Test: Lewitt LCT940, Röhren/FET-Mikrofon

12. August 2013

Eines für alles?

LEWITT-LCT_940-06
Der österreichische Mikrofonhersteller Lewitt ist erst seit kurzer Zeit auf dem Markt vertreten. Ich wurde den Produkten erstmals auf der Musikmesse 2012 gewahr. Speziell die schon optisch beeindruckenden Großmembran-Mikros weckten mein Interesse und so sagte ich natürlich mit Freuden zu, als vom deutschen Vertrieb die Anfrage zu einem Test des Flaggschiffes LCT940 kam.

History

Die Lewitt Mikrofone sind seit 2011 in Europa erhältlich. Gegründet wurde die Firma 2008 in Österreich, wo auch die Entwicklung stattfindet. Gebaut werden die Produkte von chinesischen Partnern in eigenen Produktionsanlagen. Wie fruchtbar diese Symbiose ist, soll mir der Test des LCT940 zeigen.

Das LCT940

Das Testobjekt ist ein Röhren-Großmembran-Mikro mit Doppelkapsel. Zusätzlich ist aber auch eine FET-Verstärkerstufe verbaut. Der Clou ist, dass beide Pfade an der PSU stufenlos gemischt werden können.

Doch damit nicht genug. Als Doppelmembran-Mikro bietet das LCT940 fünf Richtcharakteristiken: Kugel, breite Niere, Niere, Hyperniere und Acht. Mit den dazu wählbaren Zwischenstufen kommt man auf neun Schaltzustände.

Lieferumfang

Geliefert wird ein Transportkoffer, der neben dem  Mikro das Netzteil, ein passendes Verbindungskabel, eine Spinne, einen Windschutz und ein Schukokabel enthält.

Forum
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    Markus Galla  RED

    Wenn doch schon Vergleichsaufnahmen gemacht wurden, warum werden diese dann nicht veröffentlicht? Gut, wenn man nicht seinen Gesang zum Besten geben will, dann doch aber zumindest Sprache, Akustik-Gitarre und die Percussion-Aufnahmen. Ist mir echt unverständlich.

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      Armin Bauer  RED

      Hallo Markus,
      du glaubst doch nicht ernsthaft, dass meine Gitarrenkünste besser sind als mein Gesang?
      Nun mal Scherz beiseite, ich habe diese Diskussion jedes Mal wieder: Ich sehe einfach keinen Sinn darin, hier Studioaufnahmen rein zu stellen, die dann als mp3-gewandelt in zu 90% akustisch alles andere als optimaler Umgebung mit eher fragwürdigem (Rechnerspeaker!!!) Equipment abgehört werden. Abgesehen davon gehe ich nicht davon aus, dass ein potentieller Käufer hier sofort zuschlägt, nur weil ihm meine Soundfiles so gefallen. Meine Tests sollen Interesse an einem Produkt wecken, die Feinarbeit sollte vom Konsumenten selbst erledigt werden.

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        Markus Galla  RED

        Hallo,

        na ja, in Anbetracht der Tatsache, dass 100 Prozent der weltweit angefertigten Studio-Aufnahmen nach dem Mastering bei iTunes & Co erhältlich sind, relativiert sich das, oder?
        Der Frequenzgang der Schallplatte und Kompaktkassette war auch begrenzt, die Dynamik ebenfalls. Wenn nun niemand mehr Hörbeispiele anfertigt, weil das Medium nicht audiophil genug ist, können wir uns die Investition in hochwertiges Equipment und das Berichten darüber auch gleich sparen. Auch bei einem MP3 fällt auf, ob es sich um ein 100€ oder um ein 1000€ Mikro handelt. Schließlich geht es hier um ein Mikrofon, welches ja eben für genau den Zweck der Aufnahme konstruiert wurde. Auch die besten Toningenieure hören ihre Aufnahmen auf billigen Laptop oder Küchenradio-Lautsprechern ab. Denn auch dort müssen sie klingen. Würde das Mikro hier zu einem 100€ China Mic keine nennenswerten Unterschiede zeigen, hätte der Hersteller wohl etwas falsch gemacht.

        Ich würde es aus diesem Grund begrüßen, wenn trotz aller Bedenken Hörbeispiele online gestellt werden. Denn Lewitt gibt ja auf seiner Website nicht an, dass das Mikro nur gekauft werden sollte, wenn man mindestens eine 10.000$ Abhöre besitzt und einen akustisch optimierten Raum, weil man sonst den Unterschied sowieso nicht hören kann….. :-)

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          Armin Bauer  RED

          Hallo Markus,
          ich verstehe ja deinen Ansatz, muss aber doch nochmals widersprechen.
          Die Tests erübrigen sich natürlich nicht, ich bin einfach der Meinung, dass ich die Unterschiede zwischen den Mikros besser in Worte fassen kann, als es Soundbeispiele, bei denen ich nicht weiss, wie sie abgehört werden, darstellen können. Wennder geneigte Leser da anderer Meinung ist, Asche auf mein Haupt…
          Auch ging es hier nicht um den Vergleich 1000.- Mikro gegen 100.- Chinaprodukt, sondern ich habe dem Testprobanden zwei, wenigstens in Teilbereichen gleichwertige Tetsgegner gegenüber gestellt.
          Ich bin allerdings inzwischen am Überlegen, da Soundbeispiele ja durchaus Popularität besitzen, ob ich da nicht was basteln kann, z.B. eine Datenbank mit immer den selben Voraussetzungen: Mikro immer im gleichen Abstand vor demselben Monitor und dann einfach das Frequenzspektrum durchlaufen lassen.

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          sir stony

          Amaros, volle Zustimmung. Man kann Unterschiede im direkten Vergleich durchaus erkennen, selbst unter alles andere als optimalen Bedingungen. Ich finde eine mündliche Beschreibung alleine eine sehr schwammige und direkt ungenügende Sache, weil verschiedene Leute gewisse klangliche Merkmale auch sehr verschieden bewerten und benennen. Was dem einen detailliert erscheint, mag dem anderen zu spitz sein. Was mancher gerne einen warmen Klang nennt, nennen andere verwaschen oder basslastig. Wenn es um etwas geht, bei dem der Klang das ultimative Produktmerkmal ist, dann gehören Hörbeispiele dazu. Wenn man Bilder verkaufen will, dann genügt es auch nicht, nur die Rahmen auszustellen.

          Die Begründung des Testers keine Klangbeispiele zu liefern hat nur in der einen Hinsicht Bestand, dass solche Aufnahmen keinesfalls als absolute Bewertungsgrundlage gelten können, denn hier sind nicht nur die Wiedergabe-, sondern ebenso auch die Aufnahmebedingungen individuell viel zu unterschiedlich.

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            Armin Bauer  RED

            „Wenn man Bilder verkaufen will, dann genügt es auch nicht, nur die Rahmen auszustellen.“

            Wenn man Bilder verkaufen will, genügt es aber auch nicht, dem Interessenten einen Farbdruck zu zeigen.
            Genau das mache ich mit so einem Test, ich wecke Interesse, sich die Sache anschauen/hören muss der Käufer am realen Objekt.
            Ich muss allerdings gestehen, dass Soundsamples durchaus einen gewissen Unterhaltungswert haben, vielleicht lass ich mich ja noch umstimmen…

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              Markus Galla  RED

              Ich glaube, dass Hörbeispiele mehr sind als reiner Unterhaltungswert. Sie sind in Zeiten des Internethandels sogar sehr wichtig. Thomann hat das frühzeitig erkannt und für (fast) alles Soundbeispiele erstellt und online gestellt. Das ersetzt zwar nicht den eigenen Test, bietet aber auf einem fast unüberschaubaren Markt eine Erstauswahl. Händler in der Nähe haben außerdem in den seltensten Fällen genau das, was man sucht, überhaupt zum Antesten im Laden. Auch Sennheiser hat das verstanden und mit sehr großen Aufwand eine Drum Library erstellt, die mehrere GB groß ist und die ich nutzen kann, um die Klangunterschiede der einzelnen Mikros von Sennheiser unter nahezu realen Bedingungen anzuhören.

              Die Hörbeispiele würde ich mir bei Mikrofonen so vorstellen:
              1. Shure SM58 als Kleinmembran-Referenz. Das ist ein Klassiker und wirklich jeder kennt den grundsätzlichen Klangcharakter dieses Mikros.
              2. ein beliebiges Großmembran-Mikro als Vergleich.
              3. den Testkandidaten

              Aufnahmen mit allen drei Kandidaten in zwei verschiedenen Abständen. Immer linear bei gleicher Aussteuerung (also z. B. immer bis 0 oder +3 dB). Dabei jeweils zwei Mikros dicht neben- oder übereinander montiert, so dass die gleichzeitige Aufnahme möglich ist. Anlegen der Mikros in einem Stereo-File: links Referenz, rechts Testkandidat. So kann man zwischen beiden Kandidaten hin und her schalten.

              Als Signal würde ich verwenden:
              1. Sprache
              2. Gesang
              3. Instrument

              Wenn dann im Test KURZ der persönliche Klangeindruck des Testers in Bezug auf die Referenz-Signale geschildert ist und der Eindruck des Testobjektes, kann man mit einem solchen Verfahren ohne Probleme das nachvollziehen, egal welche Abhöre oder welchen Kopfhörer man benutzt. Wenn man dann vergleichende Beschreibungen verwendet wie z. B. dumpfer, heller, wärmer als…. ist das – unabhängig von der Abhöre – immer vom Hörer nachvollziehbar (es sei denn, er ist taub).

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                Steffen Grachegg

                Hi, als Head of Marketing bei LEWITT freut es mich besonders, dass so reges Interesse an Soundbeispielen besteht – selbige haben wir nämlich recht umfassend ins Netz gestellt. Und zwar genau so wie Amaros es sich wünscht inkl. Referenzmikro ‚das halt so aus dem Studio kennt‘: http://www.....und_booth/ Wir werden aber auch den hohen Ansprüchen des Herrn Bauer gerecht, alle Files gibt es auch unkomprimiert auf Soundcloud zum download … Viel Spaß beim vergleichen!

                Danke für den Test. Nachdem die Features extra erwähnt werden, erlaube ich mir der Vollständigkeit halber noch gerne auf ein weiteres, interessantes Feature aufmerksam zu machen: Automatic Attenuation. Ähnlich der Clipping History prüft das Mikro ob Clipping stattfindet – allerdings stellt es auch gleich selbsttätig die nötige Vorabschwächung ein, um Übersteuern zu vermeiden. Gedacht ist das ganze, wenn beispielsweise ein neuer Trompeter oder Drummer aufgenommen wird und der Techniker noch nicht genau weiß, wie laut es zugehen wird … einmal kurz Gas geben und die passenden Einstellungen sind gesetzt. In Anbetracht der an sich schon recht ansehnlichen Max. SPL auch bei heftigem Gewehrfeuer im Studio ein nützliches Feature.

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      Armin Bauer  RED

      Fast hätte ich es vergessen: Gut gemachte Seite hast du da, sollte auch mal erwähnt werden :-)
      Gruss

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