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Test: Mackie d.2

8. Februar 2006

Zugegebenermaßen war ich schon recht gespannt, als ich die Ankündigung  las, dass sich der traditionsreiche Studio-Mischpult-Spezialist Mackie  dem Thema DJ-Mixer annimmt. Dieses Phänomen konnte man schon bei  Allen & Heath beobachten, die sich mit ihrer Xone-Serie ein weiteres  Betätigungsfeld erschlossen haben und weltweit in Clubs und Diskotheken etablieren konnten. Schauen wir also mal, ob den US-Amerikanern dieses  Debüt ebenfalls gelungen ist.

 

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Marktsituation
 Der d.2 von Mackie ist ein zweikanaliger Mixer und zählt aufgrund  seiner Ausstattung zu den klassischen Battlemixern. Dieses Feld ist seit  vielen Jahren von Herstellern wie Vestax (PMC-Serie), Rane (TTM-Serie)  oder Ecler (HAK-Serie) besetzt. Durch ständige Weiterentwicklungen  wird es Neueinsteigern wie Mackie nicht gerade leicht gemacht, in diesem Bereich Fuß zu fassen – da gilt es durch Innovationen zu  glänzen, wenn man um die Gunst der Käufer buhlt.

Ein- und Ausgänge & Sonstiges

 Der d.2 kann unterschiedliche Audio-Quellen verarbeiten. In der Standard-Ausstattung  dürfen dies bis zu je zwei CD-Phono oder Line-Quellen sein. Bei  den Phono- und Line-Eingängen muss man sich per Knopfdruck auf  der Rückseite des Geräts für eine der beiden Arten entscheiden.  Hat man nach dem Erwerb des Mixers noch etwas Geld übrig und möchte  digitale Quellen in den Mix mit einbinden, so empfiehlt sich die Anschaffung  der optionalen FireWire-Erweiterungskarte. Diese arbeitet wie eine „gewöhnliche“ Audio-Karte und kann bis zu vier Mono- oder zwei Stereo-Signale aus einem Rechner  empfangen. Der umgekehrte Weg in den Computer ist aber auch möglich.  In diesem Fall steht ein Stereo-Signal zur Verfügung.

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Die Ausstattung der beiden Kanäle setzt sich zusammen aus einem  3-bandigen Equalizer, einem Panoramaregler und einem Effekt-Send-Button.  Der Equalizer kommt als Total-Kill-Ausführung, was kein Anschlag  auf den benutzenden DJ ist, sondern lediglich bedeutet, dass bei einer  Linksstellung aller drei Bänder kein Pegel mehr zu hören ist.  Das Drücken des Effekt-Send-Knopfes bewirkt eine Umleitung des kompletten  Signals zum Effekt-Ausgang. Es ist somit möglich, diesen Knopf auch  als Mute-Button zu benutzen, nämlich dann, wenn keine Rückführung  des Signals geschieht. Denkbar ist die Nutzung dieser Funktion auch,  wenn ein DJ-Team mehrere Mixer untereinander verlinken möchte. Der  Eingangspegel jedes Signals wird anhand einer blauen LED-Kette sichtbar  gemacht.

Wie es sich für einen ausgewachsenen Battlemixer gehört, lassen  sich seine Kanal-Fader in ihrem Ansprechverhalten stufenlos von schnell  bis langsam einstellen. Ebenso lässt sich der Regelweg umkehren.  Damit man jederzeit die Kontrolle über den aktuellen Status hat,  wird letzteres an zwei Stellen auf dem Mixer auch optisch angezeigt.

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Zur Erzielung von sogenannten „Stotter“-Effekten gibt es  für jeden der beiden Kanäle des d.2 einen Kippschalter. Dieser  trägt jeweils die Bezeichnung Transform und ermöglicht  eine Stummschaltung des Kanals oder ein schnelles Öffnen.

Ein ebenfalls sehr wichtiges Ausstattungsmerkmal ist die Anschlussmöglichkeit  eines Mikrofons. Hierbei kann man zwischen einer XLR-Stecker- oder Mono-Klinke-Verbindung auswählen. Des weiteren stehen auch ein 3-bandiger Equalizer zur  Bearbeitung und eine 48V Phantomspeisung zur Verfügung.

Das weitaus wichtigste Bedienelement eines Battlemixers ist und bleibt  aber der Crossfader. Dieser ist bei diesem Modell eine regelrechte Offenbarung.  Hier wurde nicht gespart sondern ein kompromissloser „Infinium“-Crossfader  verbaut, der optisch digital abgetastet wird. Mit diesem ist ein sagenhaft  schnelles und präzises Handling möglich und das bei absoluter  Verschleißfreiheit. Weiterhin ist es auch möglich, den Fader-Widerstand  manuell einzustellen und auch ein Hamster Switch (Vertauschen der rechten  und linken Seite) kann via Knopf-Druck vorgenommen werden. Ebenso wie  die Kanal-Fader lässt sich auch die Crossfaderkurve stufenlos einstellen.

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Die Anschlussvarianten auf der Ausgangsseite können sich bei Mackies  d.2 ebenfalls sehen lassen. Zum Anschluss an eine PA kann man zwischen  symmetrischen XLR- oder unsymmetrischen Cinch-Anschlüssen wählen.  Unterschiedliche Pegel stehen dabei ebenfalls zur Auswahl – so  kann man z.B. für den unsymmetrischen Ausgang den Record-Modus auswählen,  um analoge Live-Mitschnitte zu realisieren.

Beim Design des Mixers hat man bei Mackie auch an Details gedacht. So  findet man beispielsweise für den Booth-Ausgang, der zum Anschluss  eines Monitoring-Systems dient, einen Mono-Schalter. Dieser ist dann  sinnvoll, wenn, wie oftmals anzutreffen, in einem Club nur eine Monitorbox  zur Verfügung steht.

Für den Vorhörbereich hat man dem d.2 einen weiteren Crossfader  spendiert. Mit diesem kann man zwischen den beiden Kanälen überblenden.  Des weiteren findet man dort einen Lautstärkeregler und einen Schalter,  der ein Umschalten zwischen Kanal- und Main-Mix-Vorhören erlaubt.

Praxis
 Der erste haptische Eindruck des Geräts manifestiert seine Herkunft.  Der d.2 ist ein wahres Schwergewicht und weiss durch ein robustes Auftreten  zu gefallen. Fader und Potis sitzen fest und geben keinen Anlass zur  Sorge, dass sich dieses auch nach diversen „Battle“-Einsätzen ändern  wird.

Schaut man sich die weiteren Details des Mixers einmal genauer an, so  wird auch dort deutlich, dass der Hersteller gründlich geplant hat,  bevor er das erste Produkt in der ihm bis dahin „fremden“ Umgebung  platziert hat. So wurden beispielsweise die Kanal-Fader so konstruiert,  dass sie kein Audiosignal transportieren, sondern lediglich ein Steuerspannungssignal liefern. Dadurch bekommen sie eine quasi Long-Live-Garantie mit auf den  Weg, da ein altersbedingtes „Kratzen“ somit nicht auftritt.

Das Layout des Mixers birgt keine unangenehmen Überraschungen und  die Positionierung der Fader und Potis ist wohl überlegt, so dass  man alles dort vorfindet, wo man es erwartet. Die „Battle-Area“ ist  großzügig dimensioniert und wird nicht durch störende  Bauteile wie Kopfhöreranschlüsse o.ä. beeinträchtigt.  Die ersten Bedienschritte gehen somit leicht von der Hand und besonders  das elegant sanfte Gleiten des Crossfaders weiss zu gefallen.

Bedauerlich ist nur die Tatsache, dass man die Equalizer-Potis sehr  eng aneinander positioniert hat. Somit kann es durchaus vorkommen, dass  man bei extatischen Poti-Schraubereien an einem benachbarten Regler hängen  bleibt.

Eine ebenfalls sehr wichtige Komponente ist, neben der Verarbeitung,  der Klang eines DJ-Mixers. Aber auch hier lässt sich die Firmentradition  des Herstellers ablesen. Der d.2 hat einen überzeugenden Klang und  vor allem die Equalizer tragen zu dem gelungenen Gesamtbild bei. Hier  merkt man sehr deutlich, wer hinter diesem Produkt steckt – Mackie  kann hier seine Kompetenz, die man von den Studio-Pulten her gewohnt  ist, voll und ganz einbringen.

Wer als digital-DJ durch die Lande tingelt, sollte sich die Anschaffung  der optionalen FireWire-Schnittstelle auf den nächsten Wunschzettel  schreiben. Diese Karte erlaubt es, auf ein zusätzliches Audio-Interface  zu verzichten und so analoge und digitale Quellen zu kombinieren. Aus  Anwendungen wie Traktor DJ Studio kann man dann via eines speziellen  Audio-Treibers (ASIO, CoreAudio) auf direktem Weg mit dem Mischpult kommunizieren.

Fazit
 Mackies erster Schritt in die DJ-Mixer-Welt kann durchaus als gelungen  bezeichnet werden. So darf man gespannt sein, wie die Resonanz der  DJs sein wird und ob sich der d.2 auf dem Markt etablieren kann. Da  viele Turntablists aber auch regelmäßig in Tonstudios anzutreffen  sind, sollte allein die Erwähnung, dass sich Mackie mit dem Thema  DJ-Mixer befasst, bei dieser Personengruppe für ein Aufhorchen  sorgen. Gespannt sein darf man aber sicherlich, ob und wann sich Mackie  dem Thema Club-Installations-Mixer annimmt. Leider gibt es dazu noch  keine absehbare Tendenz – aber man sollte die Hoffnung nie aufgeben.  Rein finanziell muss man sich bei der Anschaffung dieses Geräts  leider etwas aus dem Fenster lehnen – aber Mackie-Produkte waren  noch nie günstig zu bekommen, sind aber auf jeden Fall ihr Geld  wert.

PLUS
 ++++ Vorbildliche Verarbeitung
 ++++ exzellenter Klang
 +++ außergewöhnlich leichtgängiger und exakter Crossfader

MINUS

 — EQ-Potis haben einen geringen Abstand zueinander
 (-) hoher aber angemessener Preis

Preis:

769,- €, optionale FireWire-Karte: ca. 345,- €

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Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Weil demnächst der Nachfolger "D.2 Pro" erscheint, gibt es den "alten" D.2 im Ausverkauf für weniger als 350€ neu. Zugreifen!

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