Weinrote Schönheit mit Larrys Segen
Die Larry Carlton Telecaster T7TM in wundervollem, durchscheinendem Weinrot überzeugt, neben der grandiosen Optik, auch durch ihren druckvollen Sound, der den verbauten P90-Pickups zu verdanken ist.
Kurz & knapp
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- Verarbeitung & Optik: Hochwertig verarbeitet und in edlem See-Through-Weinrot besonders ansprechend.
- Sound & Tonabnehmer: P90-Pickups liefern druckvollen Tele-Sound mit charaktervollem P90-Touch.
- Spielkomfort: Leichtes Thinline-Design, ergonomischer Halsübergang und gute Bespielbarkeit ab Werk.
- Preis-Leistung: Für rund 550,- Euro ein echtes Schnäppchen mit professionellem Anspruch.
- Kritikpunkt: Leichte Schwächen bei der Endkontrolle
Inhaltsverzeichnis
Larry Carlton Telecaster See Through Red
Eine gute Thinline-Telecaster für relativ kleines Geld? Das macht die Freunde der Telecaster möglicherweise neugierig. Beim Unboxing kommt bereits Freude auf, denn in der Realität sieht die Gitarre noch attraktiver aus, als auf den Bildern zu sehen. Das Instrument des Herstellers Sire, der in der Vergangenheit durch qualitativ gute Produkte bei moderaten Preisen auffällig wurde, macht verarbeitungstechnisch einen sehr guten Eindruck.
Der weltbekannte Ausnahmegitarrist Larry Carlton, der auf unzähligen Produktionen (u. a. Steely Dan) zu hören ist und auch auf eine beeindruckende Solokarriere zurückblicken kann, gibt immerhin seinen guten Namen dafür her. Wie wir später noch feststellen dürfen, kann er stolz auf dieses Instrument sein.
Facts & Features
Das gleiche Modell ist auch noch in Rosegold bzw. Natural zu erstehen, aber das „see through winered“ wäre persönlich meine erste Wahl. Das Instrument wird im Karton ausgeliefert, was beim moderaten Preis von ca. 550,- Euro nachvollziehbar ist. Die Verarbeitung des kompletten Instruments ist tadellos. Das Gewicht der T7TM ist aufgrund der ausgefrästen Kammer mit knapp 3,6 kg etwas „bühnentauglicher“ als die vollmassiven Kolleginnen.
Korpus

Die Larry Carlton Telecaster kommt in sexy Weinrot zum Test, ist aber auch in Rosegold oder in einem Natural Finish erhältlich
Aus dem Korpus aus Mahagoni wurde, wie bei einer Thinline-Tele üblich, eine „Kammer“ ausgefräst. Anschließend wurde eine Decke aus Sumpfesche aufgeleimt, die erwartungsgemäß mit einem F-Loch versehen wurde. Das Ganze wurde dann mit einer transparenten, hochglänzenden Lackierung versehen, die die Maserung des Holzes noch „durchscheinen“ lässt. Die Form der Larry Carlton Telecaster entspricht einer „gewöhnlichen Telecaster“, wobei man den Korpus-Hals-Übergang etwas „ergonomischer“ gestaltete, um die höheren Lagen leichter erreichen zu können. Schaut man sich die Korpusrückseite genau an, ist festzustellen, dass die sechs Hülsen, durch die die Saiten durch den Body geführt werden, nicht perfekt gebohrt wurden bzw. nicht exakt auf einer Linie sitzen.
Auch Rosegold oder Natural erhältlich:
Hals
Der geschraubte Hals aus Ahorn wurde mit einem Griffbrett aus Palisander bestückt, in das weiße, sogenannte „Perloid Stripe“-Griffbretteinlagen implementiert wurden. Das Halsprofil wird vom Hersteller mit einem wenig aussagekräftigen „C“ angegeben.
Um es konkreter zu formulieren: Der Hals ist kräftig, aber nicht klobig und dürfte somit den Vorlieben vieler Gitarristen gerecht werden. Die Rückseite des Halses ist transparent hochglänzend lackiert, der Lagenwechsel erfolgt ohne jegliches „Klebenbleiben“.
Der Griffbrettradius der Larry Carlton Telecaster fällt mit seinen 9,5″ eher traditionell aus, die Mensur (648 mm/25,5″) gestaltet sich wie bei einer gewöhnlichen Fender-Telecaster. Die Sattelbreite beträgt 42 mm, der verbaute Knochensattel sorgt für einen guten Ton, die 22 Medium-Jumbo-Bünde sind recht hoch und breit und gestatten eine angenehme Bespielbarkeit.
Handling
Mein Testinstrument wurde ab Werk „vernünftig“ eingestellt. Die Sattelkerben hätten für eine optimale Bespielbarkeit jedoch noch etwas tiefer gefeilt werden können und auch die Saitenlage war verbesserungswürdig. Die Bundreinheit stimmte. Hier hätte man sich bei der Endkontrolle etwas mehr Zeit nehmen dürfen, aber Zeit ist Geld. Nicht selten ist dann nach dem Kauf eines Instruments ein weiterer Besuch beim Fachmann erforderlich, um die Bespielbarkeit final zu optimieren.
Einige Bünde der Larry Carlton Telecaster sind am Griffbrettrand etwas scharfkantig, schade, da dies die Spielfreude doch erheblich trüben kann. Andererseits ist solch ein Mangel mit wenigen Handgriffen schnell selbst behoben.
(Anm. d. Red: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das derzeit extreme Wetter natürlich auch nach der Endkontrolle noch Spuren hinterlässt, Holz und Metall reagieren unterschiedlich auf trockene Hitze. Da solch ein Mangel keine Rückschlüsse auf alle Instrumente eines Herstellers zulässt, führt dies hier nicht zur Abwertung. Allgemein sind die Instrumente von Sire für ihre sorgfältige Verarbeitung bekannt!)
Mein Tipp in solchen Fällen: Zum Fachmann gehen oder mit einem sogenannten Dreikantschaber, der behutsam über die Bundenden gezogen wird (dabei aufwärts, vom Griffbrett Richtung Bundoberkante zu Werke gehen), die Bünde bearbeiten. Danach die Kanten mit sehr feiner Geigenbauer-Stahlwolle etwas polieren. Damit ließe sich dieses Problem zumindest für einen geübten Bastler schnell beseitigen.
Erfreulich ist auch, dass das Instrument sich sehr stimmstabil verhält. Diesbezüglich macht eine Tele ohne Vibratosystem ohnehin meist keine Zicken.
Hardware
Die Hardware wurde geschmackvoll ausgewählt. Das wohlgeformte kleine Ivory Pearloid-Schlagbrett harmoniert gut mit den zwei verbauten, cremefarbigen LC Vintage P90 Singlecoils. Der verchromte Vintage-Steg im „Aschenbecher-Stil“ fällt etwas kürzer aus, damit der Stegtonabnehmer genug Platz hat. Der Steg der Larry Carlton Telecaster wurde mit kompensierten T-Style-Brücken bestückt, somit lässt sich die Bundreinheit exakt einstellen, dies gestaltet sich bei älteren Teles oft nicht perfekt.
Die Elektrikfach-Chromplatte mit Volume- und Tone-Regler und dem typischen Tele 3-Wege-Schalter entspricht optisch dem „Tele-Standard“. Zur besseren Stimmstabilität wurde die Gitarre mit Locking-Mechaniken aus eigenem Hause bestückt.
Sound
Wir starten mit cleanem Ton auf dem Hals-Pickup. Die P90 Typ Tonabnehmer klingen etwas kräftiger als ein „üblicher“ Tele-Hals-Pickup:
Beide Tonabnehmer parallel eignen sich schön für Blues, funky Rhythmusgitarren oder auch Rockabilly-Style:
Der P90 Typ Stegtonabnehmer hat ordentlich Biss, wie sich das gehört. Er klingt ähnlich wie ein „gewöhnlicher“ Telecaster-Pickup, aber mit dem typischen P90 Flair:
Für die verzerrten Sounds wurde der zweite Kanal meines Peavey Classic 20 MH bemüht (Gain ca. 12 h):
Wir hören den Stegtonabnehmer, rocken kann diese Gitarre auch:
Schließlich der Halstonabnehmer mit bluesigem Gedudel:
Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:
Larry Carlton T7TM – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1 x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Sennheiser e906 – MOTU M4 – Mac mit Logic (ggf. etwas Delay).



































Der Sound ist super. Der Preis auch. Welche Farbe findet ihr am besten? is für mich schwierig zu entscheiden.
@Morokosch Also ich finde die Rosegold-Variante rattenscharf, aber da sehen die P90-Pickups leider irgendwie unpassend drauf aus. Die rote ist schon echt ein Hingucker! Ich glaube aber, ich würde die Rosegold nehmen und die PU-Kappen irgendwie lackieren 😅
Dass man neue Instrumente immer noch mit 3-Saddle-Telecaster-Bridge baut ..
Und am besten überall gleich gute Schaller Mechaniken drauf.
Alles andere ist doch nur Krampf.