Mehr Fokus für den Livesound
Ein gutes Gesangsmikrofon für die Bühne muss heute mehr leisten, als nur die Stimme hörbar zu machen. Es soll sich vor allem im Mix durchsetzen, Rückkopplungen gering halten und gleichzeitig den Anforderungen des Live-Alltags standhalten. Das neue LEWITT MTP 5 will genau diese Punkte miteinander verbinden und dabei eine moderne Alternative zu klassischen Bühnenmikrofonen bieten. Wie gut das gelingt, zeigt ein genauer Blick auf Verarbeitung, Technik und den Einsatz im praktischen Live-Betrieb.
Was ist es? LEWITT MTP 5, dynamisches Gesangsmikrofon für den Live-Einsatz.
- Klangabstimmung: definiert und durchsetzungsfähig im Bandmix
- Rückkopplungsfest: hohe Pegelstabilität bei Monitorlautstärke
- Isolation: geringes Übersprechen und kontrolliertes Off-Axis-Verhalten
- Verarbeitung: robustes Metallgehäuse, 336 g Gewicht
- Preis: 109,- Euro, mit Schalter 119,- Euro
Inhaltsverzeichnis
Der Hersteller LEWITT
LEWITT ist ein Hersteller aus Wien, der im Vergleich zu vielen etablierten Marken noch relativ jung ist. Trotzdem hat sich das Unternehmen seit seiner Gründung 2009 in kurzer Zeit einen festen Platz im professionellen Audiobereich erarbeitet. Von Anfang an lag der Fokus darauf, Mikrofone und Audiolösungen zu entwickeln, die technisch auf dem neuesten Stand sind und sich gleichzeitig praxisnah einsetzen lassen. Auffällig ist der Ansatz des Herstellers, klassische Mikrofonkonzepte nicht einfach zu übernehmen, sondern weiterzuentwickeln. LEWITT orientiert sich dabei stark an den Anforderungen von Musikern und hat sein Portfolio entsprechend aufgebaut. Heute umfasst dieses sowohl Studio- und Live-Mikrofone als auch Audiointerfaces und Software.
Äußerer Blick auf das LEWITT MTP 5
Bauweise und Material
Das LEWITT MTP 5 besteht vollständig aus Metall und fühlt sich entsprechend solide und robust an. Der Mikrofonkorb und das Gehäuse sind stabil gefertigt und vermitteln schon beim ersten Betrachten den Eindruck, dass das Mikrofon auch härtere Einsätze problemlos übersteht. Insgesamt wirkt die Verarbeitung sauber und hochwertig, ohne dabei übertrieben schwer zu sein. Es bringt knapp 336 g auf die Waage.
Unterhalb des Mikrofonkorbs sitzt ein markanter Ring, der nicht nur optisch auffällt, sondern auch eine praktische Funktion erfüllt. Er sorgt dafür, dass die Hand beim Halten des Mikrofons nicht zu weit nach oben rutscht. Gerade im Live-Betrieb kann das helfen, den typischen Rappergriff zu vermeiden und den Klang dadurch stabil zu halten.
Varianten des Mikrofons und Lieferumfang
Das Mikrofon ist sowohl ohne Schalter als auch mit integriertem An-Aus-Schalter erhältlich. Die Version des LEWITT MTP 5 mit Schalter erweitert die Einsatzmöglichkeiten und eignet sich damit beispielsweise auch für Moderationen oder Talkback-Anwendungen. Zum Lieferumfang gehören neben dem Mikrofon eine Mikrofonhalterung und eine Transporttasche. Der Mikrofonkorb kann zur Reinigung abgeschraubt werden.
Technische Details zum Mikrofon
Mikrofontyp
Beim LEWITT MTP 5 handelt es sich um ein dynamisches Mikrofon, wie es im Live-Bereich sehr häufig eingesetzt wird. Diese Bauweise ist vor allem robust und kommt gut mit hohen Lautstärken zurecht, was gerade auf der Bühne ein Vorteil ist. Ziel ist ein präsenter Klang, der sich im Bandgefüge gut behaupten kann, ohne unangenehm zu wirken. Die Kapsel ist intern gelagert, um Griffgeräusche zu reduzieren. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn das Mikrofon bewegt oder fester angefasst wird.
Richtcharakteristik und Rückkopplungs-Verhalten
Das LEWITT MTP 5 verfügt über eine Nierencharakteristik, dank derer der Schall hauptsächlich von vorne aufgenommen wird, während seitliche und rückwärtige Geräusche reduziert werden. Das hilft dabei, den Fokus auf die Stimme zu legen und Bühnengeräusche auszublenden. Ein wichtiger Punkt beim LEWITT MTP 5 ist die hohe Rückkopplungsfestigkeit. Die Abstimmung sorgt dafür, dass auch bei höheren Monitorlautstärken stabil gearbeitet werden kann, ohne dass es schnell zu Rückkopplungen kommt.
Off-Axis-Verhalten
Das Off-Axis-Verhalten beschreibt, wie ein Mikrofon auf Geräusche reagiert, die nicht direkt von vorne, sondern von der Seite oder von hinten auf die Kapsel treffen. Gerade im Live-Betrieb ist das wichtig, weil so beeinflusst wird, wie stark andere Instrumente oder Bühnenanteile im Signal landen. Beim LEWITT MTP 5 soll dieses Verhalten bewusst kontrolliert bleiben. Vor allem hohe Frequenzen von anderen Instrumenten werden etwas zurückgenommen, was im Gesamtmix für mehr Transparenz sorgen kann.
Praxistest des LEWITT MTP 5
Im Praxiseinsatz zeigt sich schnell, ob ein Mikrofon wirklich für die Bühne gemacht ist oder nur auf dem Papier überzeugen kann. Deshalb habe ich das LEWITT MTP 5 in einer typischen Live-Situation am Klavier eingesetzt, genauer gesagt für den Background-Gesang während des Spielens. Beim Praxistest standen vor allem die Durchsetzung im Mix, die Handhabung und mögliche Nebengeräusche im Fokus.
Klang beim Live-Einsatz
Der Klang des LEWITT MTP 5 kam mir im praktischen Einsatz sehr definiert vor. Gerade im Zusammenspiel mit dem Klavier und den übrigen Instrumenten, Akustikgitarre, E-Gitarre, Cajon und Leadgesang, blieb die Background-Stimme gut verständlich und setzte sich sauber durch, ohne dass man viel nachregeln musste. Das Klangbild ist insgesamt sehr ausgewogen und weder zu scharf noch zu dumpf.
Übersprechen
Ein besonders positiver Punkt ist die geringe Anfälligkeit für Übersprechen. Andere Klangquellen auf der engen Bühne werden vergleichsweise gut ausgeblendet, sodass der Fokus auf der Gesangsstimme bleibt. Gerade in so einer Situation ist das ein großer Vorteil und sorgt für ein aufgeräumtes Gesamtbild im Sound.
Verarbeitung und Halterung
Im Alltag überzeugt mich das LEWITT MTP 5 auch in der Handhabung. Bei der Benutzung mit einem Stativ sitzt das Mikrofon sicher in der mitgelieferten Halterung, die das Gehäuse gut umfasst und zuverlässig hält. Auch bei Bewegungen bleibt alles stabil. Selbst bei voll ausgefahrenem Galgen des Stativs bleibt das Mikrofon in seiner Position, was für ein solides, aber nicht zu hohes Gewicht des LEWITT MTP 5 spricht.
Generell ist der Eindruck sehr solide, denn das Gehäuse des Mikrofons wirkt robust und hochwertig. Hier hat man sofort das Gefühl, ein langlebiges Arbeitsgerät in der Hand zu halten. Auch der XLR-Anschluss sitzt fest und hält das Kabel zuverlässig. Es gibt kein Wackeln, was im Live-Betrieb schnell störend werden kann. Auch hier zeigt sich, dass das Mikrofon auf einen problemlosen Einsatz auf der Bühne ausgelegt ist.
Transport und Zubehör
Die mitgelieferte Transporttasche ist angenehm dick und bietet ausreichend Schutz. Das Mikrofon und die zugehörige Klemme lassen sich hier problemlos verstauen, ohne dass es vom Platz her eng wird. Das macht auch den Transport unkompliziert und praxisnah.
Alternativen zum LEWITT MTP 5
Wer sich für das LEWITT MTP 5 interessiert, wird früher oder später auch auf einige etablierte Klassiker im gleichen Einsatzbereich stoßen. Gerade im Bereich der dynamischen Gesangsmikrofone gibt es eine Reihe bewährter Modelle, die sich seit Jahren auf den Bühnen dieser Welt behaupten:
Shure SM58
Das Shure SM58 gehört wohl zu den bekanntesten Gesangsmikrofonen überhaupt und ist auf unzähligen Bühnen im Einsatz. Im Vergleich zum LEWITT MTP 5 wirkt der Klang etwas traditioneller abgestimmt. Dafür ist das Shure SM58 seit Jahrzehnten ein verlässlicher Standard in der Live-Industrie.
Sennheiser e835
Das Sennheiser e835 ist ebenfalls ein sehr verbreitetes Livemikrofon und liegt preislich in einer ähnlichen Region. Es liefert einen ausgewogenen Klang und eignet sich gut für unterschiedliche Stimmen. Im direkten Vergleich bringt das LEWITT MTP 5 Vorteile bei der Isolation von Nebengeräuschen mit.




































Ich bin großer Fan des Lewitt MTP 550.
Weiß jemand, inwiefern das MTP5 einfach ein Update des 550 ist oder inwiefern sich diese ähneln bzw. unterscheiden?
Ich nutze auch das Shure SM58 seit vielen Jahren. Allerdings nervt mich das „geklapper“ vom Keyboard und halt alles was man mal anklickt.
Nun habe ich mir schon einige Mikrofone bei Youtube angeschaut und selbst solche, die angeblich so gar nichts an Nebengeräuschen durchlassen sollen, weil sie eine Extreme Nahbesprechung benötigen (z.B. Audix OM7, OMX T oder Sennheiser e945(?)) lassen – für mein Empfinden – noch zu viel durch.
Und wenn man einen Händler fragt, sagt der meist, dass das SM58 schon „die beste Wahl“ ist. Das frustriert einen dann ja schon ein wenig :D