So klingt Power pur!
Die LD Systems ICOA Pro 12 A Aktivlautsprecher sind in Verbindung mit dem aktiven ICOA SUB Pro 21 A Subwoofer ein echtes Powerhouse für Bands und DJs. Unser PA-Spezialist Jörg Kirsch hat sich diese spannende PA-Anlage genauer angeschaut und wie immer einem Härtetest unterzogen. Lest selbst.
- Klangqualität: Sehr klare Mitten, kontrollierter Tiefbass, homogener Sound über den gesamten Abstrahlbereich.
- Leistung: Spitzenpegel bis 130 dB SPL, Fullrange-tauglich und mit großem Tiefgang.
- Features: SysCore-DSP, App-Steuerung, Cardioid-Presets, Delay und praxisgerechte Konnektivität.
- Preis-Leistung: Premium-Performance zu deutlich günstigerem Preis als viele High-End-Hersteller.
Inhaltsverzeichnis
LD Systems ICOA Pro 12 A und ICOA SUB Pro 21 A
Für diesen Test stand mir ein Set aus der neuen ICOA-Pro-Serie von LD Systems zur Verfügung: ein ICOA SUB Pro 21 A sowie zwei ICOA Pro 12 A Tops. Getestet wurde im Freifeld mit kalibriertem Messmikrofon, Mischpult und einer Auswahl von Referenzmaterial im WAV-Format. Damit lassen sich verlässliche Aussagen über Frequenzgang, Abstrahlverhalten, Pegelfestigkeit und den klanglichen Gesamteindruck gewinnen. Zusätzlich konnte das System bei einem pegelfordernden DJ-Einsatz einem Härtetest unterzogen werden.
Spoiler: Die ICOA-Pro-Lautsprecher haben mich in allen wichtigen Parametern völlig überzeugt und stoßen hier in die Premium-Liga vor. Und dafür gibt es gute Gründe, die wir uns im Test anschauen.
Der Hersteller LD Systems
LD Systems, eine Marke aus dem Hause Adam Hall, hat in den vergangenen Jahren mehrfach mit innovativen Lösungen überrascht. Die MAUI-Systeme, die überarbeitete Dave-2.1-Serie oder das innovative MAILA-Line-Array sind Beispiele dafür, wie LD durch clevere Technik und praxisnahe Konzepte neue Maßstäbe gesetzt hat. Mit der ICOA-Pro-Serie verfolgt LD den Anspruch, professionelle Performance auf einem Niveau zu liefern, das sonst eher bei hochpreisigen Premiumherstellern zu finden ist – allerdings zu einem deutlich günstigeren Preis.
Die LD Systems ICOA Pro Reihe
Die neue ICOA-Pro-Familie von LD Systems besteht aus zwei aktiven Koaxial-Topteilen und einem aktiven 21″-Sub:
- ICOA Pro 12 A – 12″, koaxial, 1.000 W RMS/2.000 W Peak, 133 dB Max. SPL, 90° × 50° Abstrahlung
- ICOA Pro 15 A – 15″, koaxial, 1.500 W RMS/3.000 W Peak, 135 dB Max. SPL, 90° × 50° Abstrahlung
- ICOA SUB Pro 21 A – 21″ Bassreflex-Sub, 1.500 W RMS/3.000 W Peak, 136 dB Max. SPL, –10 dB bis 29 Hz, acht Griffe, M20 oben/seitlich
Alle Lautsprecher verfügen über lüfterlose Elektronik, Powercon (der Sub mit zusätzlicher Durchschleifoption) und App-Steuerung. Die App ist sowohl für Android- als auch für Apple-Geräte kostenlos downloadbar.
Die Zubehör-Ausstattung ist sinnvoll und hochwertig. Das reicht vom arretierbaren Rollbrett für den Bass bis hin zu Flugzubehör für die Tops. Zu allen Modellen gibt es passende Transporthüllen.
Aufbau und Verarbeitung
LD Systems ICOA PRO 12 A
Das 12″-Topteil ist als koaxiales Punktquellen-System ausgelegt. LF- und HF-Treiber teilen sich einen gemeinsamen Antrieb („Common Motor“). Diese Bauweise sorgt für eine kohärente Abstrahlung, insbesondere im kritischen Übergangsbereich um 800 Hz. Die Kombination aus langhubigem 12″-Basslautsprecher in Verbindung mit einem 3″-Treiber und einem großen, drehbaren Horn erlaubt eine sehr tiefe Trennfrequenz und somit eine bessere Schallsteuerung. Ein zusätzlicher Vorteil ist eine leichte Kompression vor dem 12″-Lautsprecher, was dessen Performance nochmals zugutekommt.
Das Gehäuse besteht aus verstärktem ABS mit integrierter Stahlstruktur. Es verfügt über sechs M10-Flugpunkte, einen Dual-Tilt-Flansch (0°/5°) sowie ein rotierbares, BEM-optimiertes Constant-Directivity-Horn mit 90° × 50°. Das Gewicht liegt bei rund 23 kg und ist damit für ein aktiv betriebenes 12″-Top noch gut handhabbar. Die Rückseite bietet ein farbiges Display mit One-Knob-Bedienung und Powercon-Anschlüssen. Frontseitigen Schutz bietet ein stabiles, mit Vlies hinterlegtes Gitter.
Als Zubehör für das senkrechte Fliegen gibt es einen sehr durchdachten Cradle, mit dem das System auch im bereits hängenden Zustand feinjustiert werden kann. Eine weitere Option ist ein Standard-U-Bügel.
Die handwerkliche Ausführung ist sehr gut und hochwertig.
ICOA SUB Pro 21 A
Der Subwoofer setzt auf ein 21″-Neodym-Chassis mit 4,5″-Schwingspule in einem Bassreflexgehäuse aus Birkenmultiplex. Die Oberfläche ist mit Polyurea beschichtet, die Kanten sind abgerundet, acht Griffe erleichtern den Transport. Mit 57 kg ist der Sub zwar kein Leichtgewicht, durch die Griffanordnung und ein optionales Rollbrett aber gut zu bewegen.
Der Sub verfügt über M20-Flansche sowohl auf der Ober- als auch auf der Seitenfläche, was flexible Setups ermöglicht. Sehr gelungen sind die auf zwei Seiten angebrachten rutschfesten Kufen. Auch hier findet sich ein Farbdisplay mit intuitiver DSP-Steuerung, inklusive Presets für Cardioid-Anwendungen, wählbaren Trennfrequenzen (80/100/120 Hz), 4-fach parametrischem EQ, Delay bis 50 m sowie Schutzschaltungen für Spannung und Temperatur.
Technische Daten der LD Systems ICOA-Pro-Speaker (Herstellerangaben)
ICOA PRO 12 A
- 12″/3″-Koax-Treiber (Common Motor)
- 1.000 W RMS / 2.000 W Peak
- Maximaler Schalldruck: 133 dB (Peak, Pink Noise, Fullspace)
- Frequenzgang: 50 Hz – 20 kHz (-10 dB)
- Abstrahlwinkel: 90° × 50° (rotierbar)
- Übergangsfrequenz: 800 Hz
- 2 Inputs XLR/TRS + Bluetooth, umschaltbar Mic/Line
- DSP mit 4-fachem EQ in Ein- und Ausgängen, Presets: Flat, Satellite, Monitor, Voice, Delay, Szenenspeicherung
ICOA SUB Pro 21 A
- 21″-Neodym-Treiber, 4,5″-Schwingspule
- 1.500 W RMS / 3.000 W Peak
- Maximaler Schalldruck: 136 dB (Peak, Pink Noise, Halfspace)
- Frequenzgang: 29 Hz – 120 Hz (-10 dB)
- Delay bis 50 m, Presets inkl. Cardioid, 4-Band parametrischer EQ
- lüfterloses Kühlsystem
Diese Daten lassen bereits erkennen, dass LD Systems die Serie im professionellen Umfeld positioniert: hohe Leistung, praxisgerechte Features, robuste Bauweise und DSP-Funktionen, die man sonst in höheren Preisregionen erwartet.
Wie mittlerweile bei fast allen neuen Systemen von LD Systems wird auch in der ICOA-Pro-Serie auf eine klangoptimierende Kombination aus FIR- und IIR-Filtern gesetzt. Damit liegen die Systeme in einem sehr auskömmlichen Latenzbereich von ca. 7 ms. Allerdings finden sich auch Presets, welche die Latenz bei Bedarf auf ca. 2 ms reduzieren.
Bedienung und DSP
Sowohl Tops als auch Subwoofer sind mit dem SysCore-DSP ausgestattet. Über das Farbdisplay lassen sich EQs, Delays, Presets und Limiter per Push-Turn-Encoder einfach konfigurieren. Zusätzlich können die Lautsprecher per kostenloser ICOA-Pro-App (iOS/Android) gesteuert und in Gruppen zusammengefasst werden.
Alle Features der übersichtlichen und einfach zu bedienenden App aufzuzählen, würde hier zu weit führen. Ein Feature soll allerdings genannt werden: Um bei einer Vielzahl von gleichzeitig eingesetzten ICOA-Systemen den Überblick zu behalten, gibt es die „Wink“-Funktion. Damit lassen sich die Einzelsysteme anhand ihrer blinkenden Front-LED identifizieren.
Bluetooth 5.1 erlaubt die drahtlose Verbindung für Steuerung und im Notfall auch für Audiostreaming, wobei Letzteres in professionellen Anwendungen eher eine Ausnahme bleiben sollte. Für Abbaumusik, Dry Hire, einen schnellen Audiocheck oder eine Party ist das aber absolut in Ordnung. In der Praxis ist die App vor allem für die schnelle Systemeinrichtung und Kontrolle hilfreich.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Ablesbarkeit des Displays bei hellem Tageslicht. Spiegelungen an der glänzenden Oberfläche und eine etwas schwache Helligkeit erschwerten mir beim Aufbau die Einstellungen.
Praxis
Testaufbau und Messungen
Die Messungen und Hörtests fanden im Freifeld statt. Der Subwoofer wurde im Halfspace (Boden) aufgestellt, die Tops auf Stativen in ca. 2 m Höhe. Gemessen wurde in verschiedenen Entfernungen ab 1 m.
Der große Moment nach dem Einschalten: Was wollen uns die Lautsprecher mitteilen?
In diesem Fall: nichts. Eigengeräusche wie Rauschen, Surren, Brummen oder digitale Artefakte waren überhaupt kein Thema – absolute Stille. Etwas anderes hätte mich nach mittlerweile vielen LD-Systems-Tests auch gewundert.
Hörtest
Zum Test habe ich mir neben meinem üblichen Hörprogramm auch einige Einzelspuren von selbst aufgenommenen Konzerten eingespielt. Wer Lust auf weniger bekannte Titel und Interpreten hat, dem empfehle ich The Aristocrats. Wenn es um die Integration und Qualität subfrequenter Tonlagen geht – und das ist bei einem 21″ wie dem ICOA Pro 21 A angesagt – dann lege ich The Trentemøller Chronicles ans Herz.
Stimmen und Quellenabbildungen des LD Systems ICOA Pro 12 A
Der ICOA Pro 12 A überzeugt durch die Vorteile des koaxialen Designs: Stimmen stehen stabil und klar im Raum, auch bei höheren Pegeln. Instrumente im Mittenbereich – Gitarren, Keyboards, Snare – bleiben differenziert, auch in dichtem Klanggemisch. Auffällig ist die geringe Schärfe in den Höhen: HiHats und Sibilanten wirken nie unangenehm. Auch der Tiefgang des 12″-Modells ist beeindruckend. Zum Musikhören fehlt eigentlich nichts. Der Lautsprecher reicht im Fullrange-Betrieb für „normale“ Partys und Events locker aus – auch ohne zusätzliche Subbass-Erweiterung. Sehr bemerkenswert. Innerhalb des definierten horizontalen Abstrahlbereichs bleibt der Sound über alle Frequenzen homogen.
Tiefton und Subwoofer LD Systems IKOA Pro 21
Der 21″-Subwoofer liefert eine tiefe und kontrollierte Basswiedergabe. Im Bereich 40 bis 80 Hz bleibt der Punch erhalten, selbst bei hohen Pegeln. Auffällig ist die Sauberkeit im unteren Frequenzbereich: kein übermäßiges Wummern, sondern ein straffer, präziser Bass. Gerade bei Live-Material (Kickdrum, Bassgitarre) wirkt das System ausgewogen und differenziert, auch bei schnellen Doppel-Bassdrum-Passagen. Beeindruckend ist zudem der Tiefgang: 30 Hz gibt das System noch mit ordentlichem Pegel wieder. Bei einem ersten Test mit Tongenerator im Büro fielen sogar ein paar Brocken aus der Decke.
Beide Systeme spielen zusammen wie aus einem Guss. Auch die Spitzenpegel in der 130 dB SPL Liga wurden im praktischen Betrieb erreicht. Eine wirklich gelungene Vorstellung lieferten die Limiter-Schaltungen, die den Sound auch an der Pegelgrenze noch sehr sauber hielten. Ein Lob auch an die großzügig dimensionierten Bassreflexöffnungen des Subs, die völlig frei von Strömungsgeräuschen sind.
Das System spielte sehr verfärbungsarm, impulsfreudig und knackig auf – und das bei jeder Musikrichtung, inklusive Klassik.
Die Cardioid-Funktion des Subwoofers reduziert laut Hersteller rückwärtige Schallanteile im Bereich 40 bis 100 Hz deutlich um bis zu 15 dB. Testen konnte ich das mit nur einem Sub natürlich nicht selbst.
Messungen der LD Systems ICOA Pro Lautsprecher
Messungen beruhigen und verifizieren das Hörerlebnis. Ich habe draußen gemessen – natürlich nicht in völlig reflexionsfreier Umgebung, dafür detailliert: Frequenzgang, akustische Phase, Abstrahlverhalten, Max-SPL, THD, An- und Abklingverhalten.
Vorstellen möchte ich einige Diagramme daraus.
LD Systems ICOA SUB Pro 21 A + ICOA Pro 12 A als Gesamtsystem
Schon hier zeigt sich, wie gut Top und Sub im Bereich der Übergangsfrequenz (hier 100 Hz) harmonieren.
Das Abstrahlverhalten der Tops ist gleichmäßig. Besonders im Bereich um die Trennfrequenz von 800 Hz zeigt sich, dass die Punktquellen-Konstruktion klare Vorteile bringt. Auch an den Randbereichen des definierten Abstrahlwinkels bleibt alles stimmig – es gibt keine Sprünge. Der Frequenzgang ist bis annähernd 20 kHz vorbildlich.
Auch bei den Gruppenlaufzeiten ist alles bestens: Was gleichzeitig reinkommt, verlässt das System auch gleichzeitig und sorgt so für eine punktgenaue Ortung. Lediglich im Bereich unter 50 Hz treten die unvermeidlichen Phasendrehungen durch das Bassreflexsystem auf – für die knackige, impulsfreudige Wiedergabe des ICOA-Systems hat das jedoch keine Relevanz.
Beim An- und Abklingverhalten hat LD Systems ganze Arbeit geleistet. Das insgesamt sehr zügige An- und Ausschwingen über den gesamten Frequenzbereich trägt maßgeblich zu einer spritzigen Wiedergabe bei.
In der Summe haben wir es hier mit einem Top-Soundsystem zu tun, das von seinen Eigenschaften her in der Spitzenklasse seiner Kategorie spielt – und das zu einem wirklich günstigen Preis.
Die LD Systems ICOA-Pro-Reihe ist ideal für professionelle Verleiher, Bands, DJs und Location-Betreiber.
Noch ein Wort zum ICOA-Subwoofer: Ich bin der Meinung, dass man mit einem dieser 21″-Bolliden vom Pegel her gut zwei mittelmäßige 18″-Subs ersetzen kann – erst recht unter klanglichen Aspekten.
Alternativen
Alternativen im 12″-Bereich
Alternativen im 21″-Bereich
Oder auch passiv












































Insbesondere im Hinblick auf den Standort des Testers würde mich ein Vergleich mit der HK Audio Linear 5 – Serie interessieren. Diese liegt in einem ähnlichen Preisbereich.
Welche von beiden hat aktuell die Nase vorn?
@LeSarrois Danke für dein Frage,
Ich kann dir da keinen „Sieger“ nennen, Beide Hersteller liefern gute Systeme. Es kommt immer auf den Anwendungsfall und den Nutzer an.
Ich mag an der HK Linear Linear 5 Serie die Konstanz und Weiterentwicklung über die vielen Jahre. Das spricht für Nachhaltigkeit und einen guten Blick nach vorne. Akustisch ist hier alles im „grünen“ Bereich, ich arbeite gerne mit den Systemen.
Besonderes Feature in der neuen Generation….Netzwerkfähigkeit und das mit dem systemübergreifenden, kostenlosen Standard „Milan“ . Dazu wird es auf meinem Portal StageAID.de demnächst einen Workshop geben.
Die LD Systeme: In den letzten Jahren gibt Adam Hall hier richtig Gas. Das ICOA Konzept hat wenig direkte Parallelen mit HK, ist aber auch klasse. Netzwerk gibt es keins, aber die akustischen Daten sind absolut überzeugend.
Wenn du konkretere Fragen hast, frage gerne.
Danke für Deine schnelle Antwort.
Ich bin aktuell nicht-professioneller User der Linear 5 – Serie MKI.
Dies in einem Setup mit 112 FA/Sub 1200/Sub 1800 . Damit konnte ich problemlos ein Bierzelt mit 10 x 24m beschallen. LTS waren gar nicht nötig.
Akustisch orientierte Musik kommt dabei ganz besonders gut.
Daher hat mich sehr interessiert, wo ich mit meinem System akustisch stehe.
Tatsächlich bin ich sehr zufrieden und will auch nicht wechseln.
Ich schaffe damit Bandaufgaben, aber auch DJ- Sets. Natürlich geht immer nehr.
Aber für mich ist die Linear 5 ein bleibendes Highlight und als langjähriger Leser von Amazona wird meiner Meinung nach HK Audio zu wenig präsentiert.