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Test: Mackie Onyx Blackbird

28. Februar 2011

Der schwarze Vogel

Kürzlich hatte ich ja den kleinen Bruder „Blackjack“ hier in meinem Studio (hier der Link zum Blackjack Test), um ihm mal auf die Wandler zu fühlen. Und anscheinend hat der kleine Bruder dem großen Bruder gesteckt, dass es in meiner Soundfabrik warm, gemütlich und hell ist, denn dieser Tage stand also genau der große Bruder „Blackbird“ plötzlich vor meiner Studiotür. Und da ich mich in der Regel über Besuch freue, ließ ich den „schwarzen Vogel“ hereinflattern.

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Das Gefieder

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Nun, also nichts ist mir bei Produkten mehr zuwider als ein labberiges Anfassgefühl. Und so stellte sich bereits beim Auspacken ein dickes Grinsen auf meinem Gesicht ein, denn der „Blackbird“ ist schwer, tief und solide. Die verwendeten Potis und Schalter sind durch die Bank von einer sehr hochwertigen Qualität, und auch wenn die Regler nicht mit einer Schraube auf der Frontplatte fixiert sind, machen sie dennoch einen überaus vertrauenserweckenden Eindruck. Das Layout ist übersichtlich, alles ist eindeutig bezeichnet.

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Die Gattung

Es handelt sich beim Mackie „Blackbird“ um ein Firewire-Interface der gehobenen Ausstattungsklasse. Insgesamt stehen 16 Eingänge zur Verfügung, davon 8 analoger Natur, die weiteren 8 gründen auf dem ADAT-Protokoll. Die Ausgänge stehen als wiederum 8 ADAT-Kanäle zur Verfügung, drei Stereopärchen als Klinkenbuchsen dienen dem Ausspielen auf analogem Weg. Zwei getrennt regelbare Kopfhörerverstärker vervollständigen das Gerät.

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Die ersten beiden Analogeingänge sind sog. „Superchannels“, die neben Mikrofone auch E-Gitarren und E-Bässe einen direkten Anschluss gewähren, da sie über eine „DI“-Schaltung dafür angepasst werden können. Man findet hier ebenso ein schaltbares Lowcut-Filter sowie eine gemeinsam schaltbare Phantomspeisung für Kondensatormikros. Auch kann man diese Eingänge direkt auf den Monitor schalten, wichtig bei Aufnahme- bzw. Overdub-Situationen. Um einen externen Signalprozessor einzuschleifen, sind diese beiden Kanäle zusätzlich mit einer rückwärtigen Insert-Buchse verbunden. Insgesamt eine sehr gute und praxisgerechte Ausstattung dieser beiden Hauptkanäle.

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Die weiteren sechs PreAmps sind einfacher von der Ausstattung und besitzen lediglich einen Gain-Regler und eine gemeinsam schaltbare Phantomspeisung. Die Qualität dieser Eingangsstufen sind aber identisch mit den beiden Hauptkanälen.

Die ADAT-Ein-/Ausgänge sind in S/MUXII-Technik (Sample-Multiplexing) ausgeführt und arbeiten mit bis zu 96kHz Auflösung, die Word Clock-Verbindung lässt den „Blackbird“ an jedes professionelle Digitalgerät andocken und dient zudem zur Kaskadierung von mehreren Einheiten des schwarzen Vogels.

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An die analoge Außenwelt gelangt man über drei Pärchen Klinkenbuchsen, an die Monitorlautsprecher, Stereorecorder, Kopfhörerverstärker etc. angeschlossen werden können.

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Forum
  1. Profilbild
    ampertune

    @Sigi:
    Danke für das informative Review. Deine Hingabe für wertiges An-fassbares und die vornehme Zurückhaltung beim Un-fassbaren (weil in Software realisiert) sind unvermeidlich, wenn man langjährige Erfahrung mit einbringt. Schon deshalb habt Ihr, dieser ‚Hybridmischer‘ und Du, es Euch sicher nicht einfach miteinander gemacht.
    So ist das eben: auch wenn das Bauchgefühl noch so heftig protestiert, weil man nicht mehr in gewohntem Umfang ‚an die Knöppe darf‘, das Digitale von heute bietet selbst in der Prosumer-Ecke inzwischen angenehm erschreckende Freiheitsgrade und Qualitäten, die vom Ergebnis her auch dem Anspruchsvollen Spaß machen können.
    Gerade deshalb bekommt aber auch die Software-Seite und deren Umsetzung immer mehr Gewicht – nicht selten eine ziemliche Herausforderung beim Review, das ist völlig klar, zumal man nicht ewig Zeit dafür hat.

    Was mich bei der „Schwarzdrossel“ deshalb jetzt noch interessieren würde:
    – Führt beim Stacking mehrerer Blackbirds das Abhören immer erst durch den Rechner/die Software oder steht es auch dann noch latenzfrei über die DSP-Mixer-Hardware zur Verfügung?
    – Müssen bei mehreren Blackbirds diese am selben Firewire-Bus hängen? Reicht eine Software-Instanz oder muss man die Kontrollsoftware dann mehrfach laden?
    – Können die zwei Kopfhörer-Ausgänge mit komplett unterschiedlichen Mixen beschickt werden oder gibt es nur einen Mix mit getrennt regelbarer Verstärkung?
    – Wie frei ist das Routing in der Kontroll-Software? Kann ich jeden Eingang beliebigen Ausgängen (auch virtuellen oder anderer Hardware) auf dem selben System zuordnen? Gibt es Beschränkungen für Mehrfach-Zuordnungen?

    Übrigens:
    Von A wie Ausstattung über B wie Bauform und P wie Preissegment bis hin zu Z wie Zielgruppe dürfte das ‚Focusrite Saffire Pro 40‘, über das Axel Ritt hier schon am 01.06.2009 ein Review veröffentlicht hat, ganz sicher einen Seitensprung ähem… Seitenblick wert sein ( http://www.....le_id=2182 ).
    Diese beiden Geräte buhlen, mit überschaubaren Unterschieden bei Hard- und Software, letztendlich doch um recht ähnliche Kundschaft.
    Bei allem Gedränge oberhalb der Einsteigerklasse wirken die übrigen aktuellen Typen auf mich nicht wirklich vergleichbar, weil sie entweder einem anderen Ausstattungskonzept folgen(z.B. kein ADAT, dafür MIDI, reines Interface mit Software-Mixer, USB statt Firewire), im anderen Format daherkommen oder schlichtweg ein ganz anderes Preisniveau haben.

    Gruß
    Markus

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Hallo Markus!

      Da ich an den „schwarzen Vogel“ nun nicht mehr herankomme, da er schon seit längerem meinem Studio entflattert ist, habe ich Deine Fragen an den deutschen Mackie-Man (Mackie Messer…?….) geschickt. Wenn ich Antwort(en) bekommen habe, schreibe ich diese hier hinein.

      Musikalische Grüße

      Siegfried Schöbel

      • Profilbild
        ampertune

        Hallo Sigi,

        dann Tusch & Dank für’s weiterleiten!
        Ist ja schon ein Ding, dass so ’ne Rack-Amsel die Formulierung ’nach Diktat verreist‘ auch schon kennt.
        Dann bin ich ‚mal auf die Antwort gespannt und hoffe doch sehr, dass der Mackie-Man nicht wirklich Mackie Messer ist – Du weißt ja: der wusste von nichts und man konnte ihm nichts nachweisen… (dem ‚HiFish‘ übrigens auch nicht) ;)

        Gruß
        Markus

        • Profilbild
          Onkel Sigi  RED

          Hallo Markus!

          Hier die Antworten des Mackie-Teams:

          – Führt beim Stacking mehrerer Blackbirds das Abhören immer erst durch den
          Rechner/die Software oder steht es auch dann noch latenzfrei über die
          DSP-Mixer-Hardware zur Verfügung?

          Meiner Ansicht nach kann man immer latenzfrei ueber den Blackbird direkt abhoeren. Dies steht in der Bedienungsanleitung bei Anwendungen mit EINEM Blackbird. Ich vermute, das wird das Gleiche sein, wenn man mehrere Blackbirds zusammen haengt. Man muesste das allerdings ausprobieren.

          – Müssen bei mehreren Blackbirds diese am selben Firewire-Bus hängen? Reicht
          eine Software-Instanz oder muss man die Kontrollsoftware dann mehrfach
          laden?

          Das empfohlene Setup mit zwei Blackbirds in einer Kette (Daisy-Chain) ist folgendes: Der erste Blackbird (im „synch to ADAT mode“) wird an den FiWi-Anschluss des Computers angesteckt, der zweite Blackbird (im „standalone mode“) wird dann mit ADAT an den ersten angeschlossen. Somit muss nur eine Kontroll-Software geladen werden. Alternativ kann man die zwei Blackbirds auch mit einer Wordclock synchronisieren. (siehe auch Hook-up Diagramm unten)

          – Können die zwei Kopfhörer-Ausgänge mit komplett unterschiedlichen Mixen
          beschickt werden oder gibt es nur einen Mix mit getrennt regelbarer
          Verstärkung?

          Ja, zwei verschiedene Mixe koennen ueber die Phones-Out Buchsen ausgegeben werden. Hierzu koennen die Schalter neben den Kopfhoerer-Anschluessen auf Monitor (Mischung 1) und Phones (Mischung 2) gestellt werden. Der benutzerdefinierte Phones-Mix kann in der DSP Software zugeordnet werden. Alternativ koennen Sie zwei verschiedene Phones-Mixe in der Software einstellen und diese anstelle des Monitor-Mixes getrennt ausgeben (Phones 1 + 2). Beide Schalter muessen dann auf Phones stehen.

          – Wie frei ist das Routing in der Kontroll-Software? Kann ich jeden Eingang
          beliebigen Ausgängen (auch virtuellen oder anderer Hardware) auf dem selben
          System zuordnen? Gibt es Beschränkungen für Mehrfach-Zuordnungen?

          Die Blackbird DSP Matrix erlaubt Routing von beliebigen INs zu beliebigen OUTs. Bitte vermeiden Sie, die gleiche Quelle (z.B. Drums) auf mehrere INPUTS zu legen. Dies nennt man Double-Bussing und es fuehrt zu einer Lautstaerke-Anhebung des Signals.

          In der Hoffnung, Deine Fragen hiermit zufriedenstellend beantwortet zu haben, verbleibe ich mit einem musikalischen Gruß

          Siegfried Schöbel

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich bin seit 2 Monaten stolzer Besitzer des BB und kann mich der Meinung Siegfried Schöbels nur anschliessen. Ich nehme analog, mit dynamischen Mics (Sennheiser MD 441,
    MD 421, MD 21) acoustische Gitarren auf und mische im Rechner ohne zusätzliche Hardware.

    Ich kenne die Konkurenzprodukte: Roland Octacapture, Focusrite Saffire pro 24 DSP, PresonusFirestudio (alle ausgiebig getestet oder längere Zeit besessen), das Blackbird ist geblieben.
    Keines der vorgenannten läuft so stabil und ist so einfach zu bedienen wie das BB.
    Über Sound läßt sich streiten, viele Details meiner Aufnahmen mit den anderen Systemen habe ich erst mit dem BB besser beurteilen können. Einen guten Mix aus den Aufnahmen mit dem BB zu erstellen ist nicht schwer und es klingt immer sehr hochwertig.

    Keep picking und Gruß

    Olaf Balczun

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