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Test: Mackie ProFX12 Analogmixer

19. Juli 2010

12-Kanal Analogmixer mit Effekten

Kompaktmischer. Allein der Ausdruck hat etwas unbewusst Abwertendes an sich, findet ihr nicht? Das Adjektiv „klein“ darf aus Markt-psychologischen Gründen schon mal gar nicht verwendet werden („Mann, ist der aber klein …“), also entscheidet man sich für einen Ausdruck, der zwar in seiner Grundaussage das Essentielle widergibt, jedoch alles noch mal mit einer subtilen Aufwertung versieht, auf dass nichts so scheint wie es ist. Wie mir diese Verkaufsstrategien auf die Nüsse gehen, ihr könnt es euch gar nicht vorstellen.

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Analoger Kompaktmixer MACKIE ProFX12

Dass ein omnipräsentes Unternehmen wie Mackie natürlich auch einige Produkte ihrer Palette in der Klein- und Kleinstklasse anbieten, wird nicht wirklich verwundern, mehr jedoch, dass der Hersteller auch seit einiger Zeit mit einigen seiner Produkte im Budgetbereich angekommen ist. Oh Schreck, allein das Wort lässt erfahrene Ingenieure krampfhaft zusammenzucken. Kreidebleich erinnern sich viele an die gnadenlosen Ausschlachtungsfehler der Konkurrenz, welche ihren eins so großen Namen aus purer Gewinnmaximierungsgier mit zum Teil unausgereifter asiatischer Fertigung in den Abgrund der Zweit- und Drittklassigkeit rangierten.

Gerade ein Produkt wie Mackie muss hier höllisch aufpassen, nicht die Vorgaben aus der einstigen USA-Fertigung zu versaubeuteln und Verarbeitung respektive Klang auch bei Billigfertigung in China nicht unter ein gewisses Mindestmass an Qualität fallen zu lassen. Der gute Ruf der Firma und die Loyalität des Kunden wird es ihnen danken.

Konstruktion des MACKIE ProFX12

Das Schöne an einem Mackie ist, dass man sich umgehend zurecht findet, sofern man jemals mit einer Mackie Konsole gearbeitet hat. Egal ob große F.O.H.-Konsole, Rackmischer, Submixer oder aber Projektstudio, alle Funktionselemente sind nahezu immer gleich angeordnet und zudem selbsterklärend. Mit seinen Abmessungen von 37 Zentimeter Tiefe, 35,7 Zentimeter Breite und ca. 9,1 Zentimeter Höhe ist das Modell noch im Bereich der Kleinmischer anzusiedeln.

Auf den ersten Blick wird sofort klar, dass in Sachen Design erneut bei Mackie nichts dem Zufall überlassen wird. Sämtliche Klinkenbuchsen sind übersichtlich angeordnet, ausreichend beschriftet und in ihrer Funktionsweise selbsterklärend. Das Gehäuse ist wie gewohnt aus einem silbrig-schwarzfarbenen eloxierten und gefalzten Blech, einwandfrei verarbeitet, hat aber an der Seite aus Kostengründen Kunststoffabdeckungen installiert bekommen. Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich vier angenehm weiche Gummifüße, die dem Produkt hohe Rutschfestigkeit auch auf glatten Flächen bietet.

Bei dem ProFX12 handelt es sich um eine 12-kanalige, respektive 14-kanalige (die Kanäle 5/6 – 7/8 teilen sich je einen Stereoinput plus 1 XLR Buchse) Kombination aus Mikrofon- und Linemischer, wobei dem Tontechniker 6 Mikrofon und 4 Stereosignalwege zur Bearbeitung vorliegen. Die Kanäle eins bis sechs verfügen als Eingangsbuchse über XLR-Weibchen, die wie bei Mackie in dieser Preisklasse üblich nicht mit einer Arretierung ausgerüstet sind. Dank ihrer Führung nach oben heraus ist jedoch die Gefahr eines unbeabsichtigten Abziehens der Stecker sehr gering. Zudem erfahren die Stecker aufgrund einer internen leichten Verkeilung genügend Halt auch ohne die fehlende Arretierung. Die Kanäle 1 – 6 sind bei Bedarf summenmäßig mit Phantompower zu versorgen.

Ein kurzer Streifzug durch die Kanäle. Unterhalb der XLR-Buchsen, die dem Anlegen von dynamischen, respektive Kondensatormikrofonen dient, befindet sich eine weitere Eingangsklinkenbuchse, die wahlweise symmetrisch oder unsymmetrisch beschaltet werden kann. Unmittelbar darunter befindet sich der Insert-Weg, über den handelsüblich ein Kompressor oder ein vergleichbarer Dynamikprozessor über eine Y-Signalführung eingeschleift werden kann. Kanal 1 verfügt noch über einen zusätzlich Wahlschalter für ein direkt anliegendes hochohmiges Signal wie zum Beispiel ein E-Bass. Dass mir keiner auf die Idee kommt, hier eine Gitarre direkt anzuschließen und dann über den schlechten verzerrten Sound meckert ;-)

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Ein Trittschallfilter bei 100 Hertz und der Gain-Regler sind die nächsten Stufen im Zug, gefolgt von einer dreibandigen Klangregelung mit den Centerfrequenzen 12 Kilohertz, 2,5 Kilohertz und 80 Hertz. Ein Panoramaregler, ein Mute-Schalter, Aux Send, FX Send und eine Overload Anzeige schließen die Kurzbeschreibung ab. In der Mastersektion verfügt der ProFX12 über die Mackie übliche umfassende Ausstattung. Neben den Main Outs in XLR und Klinke haben wir einen Monitor Out, einen FX Out, einen Stereo Return, einmal Headphone und einen Fußschalteranschluss für das intern verbaute Effektgerät.

Des Weiteren wird ein 7-bandiger Summen-Grafic-EQ und ein USB-Anschluss offeriert, der das Einspeisen eines Computersignals gewährleistet. Zusätzlich sind noch vier Cinch-Buchsen auf dem Panel angebracht, die Tape-in und Tape-out gewährleisten. Zwei aus je zwölf LEDs bestehenden Ketten informieren über die jeweiligen Pegelstände.

Der MACKIE ProFX12 in der Praxis

Neben der umfassenden Ausstattung von Anschlüssen war Mackie immer eine der Speerspitzen in Sachen Vorverstärker und Filter. Geradezu legendär war die erste VLZ Serie, die im Bezug zu ihrem damaligen Verkaufspreis hervorragende Werte in Sachen Klangkultur verbuchen konnte. Auch wenn der Abgabepreis des ProFx12 bereits erahnen lässt, dass ein direkter Vergleich unter unfairen Voraussetzungen erfolgen würde, so muss sich leider dennoch jedes Mackie Pult an seinen Protagonisten messen lassen.

Um es vorneweg zu nehmen, das Pult schlägt sich zufriedenstellend, wenngleich sich Preamp und EQ mehr oder minder im direkten Vergleich geschlagen geben müssen. Unerwartet macht der Vorverstärker eine durchweg gute Figur. Das bekannte Saturieren unmittelbar vor dem Einsetzen der ersten Clippings konnte gut in die Budgetklasse gerettet werden.

Die Filter klingen da schon eher dem Verkaufspreis angemessen recht wertig von Preis her, aber dennoch eher unspektakulär und etwas flach. Zwar vermeidet der allgemein als schwierig geltende Höhenregler glücklicherweise harte und kratzige Höhen, jedoch kommen die Mitten etwas belanglos ohne den nötigen eigenen Charakter daher. Der Bassfilter lässt es ebenfalls ein wenig an Volumen fehlen, was jedoch dem verwendeten Budgetbereich anzukreiden ist. Alles in allem bietet die Sektion einen guten Schnitt, der im Homerecording-Bereich und bei Live-Shows durchaus genügen wird, dem professionellen Standard jedoch nicht gerecht werden kann. Dies war allerdings auch nie der Ansatz des Produktes.

Eingebaute Effekte

Für die FX-Sektion gilt Ähnliches wie für den Filter-Bereich. Das Gebotene ist für den Abgabepreis durchaus als gelungen zu bezeichnen, kann aber im Detail nur bis zum Mittelfeld mithalten. Räumliche Tiefe und Auflösung der Hallfahnen müssen Prozessor-technisch mit den Algorithmen klar kommen, die ihnen der Hersteller mit auf den Weg gegeben hat. Diese machen einen passablen Eindruck, mehr aber auch nicht. Für den Live-Bereich erneut durchaus zufriedenstellend, für den ambitionierten Studiobereich eher weniger.

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Fazit

Mackie schlägt sich wacker, auch im Budgetbereich. Trotz des übermächtigen Erbes einiger Protagonisten der Kleinmischerszene weiß der ProFX12 mit guter Verarbeitung, übersichtlicher Verwaltung, guten Preamps und angemessenen Filtern zu überzeugen. Neben ausreichend vorhandener Anschlussperipherie wird zusätzlich durch USB-Anbindung der Live-Mitschnitt bzw. das Einspeisen eines PC-Signals zum Kinderspiel.

Alles in allem, ordentlich!

Plus

  • Handhabung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Rutschfestigkeit

Minus

  • keine XLR-Buchsenverriegelung

Preis

  • Straßenpreis: ca. 350,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Wenzel

    eine kurze Frage dazu:
    Kann ich mit dem Mischpult auch externe Effektgeräte ansteuern und das Signal wieder in die Summe einspeisen?
    Oder gilt der FX Regler nur für die interne FX Sektion?

    • Profilbild
      Wenzel

      Danke… dann wird sich Thomann freuen. Gestern wurde der 802 zu mir geschickt, die kleinere Nummer davon. Der wird sofort wieder zurück gesendet und der hier bestellt. Linefader sind soviel schöner als Potis!
      Danke für den Artikel! :)

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