Test: Mackie Onyx Blackjack

16. Juli 2010

High Quality-USB

Mögen Sie Premieren? Der Schreiber dieser Zeilen meistens schon. Und wenn es sich nicht gerade um die Premiere eines neuen Grippe- oder Computervirus oder gar um eine mal wieder komplett missglückte Gesundheitsreform handelt, bin ich da gerne dabei. Und so war es eine freudige Überraschung, dass ein bayrischer Studiobetreiber als erster Tester in Europa ein niegel-nagel-neues Gerät aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten in seinem Tonreich der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten auschecken darf. 

 Casino Royal – oder was?

Das neueste USB-Audiointerface von Mackie hört auf den Namen „Blackjack“, wird schon mal sinnigerweise in einer rabenschwarzen Box ausgeliefert, und ganz unbescheiden spricht man auf der Kartonverpackung von einem „Premium-Interface“. Darin gut verstaut finden wir ein höchst elegantes und robust verarbeitetes Metallkästchen, das ein richtiges Dickerchen vom Gewicht ist. In diesem Punkt hat der kleine Mackie Indianer bei mir schon mal einen Stein im Brett, denn ich kann die dünnblechigen Flutschkisten, die bei jedem Niesen über den Schreibtisch fliegen, einfach nicht leiden. Das Gerät steht satt und sicher auf vier Gummifüßchen und rutscht dann auch nicht so leicht wieder weg.

Dieses Jahr trägt man wieder das kleine Schwarze

Dieses Jahr trägt man wieder das kleine Schwarze

Die Drehregler sind relativ groß und damit auch für Wurschtlfinger gut geeignet, die Schalter rasten exakt und sauber. 

Das neue Dickerchen von Mackie

Das neue Dickerchen von Mackie

So wie ich das an der Revisionsbezeichnung sehe, dürfte mein Testgerät eine sogenannte „0-Serie“ sein. Das sind Geräte, die exakt so hergestellt werden wie die späteren Serienmodelle, um einen letzten Funktionscheck vor dem eigentlichen Produktionsstart zu haben. So kann der Hersteller evtl. auftretende Probleme noch vor der Serienfertigung abstellen. Also, dann wollen wir mal sehen … 

Die Bedienelemente im Einzelnen

Als Eingangssektion finden wir ganz links zwei kombinierte Mikrofon/Line-Eingänge, an welche jedes gängige Mikrofon und so gut wie jedes Line-Signal angeschlossen werden kann. Man kann also zwei Mikrofone gleichzeitig betreiben oder aber z.B. seinen Stereosynth daran hängen. Erfreulicherweise lassen sich die Line-Eingänge auch direkt mit elektrischen Gitarren oder E-Bässen betreiben, da sich in beiden Kanälen ein Umschalter für diese Instrumente befindet und sich somit zum Aufnehmen auf den Blackjack eine DI-Box erübrigt.

Eingangssektion

Eingangssektion

Neben der Eingangssektion findet sich der Input-Monitor, der das Eingangssignal des angeschlossenen Instruments unabhängig regelt und damit die Lautstärke mit zuvor aufgenommenem Material latenzfrei abgeglichen werden kann. Hier lässt sich zwischen mono und stereo umschalten, damit z.B. eine angeschlossene E-Gitarre nicht nur aus der rechten oder linken Lautsprecherbox tönt sondern aus beiden. Im rechten Abschnitt befindet sich der Lautstärkeregler für die aktiven Abhörmonitore bzw. den Leistungsverstärker, daneben finden wir einen separaten Drehregler für die Kopfhörerlautstärke mitsamt zugehöriger Buchse. Darüber gibt es einen Schalter für die Phantomspeisung mit zugehöriger LED, also können auch Kondensator-Mikrofone problemlos betrieben werden. Zu guter Letzt gibt es noch jeweils eine LED für die funktionierende USB-Verbindung sowie die vorhandene Stromversorgung, die ausschließlich der USB-Bus liefern muss, einen Anschluss für ein externes Netzteil gibt es nicht.

Ausgangssektion mit Status-LEDs

Ausgangssektion mit Status-LEDs


Die Rückseite

Dort finden wir die zwei sogenannte „Combo-Buchsen“, die entweder einen XLR- oder Klinkenstecker aufnehmen können. Was mein Testerauge erfreut, ist der Name „Neutrik“ auf diesen Buchsen, weil es einfach die besten der Welt sind. Daneben finden wir noch zwei solide verschraubte Klinkenbuchsen, die den Monitor Out darstellen und an den die Abhörboxen angeschlossen werden. Die Verbindung zum Rechner erfolgt schließlich mit einem standard USB-Kabel.

Combobuchsen und verschraubte Klinken

Combobuchsen und verschraubte Klinken

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Vielen dank für dieses Preview! Hat mir definitiv weiter geholfen ;) Heute mittag war ich noch sehr unsicher ( Da ich mich rein gar nicht auskenne mit solchen Geräten ) und jetzt habe ich schon „FAST“ meine Entscheidung getroffen ;)

    Das einzige was mich noch zögern lässt ist die Tatsache das ich keinen Subwoofer anschließen kann. =(

    Ich möchte mir nämlich folgende Boxen und Subwoofer verwenden:
    2x Yamaha HS 8 ( Monitor Boxen )
    1x Yamaha HS 8S oder Yamaha HS10W ( Bin mir noch nicht sicher welcher Subwoofer besser ist. )

    Und halt ein XLR Micro mit Phantom und zum Musik machen bei Nacht Kopfhörer Ausgang ( Damit die Nachbarn nicht meckern ;)

    Die 2 Boxen würden sich in dem Fall wunderbar anschließen lassen mit XLR am MACKIE ONYX BLACKJACK aber was mache ich da mit dem Subwoofer?

    Mir gefällt halt auch sehr das das MACKIE ONYX BLACKJACK so schlicht ist und trotzdem nahezu alles kann was ich benötige.

    Ich habe schon geschaut auf der MACKIE Homepage.. Die bieten ja ansonsten nur noch ein weiteres Interface an das aber direkt mal 500 kostet und anscheinend auch keine Anschluss Möglichkeiten für einen Subwoofer bietet.

  2. Profilbild
    Onkel Sigi  AHU

    Griass Di Sven,

    es freut mich, wenn meine Testberichte für die Leser einen echten Nutzen bringen und euch bei der Wahl des passenden Equipments unterstützen.

    Was den Subwoofer angeht, habe ich eine gute Nachricht für Dich: Das geht völlig problemlos! Du gehst mit dem Monitor Out des Mackie zuerst in den Subwoofer, von diesem aus gehst Du mit zwei weiteren Kabel in die HS 8. Das ist bei den Yamaha-Subwoofern bereits alles so vorgesehen, dass Du ohne Schwierigkeiten mit nur einem Monitor-Ausgang das Gesamtsystem betreiben kannst.

    Ich würde Dir aber empfehlen, zuerst einmal nur die HS 8 zu kaufen. Es kann nämlich sein, dass der Bassbereich bereits ausreichend zu hören ist, zudem erhöhen oft Raummoden und/oder eine Eckaufstellung den Bassbereich enorm. Du solltest die HS 8 diesbezüglich nicht unterschätzen, diese hat im Frequenzkeller bereits ein gutes Pfund. Genügt Dir das nicht, kannst Du einen Sub immer noch dazustellen.

    Schöne Weihnachten wünscht Dir „Onkel Sigi“ Schöbel

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Vollkommen richtig… Ich habe echt nicht gesehen das der Subwoofer 2 Ein und Ausgänge hat ;) Ich dachte auch immer das das so ein extra Subwoofer kabel sein muss… Jedenfalls bedanke ich mich vielmals für die super schnelle und hilfreiche Antwort!

      Und den Ratschlag erstmal nur die 2 Monitor boxen zu Testen nehme ich mir zu Herzen. ( Meine Vermutung war das Monitor Boxen mehr auf höhen ausgelegt sind, wenn dem aber nicht so ist werde ich den Sub vermutlich doch nicht benötigen. )

      Aber eine Frage noch… Ich habe mir gestern das Native Instruments Komplete 6 angeschaut und bin mir jetzt echt sehr unsicher für welches von beiden Geräten ich mich entscheiden soll =/

      Das Komplete 6 finde ich halt Optisch SEHR ansprechend und die Software die dabei ist Interessiert mich sehr… Aber ich glaube das das MACKIE eben Qualitativ doch ein wenig besser ist…

      • Profilbild
        Onkel Sigi  AHU

        Schlecht ist das Komplete 6 sicherlich auch nicht, persönlich hatte ich aber noch nie damit zu tun. Das Komplete 6 wurde übrigens hier auf AMAZONA von einem anderen Autor getestet, lies Dir das doch mal durch.

        Ich persönlich hätte auch noch einen Tip: MOTU Micro Book 2. Prima Wandler und tolle Software mit dabei, allerdings ist die Software nur für Mac und nur auf englisch. Und es hat keine MIDI-Schnittstelle wie das Komplete 6, hat Mackie aber auch nicht.

        Musikalische Grüße von „Onkel Sigi“

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Den habe ich schon gelesen und mir haben 2 dinge sorgen gemacht…

          Zum einen war den Kommentaren zu entnehmen das der NI KOMPLETE AUDIO 6 Treiber nicht mit 64 Bit Win7 Systemen funktioniert und das knacksen beim einschalten…

          Naja ich schau einfach mal und entscheide aus dem Bauch heraus ;) Schließlich ist das hier ein Produkt Preview und keine Kaufberatungs Seite ;)

  3. Profilbild
    sipeng  

    Habe dieses Interface als zweitgerät für unterwegs gekauft. Ich bin positiv überrascht. Fertigung: Es fühlt sich bombenfest an. Klang: Merke keinen unterschied zu einen Scarlett 2i4. Die zwei größte pluspunkte sind jedoch 1) ich habe als mac user mit interfaces wirklich unzählige probleme gehabt. Das Onyx ging sofort (benutze es in class compliant modus). Einfach usb rein, es als audio gerät wählen, fertig! Kein einziger absturtz in Ableton (hatte mit Motu und andere firmen so einige). 2) Der KH verstärker ist wirklich brauchbar. Das ist für mich eines der wichtigsten sachen an einen Interface. Es kann laut (zum beispiel mit den Akg 271 Mk2 dei mit dem Scarlett 2i2 kaum zu hören sind, sind richtig laut mit dem Onyx.) und es kann Guten klang.

    Richtig tolles und zuverlässiges Interface für das geld

    • Profilbild
      sipeng  

      Hallo!
      Ich habe ein echt komisches problem mit dem interface…. Der kopfhörer ausgang geht nur in Mono bzw schickt nur Mono signal raus… Monitore gehen 1a. Hat jemand das gleiche problem? Onkel Sigi hats du schonmal von sowas gehört? Ich finde auf der Mackie U.S seite nichtmal einen Deutschen Vertrieb….

      • Profilbild
        Onkel Sigi  AHU

        Hallo sispeng,

        der deutsche Vertrieb von Mackie ist Mega Audio.

        Geht bei Deinem Kopfhörer nur eine Seite oder hörst Du auf beiden Muscheln ein Mono-Signal? Wenn es nur auf einer Seite geht, kann auch Dein Stecker hinüber sein. Oder hast Du in Deiner Software ein Signal PFL laufen? Das geht dann evtl. Mono über die Kopfhörerschiene.

        Musikalische Grüße

        Onkel Sigi

        • Profilbild
          sipeng  

          Danke für die vertriebs info!

          Nein das signal ist definitiv mono so wie in „alles auf beiden seiten“… Es ist mir aufgefallen als ich ein instrument nach links Pan(en) wollte und dies blieb in der mitte. Über Itunes ist die music bzw das stereobild auch „Eng und ungeniessbar…“ also hängt es wohl nicht an der DAW. Ah und in Audacity habe ich es auch probiert. Monitore Stereo, Kopfhörer Mono…. Ich benutze es an einen Mac bzw im Class Compliant mode also hab ich überhaupt kein zugang an das interface software technisch..

          • Profilbild
            sipeng  

            Ps: ich befinde mich gerade im Ausland also ist es doppelt ärgerlich denn versandkosten….

            • Profilbild
              sipeng  

              Also. Problem gelöst. Ich habe es einfach bei einen Freund an einen Windows Rechner angeschlossen und….. Jetzt spielt es stereo…. Hatte was ähnliches mit meinen neuen Motu Ultralite Avb. Einfach angeschlossen da es als „Plug and play“ beschrieben wird. Angeschlossen und siehe… der KH ausgang ist tot…Erstmal erschrocken. Dann hab ich schön die software installiert und musste über die Motu software den KH Einschalten…. Also Plug and play ist nicht immer das gelbe vom Ei.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.