Neue Sounds für Keyboards und Digitalpianos
MB Music PRO.MAX ist das Top-Gerät unter den PRO Sound-Modulen des deutschen Herstellers aus Pirmasens. Wir haben uns den MIDI-Expander genauer angeschaut.
- Vielseitigkeit: 320 Presets, 19 Drum-Sets und zahlreiche Effekte bieten große klangliche Flexibilität.
- Audio-Interface: Integriertes USB-Audiointerface ermöglicht die Einbindung der Sounds in eine DAW
- Performance-Modus: Bis zu vier Parts lassen sich layern oder splitten, jeder mit eigenen Effekten.
- Fazit: Gute Grundsounds und viele Features, aber Drums und fehlende Performance-Speicherung von MIDI/MP3 sind Schwächen.
- Empfehlung: Ideal für Musiker, die ihr Keyboard, Digitalpiano oder Stagepiano flexibel erweitern wollen, aber nicht auf Top-Drums angewiesen sind.
Inhaltsverzeichnis
MB Music PRO.MAX Sound-Modul
Die Pro-Reihe von MB Music umfasst drei Modelle:
- PRO.XS
- PRO.DX
- PRO.MAX
MB Music PRO.MAX ist das größte Modell der Reihe. Es besitzt ein 2,4″ OLED-Display, einen USB-Device-Anschluss für USB-Sticks, ein vollständiges MIDI-Trio mit MIDI IN, MIDI OUT und MIDI THRU sowie Klinkenausgänge aus. Der größte Nachteil der kleineren Modelle ist nämlich der als Cinch-Buchsen ausgeführte Stereo-Line-Ausgang.
MB Music PRO.MAX ist außerdem mit einem USB-Audiointerface mit zwei Ein- und zwei Ausgängen ausgerüstet, sodass sich die Sounds digital an den Computer übertragen lassen und auch wieder zum Modul zurück. Sehr praktisch. Die minimale Eingangs-Latenz liegt bei 3,75 ms und die Ausgangslatenz bei 2,75 ms (32 Samples, 48 kHz, 24 Bit).
Über den USB-Anschluss ist es außerdem möglich, den MB Music PRO.MAX Expander nicht nur per MIDI IN anzusteuern, sondern auch über ein USB-Masterkeyboard zu spielen
Treiber werden für die Installation nicht benötigt, denn MB Music PRO.MAX ist USB-Class-Compliant. Auch der Betrieb mit einem iPad oder anderen Tablets mit USB-Anschluss sollte somit problemlos möglich sein.
Auf der Frontseite befindet sich außerdem ein Kopfhörerausgang mit 6,35 mm TRS-Anschluss, ein Volume-Regler, ein großer Push-Regler für die Werteeingabe sowie vier Schalter für die Funktionen Reverb, Effect, Menu und Exit.
Mit Strom versorgt wird MB Music PRO.MAX mit einem externen 9 V Netzteil. Eine Spannungsversorgung per USB ist leider nicht vorgesehen.
Ausgeliefert wird das Modul zudem mit einem USB-Stick, auf dem Demo-MIDI-Files von MIDI-Land und Keys Experts enthalten sind, sowie die Bedienungsanleitung, die Windows-App MIDI Module Control, mit der sich die globalen Effekte einstellen lasse, sowie weitere Demo-Software.

Der mitgelieferte USB-Stick enthält viele professionelle Demo-MIDI-Files, das Handbuch sowie Software-Demos
Klangerzeugung
Wie die kleineren Modelle besitzt MB Music PRO.MAX eine Fülle an direkt spielbaren Klängen: 320 Presets und 19 Drum-Sets laden zum Musizieren ein. Abgelegt sind die Samples in einem 1 GB großen Flash-Speicher.
Das MB Music PRO.MAX Sound-Modul ist zum GM2 Standard kompatibel.
Das Modul hat eine Polyphonie von 256 Stimmen und ist 32-fach multitimbral (2 x 16 MIDI-Kanäle). Ein DSP berechnet Hall, Multieffekte sowie Insert-Effekte.
Performance-Modus
Hinzu kommt ein Performance-Modus, in dem bis zu vier Parts mit Sounds bestückt werden können. Diese lassen sich entweder auf Tastaturzonen verteilen oder layern. Jeder Part hat dabei eigene Einstellungen für Hall, Multieffekt, Insert-Effekte, Lautstärke, Panorama, Pitchbend, Pedaleinstellungen und mehr.
Effekte
MB Music PRO.MAX bietet zwei globale Effekte, die über die zwei Buttons Reverb und Effect zu erreichen sind. Reverb bietet die folgenden Programme:
- Room 1
- Room 2
- Room 3
- Hall 1
- Hall 2
- Plate
- Delay
- Pan Delay
Einstellen lassen sich neben dem Effekttyp noch Level für die Stärke des Effekts und Time für die Abklingzeit beziehungsweise Verzögerungszeit.
Über Effect gelangen wir zu einem weiteren globalen Effektprozessor, der folgende Effekttypen bietet:
- Chorus 1
- Chorus 2
- Chorus 3
- Chorus 4
- Feedback Chorus
- Flanger
- Short Delay
- Shord Delay Feedback
Für Anpassungen stehen hier die Parameter Mix, Depth und Rate zur Verfügung
Für die Performance sind weitere Effekte zugänglich, die als Insert MFX bezeichnet werden. Hier handelt es sich also um Insert-Effekte pro Part. Zur Auswahl stehen:
- Compressor
- Distortion
- Modulation
- Tremolo
- Wah Wah
- Rotary
- Delay
- Mix
Mix umfasst Reverb Send, Chorus Send, Panorama und Volume pro Part. Manche Insert-Effekte können gleichzeitig genutzt werden. Alle Insert-Effekte sind umfangreich parametrisiert, sodass sich deren Klang vom Anwender gut formen lässt.
- Insert-Effekte
- Effektparameter
Pedalfunktionen
Auch die Pedalfunktionen der zwei rückseitigen Anschlüsse für Sustain und Expression-Pedale lassen sich pro Zone zuweisen. Hier stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung:
Das Expression-Pedal steuert Parameter wie Expression, Modulation, Cutoff und Volume.
Das Sustain-Pedal steuert Parameter wie Sustain, Soft, Sample Realtime Control, Rotor Fast/Slow. Sounds, die mit der Endung RT im Namen versehen sind, lassen sich über Sample Realtime Control steuern, um so z. B. weitere Artikulationen einzuschalten wie einen Growl-Effekt für das Saxophon.
Hinweis: Alle Pedalfunktionen sind auch über MIDI zugänglich.
Song-Player
MB Music PRO.MAX besitzt einen integrierten Song-Player, über den sich MIDI- und MP3-Dateien direkt von einem eingesteckten USB-Stick aus abspielen lassen. Es stehen für MIDI-Files die üblichen Transport-Funktionen zur Verfügung, außerdem:
- Track Mute (Stummschalten einzelner Spuren des MIDI-Files)
- Song Transpose (transponiert die Spuren des MIDI-Files)
- Key Transpose (transponiert das eingehende MIDI-Signal, z. B. eines MIDI-Keyboards)
MP3-Files lassen sich in der Lautstärke und in ihrer Tonhöhe verändern.
Weitere Funktionen
Equalizer
MB Music PRO.MAX besitzt einen einfachen integrierten vierbandigen EQ mit den Bändern
- High
- Mid2
- Mid1
- Low
Es sind Festfrequenzen, bei denen Anhebungen und Absenkungen um 12 dB möglich sind. Außerdem lässt sich der Equalizer ein- und ausschalten.
Metronom
Über das Menü lässt sich außerdem ein Metronom aufrufen. Die Zählzeit 1 wird jeweils durch einen Glockenklang markiert. Einstellen lässt sich das Tempo von 10 bis 400 bpm. An Taktarten steht zur Auswahl:
- 1/4 (Glockenton aus)
- 2/4 (mit Glockenton)
- 3/4
- 4/4
- 5/4
- 3/8
- 6/8
- 12/8
Außerdem können wir die Lautstärke regeln. Schade ist, dass es keine Möglichkeit gibt, in den Taktarten 6/8 und 12/8 zusätzlich die Zählzeiten 4 beziehungsweise 4, 7 und 10 zusätzlich zur Zählzeit 1 etwas hervorzuheben.
Recorder
Ein einfacher Recorder ermöglicht die Aufnahme des eigenen Spiels über MIDI. Die aufgenommenen Daten lassen sich dann auf einem USB-Stick speichern. Einstellen lassen sich ein Metronom, das Tempo sowie die Taktart und Lautstärke des Metronoms.
Registration-Speicher
Sollten die internen 80 Registration-Speicher nicht ausreichen, lassen sich Registrations auch auf einem USB-Stick auslagern und jederzeit ins Modul zurückladen. Das ist sehr praktisch, können so doch auch größere Setlists angelegt werden.
Klang
Der Klang des MB Music PRO.MAX Sound-Moduls ist als gut zu bezeichnen. Insbesondere die Performances machen natürlich mehr her als die einzelnen Sounds, weil sich diese doch Layering und die Insert-Effekte deutlich aufpeppen lassen. Hier stechen Piano, Rhodes, Streicher, aber auch die synthetischen Sounds heraus.
Die Sounds liegen deutlich über dem, was viele Einsteiger-Keyboards bieten, können aber mit den Arranger-Keyboards der Mittelklasse von Yamaha oder Korg meines Erachtens nicht mithalten. Viele dieser Sounds stammen aus den Top-Modellen Genos 1/2 beziehungsweise Korg PA4X oder PA5X. Auch Ketron setzt hier einen höheren Standard.
Was mir am MB Music PRO.MAX Sound-Modul gar nicht gefällt, sind die Drums. Die 19 Drum-Sets fügen sich weder gut ins Arrangement ein, noch klingen sie sonderlich natürlich. Sie wirken immer irgendwie fehl am Platz. Das hört man auch sehr schön bei den mitgelieferten Demos von zwei professionellen MIDI-File-Anbietern (siehe Video). Am besten gefallen mir noch die Brush-Drums, die ein mit Besen gespieltes Drum-Set simulieren sollen. Insbesondere die elektronischen Drums fallen stark ab.
Zu den typischen 128 GM-Sounds stehen zahlreiche Variationen zur Verfügung, die sich über MIDI per Bank-Select-Befehl anwählen lassen. Gut gelöst ist hier, dass sie dann dieselbe Nummer besitzen und zum Aufrufen einer Variation nur der Bank-Select-Befehl entsprechend geändert werden muss.
Ich habe erneut einen Pop-Song und ein klassisches Arrangement einer berühmten Filmmusik von freien MIDI-Files aus dem Internet über Ableton Live abgespielt und passende Sounds zugewiesen. Außerdem wurden für die Klangbeispiele (im Video) die mitgelieferten Demo-MIDI-Files von MIDI-Land und Keys Experts genutzt. Ich habe zudem einige Performances mit kurzen Patterns angespielt, sodass ihr euch auch hier einen Eindruck verschaffen könnt.
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Eine Anmerkung noch: Das MB Music PRO.MAX Sound-Modul lässt sich im Piano-Modus und im Poly-Channel-Modus betreiben, was für eine hohe Kompatibilität zu verschiedenen Keyboards, Digitalpianos und Masterkeyboards sorgt.
Etwas kurios ist der Lefthand-Modus, bei dem alle eintreffenden MIDI-Notennummern umgekehrt werden, sodass die tiefen Töne auf der rechten Seite der Tastatur und die hohen Töne auf der linken Seite liegen.
Alternativen
V3 Sound Sonority Pro
Das V3 Sound Sonority Pro Sound-Modul ist deutlich günstiger, besitzt viele Sounds, gute Drums, hat aber leider kein Display und auch keinerlei Bedienelemente. Alles findet hier entweder per MIDI oder über eine optionale App samt Bluetooth-Dongle statt.
Ketron SD-1000
Der Ketron SD-1000 Sound-Expander liefert 512 Orchester-Sounds, 292 GM-Sounds sowie 47 akustische und elektronische Drum-Sets mit New Live Drum Modeling Technologie. 248 Audio-Drum-Loops sind ebenfalls enthalten. Das Modul ist 128-stimmig polyphon spielbar und 32-fach multitimbral. Auf ein Display muss leider verzichtet werden. Das Modul ist außerdem schon sehr lange am Markt (2013), soll aber dennoch nicht unerwähnt bleiben.
Dexibell VIVO SX-8
Ein erstklassiges Sound-Modul kommt von Dexibell. Hochwertige Orgel-Sounds (Tone-Wheel-Simulation mit virtuellen Zugriegeln), erstklassige Pianos und User-Sounds zum Download zeichnen dieses Modul aus. 3,2 GB Speicher stehen dafür zur Verfügung. Der Preis liegt allerdings auch deutlich höher. Den professionellen Anspruch unterstreichen Bluetooth-Audio-Streaming, Bluetooth-MIDI-Streaming, USB to Host (MIDI & Audio), USB-Device (Memory & MIDI), XLR-Ausgänge, Sub-Ausgänge (Klinke) und mehr. Hier geht’s zum Testbericht.




































Ich frage mich immer, warum sich reine VST-Player noch nicht durchsetzen konnten.
Eine ordentliche Benutzeroberfläche, ein Anständig großes Touch-Display und dann ein Mini-PC mit großer (erweiterbarer) Festplatte. OK, kann man sich vielleicht auch günstig selber zusammenbauen :)
@Andreas Eine nachvollziehbare Frage.
Was man beobachten kann, ist die Begrenzung auf jeweils einen VST Lieferanten, etwa bei Arturia Astrolabs, oder dem Native Instruments Kosmos.
Könnte eine Frage des Supports sein, weil reine VST Player die Themen CPU/RAM Auslastung, Latenz-Optimierung und Kompatibilität der abzuspeichernden Patches bei verschiedenen VST Herstellen nicht unterstützen mögen.
Ich selbst arbeite Live konsequent mit VSTs vom Laptop, muß aber eben die Auswahl der Plugins und die Optimierungen selbst leisten. Zum Glück ist mein HELIX Gitarren-Floorboard ein sehr brauchbares ASIO Interface, sodaß ich live nicht auch noch ein separates Audio-Interface verbauen muß.
@Andreas Gab es alles schon: Muse Receptor. Dieser wurde auch über viele Jahre von Profis eingesetzt, z.B. von Roy Bitten (Bruce Springsteen‘s E Street Band). Die Firma gibt es leider nicht mehr. In Sachen MIDI Files gab es das auch schon in den 90ern: MIDITemp mit integrierter Soundkarte. Sogar Audio konnte man damals damit synchronisiert abspielen.
In beiden Fällen war im Innern ein handelsüblicher Computer verbaut, beim MIDITemp lief m.W. noch MS Dos oder ein Ableger darauf.
Beides war sehr teuer.
Im Prinzip reicht heute ein iPad mit USB Audio-Interface plus App, was viele ja auch nutzen. Da die meisten Anwender, die noch mit MIDI Files arbeiten, aber heutzutage ohnehin einen Yamaha Genos oder Korg PA5x spielen (oder die günstigeren Ableger), ist für solche Soundmodule einfach der Markt nicht mehr so groß. Die werden dann eher als Ergänzung zu günstigen Keyboards oder Stagepianos gekauft.
Der Nachteil von VST-Lösungen ist, dass es nie so richtig rund klingt. Der Aufwand, alle GS oder XG Parameter in den MIDI Files zu filtern oder passend zu den VSTs umzubiegen, ist gigantisch. Das Soundblaster VST war damals eine Lösung, das gibt es aber nicht mehr. Ist halt eine Nische. Zusammengewürfelte VSTs klingen bei gekauften MIDI Files selten richtig gut.
@Markus Galla gibt’s da keine Standard General Midi bänke?
in Windows sind doch schon lange welche drinnen, sogar die von Roland iirc.
klingt halt dann schwer nach 90er Jahre😃
@Numitron Das Problem sind eher die Controller für Filter, Effekte usw. Die müssen alle passend gemapt sein. Ich habe mal versucht, ein GS MIDI File auf 16 Instanzen des JV1080 aus der Roland Cloud zu mappen. Ich musste am Ende die Hälfte der MIDI Controller filtern. Und gut hat es hinterher auch nicht geklungen. Der Mac hat auch GM Sounds und Logic Pro sucht beim Öffnen Sounds und Effekte aus. Klingt aber alles deutlich schlechter als auf einem halbwegs guten GS Klangerzeuger.
@Markus Galla ich richtig das verstehe? also XG norm auf GM.
ja das tu ich mir so auch nicht mehr an.
wollte styles von psr 9000 auf qy 700 laden.
oder anders: es war commercial pack von PSR styles auf qy.
angaben waren da falsch nichts mit plugandplay.🙂
da gab es so ich meine doch einen vstplayer plugiator?
konnte man vst mit inc. engines mixen?
so ich erinnere standalone instrument.