Wenn Pragmatismus auf Kompromisse trifft
Bei den Mackie CR8 BT handelt es sich um 8-Zoll-Multimedia-Lautsprecher mit Bluetooth-Funktionalität und Master-Slave-Konfiguration. Das Monitorpaar richtet sich primär an Einsteiger und Content-Creator, die ein kompaktes Setup für Videobearbeitung und Social-Media-Produktionen suchen.
Kurz & knapp
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- Günstiger Preis für ein 8-Zoll-Monitorpaar mit solider Ausstattung.
- Praktische Features wie Bluetooth, mehrere Eingänge und Kopfhörerausgang.
- Aufpolierter Klang sorgt für Hörspaß, ist aber nicht neutral.
- Für Einsteiger und Content-Creator gut geeignet, nicht für kritisches Mixing.
- Kompromisse bei Kabelqualität, Flexibilität und Klangneutralität.
Inhaltsverzeichnis
Ein erstes Fazit vorweg
Die Mackie CR8 BT Monitore erfüllen ihren Zweck als preiswerte Multimedia-Lautsprecher mit Bluetooth-Anbindung. Für professionelle Studioanwendungen reichen sie meiner Meinung nach aber nicht ganz aus, dazu gleich mehr. Das Master-Slave-Konzept mag auf den ersten Blick praktisch erscheinen, offenbart bei genauerer Betrachtung allerdings einige Nachteile.
Wer auf der Suche nach einem günstigen 8-Zoll-Setup für gelegentliche Produktionen ist, findet hier durchaus brauchbare Kandidaten.
Die Zielgruppe sind eindeutig Einsteiger, YouTuber, Podcaster und Hobbymusiker, die ein unkompliziertes Setup mit ausreichender Bass-Power für den Hausgebrauch suchen. Als primäre Referenzmonitore für kritische Hörentscheidungen eignen sich die CR8 BT allerdings nicht.
Master-Slave-Konzept der Mackie CR8 BT
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie JBL vor einigen Dekaden eine Master-Slave-Variante der Control One Monitore herausbrachte und ich diese Idee seiner Zeit, insbesondere auch aufgrund der kompakten Abmessungen, in einer Zeit als alle Nahfeldmonitore noch passiv waren, als einen echten Gewinn empfand. Inwieweit sich dieses Konzept allerdings auf die Mackie CR8 BT übertragen lässt, will sich mir nicht wirklich erschließen. Geht es in ersten Linie darum, eine weitere Endstufe im Setup einzusparen?
Insbesondere das Spannen eines mitgelieferten vergleichsweise kurzen Lautsprecherkabels mit Klemmen zwischen den beiden Boxen lässt doch sehr auf eine extreme Nahfeld-Situation schließen. Wenn es einem aber um kompakte Abmessungen geht, warum dann die großen Boxen-Abmessungen von 376 × 251 × 345 mm und die Ausstattung mit 8-Zoll-Woofern?
Grundsätzlich machen die Monitore einen guten Job, wenn es um das schnelle und problemlose Editieren von Social-Media-Content oder eine Videobearbeitung geht. Die Schieberegler auf der Rückseite des Gehäuses der Master-Box für die Positionswahl und das Abstrahlverhalten hinterlassen bzgl. der Führung einen guten Eindruck.
Aufbau und Anschlüsse
Die Studiomonitore Mackie CR8 BT sind mit einem 8-Zoll-Tieftöner ausgestattet und somit das größte Exemplar der preiswerten Monitor-Serie des amerikanischen Herstellers. Die CR8 BT werden paarweise angeboten und es handelt sich hierbei um ein 2-Wege-System mit 8-Zoll-Tieftöner und einem 1-Zoll-Hochtöner. Rückseitig verfügen die Speaker über einen Bassport.
Bei den Audioanschlüssen handelt es sich um insgesamt drei Stereoeingänge (TRS symmetrisch, RCA, 3,5 mm-Stereoklinke) sowie einen Kopfhörerausgang in 3,5-mm-Stereoklinken-Ausführung. Darüber hinaus lassen sich Abspielgeräte per Bluetooth mit den Monitoren koppeln, was positiv zu bewerten ist.
Entsprechend der Positionierung der Boxen lässt sich auf der Rückseite über einen Umschalter auswählen, welcher Speaker die linke oder rechte Stereoseite wiedergibt. Zusätzlich verfügt der Master-Monitor auf der Vorderseite über einen Lautstärkeregler, mit dem sich das Monitorpaar ausschalten lässt. Somit ist ein Monitorcontroller obsolet, sofern sich die Speaker in Griffweite befinden. Das ist praktisch!
Die Klangcharakteristik und der „Tesla-Effekt“
Spätestens beim ersten Anhören der Monitore wird klar, wofür die Boxen konzipiert wurden. Die Boxen klingen gut, um nicht zu sagen sehr gut, wenn man eine HiFi-Wiedergabe zugrunde legt. Wie ist dies zu verstehen? Nun, die Mackie CR8 BT leiden unter der klanglichen Auslegung, die ich als „Tesla-Effekt“ bezeichne.
Was meine ich damit? Wer jemals in einem Tesla Musik gehört hat, weiß sofort was ich meine. Die Soundanlage eines Tesla Fahrzeugs ist so ausgelegt, dass selbst mittelmäßige Produktionen aufgrund einer ausgeklügelten Digitaltechnik, die nicht nur frequenz-technisch, sondern auch im Bereich Dynamik massiv in das Signal eingreift, auch einen deutlich besseren Klang generiert, als was die Produktion in ihrem ursprünglichen Zustand hätte bieten können. High-End-Produktionen knallen immer noch eine Spur kräftiger aus den Lautsprechern, aber der Abstand zur B- oder gar C-Liga ist bei Weitem nicht mehr so hoch wie bei einem „neutralen“ Setup.
Eine ähnliche Klangsignatur haben wir auch bei den Mackie CR8 BT. Zunächst einmal verfügt der aktive Monitor auf der Frontseite über eine Art „Loudness“-Regler mit den Bezeichnungen „Work“ and „Play“. Hiermit lässt sich die Klangcharakteristik anpassen. Allerdings färben die Speaker selbst in der „Work“-Einstellung das Signal deutlich „hübscher“ ein, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
Spätestens wenn man den Sound-Regler auf 12 Uhr Richtung „Play“ dreht, hat man das Gefühl, man hätte das Mastering schon zur Hälfte absolviert, obwohl man noch gar nicht angefangen hat. Dies mag für den persönlichen Hörgenuss eine Freude sein, bedeutet aber natürlich auch, dass der aktuelle Status der Produktion auf neutralen Lautsprechern nicht passend wiedergegeben wird.
Hochwertige Monitore klingen nicht umsonst auf den ersten Höreindruck etwas „sperrig“ und wollen erst mit einem hervorragenden Mix ihre wahren Stärken in Sachen Auflösung und Detailzeichnung offenlegen. Man könnte auch sagen, dass die Mackie CR8-BT akustisch die diametrale Ausrichtung zur Yamaha NS-10 sind, die selbst bei den besten Mixes immer vergleichsweise erbärmlich klangen. Die Maxime damals war immer „wenn es auf einer NS-10 einigermaßen klingt, ist der Mix top“. Bei der Mackie CR8 BT haben wir das Gegenteil, der Mix klingt bereits top, auch wenn er es noch nicht ist.
Dies soll nicht bedeuten, dass das Musik hören auf einer Mackie CR8 BT keinen Spaß macht. Im Gegenteil, meine Referenzmixe kommen mit einem hohen Bassanteil und einer gut aufgelösten Höhenwiedergabe aus den Lautsprechern. Gut, um bei Freunden und Kollegen zu überzeugen, aber nicht um tonale Problemzonen zu entdecken und zu korrigieren.
Detailbetrachtung der Wiedergabeeigenschaften
Entsprechend der üppigen Gehäusemaße sowie einer Verstärkerleistung von 160 Watt sorgen die Mackie-Monitore für einen raumfüllenden Klang und besitzen die gewisse Bass-Dominanz, die von vielen Musikkonsumenten geschätzt wird. Allerdings verschmelzen die unteren Mitten bei einigen meiner verwendeten Klangbeispiele mit dem Oberbass, was sich je nach Produktion in einem etwas dröhnenden Sound äußern kann.
Eine Möglichkeit der Entzerrung bieten die CR8 BT Monitore leider nicht, wodurch sie für klangentscheidende Maßnahmen in ihrer Preisklasse nicht unbedingt die erste Wahl sind. Dafür werden Gesangsstimmen in höheren Lagen (der Mitten) weitgehend natürlich präsentiert und auch das Air-Band ist gut austariert. Es ist präsent, aber ohne unnötige Schärfe.
Zur Dynamik: Die CR8 BT-Monitore neigen bei moderaten bis hohen Abhörlautstärken zur leichten Kompression.
Aufstellung und Praxis der Mackie CR8 BT
Das mitgelieferte Lautsprecherkabel fällt leider sehr kurz aus und zeugt auch nicht von bester Qualität. Die Klemmanschlüsse bergen leider die Gefahr eines Phasentausches, wenn nicht sorgfältig gearbeitet wird. Die Positionsschalter auf der Rückseite für Desktop- und Bookshelf-Modi sowie die L/R-Umschaltung sind prinzipiell sinnvoll.
Technische Daten:
- Gewebetieftöner: 8″
- Hochtöner mit Seidenkalotte und Schutzgitter
- Frequenzbereich: 44 Hz – 20.000 Hz
- max. SPL: 108 dB
- Class-D-Endstufe mit 160 Watt Peak Gesamtleistung
- Bluetooth 5.0
- Regler zur Anpassung des Klangbildes, Lautstärkeregler
- Positionsschalter für Desktop- und Bookshelf-Modi
- Positionsschalter L/R
- integriertes Schaltnetzteil 100 – 240 V / 50 – 60 Hz
- 2 Line-Eingänge: 6,3 mm Klinke
- 2 Cinch (L/R Stereo): 3,5 mm Stereo-Miniklinke
- Stereo-Kopfhörerausgang: 3,5 mm Miniklinke
- Klemmanschluss zur Verbindung beider Monitore
- Abmessungen (H x B x T): 376 × 251 × 345 mm
- Gewicht: 16 kg








































Fairer Test – trotz (gerade wegen) der eingeschränkten Empfehlung für Mastering-Aufgaben . denn immerhin scheint der Klang der Lautsprecher solide (für manche wohl schon zu gefällig) zu sein.
Mehr als die Kritikpunkte bzgl. der LS-Klemmen (Zitat: ‚Verpolungsgefahr‘ – na ja, wer rot und schwarz nicht unterscheiden kann, der sollte auch kein technisches Gerät betreiben !) und (Zitat:) ‚des kurzen und zu dünnen‘ Lautsprecherkabels (gibt’s in jedem Elektronikladen – ein Pol farbig gekennzeichnet und auch ggf. bis 2,5 qmm dick) interessiert mich bei einem solchen ‚Master-/Slave-Lautsprecherpaar‘ die Frage, ob beide Boxen GLEICH klingen.
Meine Bedenken: jedes Lautsprechergehäuse bestimmt mit seinem Innenvolumen zu einem essentiellen Teil die Tiefbassfähigkeit eines Lautsprecherchassis‘ – aber wenn in EINEM der beiden Lautsprechergehäuse aber die ganze Stereo-VERSTÄRKEREINHEIT ist und im anderen dasselbe Volumen LUFT, dann besteht ein klarer Unterschied bezüglich des für das Lautsprecherchassis zur Verfügung stehende Luftvolumen.
Bei früherer Verstärkertechnologie – mit Eisenkern-Transformator und ICs auf Alu-Kühlkörpern – war das mitunter schon ein erheblicher Anteil des Innenvolumens, welcher mit Electronic ‚gefüllt‘ ist.
Bei heutiger Verstärkertechnik – meistens volumenarmes ‚electronisches SMPS-Netzteil sowie mit modernen Verstärkertechnologien – ist der Volumenverbrauch schon deutlich besser; aber bieten wirklich beide Boxen denselben Tiefgang?
@Nvelope Ja und nein. Denn die Probleme liegen nicht bei der Ortung des Basses, sondern dem (evt. nicht) gematchten Frequenzgang der Speaker.
unterschiedlicher Frequenzgang bedeutet unvorhersehbare Phasenverschiebungen deren summierte Moden und deren Verschiebung – wenn man sich zwischen den Speakern bewegt – ich mir nicht mal vorstellen möchte. Genau dieses Problem entsteht eben per Konzept nicht bei einem Monosubwoofer, denn Bass im Allgemeinen kann man in der Tat schwer orten kann.
Diese physikalischen „Probleme“ sollen aber nichts über die getesteten Speaker aussagen, da keiner von uns das „Matching“ überprüft hat. :)
@Sneaker Danke an Sneaker, der schneller geantwortet hat als ich – und kompetent!
Es ist klipp & klar, dass zwei identische Lautsprecher geringfügig anders klingen, wenn sie unterschiedliche Volumina haben – und identische Bassreflextunnel (s. Rückseite); ja, die Unterschiede sind wohl eher geringfügig – in Form der Tiefbassfähigkeit, aber auch in Sachen Mittenfrequenzen eben oberhalb des Tiefbasses (intensive Erfahrung im Boxenbau sowie langjähriger Leser von ‚Klang & Ton‘ und ‚Hobby HiFi‘, die sich mit Boxenbau befassen).
Wenn man – wie in einem Studio in der Regel – in der optimalen mittleren Position zwischen den Speakern sitzt, weiß ich aus Erfahrung, dass ein geringfügig weniger tiefer Bass durchaus als hörbare akustische Unsymmetrie auffallen kann – was man sicher vermeiden will (eigene Tests mit kanalgetrennten EQs !)
Die Unterschiede mögen bei niedrigpreisigen Boxen wie hier für viele Nutzer weitgehend un- oder eher ‚wenig‘ hörbar sein – aber in der großen Menge solcher Aktiv-/Passivpaare gibt es sicher welche, die eben leicht unterschiedliche Frequenzgänge haben werden und deswegen hörbar anders klingen; genau deswegen ja werden Studio-Monitore der mittleren/oberen (Preis-/Qualitäts-)Kategorie jeweils mit eigenen (eingebauten) Verstärkerblock ausgestattet!
Zum favorisierten Mono-Sub hat ‚Sneaker‘ schon Stellung bezogen – einen solchen haben wir hier aber nicht.
Ein messtechnischer Test solcher Boxen wie hier wäre sicher interessant.