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Test: Macbeth Micromac-D, Micromac-R, Analog-Synthesizer

10. August 2013

Der analoge Bonsai aus dem Hause Macbeth

Ken Macbeth dominiert, ohne zu übertreiben, neben Wowa Cwejman seit über 10 Jahren den hochpreisigen Boutique-Markt von analogen monophonen Synthesizern. Verarbeitungsqualität, Klang und Bedienbarkeit stehen gegenüber dem Preis im Vordergrund – der beste Beweis dafür ist der überragende halbmodulare Synthesizer M5/M5N. Ken experimentiert mit Layout und Features, stellt ein Instrument vor und verändert es wieder. So können zwischen Ankündigung und Auslieferung eines Produktes einige Jahre vergehen. So auch im Falle des neusten Produktes aus dem Hause Macbeth – den Micromacs.

Macbeth Micromac-D

Macbeth Micromac-D

Entgegengesetzt zu seinen bisherigen Synthesizern hat Ken Macbeth bei seinen X-Series-Kreationen, zu der auch die Micromacs gehören, auf die erfolgreiche Miniaturisierung im Synthesizer-Markt gesetzt. Hochpreisige Boutique Ware und Kompromisse – kann das gutgehen?

Was ist denn nun ein Micromac?

Den Macbeth Micromac gibt es in zwei Versionen: Micromac-R ist für das Eurorack-Modularsystem bestimmt und lässt sich in ein bestehendes 3HE-System mit einem Platz von 60TE Breite integrieren. Der Micromac-D ist die Desktop-Variante der Micromacs mit zusätzlichem MIDI-CV-Interface und zwei analogen LFOs. Der Micromac-D erinnert mich in Aussehen und Features sofort an einen geschrumpften Macbeth M3X, der mit zwei LFOs und ein paar Patchbuchsen ergänzt wurde.

Solide Konstruktion

Solide Konstruktion

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    guter Bericht! hab ihn mal an Ken weitergeleitet. ;)
    er sagt dazu:
    „It’s a fair review- the reviewer certainly likes the sound and build quality- even most of the functionality- but there are critisisms too! I think the criticism are to a degree, justified. Has to be said and done- the micromacs cram a lot of synth into a lot of space- which was the original idea, but obviously some people will want more! one other criticism is the use of external power- this had to be done to keep the size in perspective!……….and finally, the price……well, you can’t buy everything cheap…………it’s costly to manufacture too!“

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      Tyrell  RED 111

      Der arme Ken. Ja, ja, die Herstellungskosten sind der Grund für diesen hohen Preis. Mir kommen wirklich gleich die Tränen.

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      changeling  AHU

      Also für 2000 € ein Gerät mit externem Netzteil zu bekommen finde ich auch ziemlich schwach. Das Argument mit der Größe finde ich da ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, da es für Leute denen es auf die Größe ankommt schon genug Alternativen gibt, die noch kompakter sind, z.B. die MFB Geräte und der Anyware Instruments Tinysizer.

      Das Gerät steht in der Desktop-Version übrigens in Köln auch im Music Store. Wirkt bis auf das externe Netzteil schon recht wertig, aber ich bin immer froh für Entlastungen meiner Steckdosen und auch wenn externe Netzteile keine Wandwarzen sind, müssen die irgendwo platziert werden, was vor allem bei einem Tischgerät eher lästig ist, da man es da nicht wie in einem 19″ Rack hinter den Frontblenden verstecken kann.
      Aber bei dem MIDI-Interface scheint ohnehin die Eurorack-Version interessanter zu sein.

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    ukm  

    Ich mag diesen Sound auch. Den gab es jedoch auch schon vor 30 Jahren in der einen oder anderen Variante bekannter Geräte.
    Insbesondere die Passage im Text „…Ich mag diesen Klang sehr, der mich persönlich immer wieder in meinem musikalischen Empfinden berührt, wie es nur einigen akustischen und wenigen elektronischen Instrumenten gelingt.“ bringt zum Ausdruck, dass es hier nicht allein um technische Eigenschaften geht, sondern auch um deren Umsetzung im Gesamtkonzept. Gerade dieses Empfinden hat man bei einigen neueren Geräten eben nicht, mögen sie technisch auch noch so brillant sein.
    Irgendwie entsteht der Eindruck, das man gute Analogtechnik jetzt als klangtechnischen Luxus verkaufen kann, und jeder, der sich das nicht leisten kann oder will, mit mehr oder weniger gelungenen Simulationen oder Sampleplayern vorlieb nehmen muss.

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      j.rauner  RED

      Ich weiß nicht, ob ich Dich falsch verstehe, aber Instrumente mit einem guten Klang, waren doch schon immer teuer bzw. konnten sich nur bestimmte Menschen leisten. Die anderen mussten mit mehr und weniger guten „Simulationen“ vorlieb nehmen. Da gab es bestimmt einige, die dachten, aus einem MS 20 irgendeine Art Minimoog-Bass herausquetschen zu können.
      Kens Synths sind teuer, Kens Synths klingen bestechend gut. Ob der Benutzer das Knowhow von Ken oder die verbauten teueren Teile oder beides teuer bezahlen muss, ist dabei egal. Wenn es jemand hinbekommt, einen ebenso guten (klanglich und haptisch) Synth hinzubekommen und dies zu einem wesentlich günstigeren Preis, na dann muss sich Ken etwas einfallen lassen, um seine Instrumente zu verkaufen. Und da hat aus meiner Sicht Moogmusic mit dem Sub Phatty ein sehr heißes Eisen im Feuer.
      Das Problem beim Micromac liegt in dem Missverhältnis zwischen Kompromiss und Preis. Für das Geld möchte ich einfach mehr.
      Ken hat schon einmal einen Deskto-Synth für, so viel ich es noch weiß, damals 1.300 € entwickelt: den M3X. Er hat an den Micromacs ungefähr 3 Jahre herumgewerkelt bis sie erhältlich waren. Er hätte sich die Zeit sparen können und eine Neuauflage des M3X herausgeben können – das wäre aus wirtschaftlicher Sicht viel vernünftiger gewesen.
      Ken ist aber nicht vernüftig und das ist auch gut so, aber dafür zahlen wir als Kunden.

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        ukm  

        Natürlich dürfen gute Instrumente teuer sein. In der Realität sind aber nicht nur gute Instrumente teuer, sondern es ist teuer, was sich gut verkauft, was nicht unbedingt linear mit der Qualität der Instrumente zusammenhängen muss.
        Nach dem Anhören der Soundbeispiele hatte ich den Eindruck: Klasse, so muss das klingen. Ich wette, der sitzt im Mix, ohne dass man viel nachbearbeiten muss. Nach meiner Erfahrung verhalten sich analoge Klangerzeuger im Mix in gewisser weise transparent, während digitale in der Regel den Frequenzbereich, den sie besetzen, zumachen.
        Warum gibt’s das im 21. Jahrhundert nich 6-8fach polyphon. Dann könnte ich mit wenigen Handgriffen mehr erreichen, als durch 10 Stunden Programmieren mit einer Sampling-Workstation oder entsprechenden Instrumenten in der DAW.
        Die Kosten für die Steuerungstechnik (µC, Multiplexer/Demultiplexer,Analogschalter usw.) dürften sich in Grenzen halten. Die Analogseite würde entsprechend der Polyphonie mehr Aufwand erfordern, aber meiner Meinung nach nicht so, dass es unbezahlbar wird.
        Die Pros und Cons zum besprochenen Gerät sehe ich (wenn auch nach nur oberflächlicher Betrachtung) genauso. Kaufen werde ich es aber aus o. g. Gründen vermutlich nicht.

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          TobyB  RED

          Hallo ukm,

          versuche mal in für die Produktion relevanten Stückzahlen, entsprechend integrierte Chips zu bekommen, OPVs, Filter etc. vorzugsweise in SMD Bauform. Die Standart Chips lassen sich beschaffen, aber bei Filtern wirds eng und teuer. Ich möchte jetzt nicht wieder auf Curtis Chips rumreiten. Faktisch sieht es so aus, das neue Chips kaum bis gar nicht produziert werden. Diskrete Bauweise ist nicht Massmarket kompatibel und die analogen polyphonen Exoten kannst du an einer Hand abzählen. Und da die großen Musikhersteller nunmal Unternehmen sind die betriebswirtschaftlich ticken, heisst es Optimierung und Effizienzsteigerung. Und Analoge Fertigung und Analoge Technik sperren sich da etwas gegen.

          Gudde

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          j.rauner  RED

          Warum es die Micromacs nicht polyphon gibt, ist glaube ich leicht beantwortet – dafür müsste ein wesentlicher größerer Aufwand betrieben werden, als man gemeinhin vermutet und Ken sich höchstwahrscheinlich nicht mit digitaler Technik herumschlagen will.
          Wobei sich 3 bis 4 Micromacs mit einem entsprechenden Keyboard bzw. Midi-CV-Interface, über die CV- und Gate-Buchsen des Micromacs angeschlossen, polyphon spielen lässt.

          Größtes Problem – die Micromacs sind diskret, also mit einzelnen Bauteilen, aufgebaut – nicht mit integrierten Chips. Die diskrete Bauweise macht erheblich den guten Klang der Macbeth-Synthesizer aus. Diese Komponenten digital zu kontrollieren, tun sich nur wenige Hersteller an.
          Mir fällt spontan der Jomox Sunsyn (soviel ich weiß ein wirtschaftlicher Misserfolg – leider) ein oder der bisher nicht verfügbare Schmidt Synthesizer. Entwicklungszeit des Schmidt Synthesizer sind glaube ich 8 Jahre bisher gewesen. Es gibt ihn bis heute nicht käuflich zu erwerben und wurde von einem Enthusiasten erbaut. Kostenpunkt 25.000 €, wurde vom Herrn Schmidt vor 2 Jahren auf der Messe gemunkelt.

          Es ist nicht ganz leicht, gut klingende Instrumente zu bauen.

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            TobyB  RED

            Hallo Johannes,

            eben.
            und jeder der selber lötet, weiß das diskret analog, vielleicht noch mit MOSFETs nicht zu unrecht die Königsklasse im diy ist.

            :-)

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    studiodragon  

    Die Macbeths Synths klingen fein keine Frage, hatte bei einem Freund immer viel Spass mit dem M5, selbst auch einen kleinen M3X eine weile im Studio und immer sehr zufrieden vom Klang wie von der Bedienung.
    Die neuen Sachen scheinen auch sehr intéressant zu sein, auch wenn Ken des öfteren kalten Kaffee wieder aufwärmt.

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    Findus  

    Danke, sehr informativer Test. Ich habe mir das Gerät angeschafft. Der Klang ist einfach eine Wucht und auch die Bedienung macht Spass – alles sehr Performance-orientiert. Über den Doepfer Dark Link habe ich den Polyevolver sowie den SW-Sequencer Thesys verkabelt, da kommt echt Freude auf….

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    Findus  

    @Johannes: Hast Du mir ein paar Einstellungshinweise für den Patch „Micromac in Höchstform“? Gruss und Dank

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    hijack  

    @Johannes : Sehr interessanter Test.
    Ich verstehe allerdings nicht wie Du den Vergleich Micromac, Sub Phatty und Voyager meinst.
    Interpretier ich das richtig, dass Du den Sub Phatty dem Voyager vorziehen würdest und der Sub Phatty noch eher dem Klang des Micromac das Wasser reichen kann ?

    Ich persönlich finde den Grund-Sound des Moog Voyager deutlich klarer als der Sound der Phatty-Serie von denen ich eher enttäuscht bin (Den Sub 37 konnte ich jedoch noch nicht hören).
    Komischerweise gefällt mir selbst der Grund-Sound des Minitaur besser gegenüber dem Sound der Phattys (nur auf den Sound bezogen, nicht auf die Flexibilität).

    Da mich aber der Grundsound von den MacBeth-Geräten extrem gefällt, ich aber auch von einem Moog Voyager träume, würde mich eben interessieren wie Du dies gemeint hast.

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      j.rauner  RED

      @hijack Ich habe es so gemeint, wie du es interpretiert hast. Mir gefällt der Klang des Sub Phatty besser als der Klang des Voyager. Die Betonung dabei ist ganz klar, das es bei mir so ist. Für dich kann sich dies klanglich ganz klar anders darstellen. Mir persönlich ist der Voyager zu sauber, zu lieb. Wenn ich auf dem Sub Phatty spiele ist dies für mich einfach anders. Aber ganz klar, das ist mein Empfinden.
      Klang ist sehr subjektiv bzw. anhängig von sehr vielen Faktoren – selbst wenn man dieselben Ohren und daselbe Hirn nutzt. An dem einen Tag ist es so und am nächsten wieder anders. Nur weil der Voyager eine ganze Ecke teurer ist, ist er für mich nicht gleich klanglich besser.
      Soviel ich weiß, lassen einige Benutzer ihren Voyager bei Rudi Linnhardt tunen, um ihnen klanglich ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Diese „gehackten“ Voyager habe ich aber bisher noch nicht gehört.

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        hijack  

        Vielen Dank für die Erläuterung. Hat mir sehr weitergeholfen.
        Ich empfinde den Voyager als präsenter und ja auch sauberer und erfüllt für mich eher das was ich mir unter dem Moog-Sound vorstelle. Das hat nichts mit dem Preis und dem Konzept zu tun, denn dies trifft für mich auch eher auf den Minitaur zu gegenüber dem Sub Phatty.
        Aber wie Du schreibst ist dies alles natürlich Geschmacksache.

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