Eine Ikone richtig interpretiert
Die Firma Maybach Guitars baut Gitarren und Bässe im Fender-Style mit tollen Nitro-Lackierungen und einem schönen Aging. Der Maybach Motone P kommt mit einem klasse Vintage-Cream-Finish daher und ist dazu tadellos verarbeitet. Klanglich bringt er alles mit, was man von einem guten Precision Bass erwartet: Er drückt in der Tiefe und knurrt in den Mitten, ohne dabei in Extreme zu verfallen. Ein klasse Bass mit Old-School-Vibes zu einem mehr als fairen Kurs!
- Design & Verarbeitung: Klassischer Preci-Aufbau mit edlem Vintage-Cream-Finish und detailverliebtem Aging.
- Spielgefühl: Angenehmes D-Profil, ausgewogene Balance und vertrautes Handling sorgen für hohen Spielkomfort.
- Soundqualität: knurriger, präsenter Ton mit viel Charakter – auch unplugged überzeugend.
- Vielseitigkeit: Mit Roundwounds oder Flats einsetzbar in zahlreichen Stilrichtungen – vom Funk bis zum Rock.
Inhaltsverzeichnis
Aufbau und Verarbeitung
Ein Preci ist prinzipiell die einfachste und klarste Form des E-Basses: vier Saiten, ein Pickup, Volume und Tonblende – fertig ist der Klassiker, mit dem Leo Fender Musikgeschichte geschrieben hat. Seitdem wurde dieses Instrument millionenfach auf Bühnen oder Aufnahmen gespielt und gehört bis heute zu den beliebtesten Modellen auf dem Markt. Ob mit Flats im Funk & Soul oder mit Roundwounds und Steels für den rockigen Sound – die einzigartige Klangfarbe des Splitcoils gehört einfach in das Arsenal des ambitionierten und vielseitig aufgestellten Bassisten.
Entsprechend ist diese Version der Firma Maybach Guitars, die auf den klangvollen Namen Maybach Motone P hört, auch mit den klassischen Features gespickt: Die gleichmäßig runde Korpusform (im Gegensatz zum geschwungenen Body eines Jazz Basses), der mittig sitzende Splitcoil, das große Pickguard, ein Hals samt Griffbrett mit 20 Bünden – eben alle Eigenschaften, mit denen das Modell von Leo Fender zum Klassiker wurde. Auch bei den verwendeten Hölzern gibt es keine Überraschungen: Ein Body aus Erle, ein Hals aus Ahorn und ein Griffbrett aus Palisander – die für den Preci typische Kombination, bekannt für ordentlich Tiefe und Wumms im Ton.
Die verwendete Hardware von Gotoh steht für Qualität und funktioniert einwandfrei, die Firma Lollar, von der der Pickup stammt, ist ebenso für ihren guten Ruf bekannt. Der eigentliche Star ist aber das grandiose Finish! Ich hatte schon viele „geaged“ – also auf alt getrimmte – Instrumente in der Hand und nur selten solch eine tolle Lackierung gesehen. Die Farbe Cream White (eine Anlehnung an das Olympic White von Fender im gealterten Zustand) sieht richtig gut aus.
Die feinen Haarrisse im Lack wirken, als seien sie über die Jahre entstanden und die leichten Dellen und Kratzer sind an realistischen Stellen gesetzt. Ob man diese Art der Optik mag, ist natürlich subjektiver Natur – die handwerkliche Qualität der Ausführung ist jedoch ohne Zweifel auf allerhöchstem Niveau!
Wie spielt sich der Maybach Motone P
Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die einen Bass gut bespielbar machen? Persönlich kommt es mir auf drei Punkte an, über die das Spielgefühl definiert wird:
- Das Shaping des Bodys, also die Art und Weise, wie sich das Instrument an den Spieler legt.
- Das Profil des Halses samt der Komponenten wie der Beschaffenheit der Bünde und dem Stringspacing.
- Die Balance am Gurt, die sich zum einen durch die Schwere der Kopfplatte, zum anderen durch die Höhe des oberen Horns samt Gurtpin definiert.
Der Maybach Motone P ist, was die Formgebung angeht, ein klassischer Preci. Entsprechend fühlt sich der Bass mit seinem Shaping sofort vertraut an – hier erlebt man keine Überraschungen. Auch im direkten Vergleich mit meinem alten Fender Precision Bass von 1965 sowie seinem moderneren Bruder aus den 2000ern ist kein Unterschied zu spüren. Würde man den Schriftzug auf der Kopfplatte weglassen, könnte man nicht sagen, welches das Original ist. Ob man die gerade Formgebung eines Precision Basses oder die geschwungene eines Jazz Basses bevorzugt, ist subjektiv. Ich komme mit beiden zurecht und entsprechend macht der Maybach Motone P hier auch keine Ausnahme.
Interessanter wird es beim Hals, denn viele Fender-Precision-Bässe sind für ihr eher dickes C-Profil bekannt. Beim Maybach Motone P hat der Hersteller einen modernen Weg gewählt und dem Bass ein angenehmes D-Profil verpasst, das zwar nicht schlank daherkommt, aber sehr angenehm zu greifen ist. Hier erfühlt man dann doch einen deutlichen Unterschied zum Original – und für mein Empfinden hat die modernere Variante die Nase vorn. In den tiefen Registern kann man mühelos auch schwierige Linien spielen, ohne das Gefühl einer starken Ermüdung des Daumens der linken Hand zu haben (ein Problem, das bei einem richtigen C-Profil nämlich auftritt und viele Bassisten dazu verleitet, den Daumen über das Griffbrett zu legen).
Auch in den mittleren und hohen Lagen passt sich das Profil gut an den Spieler an, was ein müheloses und einfaches Greifen auch bei virtuoseren Passagen ermöglicht. Mir gefällt das gut – zumal so das 19-mm-Stringspacing mit dem für einen Preci typischen breiten Sattel viel weniger „rustikal“ wirkt. Hier haben die Entwickler von Maybach Guitars wirklich ganze Arbeit geleistet!
Ein weiterer großer Pluspunkt im Vergleich zum Original von Fender ist die Balance des Maybach Motone P. Durch die leichten Mechaniken an der Kopfplatte spürt man nämlich nahezu keine Kopflastigkeit, was sowohl am Gurt als auch im Sitzen sehr angenehm ist. Hier zeigt sich also auch, dass man einen klassischen Look mit modernen Features problemlos kombinieren kann. Alles in allem kann ich die Bespielbarkeit dieses Precision Basses nur loben – er macht wirklich Spaß!
Die Sounds
Für den Precision Bass haben sich im Laufe der Jahrzehnte zwei klassische Soundbilder herauskristallisiert. So gibt es einmal die Variante mit Erle/Palisander und Flatwound-Saiten, die vor allem durch James Jamerson und Motown berühmt geworden ist und heutzutage von Bassisten wie Pino Palladino oder Sean Hurley bevorzugt wird. Die andere Version ist der Esche/Ahorn-Preci mit Steels, gerne gespielt mit Plektrum und vor allem in der Rockmusik zu finden. Unser Modell von Maybach gehört von den Hölzern her klar in die klassische Motown-Richtung, ist aber mit frischen Roundwounds besaitet – was ihn irgendwie zwischen den beiden Welten leben lässt.
Das ist bereits unplugged zu hören: Es ertönt ein knurriger und klarer Sound über alle Lagen, der erstaunlich laut ist – was auf die gute Resonanz des Instruments zurückzuführen ist. Da meine Precision Bässe beide mit Flatwounds auf Motown getrimmt sind, musste ich mich daran erst einmal gewöhnen. Mit so viel Growl hatte ich nicht gerechnet. Ist man da aber einmal drin, macht dieser Motone P richtig Spaß. Beim Jammen auf der Couch ohne Amp habe ich mich sogar dabei ertappt, wie ich anfing zu slappen – eine Idee, auf die ich sonst nicht komme, wenn ich einen Precision Bass in der Hand halte.
Der Sound des Maybach Motone P am Kabel angeschlossen klingt dann eigentlich so, wie erwartet: fett, knurrig und trotzdem aufgeräumt. Der Preci-Pickup liefert den zu erwartenden mittigen Charakter, ohne jedoch in Extreme zu verfallen. Alles in allem ein richtig guter und solider Allrounder, der in vielen Stilrichtungen bestehen kann!
Da mir der Maybach Motone P wirklich gut gefällt, wollte ich mir den Bass auch einmal mit Flats anhören. Gesagt, getan – zum Glück hatte ich noch einen alten, eingespielten Satz in der Schublade, entsprechend schnell waren die Saiten gewechselt. Mit den geschliffenen Saiten bekommt dieser Bass den erwarteten Old-School-Vibe und schnurrt schön angenehm vor sich hin. Sein Knurren jedoch verliert er nicht – egal, mit welcher Einstellung der Tonblende man spielt, er behält seinen hochmittigen Growl im Ton. Das kann man nun mögen oder nicht – so ganz auf „alt“ bekommt man diesen Preci dann doch nicht getrimmt.
Das tut dem Spielspaß jedoch keinen Abbruch. Der Maybach Motone P bringt auch mit Flatwounds eine gute Präsenz mit und dürfte daher im Mix nicht untergehen. Besonders Spaß macht das mit einem Pick, das ich mit einem Schwamm kombiniert habe – ganz im Stil von Carol Kaye. Hier tun die Mitten dem Sound wiederum richtig gut. Näher kommt man an dieses Klangbild wohl nicht ran – einfach klasse!





































Danke für die Detailbilder. Ich bin hin und her gerissen. Die künstliche Alterung hat schon einen gewissen Charme und sieht auch recht gut aus. Aber ob ich das bei einem Neu-Gerät haben möchte?
Danke auf jeden Fall für den Beitrag.
@Woody wäre nicht meins.
obwohl manche kaufen eine 303 die schon Recht abgerockt ist. 😁
Maybach nutzt leider legal den Namen ohne Zustimmung des bekannten Autoherstellers. Ethisch eine klare Ausnutzung der Strahlkraft.
Aber wenn wenigstens das Instrument makellos wäre.
Ageing…kein Kommentar.
Aber keine originale Sattelbreite,
Mediumjumbo Bünde..kein Original-Klang möglich.
Griffbrett-Kanten unbehandelt. Ein Nogo bei Vintage Instrumenten. Selbst günstige Instrumente haben heute teilweise gerollte Kanten.
Slab statt Laminat?
Trussrod in Holzfassung? Meist nur bei güstigen Instrumenten.
Astnahe Holzteile für einen Hals…wtf? Ohne Qs? Deadspots fast unausweichlich…
Kleiner Lichtblick….Lollar PUs, scheinbar 5%ow.
2000 EUR für ein instrument der 1000er klasse…
Made in ….. ? 3x raten…
Und vielleicht das nächste mal die Sounddemos von jemandem spielen lassen, der es kann.
Mahlzeit.
@MusicChest leider gibt’s einen unseriösen uhrenverkäufer
der sich Christoph Maybach nennt.
arg, einfach YouTube schauen.
verkauft billige chinauhren teuer.🙂↕️
@Numitron Ja, den gibt es leider. Der kopiert wenigstens nicht frech auch noch das Logo von Maybach, sowie es der Gitarrenhersteller tut.
Aber sonst macht er genau das Gleiche.
Günstige Standardkost als Premiumqualität vermarkten.
Die Gitarren werden von den Tischlerwerken gebaut, die auch Music Store’s Mayones und manche Jerk&Dannys bauen.
Kein Mist, aber eben FenderPlayer Klasse.
@MusicChest ja, ziemlich schlimm…
@MusicChest Also Mayones werden in Danzig in Polen gebaut. Das ist auch ein polnisches Traditionsunternehmen. Maybach Guitars werden in Tschechien gebaut und die Custom Shop Modelle m. W. in Wuppertal. Mayones gehört auch nicht zum Music Store, sonst würde Thomann die nämlich gar nicht verkaufen und andere Händler auch nicht.
Du meinst vermutlich Fame. Fame Gitarren und Bässe kommen aus dem gleichen Werk in Danzig. Daraus macht man auch keinen Hehl, es steht sogar auf der Fame-Seite. Die Instrumente werden im Auftrag gebaut. J&D Gitarren, ebenfalls eine Music Store Marke, werden in Asien gefertigt.
Ich finde es nicht gut, wenn hier Behauptungen aufgestellt werden, die einen Hersteller schlecht aussehen lassen. Maybach und das dazugehörige Logo sind seit vielen Jahren ins Markenregister eingetragen – ohne Beanstandung. Maybach als Fahrzeughersteller ist fast genauso lange schon Mercedes-Maybach, was durch das doppelte M im Logo signalisiert wird. Die alten Schriftzüge und Logos sind erloschen.
@Markus Galla Das, plus die freche Bemerkung bzgl. Einspielqualität der Demos, die doch ganz gehörig Respekt vermissen lassen👎
@Markus Galla Ich schrieb:
„Die Gitarren werden von den Tischlerwerken gebaut, die auch Music Store’s Mayones und manche Jerk&Dannys bauen.“
Das war gemeint im Stile von:
„Die Gitarren werden von der Art von Tischlerwerken gebaut, die auch Music Store’s Mayones und manche Jerk&Dannys bauen.“ also als Klischee Bezeichnung für Osteuropäische Gitarrenbauer.
Und ja, das war eindeutig mein Fehler, da ich mich nicht eindeutig ausgedrückt hatte.
Viele Worte wegen Fliegenkot.
Ich habe in meinem ersten Satz bereits angemerkt, dass der Hersteller legal handelt, meine Kritik war eindeutig auf ethischer Ebene.
Der Hersteller macht sich eindeutig den Nimbus des Luxus der Maybachfahrzeuge zu nutze. Dadurch sieht er schlecht aus.
Kein Wunder dass er nicht seinen echten Namen benutzte ..“Toni Götz“…
Fin.
PS: Es ist lustig und traurig zugleich, dass die eigentliche Sache, die Kritik am Produkt, vollkommen untergeht…
@MusicChest Die Kritik am Produkt darfst du gerne äußern und jeder darf gern was dazu sagen! Die geht hier auch nicht unter, es ist eben deine Meinung. 👍 Aber niemand wird hier gezwungen eine Meinung zu diskutieren 😉
Alles andere wurde ja jetzt (von uns und dir) richtig gestellt.