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Test: Mastering The Mix Bassroom, Mixroom, Levels, Animate, Reference, Expose 2, Plugin-Bundle

27. August 2021

Mixen und Mastern wie die Profis

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Mastering The Mix Bassroom, Mixroom, Levels, Animate, Reference, Expose 2, Plug-in-Bundle

Vorwort

Der Mastering-Service „Mastering The Mix“ wurde im Juni 2014 von dem Toningenieur Tom Frampton mit dem Ziel gegründet, Musikproduzenten dabei zu helfen, ihre Produktionen zu verbessern. Nach Hunderten von Mastering-Sessions und etlichen Feedback-Schleifen stolperte Tom Frampton über die immer wieder gleichen technischen Fehler in den Abmischungen. So entstand die Idee, Software-Plug-ins zu entwickeln, die Produzenten dabei helfen, ihre Produktionen selbst zu analysieren und in die Lage zu versetzen, Fehler frühzeitig zu beheben. Unter diesem Credo entstanden in den letzten Jahren sechs Plug-ins mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Nachdem wir im letzten Jahr bereits die damals erhältlichen Plug-ins getestet hatten, folgt hier nun unser Update-Test inklusive Expose 2.

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Mastering the mix – Bassroom

Das erste Mitglied in der Mastering-Kette nennt sich „Bassroom“. Dieses Plug in ermöglicht es, im Master-Channel nachträglich die tiefen Frequenzen zu bearbeiten. Dazu analysiert das Plug-in den kompletten Frequenzbereich und gibt basierend auf einem ausgewählten Genre-Preset Empfehlungen für die richtigen Lowend-Einstellungen ab. Damit dies funktioniert, wurde der Algorithmus mit Hunderten der besten Musikproduktionen aus unterschiedlichen Genres gefüttert. Wer jedoch selbst einen Referenz-Track als Ausgangsbasis nutzen möchte, kann einfach via Drag ’n‘ Drop Funktion jede x-beliebige Musikproduktion als Vorlage in „Bassroom“ analysieren lassen und verwenden.

Bassroom - Presets

Bassroom kommt mit einer Vielzahl an Presets daher, die alle auf einer umfangreichen Analyse der weltbesten Musikproduktionen basieren.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Nachdem die eigene Musikproduktion mit dem Preset oder der eigenen Vorlage verglichen wurde, zeigt „Bassroom“ im 3-dimensionalen User-Interface an den Seiten Marker an, an die man die insgesamt fünf Frequenzbereiche ausrichten kann:

  • 0-20 Hz
  • 20 – 40 Hz
  • 40 – 80 Hz
  • 80 – 160 Hz
  • 160 – 320 Hz

Für die oberen vier Frequenzbänder lässt sich zusätzlich der Q-Wert einstellen. Etwaige Lautstärkeänderungen kann man über einen Level-Match-Regler nachjustieren und auch die Intensität der Frequenzanhebungen und -absenkungen lässt sich in 2er-Schritten zwischen +2 dB, +4 dB und +6 dB einstellen. Frequenzbänder, die weiter vorne platziert sind, werden präsenter wahrgenommen, Frequenzbänder, die weiter hinten liegen, werden als weiter entfernt wahrgenommen.

Bassroom

Im Handumdrehen lassen sich in Bassroom die tiefen Frequenzen nachjustieren.

Das Ergebnis kann sich hören lassen, denn während beim Einsatz vieler digitaler Filter Ringeffekte entstehen, ist es Mastering The Mix mit „Bassroom“ gelungen, diese zu verhindern und einen linearen Verlauf sicherzustellen. Dadurch klingen die Bässe knackig und transparent. Gerade für Produzenten, die keine ideale Abhöre haben oder auch keinen Subwoofer besitzen, ist „Bassroom“ damit ein nützliches Plug-in, um die tiefen Frequenzen in Schach zu halten und mit gängigen Produktionen aus unterschiedlichen Genres vergleichen zu können.

Mixroom

Das jüngste Mitglied in der Mastering-Kette nennt sich „Mixroom“ und schließt an den Frequenzbereich an, den man mit Bassroom bearbeiten kann. Denn ist der Bassbereich erst mal richtig gemischt, gilt es immer noch, die richtige Abstimmung in den Mitten und Höhen zu finden. Viele Mischungen klingen entweder intransparent, zu dünn, zu undifferenziert oder in den Höhen zu schrill. Hier soll Mixroom Abhilfe schaffen. Das User-Interface ähnelt Bassroom stark, nur in der Komplexität der Bedienung legt Mixroom eine Schippe obendrauf. Denn anders als bei Bassrom, wo die Frequenzbereiche vorgegeben sind, kann man hier selbst Bänder hinzufügen und anschließend feinjustieren. Das gestaltet sich in der 3-dimensionalen Ansicht anfänglich schwierig und man sollte sich unbedingt das ausführliche Tutorial dazu anschauen.

mastering the mix Mixroom

Hat man die Bedienung dann raus, geht alles einfacher von der Hand. Genau wie in Bassroom legt man zuerst ein Stil-Preset fest oder lädt selbst eine Ziel-Audiodatei in Mixroom. Nachdem der zu bearbeitende Track mit den Referenz-Presets oder der Ziel-Audiodatei abgeglichen wurde, zeigt Mixroom einen Frequenzverlauf-Vorschlag an. Manuell kann man dann selbst Bändern hinzufügen, um sich dem Vorschlag anzunähern oder man nutzt die sogenannte “Add Smart Bands” Funktion und Mixroom fügt selbst Frequenzbänder ein, die man natürlich ebenfalls nachträglich feinjustieren kann. Für jedes Frequenzband lässt sich zusätzlich auch das Mid/Side-Verhältnis einstellen.

Animate

Das Plug-in Animate besteht aus vier Bearbeitungsmodi, die man auch einzeln beziehen kann:

  1. Upward Expansion
  2. Transient Enhancing
  3. Dynamic Harmonic Distortion
  4. Dynamic Stereo Widening

mastering the mix animate

Alle vier Module sind identisch aufgebaut. Man kann über den Input-Regler die Lautstärke des Eingangssignals steuern und über Output das Ausgangssignal regeln. Mit dem Filterregler stellt man ein, auf welchen Frequenzbereich sich die Bearbeitung beziehen soll und zusätzlich stehen mit Threshold, Knee, Radio, Attack und Release in jedem Modul auch Kompressorfunktionalitäten zur Verfügung. Einen Überblick, wie Animate eingesetzt werden kann, gibt das folgende Video:

Bevor man alle Module bis ins Detail kennt und gemeistert hat, kann man natürlich auch auf die Vielzahl der mitgelieferten Presets zurückgreifen und schnelle Erfolge erzielen.

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Die folgenden Klangbeispiele demonstrieren, wie sich alleine schon mit den mitgelieferten Presets die einzelnen Audiospuren aufwerten lassen. Das unbearbeitete Audiofile klingt dumpf, sehr mittig und undifferenziert. Im ersten Schritt wurde auf der Gitarrenspur „Expand“ angewendet, wodurch sich die Gitarre klar als Lead-Instrument abhebt. Mit dem Modul „Grow“ wurde das Stereobild der HiHats bearbeitet, wodurch der Track insgesamt an Weite gewinnt. Durch Hinzufügen von „Ignite“ auf der Kickdrum, wird durch die dynamisch, harmonische Distortion der „Click“ der Kick viel deutlicher hervorgehoben, wodurch die Kickdrum an Durchschlagskraft gewinnt. Zum Schluss wurde auf der Bassline „Punch“ angewendet, wodurch die Transienten leicht verstärkt werden, wodurch sich die Bassline im Mix besser durchsetzen kann.

Levels

Mit Levels fing alles an, denn dabei handelt es sich um das allererste Software-Plug-in aus dem Hause Mastering The Mix. Dabei hat das Plug-in in Zeiten von Streaming & Co. mehr Relevanz denn je, denn mit Levels im Master-Channel lassen sich die wichtigsten Attribute messen, die für die Wiedergabequalität auf unterschiedlichen Plattformen und Monitoren so essenziell sind.

Insgesamt ist Levels in sechs Sektionen unterteilt. Ist mit dem Audiosignal alles in Ordnung, so leuchten die Sektionen grün, ist etwas nicht ideal gemischt, so leuchten die Sektionen rot, so dass man Bescheid weiß, in welchen Punkten man den Mixdown verbessern kann.

mastering the mix levels

Peak

In dieser Sektion befindet sich das TRUE PEAK Meter, mit dem man überprüfen kann, ob das Audiomaterial übersteuert ist.

Stereo Field

Ein Vektorscop gibt darüber Aufschluss, ob der Track über ein ausgeglichenes Stereobild verfügt und dieser monokompatibel ist.

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LUFS

Mit LUFS wird die absolute Lautheit gemessen, die in der EBU-Empfehlung R 128 eingeführt wurde und essenziell für das Mastering für Streaming-Plattformen ist. Links befindet sich in der Anzeige ein Short-Term LUFS-Meter, rechts davon die durchschnittlich berechnete Lautstärke.

LRA

Loudness Units geben über die Lautheitsunterschiede zwischen den einzelnen Sektionen wie Chorus, Bridge und Strophen Aufschluss.

Dynamic Range

In dieser Sektion kann man die Dynamik des Tracks überprüfen. Auch das ist ein wichtiges Kriterium für Streaming-Plattformen, da zu stark komprimierte Audiodateien leiser wiedergegeben werden als Tracks mit einer gesunden Dynamik.

Bass Space

Mit Bass Space lässt sich überprüfen, ob weitere Kanäle neben Kick und Bass tiefe Frequenzen beinhalten, die insgesamt das Klangbild negativ beeinflussen. Hierzu muss man lediglich die Kick- und Bassspur ausschalten, um das restliche Summensignal zu analysieren.

Ein detaillierte Walkthrough bietet Mastering The Mix in diesem Video:

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Reference

Als letzte Instanz im Master-Channel empfiehlt sich der Einsatz von Reference, welches einer Runderneuerung unterzogen wurde. Mit dem Plug-in lässt sich der eigene Track mit Referenz-Tracks vergleichen und man kann ganz einfach zwischen den verschiedenen Referenzen hin- und herschalten.

mastering the mix Reference 2 test

Vergleichen lässt sich dabei nicht nur die Gesamtsumme, sondern man kann auch bis vorher selbst definierte Frequenzbänder gegeneinander antreten lassen, wodurch sich feststellen lässt, inwiefern sich die Balance, Kompression, Stereobreite und Punch zwischen Referenz-Track und eigener Produktion unterscheiden. Selbstverständlich lassen sich die Tracks in der Lautstärke aneinander angleichen, so dass eine subjektive Bewertung des Audiosignals möglich ist.

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Expose 2

Mit der Standalone-Software „Expose 2“ lassen sich Audiotracks anhand von Referenzwerten analysieren. So kann man zwischen diversen Presets wählen, die in die Oberkategorien Mixing, Mastering, Broadcast und User unterteilt sind. Die sich darin befindlichen Presets enthalten alle gängigen Dienste und Ausgabemöglichkeiten, wie Club, CD, Spotify, Soundcloud, Netflix, YouTube etc. Per Drag ’n‘ Drop zieht man das zu analysierende Audiofile einfach in die Software und anschließend wird dieses auf Lautheit, Spitzenpegel, Stereofeld und Dynamikumfang analysiert. Neu hinzugekommen in Expose 2 ist zudem ein Fenster, in dem sich der Frequenzverlauf des eigenen Songs mit Referenz-Presets auf einen Blick vergleichen lässt. So sieht man schnell, ob man hier im Mixing und Mastering noch mal nachjustieren muss. Expose 2 markiert alle problematischen Stellen in rot, während alles was sich im Toleranzbereich befindet blau markiert dargestellt wird.

mastering the mix expose 2 test

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Fazit

Das Plug-in-Bundle von Mastering The Mix ist durchaus nützlich und hilft dabei schnell und transparent, die eigene Audioproduktion zu analysieren und klanglich zu verbessern. Nützlich sind dabei die ganzen Video-Tutorials, die Mastering The Mix auf ihrem YouTube Channel bereitstellt. Außerdem werden hier auch regelmäßig Mastering-Videos hochgeladen, die den Einsatz der Plug-ins anhand echter Musikproduktionen veranschaulichen.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Klangergebnis
  • Video-Tutorials

Minus

  • etwas träges User-Interface

Preis

  • 59,95 Euro pro Plugin
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Für typische Filmmusik, für zeitgenössische Klassik, für zeitgenössischen Jazz überhaupt nicht nutzbar. Vielleicht für Tanzmusik … Vielleicht sollte man sich zunächst darüber klar werden, was man musikalisch will, und dann die Tontechnik diesem Vorhaben unterordnen.

  2. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Immer wieder erscheinen auf dem Markt solche Tools, die dem User suggerieren, dass man mit einfachsten Mitteln hochkomplexe Vorgänge ersetzen kann. Insbesondere das eigene Gehör soll damit quasi „ersetzt“ werden. Als (ausgebildeter) Mastering Ingenieur, der die hier genannten Tools teilweise kennt und auch bereits Erfahrungen mit anderen – auch KI-gesteuerten – Plugins hat, sage ich: DAS GEHT EINFACH NICHT.
    Allenfalls kann solch ein Plugin eine Basis, einen Anfang für eine Bearbeitung bieten. Niemals jedoch kann es das Hören ersetzen. Sicherlich mag es für den ein oder anderen Fall einen Preset-Zufallstreffer geben, aber generalisieren lassen lässt sich das nach meiner Auffassung und Erfahrung nach nicht.

    • Profilbild
      AJay

      Deiner Meinung kann ich mich nur anschließen. Habe auch mehrere ähnlich gehypte Tools gelegentlich mit einbezogen, dann aber alle Settings wieder rückgängig gemacht und mich ganz auf meine Ohren und die meiner ‚Mithörer‘ verlassen. Für etwas ungeübte mag die Nutzung durchaus hilfreich sein ein schnelles Ergebnis zu erzielen (Betonung liegt auf SCHNELL), aber ein fein abgestimmtes Mixing oder Mastering kann ein KI-Tool nun mal nicht ersetzen.

  3. Profilbild
    Filterspiel  AHU

    Am meisten lernen lässt sich wohl mit Reference, was in dem Sinne keinen Einfluss auf das Material nimmt, aber dessen „Geheimnisse“ enthüllt. Nachdem sich einem diese erschlossen haben, kann man vermutlich auch darauf verzichten, bis dahin aber wohl das wertvollste dieser Plugins.

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