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Test: Marshall, Class 5 Head und Class 110-Box, Gitarren-Stack

Die Leistung des Amps beträgt wie bereits erwähnt fünf Watt, die Vorstufe verfügt über zwei Doppeltrioden des Typs ECC83 (12AX7), und die Endstufe wird mit einer EL84-Pentode gefahren. Was die Einstellungsmöglichkeiten betrifft, ist der Vollröhrenverstärker sehr reduziert. Es gibt einen Power-Kippschalter, auf den Standby-Schalter wurde verzichtet. Somit sollten man, wie bei Röhrenverstärkern üblich, ca. eine Minute nach Einschalten warten, bis es endlich losgehen kann. Weiterhin findet sich ein Dreiband-EQ (Bass-Middle-Treble), ein Lautstärkeregler und natürlich einen Input-Jack auf der Front. Ob der Amp an oder aus ist, wird mit einer roten Netzleuchte angezeigt. Auf der Rückseite befindet sich ein Netzanschluss plus Sicherung, zwei Speakeranschlüsse mit 8 oder 16 Ohm Widerstand sowie ein Kopfhöreranschluss. Ein Schalter wählt zwischen den beiden Möglichkeiten Kopfhörer oder Box, somit kann man das Topteil im Kopfhörer-Modus auch ohne Box betreiben. Wie auch der Head, ist die Box in England hergestellt, sie ist hinten offen und der 10″ Celestion G10F15-Speaker besitzt eine Belastbarkeit von 15 Watt RMS bei einer Impedanz von 16 Ohm. Das Gehäuse ist solide aus verzapftem Birkensperrholz gefertigt. Soweit zu den Specs, glühen wir den Verstärker also mal vor.

-- Cabinet --

— Cabinet —

Praxis

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Bei unserem bekannten englischen Hersteller ist es ja meistens so, da wo Marshall drauf steht, ist auch Marshall drin. Auch dieser Gedanke widerfährt mir beim ersten Antesten des Class 5-Tops. Hier werden keine großen Kompromisse gemacht, mit der Strat bei neutraler EQ-Einstellung beginnend, bekommt man einen klaren aber doch Marshall-typischen Cleansound zu Stande, und das durchaus bei angenehmer Zimmerlautstärke. Da der Amp ohne Mastervolume gebaut wird, muss man schon etwas aufdrehen, um die gewünschte Sättigung zu bekommen. Relativ früh, sogar noch mit Singlecoils, fängt er an etwas zu übersteuern, es geht so bei zirka Stufe vier des Volumereglers los. Bei einer Humbucker-Gitarre, hier im Test eine Gibson 335, sogar schon bei Stufe drei. Aber man muss schon sagen, dass der Verstärker schön warm und harmonisch klingt, auch der kleine 10″-Speaker transportiert den Sound rund und ausgewogen. So um die Stufen fünf bis sechs herum fängt der Sound an schön zu rotzen, und die Obertöne kommen zunehmend raus. Leider auch der Punkt, an dem ich mich entschließe, alles zusammen zu packen und den Standort von der Stadtwohnung in den Proberaum zu verlegen. Also ich würde mal sagen: An dem Punkt, bei dem es richtig interessant wird, sind selbst die fünf Watt zu viel für zuhause! Außer man hat keine extrem toleranten oder schwerhörige Nachbarn, was ja leider nicht die Regel ist.

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-- Bedienpanel --

— Bedienpanel —

Im Proberaum angekommen geht der Spaß in die zweite Runde. Wie fast erwartet, zeigt der Class 5 Head im Lautstärkenbereich ab Stufe fünf seine wahren Stärken. Diese reichen von warm-bluesigen, angezerrten Klängen bis hin zum bissigen Rockbrett, aber immer mit abgerundeten Ecken, also sehr angenehm und mit einem weichen Charakter. Mir persönlich gefällt er mit der Strat am besten, in der „britischen Einstellung“ (alle Regler auf Zehn), kann man alleine durch das Volumepoti der Gitarre das ganze Spektrum des Amps ausloten, vom schmatzenden Cleansound bis zum Oberton-Rockbrett weiß er alles zu bedienen. Der Amp reagiert superdynamisch und musikalisch, wie man es sich eben von einem Röhrenverstärker wünscht. Natürlich ist die Musikstilistik eher im Blues oder im Bluesrock angesiedelt, aber selbst im härteren Rockbereich kann er, mit einem Booster oder Tubescreamer-ähnlichem Pedal angeblasen, durchaus bestehen. Bei Humbucker-Gitarren muss man etwas vorsichtig mit dem Bassbereich sein, dennoch hält der 10″ Celestion-Speaker allen Extremen stand. Doch wer möchte, kann den „Baby Plexi“ auch mit einer 4x12er-Box betreiben, es hat durchaus seinen Charme und bringt nochmals eine andere Soundvariation.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Helmut

    Was bedeutet denn der Satz:
    „Der Combo hat laut Produktbeschreibung noch eine Option zur Leistungsreduzierung, die es eher möglich macht, bei Zimmerlautstärke zu spielen“ ?
    Gibt´s da doch noch sowas wie ´nen Power Soak? – laut diesem Test doch eigentlich nicht

    • Profilbild
      Michael Fendt  AHU

      Hallo Helmut, … das stimmt, das Topteil was in diesem Test besprochen wurde hat diese Option leider nicht. Der Class5 Combo hingegen hat eine Leistungsreduzierung, wenn ich mich nicht täusche, von 5 auf 1 Watt. Somit kann man ihn wahrscheinlich auch gut Zuhause voll aufdrehen. Gruß, Michael

  2. Profilbild
    harrymudd  AHU

    moin, bem Combo gab es ja den sogenannten Headphone Out Trick – man verbindet den Kopfhöreranschluss (Stecker nicht ganz reinstecken da Stereobuchse) einfach mit der Box seiner Wahl. Intern wird bei Schalterstellung Headphone ein Lastwiderstand mit der Röhrenendstufe verbunden und das Signal zusätzlich mit Widerständen heruntergeteilt quasi ein Powersoak für den Kopfhörer. Schließt man jetzt an dieser Buchse die Box an, erhält man auch über die Box die gedrosselte Leistung (ca 0,5W).

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