Test: Make Noise Rene 2018, Eurorack Sequencer

Make Noise René 2018 im Praxiseinsatz

Einer der größten Kritikpunkte am René war immer die etwas unzuverlässige Reaktionsfähigkeit des Touchpads. Ich habe beim vorherigen Test zumindest die Fehlerquelle für mein System identifizieren können, zudem mein Netzteil eins der vom Hersteller empfohlenen ist. Laut Make Noise wurde Version 2 mit allerlei verschiedenen Netzteilen getestet, um einen möglichst fehlerfreien Betrieb zu ermöglichen. Da ich schon bei Version 1 eine Lösung gefunden habe, kann ich das weder bestätigen noch verneinen, bei diesem Test schienen die Pads aber gut zu funktionieren.

Die mehrfarbige Beleuchtung des Touchpads sorgt aber für eine hervorragende Verbesserung des Workflows. Man weiß immer sofort, in welchem Kanal man sich befindet, welche Funktionen an- und ausgeschaltet sind und ob sich aufgrund einer Modulation der Z-Achse etwas verändert. Ganz zu schweigen von der passenden weihnachtlichen Atmosphäre, die von den Lauflichtern ausgeht. Die ganze Sache hat aber ihren Preis: Mit 235 mA (bei +12 V) Stromverbrauch sichert sich der Make Noise René 2018 einen Spitzenplatz unter den Stromverbrauchern. Zum Vergleich: Der alte René hat nur 80 mA verbraucht. Man sollte das auf jeden Fall mit einrechnen, wenn man sich für dieses Modul entscheidet.

Die neue Aufteilung in zwei Snake-Kanälen und einem kartesischen Kanal ist sehr gelungen. So kann man den Sequencer sehr einfach in der gewünschten Komplexitätsstufe in das jeweiligen Patch einbinden.

Die Editierung der States kann am Anfang etwas verwirrend sein, da dafür einige Tastenkombinationen nötig sind. Ebenso muss man sich entsprechend merken können, was die verschiedenen Arten des Aufflackerns der LEDs bedeuten. Ich hatte das Modul allerdings nur eine Woche zum Testen da, bei intensiver Beschäftigung über längere Zeit mit dem Gerät dürfte sich die Verwirrung legen.

Großartig ist aber, dass man natürlicherweise bei der Programmierung des Make Noise René 2018 immer weiter in die Tiefe geht. Man beginnt mit den beiden Snake-Kanälen, woraus sich der kartesische Kanal quasi von selbst ergibt, und geht dann weiter zur Programmierung der States. Durch clevere Funktionen wie „Scan“ und „MESH“ lässt sich das auch relativ schnell bewerkstelligen und das, ohne dass der Sequencer dabei gestoppt werden muss.

Dadurch, dass die States alle Einstellungen einer Sequenz speichern, können z. B. auch die Funktionen der Mod- und CV-Eingänge je nach State umgeschaltet werden. Ein Trigger im Mod-Eingang kann z. B. in einem State den Sequencer resetten, in einem anderen zu der Clock addiert werden. All das kann auch noch manuell oder durch Trigger und CVs umgeschaltet werden. Die Möglichkeiten, die sich hier auftun, beflügeln auf jeden Fall die Fantasie.

Ein weiteres großes Plus ist die Tatsache, dass man nun Glide pro Step einstellen kann. Gerade dadurch, dass dies auch manuell möglich ist, ergeben sich interessante Möglichkeiten für Performance. Das gilt auch für die manuelle Umschaltung der Snake-Pattern in Echtzeit.

Fazit

Mit dem Make Noise René 2018 ist der amerikanischen Firma etwas Geniales gelungen: Sie haben ihr ursprüngliches Konzept sowohl vereinfacht als auch komplexer gemacht. Die Bedienung ist dank des visuellen Feedbacks ziemlich intuitiv und die Möglichkeiten durch die neuen Funktionen praktisch grenzenlos. Sehr interessant dürfte der Make Noise René 2018 für Modular-Nutzer sein, die mehrere Stimmen in ihrem System mit einem Sequencer kontrollieren wollen. Auch für Live-Performances dürfte der René 2018 eine sehr flexible Option sein, vor allem in Verbindung mit Tempi und dem Select-Bus. Preislich liegt der Make Noise René 2018 in der Oberklasse, aber von den Features her ebenso.

Plus

  • leicht zugänglicher Snake-Modus
  • visuelles Feedback
  • erweitertes Konzept

Preis

  • Ladenpreis: 549,- Euro
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