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Test: Lewitt LCT 440 Pure, Großmembranmikrofon

Mikrofon für Einsteiger & Profis: Lewitt LCT 440 Pure

25. Mai 2026
lewitt lct 440 pure stereo test

Lewitt LCT 440 Pure, Großmembran-Stereoset

Das Lewitt LCT 440 Pure Großmembranmikrofon ist schon eine ganze Weile auf dem Markt und hat in einschlägigen Kreisen guten bis sehr guten Anklang gefunden. Es lag also nahe, das bewährte Mikrofon auch als Stereopaar anzubieten. Genau das hat Lewitt Audio getan und wir werden uns in diesem Testbericht dieses Pärchen zu Herzen nehmen und schauen, ob und wo es seinen Platz im Tonstudio finden kann.

Kurz & knapp

Was ist es? Lewitt LCT 440 Pure Großmembran-Stereoset, ein vielseitiges Echtkondensatormikrofon-Paar für professionelle Stereoaufnahmen im Tonstudio.

  • Klang: Offener, brillanter und moderner Sound mit angenehmer Höhenanhebung und sehr geringem Eigenrauschen.
  • Einsatz: Geeignet für Gesang, Sprache, Akustikgitarre, Klavier, Chor und zahlreiche Stereoanwendungen.
  • Zubehör: Umfangreiches Paket mit Stereoschiene, Spinnen, magnetischen Popfiltern und robustem Transportkoffer.
  • Praxis: Überzeugt in X/Y-, A/B- und ORTF-Setups mit professionellen und flexibel einsetzbaren Ergebnissen.
  • Preis-Leistung: Hochwertiges Studiomikrofon-Set mit professioneller Performance zu einem fairen Preis.
Bewertung

Lewitt 440 Pure

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Übersicht Lewitt LCT 440 Pure Großmembranmikrofon

Für alle, die es noch nicht kennen: Das Lewitt LCT 440 Pure ist ein Echtkondensatormikrofon mit einer 1 Zoll großen Membran und fester Richtcharakteristik. Der Name Pure kommt nicht von ungefähr, denn im Gegensatz zu seinen größeren Geschwistern reduziert sich dieses Mikrofon wirklich auf die Basics. Es gibt lediglich eine feste Richtcharakteristik, nämlich eine Niere, und keinerlei Schalter, etwa für Pads oder Low-Cuts. Dieser Fokus auf das Wesentliche ermöglicht ein sehr hochwertiges Mikrofon zu einem vernünftigen Preis, das nicht nur für Einsteiger, sondern auch für gestandene Profis interessant ist.

lewitt lct 440 pure stereo Lewitt Audio gibt den Frequenzbereich von 20 bis 20 kHz an, das Ganze bei einem Dynamikumfang von 133 dB (A). Die Empfindlichkeit liegt bei 27,4 mV/Pa und das Eigenrauschen bei rekordverdächtigen 7 dB. Mit diesen Werten empfiehlt sich das Lewitt LCT 440 Pure vornehmlich für die Aufnahme von Gesang und akustischen Instrumenten wie Gitarre, Streichern, aber auch ein Klavier bietet sich sicherlich an. Das Mikrofon kommt in einem schlichten und edlen schwarzen Look daher und erinnert mit seinen eckigen Kanten nicht von ungefähr an einen anderen Mikrofonklassiker aus Österreich. Mit gerade einmal 310 g ist es relativ leicht und würde aufgrund seiner schlichten Optik auch bei einem Videodreh nicht weiter auffallen.

lewitt lct 440 pure stereo pair

Kommt mit umfangreichen Zubehör: Lewitt LCT 440 Pure

Da wir es hier mit einem Stereo-Set zu tun haben, sind natürlich zwei Mikrofone im Lieferumfang enthalten. Außerdem finden wir hier noch in doppelter Ausführung magnetische Popfilter, Windschutz, Mikrofonspinne und eine einfache Mikrofonhalterung, eine Transporttasche und einen Hartschalen-Transportkoffer, der ziemlich unverwüstlich aussieht. Außerdem befindet sich noch eine Stereoschiene im Koffer, mit der man die beiden Mikrofone in gängigen Anordnungen wie ORTF oder AB auf einem einzelnen Mikrofonständer montieren kann.

Praxiseinsatz des Lewitt LCT 440 Pure

Schaut man sich die von Lewitt zur Verfügung gestellte Frequenzkurve des Lewitt LCT 440 Pure an, so fällt auf, dass der Bereich bis ca. 2 kHz sehr linear verläuft, mit lediglich einer leichten Absenkung unterhalb von 50 Hz. Danach gibt es zwei signifikante Anhebungen, einmal bei 3-4 kHz und einmal bei ca. 12 kHz. Wir können also einen relativ offenen und etwas höhenbetonten Sound erwarten.

Lewitt LCT 440 Pure Frequenzverlauf

Liefert einen modernen höhenbetonten Klang Lewitt LCT 440 Pure

Weiter oben habe ich erwähnt, dass das Lewitt LCT 440 Pure optisch entfernt an einen anderen österreichischen Verwandten erinnert. Damit habe ich natürlich auf das AKG C 414 angespielt. Gerade da das Lewitt ebenfalls eine Vier im Namen führt, kann man sich leicht dazu verleiten lassen, dieses als Klon des C 414 zu betrachten. Mit diesem Irrglauben möchte ich hier aber direkt aufräumen. Ich habe im Rahmen des Tests beide Mikrofone miteinander verglichen und sie klingen völlig unterschiedlich.

Das AKG C 414 ist bekannt für seinen extrem linearen, fast schon langweiligen Sound, den man erst dann zu schätzen lernt, wenn man die damit aufgenommenen Signale bearbeitet und kräftig mit dem EQ verbiegt. Das Lewitt LCT 440 Pure klingt dagegen, wie der Frequenzverlauf schon andeutet, viel frischer und höhenbetonter. Das ist aber überhaupt keine Qualitätseinordnung. Beide Mikrofone haben ihre Berechtigung und klingen für sich genommen toll. Man muss einfach je nach Einsatzzweck überlegen, was sinnvoller ist.

Lewitt LCT 440 Pure: Klangbeispiele

Zunächst einmal habe ich ein einzelnes Lewitt LCT 440 Pure benutzt, um ein Picking-Pattern mit meiner Akustikgitarre aufzunehmen. Das Mikrofon war dabei grob auf den 12. Bund und damit den Übergang zwischen Hals und Korpus gerichtet. Im Klangbeispiel kann man sehr schön die Brillanz des Mikrofons erkennen. Auch ist zu hören, dass der volle Klang der Akustikgitarre schön abgebildet wird. Rauschen ist definitiv kein Thema bei diesem Mikrofon, wie man hier hören kann und wie die technischen Spezifikationen ja auch schon vermuten ließen. Alles in allem ein rundum gelungener Einstieg, der neugierig macht, wie sich das Lewitt 440 Pure in der Stereoanwendung verhält.

Popfilter des Lewitt LCT 440 Pure

Praktisches Detail: der magnetische Pop-Filter

Zunächst habe ich die beiden Mikrofone in einer X/Y-Anordnung aufgebaut. Dazu musste ich tatsächlich zwei Mikrofonstative verwenden. Mit der mitgelieferten Stereoschiene ist es nicht möglich, ein solches Setup aufzubauen. Das liegt aber nicht an der Schiene, sondern daran, dass ein X/Y-Aufbau mit zwei Großmembranmikrofonen generell etwas komplizierter ist und mehr Platz braucht. Das Ergebnis klingt warm, voll und rund und kann durchaus überzeugen.

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Kommen wir zur nächsten Versuchsanordnung: Diesmal habe ich die beiden Mikrofone im A/B-Verfahren ca. 15 cm voneinander auf der mitgelieferten Schiene montiert und das gleiche Strumming-Pattern mit der Akustikgitarre aufgenommen. Im Vergleich zum X/Y-Beispiel klingt es ausgewogener, mit weniger Bässen und etwas mehr Brillanz. Auch hier sollte man natürlich wie immer entscheiden, was der Kontext vorgibt, ob man eine kleine Besetzung im Singer-Songwriter-Stil hat oder eine große Ballade mit kompletter Band. X/Y würde ich dann eher für die kleinere Besetzung wählen, da es voller und wärmer klingt. Die A/B-Variante würde sich wahrscheinlich in einem großen Arrangement besser beim Mixen unterbringen lassen.

lewitt lct 440 pure stereo

Als dritte Variante habe ich noch eine ORTF-Aufstellung gewählt, bei der die beiden Mikrofone mit einem Abstand von 17 cm zueinander montiert werden und einen Öffnungswinkel von 110 Grad aufweisen. Dadurch musste ich deutlich weiter von der Gitarre weggehen, um das volle Klangspektrum einzufangen. Die Aufnahme klingt demzufolge hörbar räumlicher. Auch diese Variante kann ich mir je nach Kontext recht gut vorstellen. Bleibt festzuhalten, dass die Lewitt LCT 440 Pure in allen Konfigurationen funktionieren und dafür bedenkenlos empfohlen werden können.

Übrigens liefert Lewitt Audio auf seiner Website konkrete Anweisungen, wie man die oben erwähnten Stereo-Mikrofone anwendet und umsetzen kann. Das ist gerade für Einsteiger sehr hilfreich. Aber auch der gestandene Profi kann hier nochmal eben schnell nachgucken, wie genau man die Mikrofone anzuordnen hat.

lewitt lct 440 pure stereo

Bevor wir gleich noch eine Klavieraufnahme mit den Lewitt LCT 440 Pure hören, zunächst noch einmal eine Anwendung in Mono, nämlich eine Sprachaufnahme mit meiner eigenen Stimme. Hier kann man sehr gut den brillanten Charakter des Mikrofons hören. Für meine Stimme wäre es mir eventuell ein Ticken zu brillant und ich würde ein etwas dunkleres Mikrofon wählen. Aber das ist zum einen Geschmackssache und zum anderen wiederum von der aufzunehmenden Stimme abhängig. Auch hier kann man festhalten, dass das Signal absolut überzeugt und professionell klingt.

Ein sehr nettes Detail finde ich übrigens die per Magnet anzubringenden Popfilter, die einfach über die Spinne gestülpt werden und sofort einrasten. Das ist eine sehr clevere Lösung, die ich anderen Lösungen, die ich bisher kannte, unbedingt vorziehen würde. Apropos Zubehör: Die mitgelieferte Spinne finde ich ebenfalls sehr überzeugend. Sie entkoppelt das Mikrofon sehr gut von Körperschall und Trittschall. Etwas weniger überzeugt haben mich die einfachen Klemmen, die man benötigt, um die beiden Mikrofone auf der Stereoschiene zu befestigen. Hier habe ich doch arge Bedenken, dass die einen dauerhaften Einsatz im Tonstudio klaglos überstehen, da es sich um sehr einfaches Plastik handelt und auch die Schrauben zum Arretieren der Mikrofone aus Plastik gefertigt zu scheinen sind.

Lewitt LCT 440 Pure Piano Recording

Lewitt LCT 440 Pure am Piano

Kommen wir zum letzten Klangbeispiel, dem Klavier aus meinem Tonstudio. Freundlicherweise war meine Schüler-Praktikantin Pauline so freundlich, etwas für mich einzuspielen. Hier waren die beiden Mikrofone, wie auf dem Bild zu sehen, rechts und links positioniert und ich habe die Verkleidung des Klaviers dazu abgenommen. Dadurch klingt das Klavier offener und authentischer. Leider sind aber auch die Nebengeräusche des Pedals deutlicher zu hören, worum ich mich dringend mal kümmern sollte, was aber nicht weiter Bestandteil dieses Tests sein soll.

Die Klangbeispiele zeigen auf, dass es sich hier um ein durchweg professionelles Mikrofon handelt, dessen Einsatz auch bei höchsten Ansprüchen nichts im Wege steht. Die öfter erwähnte Höhenanhebung ist dabei keineswegs zu vergleichen mit den berühmt-berüchtigten China-Höhen, wie man sie von vielen Billigmikrofonen aus Fernost kennt. Sie klingen immer natürlich und frischen das aufgenommene Signal angenehm auf.

Lewitt LCT 440 Pure im AB Verfahren

Für Choraufnahmen kam Lewitt LCT 440 Pure ebenfalls zum Einsatz.

Im Rahmen der Testphase habe ich mit den beiden Testkandidaten auch noch eine ganze Reihe weiterer Signale, wie zum Beispiel einen Chor, aufgenommen. Auch hier performten die beiden Mikrofone hervorragend und das Ergebnis klang professionell und überzeugend. Das Lewitt 440 Pure bestätigt hiermit seinen Ruf als hochwertiges Studiomikrofon zu einem Budgetpreis.

Eingeschränkt ist man lediglich darin, dass nur die Nierencharakteristik zur Verfügung steht. Wer andere Richtcharakteristiken wie Acht oder Kugel benötigt, muss zu den entsprechend größeren Geschwistern greifen. Aber für 80 bis 90 % der Aufgaben, die normalerweise im Tonstudio anfallen, kommt man auch mit einer Niere zurecht. Wer öfter größere Ensembles oder Bands komplett live zusammen aufnimmt, sollte sich eher nach Alternativen umschauen. Dadurch kann man zum Beispiel durch die Wahl einer Acht Übersprechen schon bei der Aufnahme vermeiden.

Beim Mixing setzen sich die mit dem 440 aufgenommenen Signale gut durch. Man kann das Signal auch gut noch mit dem Equalizer nachträglich bearbeiten. Sind etwa die Höhen zu scharf, kann man hier gut entschärfend eingreifen, und auch sonstige Entzerrungen von Problemfrequenzen gelingen gut.

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Klangbeispiele
Fazit

Das Lewitt LCT 440 Pure als Stereo-Pärchen anzubieten, ist meiner Meinung nach ein kluger Schachzug von Lewitt. Man erhält zu einem vernünftigen Preis von 549,- Euro amtliche Werkzeuge, mit denen man hochwertige Stereoaufnahmen anfertigen kann. Und natürlich kann man die Mikrofone auch einzeln für Sprache, Gesang und so weiter verwenden. Besonders hervorheben möchte ich das umfangreiche Zubehör, bestehend aus Stereoschiene, Spinne, Klemmen und dem Koffer.

Plus

  • Klang
  • Popfilter
  • viel Zubehör wie Stereoschiene

Minus

  • Mikrofonklemmen wenig vertrauenserweckend

Preis

  • 549,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Moritz Maier RED

Mein Name ist Moritz, ich bin Toningenieur und betreibe ein Tonstudio für Mixing und Mastering in Köln. Da ich früher viel als Gitarrist in diversen Bands gespielt habe, kam ich früh mit Mixing und Mastering in Berührung und habe diese Arbeit lieben gelernt. Über ein Studium der audiovisuellen Medien (Dipl.-Ing. FH) habe ich dann mein Hobby zum Beruf gemacht.

Klangbeispiele
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