die sich bewusst von klassischen Vorbildern absetzt. Drei Lipstick-Pickups, Sumpfesche-Korpus und ein schlankes Design versprechen eigenständige Vintage-Sounds mit moderner Spielbarkeit. Ob das Konzept in der Praxis überzeugt und für wen sich die I5L besonders eignet, klärt unser Testbericht.

Kurz & knapp

Worum geht es? Sire Larry Carlton I5L – Single-Cut-Gitarre mit drei Lipstick-Pickups und eigenständigem Vintage-Konzept

  • Eigenständiger Klang: Offener, glockiger Clean-Sound mit angenehm singendem Lead-Ton.
  • Spielgefühl: Schlanker Hals und gutes Handling trotz relativ hohem Gewicht.
  • Ausstattung: Drei Lipstick-Pickups, Sumpfesche-Korpus und hochwertige Optik.
  • Schwächen: Scharfkantige Bundenden und ab Werk etwas hohe Saitenlage.
Bewertung

Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin

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Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin

Hinter dem Namen Larry Carlton steht nicht nur einer der einflussreichsten Studio-Gitarristen der letzten Jahrzehnte, sondern auch ein Künstler mit einer umfangreichen Solo-Diskografie. Seit den 1970er-Jahren veröffentlichte der US-Amerikaner zahlreiche eigene Alben, auf denen er seinen unverwechselbaren Stil zwischen Jazz, Blues und Pop kontinuierlich weiterentwickelte.

Sein Stil ist geprägt von einem warmen, singenden Ton, feiner Dynamik und einem ausgeprägten Gespür für melodische Linien. Parallel dazu ist Carlton auf unzähligen Produktionen anderer Künstler zu hören, unter anderem für Steely Dan, Joni Mitchell oder als festes Mitglied der Crusaders und prägte als gefragter Studiomusiker den Sound ganzer Generationen.

In Zusammenarbeit mit dem Hersteller Sire verfolgt Carlton seit einigen Jahren ein Konzept, das man bereits von den Marcus-Miller-Bässen kennt: hochwertige Instrumente mit professionellen Features zu einem vergleichsweise moderaten Preis anzubieten. Dabei geht es nicht nur um reine Optik oder klassische Vorbilder, sondern auch um praxisnahe Details und eine moderne Fertigungsqualität.

Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin full

Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin

Die Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin reiht sich in dieses Konzept ein, wirkt auf den ersten Blick vertraut, bringt aber bei genauerem Hinsehen eigene Ansätze mit. Drei Lipstick-Pickups und ein insgesamt schlank gehaltenes Design lassen bereits vermuten, dass es sich hier nicht um eine klassische Kopie, sondern um eine eigenständig interpretierte Variante einer 50s-Style-Single-Cut handelt. Was das Instrument bietet und für wen es geeignet ist, werden wir im folgenden Review herausfinden.

Facts & Features

Der eher zierlich gehaltene Korpus besteht aus Sumpfesche und besitzt ein mattes Finish in Tobacco Sunburst, das angenehm unaufdringlich wirkt und dem Instrument eine gewisse Vintage-Anmutung verleiht, ohne künstlich gealtert zu wirken. Überraschend ist das recht hohe Gewicht. Die Gitarre bringt immerhin 4 kg auf die Waage, was man auf den ersten Blick nicht unbedingt erwarten würde.

Zum besseren Erreichen der oberen Lagen des Halses wurde das Cutaway auf der Rückseite des Bodys mit einer Fräsung versehen. Das bringt keinen Bruch in das hübsche Design. Gleiches gilt für die drei Lipstick-Pickups, deren Befestigungsschrauben von der Rückseite des Korpus aus eingesetzt wurden.

Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin Rückseite

Blick auf die Rückseite der Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin

In den Korpus eingeschraubt wurde ein Ahornhals mit einem separat aufgeleimten Ahorngriffbrett, 22 Bünden und Abalone Rounded Block Griffbretteinlagen zur Orientierung. Die Bundierung selbst ist sauber ausgefallen, was ein genauer Blick über das Griffbrett zeigt. Abzüge in der Note gibt es jedoch für die Bundkanten. Diese wurden nicht ganz sauber angepasst und sind etwas scharfkantig.

Dafür sind die Bundoberflächen ausreichend poliert, sodass es von der ersten Sekunde an ohne Schabgeräusche und Widerstände bei Bendings und Fingervibratos losgehen kann.

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So zierlich das Instrument wirkt, so schlank zeigt sich auch sein Halsprofil. Hier hat Sire einen guten Kompromiss zwischen genügend Fleisch und ausreichend Bewegungsfreiheit gefunden, auch für Spieler mit kleineren Händen. Hinzu kommt die satinierte Halsrückseite, die der Greifhand ein natürliches und griffiges Spielgefühl vermittelt. Das bleibt weit entfernt vom unangenehmen Kleben.

Ein 43 mm breiter Knochensattel führt die Saiten hinab zum Tune-o-Matic-Steg, ehe sie durch sechs Hülsen geführt im Korpus verschwinden. Stimmig zum Gesamtbild sind die Regler für Volume und Tone mit Kappen aus Holz bestückt. Sie arbeiten mit einem angenehmen Drehwiderstand und wurden griffgünstig auf der Decke platziert.

Allerdings zeigt sich hier eine technische Auffälligkeit: Das Volume-Poti schließt nicht vollständig, sodass sich das Signal nicht komplett stummschalten lässt. Dieses Verhalten ist ungewöhnlich und kann im Alltag durchaus irritieren, etwa wenn man zwischen zwei Instrumenten wechselt oder das Signal schnell muten möchte. Mal sehen, was der deutsche Vertrieb dazu sagt und ob das nur unser Testinstrument betrifft.

Tatsächlich betrifft dieses Manko nach Rücksprache mit dem Vertrieb ausschließlich unser Testinstrument. Im unten verlinkten Video sieht man ab Minute 4:33 deutlich, dass das Poti komplett schließt. In so einem Fall gibt’s nur eine Lösung: den Kundenservice informieren und umtauschen. So etwas kann passieren und dafür ist der Kundenservice da.

Über einen knackig einrastenden 5-Wege-Schalter werden die drei Lipstick-Pickups angewählt, die aus eigener Fertigung stammen. Während der vordere Tonabnehmer direkt am Hals sitzt, wurde der Kollege am Steg für warme Bässe und ein knackiges Höhenbild leicht schräg eingesetzt. Kennt man ja so auch von der Strat.

Bleiben noch die Mechaniken. Auch an dieser Stelle gibt es keine Auffälligkeiten. Die Tuner laufen ohne nennenswertes Spiel auf ihren Achsen und fallen durch ein geringes Übersetzungsverhältnis auf. Das bedeutet, dass die Saiten sehr schnell gestimmt und entsprechend schnell gewechselt werden können.

Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Vintage Tuner

LC Vintage Tuner

Die I5L in der Praxis – Knock on Wood

Im praktischen Einsatz zeigt die I5L schnell, dass sie mehr ist als nur ein optisch gelungenes Instrument. Nach einer Anpassung der Saitenlage entfaltet sich ein angenehm direktes Spielgefühl, das sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Spielern entgegenkommt. Der Hals liegt gut in der Hand und unterstützt ein flüssiges Spiel über das gesamte Griffbrett hinweg.

Gerade bei längeren Sessions macht sich das ausgewogene Profil positiv bemerkbar, da es weder ermüdet noch zu Umgewöhnungsproblemen führt. Die rückseitige Fräsung im Cutaway erleichtert zudem tatsächlich den Zugang zu den hohen Lagen und ist damit mehr als nur ein optisches Detail.

Trotz des hohen Gewichts zeigt sich das Instrument gut ausbalanciert, sodass sich im Spielbetrieb kein unangenehmes Kopflastigkeitsgefühl einstellt. Im Sitzen wie im Stehen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das auch längere Sessions problemlos zulässt.

Die Dynamik ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Anschlagsnuancen der rechten Hand werden sauber umgesetzt und die Gitarre reagiert sensibel auf unterschiedliche Spielweisen.

Klanglich positioniert sich die Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin in einem Bereich, der sich deutlich von typischen Humbucker-Gitarren abgrenzt, ohne dabei in die extreme Schärfe mancher Single-Coil-Konstruktionen zu kippen. Die verbauten Lipstick-Pickups liefern einen offenen, luftigen Grundsound, der wie erwartet besonders im Clean-Bereich seine Stärken ausspielt.

Akkorde werden differenziert abgebildet und auch komplexere Voicings bleiben gut nachvollziehbar. Dabei wirkt der Klang nie dünn oder kraftlos, sondern behält stets eine gewisse Substanz, vor allem im unteren Frequenzbereich.

Im Crunch-Bereich entwickelt die I5L eine angenehme Wärme, ohne dabei an Definition zu verlieren. Einzelne Noten treten sauber hervor, während Akkorde und Voicings strukturiert bleiben. Diese ausgewogene Balance macht die I5L besonders interessant für rhythmisch akzentuierte Parts, bei denen es auf Durchsetzungskraft und Präzision gleichermaßen ankommt.

Unter stärkerer Verzerrung zeigt sich schließlich der singende Charakter, der dem Instrument eine eigene Note verleiht. Lead-Sounds wirken rund und tragfähig, ohne zu komprimiert oder künstlich zu erscheinen. Die Mitten sind präsent, aber nicht überbetont. Dadurch fügt sich der Ton gut in ein Bandgefüge ein.

Naturgemäß taucht bei höherer Verzerrung das typische Single-Coil-Brummen auf. Allerdings habe ich hier schon deutlich Schlimmeres erlebt und niemand käme wohl auf den Gedanken, die I5L für Hardrock oder Metal einzusetzen.

Die verschiedenen Positionen des 5-Wege-Schalters erweitern das Klangspektrum sinnvoll, ohne Sprünge in der Lautstärke zu erzeugen. Vielmehr bewegt sich die Gitarre innerhalb eines gleichmäßigen Klangbildes, das sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt.

Schaltzentrale mit Knöpfen aus Holz

Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich die Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin mit einem Orange Micro Dark Top, einer daran angeschlossenen 1 × 12″-Celestion-Vintage-30-Box und einem AKG-C3000-Mikrofon verwendet. Effekte wurden keine eingesetzt. Lediglich ein Kompressor kam auf die Stereo-Summe, um die Dynamik einzugrenzen.

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Klangbeispiele
Fazit

Mit der Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin liefert Sire eine klanglich eigenständige Gitarre mit offenem, glockigem Clean-Sound und einem angenehm singenden Lead-Ton. Kleine Schwächen zeigen sich bei den Bundkanten und der ab Werk etwas zu hoch eingestellten Saitenlage

Insgesamt handelt es sich um eine interessante Gitarre mit eigenständigem Charakter, die mit etwas Nacharbeit ihr volles Potenzial entfalten kann.

Plus

  • glockige Clean- und warme Overdrive-Sounds
  • gut bespielbar
  • gute Tonansprache (Attack)
  • solide Hardware
  • auffälligeOptik

Minus

  • leichte Verarbeitungsmängel
  • vergleichsweise hohes Gewicht

Preis

  • 596,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Stephan Güte RED

Seit den frühen 80ern an den Drähten, die die Welt bedeuten. Musikalisches Mädchen für alles, sei es nun das Produzieren im Studio oder für Engagements als Bühnenmusiker. Seit 2004 im Team von Amazona.

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