Ein Dumble In Pedalform?
Das Mad Professor Simble Overdrive MK2 ist ein Dumble-inspiriertes Overdrive-Pedal, das transparente und organische Zerrsounds mit erweiterter Dynamik liefert. Perfekt für Gitarristen, die authentische Amp-Sounds ohne Kompromisse suchen.
Kurz & knapp
Was ist es? Ein Dumble-inspiriertes Overdrive-Pedal mit erweitertem Headroom und hoher Dynamik, ideal für expressive Clean- und Drive-Sounds.
- Transparenter Sound: Erhält den Charakter des Amps und der Gitarre bei jeder Gain-Einstellung.
- Mehr Headroom: Die MK2-Version bietet bessere Clean-Boost-Möglichkeiten und mehr Dynamikreserven.
- Klangliche Flexibilität: Vier harmonisch abgestimmte Regler ermöglichen feine Klangformung von Clean bis Overdrive.
- Top Verarbeitung: Robustes Gehäuse, hochwertige Komponenten und zuverlässige Performance.
- Perfekt für Profis: Ein echtes Tone-Tool für Studio, Bühne und alle, die den Dumble-Sound lieben.
Inhaltsverzeichnis
Erstes Fazit vorneweg
Das Mad Professor Simble Overdrive MK2 ist ein durchdachtes Update eines bereits hervorragenden Pedalklassikers. Die finnischen Pedal-Spezialisten haben an den richtigen Stellen nachgebessert, ohne den Charakter des Originals zu verwässern. Mit seinem transparenten, organischen Sound und der erweiterten Dynamik spricht es sowohl Liebhaber subtiler Clean-Boosts als auch Fans expressiver Overdrive-Sounds an.
Für 189,- Euro bekommt man ein professionelles Werkzeug, das fast jeden Verstärker zum Strahlen bringt – eine klare Empfehlung für alle, die nach dem legendären Dumble-Sound suchen, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Als Verkäufer würde ich das Pedal besonders Studio-Gitarristen, Blues- und Rock-Musikern sowie allen empfehlen, die Wert auf Transparenz und Touch-Sensitivity legen. Einziger Wermutstropfen: Die seitliche Buchsenführung erfordert mehr Platz auf dem Pedalboard.
Der Dumble-Hype erreicht neue Höhen
Es „dumblet“ überall in der Pedalwelt – von UAFX bis JHS scheinen sich Overdrive-Spezialisten landauf, landab auf diesen Sound eingeschossen zu haben. Kein Wunder, denn die legendären Dumble-Verstärker, insbesondere der Overdrive Special, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer schon einmal einen echten Dumble spielen durfte, weiß, wovon die Rede ist: organischer, transparenter Overdrive, der den Charakter der Gitarre nicht übertüncht, sondern veredelt.
Mad Professor aus Finnland gehörte schon früh zu den Pionieren in diesem Segment. Bereits 2017 brachte man mit dem Twimble einen Doppel-Overdrive auf den Markt, der die Herzen der Tonjäger höherschlagen ließ. Nun legt das Unternehmen mit dem Mad Professor Simble Overdrive MK2 eine überarbeitete Version nach, die mehr Headroom, schönere Clean-Sounds und den gleichen transparenten Sound wie der Vorgänger verspricht.

Mad Professor Simble Overdrive MK2 hat seine Anschlussbuchsen leider links und rechts an den Gehäuseseiten
Optik und Verarbeitung
Das Erste, was beim Auspacken ins Auge fällt, ist die wunderschöne rote Sportflitzer-Lackierung. Mad Professor hat sich vom Holzmaserung-Look des Originals verabschiedet und setzt nun auf ein cleanes, elegantes Design mit cremefarbenen Beschriftungen und schwarzen Reglern. Das Gehäuse macht einen extrem robusten Eindruck – typisch für Mad Professor, die seit Jahren für ihre Verarbeitungsqualität bekannt sind.
Der Fußschalter überzeugt mit seinem hohen Widerstand, sodass man wirklich spürt, wenn der Schaltprozess durchgeführt wird. Kein versehentliches Umschalten durch leichte Berührung – ein wichtiges Detail im Live-Betrieb. Die vier Gummifüße sind von ausgezeichneter Qualität und sorgen für perfekte Standfestigkeit, selbst bei wilden Bühnenaktionen.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die In- und Output-Buchsen sowie der Netzanschluss liegen allesamt an den Seiten. Das bedeutet, dass man aufgrund der Kabelführung immer einen größeren Abstand zwischen den Pedalen einplanen muss – ein Aspekt, den Besitzer vollgepackter Pedalboards bedenken sollten.
Die Regler
Das Simble MK2 bietet vier Regler, die in ihrer Interaktion das Geheimnis des Pedals ausmachen:
Level: Der Ausgangspegel – klassisch und selbsterklärend. Hier bestimmt ihr, wie laut das Signal euren Verstärker erreicht.
Sensitivity: Der Gain-Regler des Pedals. Hier zeigt sich die Arbeit von Designer Lassi Ukkonen besonders deutlich. Die neue Schaltung wurde dahingehend optimiert, dass die Definition der Saiten auch bei maximalem Drive deutlich besser erhalten bleibt. Der originale Designer Lassi Ukkonen „worked with us to make the pedal even more amazing“, wie Mad Professor stolz verkündet.
Contour: Dieser EQ-Regler war beim Original vereinzelt kritisiert worden, da er mit bestimmten Gitarren insbesondere bei der Verwendung des Halstonabnehmers als etwas matschig empfunden wurde. Die MK2-Version wurde hier nachgebessert. In der Mittelstellung ist der Regler neutral, nach links filtert er die Höhen, nach rechts die Bässe. Das Schöne: Selbst in extremen Positionen wird der Sound nie unangenehm hell oder dumpf.
Accent: Dieser Regler bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit des Overdrives und formt gleichzeitig die Helligkeit vor der Gain-Stufe.
Klang
Der wahre Test eines jeden Overdrive-Pedals findet natürlich in der Praxis statt. Das Mad Professor Simble Overdrive MK2 glänzt hier mit einer Eigenschaft, die viele moderne Pedals vermissen lassen: echter Transparenz. Das Pedal will euren Verstärker nicht übertönen oder dessen Charakter maskieren – es will das Beste aus ihm herausholen.
Bei niedrigen Sensitivity-Einstellungen funktioniert das Pedal hervorragend als Clean-Boost. Der Preamp wird sanft angeschubst, ohne dass unerwünschte Verzerrungen auftreten. Hier zeigt sich der verbesserte Headroom der MK2-Version deutlich. Die Klarheit und Transparenz sind beeindruckend – das Signal wird einfach nur intensiver, ohne seinen Grundcharakter zu verlieren.
Dreht man die Sensitivity höher, entfaltet sich der eigentliche Charme des Pedals. Der Overdrive setzt organisch ein, reagiert wunderbar auf die Anschlagdynamik und lässt sich sowohl über die Lautstärke der Gitarre als auch über die Anschlagsstärke kontrollieren. Leichtes Spiel sorgt für saubere Sounds, kräftige Attacken bringen die Röhren zum Singen.
Technische Verbesserungen der MK2-Version
Die wichtigsten Verbesserungen gegenüber dem Original liegen im Detail, sind aber durchaus hörbar.
Mehr Headroom: Die erweiterte Dynamik macht sich besonders bei Clean-Boost-Anwendungen bemerkbar. Das Pedal kann deutlich mehr Signal verarbeiten, bevor es in die Sättigung geht.
Verbesserte Höhen im Contour-Regler: Das war ein häufiger Kritikpunkt am Original. Die MK2-Version klingt hier ausgewogener und nie matschig, selbst mit Humbucker-bestückten Gitarren.
Bessere Saitenauflösung bei hohem Gain: Hier zeigt sich Lassi Ukkonens Ingenieurskunst. Selbst bei voll aufgedrehter Sensitivity bleiben die einzelnen Saiten klar definiert und verwaschen nicht zu einem undifferenzierten Klangbrei.
Optimierte Regelinteraktion: Die vier Regler arbeiten noch harmonischer zusammen. Besonders die Kombination aus Contour und Attack eröffnet neue klangliche Möglichkeiten.
Der Mad Professor Simble Overdrive MK2 in der Praxis
Das Mad Professor Simble Overdrive MK2 wurde an verschiedenen Verstärkern getestet – von einem Fender Deluxe über einen Marshall JCM800 bis zu einem Hughes&Kettner Triamp MK3. In jeder Kombination überzeugte das Pedal mit seiner Anpassungsfähigkeit.
Am Fender Deluxe, einem klassischen American Clean-Amp, fungierte das Simble als perfekter Antreiber. Der charakteristische Fender-Sound blieb erhalten, wurde aber um harmonische Obertöne und eine angenehme Kompression erweitert. Besonders schön: Das Pedal reagierte sensibel auf die Lautstärke-Einstellungen der Gitarre – ein Zeichen wie sehr sich die Leute von Mad Professor um die Dumble-DNA bemühen.
Am Marshall JCM800 sorgte das Pedal für zusätzlichen Punch und Klarheit. Hier kam besonders der Attack-Regler zur Geltung, der die Aggressivität des Sounds perfekt modulieren konnte. Die Kombination aus Marshall-Crunch und Simble-Transparenz ergab einen sehr modernen, aber dennoch warmen Rock-Sound.
Konkurrenz und Einordnung
Mit 189,- Euro positioniert sich das Simble MK2 im oberen Mittelfeld der Dumble-inspirierten Pedale. Günstige Alternativen wie der Boss Blues Driver oder der Ibanez Tube Screamer spielen in einer anderen Liga, bieten aber längst nicht die Transparenz und Dynamik des Mad Professor.
Direkte Konkurrenten sind eher Pedale wie der Catalinbread Dirty Little Secret oder der J. Rockett Archer. Hier punktet das Mad Professor Simble Overdrive MK2 mit seiner außergewöhnlichen Regelinteraktion und der überarbeiteten Schaltung.
Natürlich ist das Pedal günstiger als ein echter Dumble-Verstärker, der schnell fünf- bis sechsstellige Beträge kosten kann. Aber auch im Vergleich zu anderen Boutique-Pedalen bietet es ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Technische Daten und Ausstattung
Das Simble MK2 arbeitet mit einer Stromaufnahme von nur 10 mA und kann sowohl über ein 9-12V DC-Netzteil als auch per Batterie betrieben werden. Die kompakten Abmessungen (60 x 110 x 55 mm) machen es Pedalboard-tauglich, auch wenn die seitlichen Buchsen etwas mehr Platz erfordern.
Die LED-Anzeige informiert zuverlässig über den Status des Pedals und der True-Bypass-Schalter sorgt dafür, dass das Signal bei deaktiviertem Pedal unverfälscht durchgeleitet wird.
































