Test: Line6 Relay G55, Gitarren- und Bassfunkanlage

Die Empfangseinheit

Die Empfangseinheit des Line6 Relay G55 macht einen sehr soliden Eindruck. Das Gehäuse besteht aus Metall und scheint daher ausreichend abgehärtet für den Touralltag. Auf der Frontseite sind Knöpfe für Setup, Exit und ein Endlosregler mit Druckfunktion für die Navigation im Menü. Das LC-Display ist klein, aber gut ablesbar. Alle Funktionen sind hier ohne größere Umwege zu erreichen. Auf der linken Seite der Frontplatte befinden sich die Pegelanzeiger für Lautstärke, Empfangsstärke, eine Mute-LED und eine Batteriestatus Anzeige. Auf der Rückseite fallen zunächst die zwei Antennenanschlüsse ins Auge, ein Indikator für True-Diversity. Bei dieser Technik, die im Grunde ein Standard bei professionellen Funkstrecken ist, arbeiten 2 Sender und Empfänger gleichzeitig. Die Signale werden mieinander verglichen, um auf diese Weise Signalverluste zu kompensieren. Das ist vor allem bei Choreographien auf der Bühne wichtig. In der Mitte der Rückseite befinden sich ein symmetrischer XLR-Ausgang und ein unsymmetrierter Line-Ausgang als 6,3 mm Klinkenbuchse. Das Netzteil ist extern. Es erfordert einerseits extra Platz und die Zuleitung, andererseits verbessert sich die Abschirmung, da man mit keinerlei elektromagnetischen Einstreuungen zu rechnen hat.
hinten
Die Bedienung stellt den Anwender nicht vor größere Hindernisse. Das Wichtigste ist der Kanaleinstellknopf. Der Kanal muss derselbe sein wie der des Bodypacks. Dieser lässt sich am jeweiligen Sender ändern. Der Ladezustand der Batterie des Senders wird mittels LED-Reihe am Empfänger angezeigt. Daneben befinden sich weitere LED-Reihen für die Empfangsstärke und Audiopegel. Das Alleinstellungsmerkmal des Empfängers ist der mit „Cable-Tone“ bezeichnete Knopf. Er schaltet die Kabelsimulation hinzu.
empfaengervorn

Forum
  1. Profilbild
    Vonvon

    Hallo Malte! Jetzt hole ich kurz mein „Klugscheißer“-Hut… ;-)
    Um genauer zu sein, Diversity ist zwischen 1 Sender und 2 Empfänger (dIe Variante mit mehrere Sender existiert auch, wird aber eher benutzt, um die Bandbreite zu erhöhen (MIMO)).
    Wenn ein Sender sendet, streut sich das Signal in alle Richtungen. Ein Empfänger bekommt dann ein SIgnal auf dem direkte (gerade) Weg am Stärksten, aber er empfängt auch viel gestörte Signale, weil des gesendete Signal sich in alle Richtungen auf alles mögliches reflektiert hat und auf indirekten Weg zum Empfänger kommt (abgedämpft und verzögert). Und jetzt kommt das Problem: alles diese Signale (direkt und indirekt) addieren sich am Empfänger. Es kann sein, durch ungünstige Position/Glück, dass die Summe von den indirekte Signale genau so stark wie das direkte Signal ist, aber mit einer umgekehrte Phase. Dann in der Summe wird das Signal gelöscht, der Empfänger bekommt gar nichts.
    Dieses Effekt kennst du schon: du sitzt im Auto und hörst Radio. Auf ein Mal bei einem Ampel empfängst du das Radio wesentlich schlechter. Du fährst nur ein Paar Meter und hop, de empfängst es wieder normal.
    Und jetzt kommt die Wunderwaffe gegen dieses Effekt: diversity: falls so eine Signallöschung an einer Antenne passiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es nicht der Fall ist an einer andere Antenne, die ein bisschen weiter weg steht. Dort hast du Signal. Ton gerettet :-)

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