Test: Mackie SRM 210 und SRM 212 V-Class Aktivboxen

5. November 2020

Die neue Mackie Aktivboxen Generation

Test: Mackie SRM 210 und SRM 212 V-Class Aktivboxen Test: Mackie SRM 210 und SRM 212 V-Class Aktivboxen Test: Mackie SRM 210 und SRM 212 V-Class Aktivboxen

Zwei SRM-Aktivboxen der neuen V-Class Serie

2.000 zum Ersten, 2.000 zum Zweiten und 2.000 zum Dritten – so ähnlich mag sich Mackie das gedacht haben, als sie die neuen SRM Aktivboxen konzipierten. So werden die Mackie SRM 210, 212 und 215 V-Class alle mit einer Nennleistung von 2.000 Watt angegeben, ganz gleich, ob der Tieftöner 10”, 12” oder 15” groß ist. Ich habe einmal zwei Mackie SRM 210 und zwei Mackie SRM 212 vergleichen können und war gespannt darauf, ob die Unterschiede wirklich so gering sind, wie die Werte vermuten lassen.

Auf dem Papier wirken sich die 2” mehr an Tieftöner-Durchmesser wie folgt aus:

SPL:
210: max. 131 dB, 212: 135 dB

Frequenzbereich:
210: 45 – 20.000 Hz, 212: 42 – 20.000 Hz

Gewicht:
210: 14,0 kg, 212: 18,4 kg

Der hier angegebene Frequenzgang ist bei -10 dB angegeben. Bei -3 dB liegen wir bei einer unteren Grenzfrequenz von 55 bzw. 50 Hz.

Beim Horn spricht Mackie auf der eigenen Website von einem „custom designed Sym-X horn“. Dieses spezielle Design soll es dem Polymerkompressionstreiber (1,4″ / 36 mm) ermöglichen, mit nahezu maximaler Effizienz zu arbeiten. Als Ergebnis soll es lauter werden und zudem bessere klangliche Ergebnisse liefern, zum Beispiel mit einem weichen Mitteltonbereich. Als Crossover zwischen Hochton und Basslautsprecher wird eine Weiche eingesetzt, die bei 2 kHz trennt.

Die Verstärkerleistung für den Hochtonbereich ist mit 200 W (Peak) angegeben, wobei wir dann beim Tieftöner 1800 W (Peak) erreichen. Wir sind gespannt und wollen herauszufinden, wozu die Neuen in der Lage sind.

Erster Eindruck der SRMs

Fangen wir mal mit den “Kleinen” an. 14 kg sind für eine 10” Box schon eine Ansage, damit sind diese Lautsprecherboxen auf jeden Fall kein Leichtgewicht. Aber dafür haben sie ja auch einiges der größeren Modelle mit an Bord. So ist die Verstärkereinheit offensichtlich die gleiche und bestimmte Ausstattungs-Features wie z. B. die doppelte Aufnahme für Pole-Sticks treiben das Gewicht auch in die Höhe. Gemessen an der Konkurrenz sind 1,4” für den Horntreiber natürlich auch eine Ansage, und der dementsprechend größere Magnet sorgt dann auch für erhöhten Platzbedarf und Gewichtsanteil. Die Mackie SRM 210 hat an beiden Seiten Gummifüße, um sie als Monitorbox zu verwenden.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: verschiedene Pole-Winkel

Zwei verschiedene Pole-Winkel sind möglich

Was die Positionierungsvarianten angeht, sind überhaupt alle SRM-Modelle sehr vielfältig unterwegs. Monitorfähig auf beiden Seiten. Polemount in zwei verschiedenen Neigungsstufen (0° und 7°), und mit M10 Gewindeeinsätzen, falls die Modelle geflogen werden sollen. Bei den beiden Größeren passiert das an den Gewinden, die auch die Griffe halten, beim kleinen Modell müssen dafür erst zwei Gummipropfen auf der Oberseite entfernt werden. Ich habe es mal vorsichtig probiert, aber die stecken so fest drin, dass man sie vermutlich nur mit Gewalt herausbekommt. Die Mackie SRM 210 hat auch keinen Flugpunkt an der Unterseite, mit der die Box gekippt werden kann. Wer also die Box unter der Decke fliegend verwenden will, muss entweder improvisieren oder auf eines der größeren Modelle ausweichen.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: Oberseite

Stabile Griffe – die Gewinde dienen auch zur möglichen Abhängung

Bis auf die Griffe (und die Abmessungen natürlich) sind die SRM Modelle der V-Class ansonsten mit dem gleichen Gehäuse ausgestattet. Pulverbeschichteter Stahlgrill (abnehmbar), schwarzes Polypropylen-Gehäuse, zwei LEDs und (drehbares) Logo an der Front. Die LEDs können wahlweise grün, weiß, von weiß auf grün und zurück wechselnd oder ganz ausgeschaltet sein. Leider gibt es über den LEDs keine Limiter-Anzeige, wie bei einigen anderen Herstellern. Auffallend ist noch die recht scharfe Kante auf der Vorderseite. Speziell beim Montieren auf Poles oder Stative ist das nicht so angenehm – und sollten die Boxen einmal irgendwo anecken, auch für den Look sehr empfindlich.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: Kanten

Scharfe Kanten – mal sehen wie lange

Die 12” Boxen wiegen übrigens 18,4 kg und sind damit für eine aktive Box dieser Größe im normalen Bereich der teureren Modelle.

Den größten Teil der Rückseite nimmt die Verstärkereinheit mit Anschlüssen und dem Display ein. Auffallend hier: Es gibt trotz der immensen Leistung keine Lüftungsschlitze. Die Abwärme der Endstufen wird komplett über die Metallplatte der Verstärkereinheit und die Bassreflexöffnungen abgegeben.

Anschlüsse

Der obere Bereich der Rückseite wird von den Ein- und Ausgängen und dem großen Display dominiert. Ausgänge? Mehrzahl? Ja, tatsächlich können die SRMs sowohl die beiden Kanäle 1 und 2 durchschleifen als auch einen Mixdown der Kanäle 1-4 bereitstellen, der auch noch andere Funktionen erfüllen kann (mehr dazu gleich). Alle Ausgänge sind als XLR ausgeführt, während die Eingänge 1 und 2 als Combobuchsen XLR- und 6,3 mm Klinkenkabel aufnehmen können. Es gibt auch noch einen Stereo 3,5 mm Klinkeneingang, an dem Zuspieler wie Handys, MP3-Player etc. angeschlossen werden können. Bei Verwendung des Mixdown-Ausgangs wird allerdings das Stereosignal aus Eingang 3/4 zu einem Monosignal. Es ist also nicht möglich, bei zwei Boxen das Stereosignal aufzusplitten. Das ist bei dem Bluetooth-Eingang jedoch möglich.
Die Eingänge haben einen Gain-Regler, der von Off bis zur Gain-Anhebung von Mikrofoneingängen dient. Hier wird der grundsätzliche Gain des Eingangs eingestellt, die Lautstärke wird dann mittels der Software-Linefader gesteuert.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: Rückseite

Komplette Rückseite mit metallenem Anschlussfeld

Display und DSP der Mackie SRM 210 und Mackie SRM 212 V-Class

Beim Neustart und nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität springt das Display immer auf die Mixer-Einstellung. Der Push-Encoder neben dem Display, der als einziges Digital-Steuerelement der Box (neben der Software) dient, regelt dann immer die Master-Lautstärke. Dadurch kann im Zweifelsfall die Gesamtlautstärke ohne hinzugucken reguliert werden  – wenn es mal schnell gehen muss. Ein Druck auf den Encoder und man bewegt sich mit Drehen und Drücken bequem durch alle Untermenüs. Das funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit recht mühelos. Wünschenswert wäre es gewesen, den Indikator, der anzeigt, dass ich nun die Master-Lautstärke-Regelung verlassen habe, etwas prägnanter zu gestalten. Beim Testen ist es öfters vorgekommen, dass ich dachte, ich hätte gedrückt, und dann mit einer Drehbewegung mal eben die Lautstärke stark erhöht habe. Nach dem Drücken hat man auch nur ein paar Sekunden Zeit, da sonst der Menü-Modus wieder verlassen wird und wir wieder bei der Lautstärkeregelung sind.

Im Mixer Modus kann ich die Linefader der Eingänge 1, 2 und Bluetooth sofort regeln. Im Display sehe ich die sofort, ob ein Signal anliegt und auch, ob das Signal bei der derzeitigen Einstellung clippt, wobei das Clipping bei moderaten Werten durch die Mackie Software sehr gut durch Kompression kompensiert wird. Nur wenn die Werte sehr stark übersteuern, kommt es zu pumpenden Kompressionseffekten. Unter den Eingangskanälen sind die entsprechenden EQ-Einstellungen zu erreichen. Hier können die Höhen, Mitten und Bässe um jeweils +/-12 dB angepasst werden. Für die Kanäle 1 und 2 gibt es auch die Möglichkeit, ein HPF (High-Pass-Filter) einzustellen, das die tiefsten Frequenzen mit einer 12 dB Weiche herausfiltert. Für den “kleinen” Klinkeneingang gibt es keine Software-Regelung.
Einen Dreh weiter liegt das Hauptmenü, in dem ich den Lautsprecher-Modus, angeschlossene Subwoofer, ein Delay, die Bluetooth-Einstellungen und weitere Konfigurationen steuern kann.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: Anschlüsse

Die Schaltzentrale

Ein kurzer Überblick

  • Lautsprecher-Modus

Hier finden sich EQ-Presets, die die Charakteristika der Lautsprecher auf bestimmte Situationen perfekt anpassen sollen. Es kann zwischen “Flat”, “Live”, “Speech”, “Club” und “Monitor” gewechselt werden. Die meisten Anpassungen gibt es bei “Monitor”, hier wird der Pegel bei 1 kHz deutlich abgesenkt, um Rückkopplungen bei der Verwendung als Bühnenmonitor zu vermeiden. Bei “Speech” gibt es eine Absenkung bei 6 kHz (gegen Hiss-Laute) und weitere Abweichungen bei den tiefen Tönen, um Rumpeln zu vermeiden. Außerdem kann noch angegeben werden, ob die Lautsprecher Outdoor oder im Innenbereich stehen.

  • Subwoofer

Eine Besonderheit der neuen SRM V-Class Lautsprecher ist die Möglichkeit, nicht nur ein Signal durchzuschleifen, sondern auch den eingebauten DSP zu nutzen, um das Signal direkt zu beeinflussen. Es gibt ein Preset für den Mackie-eigenen DRM18S Subwoofer, aber auch einstellbare Optionen für alle anderen Systeme. Die Crossover-Frequenz kann von 40 – 160 Hz gewählt werden. Dadurch wird ein HPF für die Aktivbox eingestellt und ein LPF kann an den Mixdown-Ausgang weitergeleitet werden. Man kann aber auch nur das HPF für die Tops nutzen, wenn man will.

  • Delay

Sollen die SRMs als Delayline verwendet werden – also um Sound weiter von der Bühne entfernt gleichzeitig wiederzugeben – kann hier das Delay (also die Verzögerung) eingestellt werden. Gewählt werden können die Millisekunden, dabei wird die entsprechende Entfernung zum Beispiel zur Bühne direkt auch in Metern und Fuß angezeigt.

  • Bluetooth

Bluetooth kann nicht nur verwendet werden, um Musik auf die Boxen zu streamen, sondern auch um zwei Boxen miteinander zu verbinden oder die Boxen über die Mackie SRM-Connect App zu steuern. Wenn das Pairing eingeschaltet wird, kann die Box als “SRM V-Class” gefunden werden. Leider nur über diesen Namen. Also keine Angabe der Größe, eine fortlaufende Nummer zur Identifikation oder ähnliches. Nachdem ich mehrere Optionen durchgespielt habe, hatte ich in meiner Auswahlliste auch mehrere “SRM V-Class” Einträge. Aber in den Menüs können Bluetooth-Geräte ja schließlich individuell benannt werden. Die Verbindung funktioniert recht schnell, ohne akustisches Signal. Im BT Bereich des DSPs wird aber statt des weißen ein grünes Handy angezeigt, wenn eine Verbindung steht. Der BT-Standard ist 4.2, also leider kein 5.0. Die Verbindungsqualität ist o. k., der Sound ist ganz gut, aber je nachdem welche und wie viele Objekte zwischen Sender und Empfänger sind, kommt es doch zu Aussetzern.
Da es neben der Bluetooth-Sound-zu-einer-Box-Option auch die Möglichkeit gibt, Sound per Bluetooth von einer Box zur anderen zu schicken, wollte ich das natürlich auch ausprobieren. Also Bluetooth verbinden, und auf beiden SRMs die Link-Funktion einschalten. Hmm, funktioniert nicht. Dann vielleicht auch die zweite Box pairen? Dann verliert sich aber die Verbindung zur ersten und der Link funktioniert immer noch nicht. Also wird es Zeit, die App auszuprobieren. Ab in den App-Store, nach Mackie suchen, die SRM-Connect App runterladen.

  • Weitere Konfigurationen

Hier erhält man einen Überblick über die aktuellen Einstellungen und kann z. B. die LEDs auf der Vorderseite steuern.

Mackie SRM 210 und Mackie SRM 212 – die Connect App

Wenn die App geöffnet wird, sucht sie direkt nach einer Verbindung zu (mindestens) einem SRM V-Class Lautsprecher. Dafür muss dann auch mindestens ein Lautsprecher bereits gepairt sein, das funktioniert leider nicht über die App. Als erstes öffnet sich eine Mixeransicht mit mehreren Optionen im oberen Bereich. Das war alles, was ich in der kurzen Zeit sehen konnte, bis mich die App darüber informiert hat, dass ein Firmware-Update des angeschlossenen Lautsprechers nötig ist. Dies kann mehrere Minuten dauern. Na gut – dann mal los. Es öffnete sich ein Fenster mit einem Fortschrittsbalken, der sehr langsam voranschritt. Am Ende habe ich dieses Update abgebrochen.

Anmerkung der Redaktion nach Rücksprache mit dem Vertrieb: AMAZONA.de hat wegen schneller Lieferung Boxen aus der allerersten Produktionslinie erhalten. Firmware-Updates sollten beim Endkunden in der Regel eher seltener vorkommen. Ihr könnt uns ja einmal schreiben, welche Erfahrungen ihr an dieser Stelle gemacht habt. Dazu die Kommentarfunktion unten benutzen.

 

Mackie SRM Aktivlautsprecher: App

Mixer-Ansicht mit leichter Bassanhebung

In der App können alle Parameter, die auch im Lautsprecher eigenem DSP gesteuert werden können, verändert werden. Ich habe also auch per Handy die volle Kontrolle über den Lautsprecher und muss nicht alles am Display machen. Zusätzlich gibt es Funktionen, wie zum Beispiel das Stummschalten von Eingangskanälen, das nur per App möglich ist. Die App lässt sich sowohl horizontal als auch vertikal verwenden.

Mit einigem Experimentieren und dem Ignorieren von Firmware-Aktualisierungswünschen habe ich es dann geschafft, per Bluetooth Sound an zwei Lautsprecher zu schicken. Leider mit vielen Aussetzern und dem immer wieder fehlendem Link zwischen dem Primär- und Sekundär-Lautsprecher.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: App

Bluetooth-Anbindung und Verlinkung

Nächster Versuch: einen Lautsprecher per Kabel anschließen und den Sound zum anderen streamen. Das habe ich auch einmal kurz geschafft, aber ich würde es mir für einen Event, an dem alles funktionieren muss, nicht antun wollen. Auch hier gab es immer wieder Verbindungsabbrüche. Nach Rücksprache mit Mackie wurde mir gesagt, dass während des Firmware-Aktualisierens die App immer im Vordergrund sein muss, das Handy nicht in den Ruhezustand gehen darf und keine WhatsApps oder Push-Nachrichten eingehen dürfen. Okay, versuchen wir es mal so. Nachdem beim ersten Versuch mein Handy trotz gefühltem 20x den Bildschirm berühren irgendwann in den Ruhezustand gegangen ist, habe ich “Ruhezustand: nie” eingestellt und es noch mal probiert. Und nach ca. 15 Minuten war die erste Aktualisierung fertig. Bei der zweiten Box hat es leider länger gedauert. Irgendwann war auch diese fertig, aber was ist jetzt? Jetzt kam statt der deutschen Aufforderung, die Firmware doch mal zu aktualisieren, plötzlich eine englische. Zusätzlich blinken die LEDs auf der Vorderseite und das Display fordert mich ebenfalls auf, die Firmware zu aktualisieren. Also der englischen Aufforderung nachgegangen und noch einmal versucht zu aktualisieren. Das hat aber dann dreimal nicht geklappt, sodass ich es aufgegeben habe. Schade, aber das limitiert die vielen Möglichkeiten, die man mit Fernsteuerung per App und Bluetooth Streaming eingebaut hat, doch sehr.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: App

Kleinteilige App-Steuerung

SRM Sound

So, nachdem es jetzt sehr viel um die Software ging, widmen wir uns doch mal dem eigentlich Wichtigsten: Wie klingen die versprochenen 2000 W aus kleinsten Gehäusen? Und da muss man schon sagen, die klanglichen Eigenschaften sind beeindruckend. Speziell die Mackie SRM 210 Variante hat einen enormen Tiefgang, ohne dabei viel Midrange-Druck zu verlieren. Die Lautstärken, die ohne Verzerrungen oder Fremdgeräusche erzielt werden können, sind immens und werden gefühlt äußerst mühelos wiedergegeben. Der Übergang zwischen den Tieftönern und dem Hochtonhorn ist nahtlos, Gesangsstimmen im mittleren Frequenzbereich kommen sehr klar und werden ohne den manchmal PA-lastigen Horneffekt übertragen. Auch höchste Höhen werden bei extremen Lautstärken nicht schrill, sondern behalten ihre Brillanz bei. Die Unterschiede zwischen der 10” und der 12” Version sind bei gemäßigter Lautstärke kaum wahrnehmbar. Bei extremen Pegeln hat man dann jedoch das Gefühl, dass der 10” Variante irgendwann die Puste ausgeht, während die größere “Schwester” noch locker mithält. Bei extremer Lautstärke ließen sich bei einer der 10” Boxen auch Fremdgeräusche wahrnehmen, während die Mackie SRM 212 stoisch und unbeeindruckt weitermachte. Da sind die Grenzen der Physik dann doch irgendwann erreicht. Wenn keine extremen Pegel gefahren werden, ist die Mackie SRM 210 jedoch auch ohne Subwoofer eine sehr erwachsen klingende Box, die sich von der eigenen 12” Konkurrenz und vor allen Dingen vor anderen Boxen der 10-12 Zoll Größe nicht verstecken muss.
Trotzdem muss der Tiefgang der beiden mir zur Verfügung stehenden Modelle irgendwo erkauft werden, und im Punch um 100-150 Hz könnte es für bestimmte Musikrichtungen manchmal gerne etwas mehr sein. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Lüftergeräusche sind, wie eingangs erwähnt, nicht vorhanden, und auch das Eigenrauschen ist auf einem Topniveau.

Mackie SRM Aktivlautsprecher: Verarbeitungsqualität Top

Die Verarbeitungsqualität ist auf jeden Fall top

Anmerkung der Redaktion: Es ist unglücklich, was unserem Autor Alex hier passiert ist. Da der Bassist unsere Band großes Interesse an den SRM 210 aus dieser Serie hat, haben wir zwei Exemplare im Proberaum gehabt. Ich kann über derartige Probleme nichts berichten. Mich würde interessieren, welche Erfahrungen andere Anwender hier gemacht haben. Vor allem, was das Thema Bluetooth und den Umgang mit der App betrifft.

Fazit

Selten fiel es mir so schwer, eine Zusammenfassung zu schreiben, wie bei den beiden SRM-Modellen, die ich testen durfte. Beeindruckende Pegelfestigkeit und toller Sound treffen auf Software-Möglichkeiten, die nicht ausgereizt bzw. nicht perfekt umgesetzt worden sind. So fehlen mir beim eingebauten DSP einige Funktionen, die sicherlich nicht besonders schwer in der Umsetzung gewesen wären. Warum habe ich noch nicht einmal eine rudimentäre Ducking-Funktion beim Mikrofoneingang 1? Wieso wird der eingebaute Limiter so versteckt und bietet keinerlei Einstellmöglichkeiten? Warum kann ich auf den Mixdown-Ausgang keinen Limiter packen?
Dann wiederum habe ich ein sehr schönes Gehäuse, das absolut stabil wirkt, bei den größeren Modellen drei Flugpunkte anbietet, zwei Pole-Winkel zur Verfügung stellt und und und. Dafür über kein Bluetooth der aktuellsten Version und eine App, die nicht ausgereift wirkt und keine stabile Verbindung zur Verfügung stellt. Ich kann nur hoffen, dass die Software schnell auf einen stabilen Stand gebracht wird – die Mackie SRM V-Class Modelle hätten es verdient.
Gemessen an dem Preis und dem Ärger mit der Software hängt der Gesamteindruck nun ganz klar davon ab, wie ich die Boxen einsetzen will. Kann man auf den Bluetooth-Link verzichten und setzt eher auf Qualität, hohe Pegelfestigkeit und sehr guten Sound auch ohne Subwoofer? Oder will man mit möglichst wenig Kabeln schnell Boxen aufstellen und Musik auf sie streamen?

Plus

  • äußerst geringes Eigenrauschen
  • druckvoller, klarer Sound
  • hohe Belastbarkeit

Minus

  • Bluetooth 4.2 statt 5.0,
  • Bluetooth-Streaming nicht sehr stabil
  • verbesserungswürdige Software

Preis

  • SRM 210 V-Class: 589,- Euro
  • SRM 212 V-Class: 739,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für denTest. Für den Preis hätte ich die Boxen noch schlechter bewertet.
    Im PA Bereich 1000 Watt anzugeben ist wohl erlaubter Betrug. Noch dazu, sind am Stromanschluss 150 Watt angegeben. Die anderen Mängel hast du schon geschrieben. Also nicht mal gut zu verwenden, wenn ich nicht wirklich viel Leistung brauche, aber die Vorteile von Bluetooth nutzen möchte.
    Die Schalldruck Angaben sind dann wohl auch nur fernab jeder Praxis

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