Test: LTD, Phoenix-1000 Deluxe, E-Gitarre

15. November 2011

LTD Phoenix

Die Gitarren der japanischen Marke „Electronic Sound Products“, besser bekannt als ESP, können auf eine lange, erfolgreiche Geschichte und einer anhaltenden Beliebtheit in der Welt des Heavy-Metal und Hard-Rock zurückblicken. Seit 1983 ist die bereits 1975 gegründete Firma mit eigenen Gitarren am Markt vertreten, die oft den großen Klassikern von Gibson und Fender nachempfunden sind. Seitdem sind die drei Buchstaben fest mit der härteren Gangart verbunden, und die Liste der Endorser reicht von James Hetfield und Kirk Hammett von Metallica über den Slayer-Gitarristen Jeff Hanneman bis zu den Jungs von Rammstein. Diese Riffmaschinen blieben jedoch aufgrund der hohen Preise lange Zeit den besser situierten Musikern vorbehalten. Seit 1996 bot man dann unter dem Namen LTD eine Reihe deutlich günstigerer Gitarren im Einsteiger- und Mittelklassebereich aus dem Hause ESP an. In den Amazona-Test hat es dieses Mal die LTD Deluxe Phoenix-1000 geschafft.

-- Die LTD Phoenix-1000 Deluxe --

— Die LTD Phoenix-1000 Deluxe —

Konstruktion & Verarbeitung

Das Erste, was einem auffallen dürfte, wenn man die Gitarre aus dem Pappkarton befreit, ist dass die Phoenix-1000 ein ganz schöner „Brocken“ ist. Nicht nur ist die Mensur mit 648 mm eine der längeren, auch der Body ist, besonders nach hinten raus, sehr ausladend konstruiert. Dieser besteht aus zwei Mahagoni-Flügeln, die oben und unten an den durchgehenden Ahorn-Hals geleimt wurden. Wie üblich bei dieser „Neck-through“ getauften Konstruktion sind die Pickups sowie die Brücke und Tailpiece auf ein großes Stück Holz montiert, das einen Teil des Korpus und den Hals bildet, was sich natürlich in besonderer Weise auf das Schwingungsverhalten der Gitarre auswirkt. Der Korpus als Ganzer ist so geformt, dass man im ersten Moment meinen könnte, es sei eine Linkshänder-Gitarre. Alles steht Kopf, und irgendwie fehlt das Gegenstück zum ausladenden Cutaway der unteren Hälfte, und das Material findet sich in einem großen „Auswuchs“ am anderen Ende des oberen Flügels wieder. Obwohl gewöhnungsbedürftig auf den ersten Blick, ist das Design in sich stimmig und wirkt dynamischer, weniger statisch als das vieler Klassiker. Selbst wenn die Gitarre auf dem Ständer steht. Ganz nach der Mode ist der Lack des Bodys in Snow-White gehalten und mit einem großen, schwarzen Pickguard versehen.

-- Die Phoenix in schwarz --

— Die Phoenix in schwarz —

Der Hals selbst ist durchsichtig matt lackiert, also sehr angenehm auf der Haut und besitzt ein vergleichsweise schlankes U-Shaping, so dass er gut und satt in der Hand liegt, aber auch mit kleinen Händen noch bequem bespielbar ist. Das aufgeleimte Griffbrett ist aus Ebenholz gefertigt und mit 22 Jumbo-Bundstäbchen bestückt. Besonders auffällig sind hier die großflächigen Inlays, deren Form zu beschreiben sich als schwierig und deren Material zu bestimmen sich als noch schwieriger erweist. Gerne würde man sich der Illusion hingeben, es handele sich um echtes Perlmutt, was bei der Größe und einem Gesamtpreis von knapp unter 1000,- Euro für das Instrument aber nur schwer bewerkstelligen ließe. Gut gelungen ist diese Imitation aber trotzdem. Ein weißes Binding am Hals rundet das Zusammenspiel von Schwarz und Weiß gänzlich ab. Das Ganze endet in einer vorderseitig schwarz lackierten Kopfplatte. Wie bei vielen ESP-Modellen steht auch sie Kopf.

-- Feinste Technik von ESP: Locking-Mechaniken --

— Feinste Technik von ESP: Locking-Mechaniken —

Klangbeispiele
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