Test: Line6, Spider Valve Mk II 212, Gitarrenverstärker

9. Februar 2010

Vollröhren-Spider!

Die Revolution für die Gitarrenwelt begann Mitte der 90er Jahre: Eine kleine amerikanische Softwareschmiede brachte mit dem AxSys 212 erstmals einen Gitarrenverstärker auf den Markt, dessen Klangbearbeitung komplett auf Basis eines DSP-Chips und seiner entsprechenden Algorithmen basierte. Die Rede ist von der US-Company Line6, die mit ihrer Verstärkersimulation Amp-Farm ein mächtiges Produkt für die damalige Mac/ProTools-Plattform entwickelten, bevor sie dieses Know-how in echte Hardware, in Form eines Gitarrencombos, verpflanzten. Damals leider so kostspielig, dass es für viele nur ein Wunschtraum blieb, eines dieser Geräte zu besitzen.

Nur ein Jahr später folgte dann wohl das Produkt, das in der Gitarrenszene wie eine Bombe einschlug: der POD. Ein PreAmp/Effektprozessor, der viele Benutzer rein optisch betrachtet mehr an eine Zahnarzt-Spuckschüssel denn an einen ernstzunehmenden Gitarrenverstärker/Multieffekt erinnerte. Trotzdem war diese DSP-Technologie plötzlich nicht nur praktisch nutzbar, sondern auch erschwinglich, kostete der POD doch nur einen Bruchteil des AxSys 212. Der günstige Preis, gepaart mit denen umfangreichen Soundmöglichkeiten war es dann auch, der dem POD zu einem durchschlagenden Erfolg verhalf und die Firma Line6 damit weit über die Grenzen der Studiowelt hinaus auch in der Gitarrenszene etablierte.

Eine neue, virtuelle Welle im Gitarrensektor war nun geboren, und an allen Ecken und Enden gab es plötzlich diese miniaturisierten Gitarrenpreamps, die nur so überquollen voller emulierter Ampmodelle und Effekten. Das eigene 25 Kilo-Rack, vollgestopft mit Endstufe, PreAmp, Multieffekten (und geschweige denn dem ganzen Kabelsalat), schien nun endgültig passé, ebenso wie der drohende Rückenschaden beim Rumwuchten dieser für uns unverzichtbaren Komponenten.

-- Start in eine neue Welt der Klangformung: der Line6 POD --

— Start in eine neue Welt der Klangformung: der Line6 POD —

Nun also, eine Dekade später, hat uns die „Retro-Welle“ erfasst, und plötzlich möchte jeder wieder einen „echten“ Röhrenamp spielen. Die kleinen virtuell-analogen Kistchen allerdings haben für viele Gitarristen einen festen Stammplatz in der Geschichte erhalten, nicht zuletzt auch wegen ihrer klanglichen Flexibilität, die mit einem normalen 2- oder 3-kanaligen Röhrenamp i.d.R. nicht zu erreichen ist.

Nach dem Motto „doppelt gemoppelt klingt besser“ schickt Line6 nun mit dem Spider Valve Mk II 212 einen Amp ins Rennen, der neben Algorithmen für sechzehn verschiedene Verstärkertypen auch eine komplett auf Röhren basierende Signalführung besitzt, und das sowohl in der Vor- als auch in der Endstufen-Sektion. Für diese Röhrenschaltung zeigt sich kein geringerer als Röhrenamp-Guru Reinhold Bogner verantwortlich, den die Crew von Line6 bei der Entwicklung der Spider Valve-Series mit ins Boot geholt haben.

„Over the top“ oder „all well done“? Ein genauer Check auf Amazona.de sollte hier wie immer Klarheit verschaffen.

-- Der Line6 Spider Valve MkII 212 --

— Der Line6 Spider Valve MkII 212 —

Klangbeispiele
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  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wer diesen Amp besitzt wird KEINE Wünsche mehr haben

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