Modulare Effekt-Geräte "Made in Germany"
Der Menura MDMX ist ein modularer DJ-Mixer, den man selbst zusammenstellen kann, passend dafür gibt es jetzt die erste Reihe an Effekten: den Menura MDFX ISO3 und den Menura MDFX HPF/LPF. Die Bezeichnungen beschreiben klar die jeweilige Funktion der beiden Geräte: Isolator und Filter. Was heißt in diesem Fall modular, wie funktionieren die Geräte und wieso gibt es jeweils zwei Varianten? Lasst uns mal einen Blick drauf werfen.
- Modulares Konzept: Die MDFX-Module funktionieren einzeln oder kaskadiert, lassen sich magnetisch am Mixer befestigen und flexibel in verschiedene Signalwege integrieren.
- Filter & Isolator: Der HPF/LPF bietet stufenlosen Wechsel zwischen Low-, Notch- und High-Pass inklusive Resonance, der ISO3 arbeitet als klassischer 3-Band-Isolator mit Cut-Tastern.
- Bedienung & Features: Momentary- und Latch-Funktionen, LED-Feedback und durchdachte Details ermöglichen präzise, performative Eingriffe.
- Klang & Qualität: Sehr neutraler Klang, massive Verarbeitung aus Aluminium und hohe Wertigkeit „made in Germany“ bei fairem Preisniveau.
Inhaltsverzeichnis
Menura MDFX – die „Effekt“-Geräte
„Effekt“-Geräte habe ich in Anführungszeichen gesetzt, denn ein Filter und ein Isolator sind (für mich) keine Effekte. Es sind Tools für die Frequenz-/Klangbearbeitung, aber wie schon erwähnt, da kommt wohl noch mehr für diese Serie und deswegen die Bezeichnung „Effekte“.
Grundsätzlich steckt in den beiden Menura MDFX ein wenig Gehirnschmalz in der Frage, wie man Geräte dieser Art cooler machen kann. Man kann die beiden Modelle aus massivem Aluminium zwar einfach so hinstellen, dank der Gummifüße ist dies auch stabil möglich. Aber man kann diese auch mit den verbauten (und sehr starken) Magneten an einem Mixer befestigen. Alternativ lassen sich die Magnete sehr leicht selbst entfernen, wenn man die Module nur neben ein Gerät stellen möchte.
Die Module sind so konzipiert, dass sie nicht die klassische Mixer-Höhe von circa 8,5 cm sondern nur 6,4 cm haben. Das hat den großen Vorteil, dass man sie per Magnet am Mixer anbringen und die Kabel unter den Modulen führen kann. Vorausgesetzt, man hat angewinkelte Stecker und Achtung: Der abgewinkelte Part sollte nicht zu lang sein, sonst muss man das Kabel zu sehr knicken. Aber die Möglichkeit ist super und ermöglicht ein sauberes Kabelmanagement. Breit beziehungsweise tief sind die Geräte jeweils 60 mm und 168 mm. Die Module sind also relativ kompakt.
Als modular könnte man die Menura MDFX bezeichnen, da sie sowohl einzeln funktionieren und nicht Teil eines Mixers sind, aber auch „zu einer Unit“ zusammengeschlossen werden können. Power und das Audiosignal sind hier der Schlüssel zur Einheit.
Anschluss der Menura MDFX: Audio und Strom
Power für die Geräte kommt per USB-C (5 V). Es gibt also kein spezielles Netzteil. Das hat entsprechend Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass jedes generische USB-C Netzteil für die Stromversorgung genutzt werden kann. Der Nachteil liegt in der USB-C Buchse, die ich nicht für eine solide beziehungsweise dauerhaft belastbare und sichere Verbindung halte.
Entsprechend habe ich während des Tests, wenn hinter dem Mixer Kabel gezogen und umverkabelt wurde, nicht nur einmal die Stromverkabelung für die Menuara MDMX aus Versehen ein kleines Stück herausgezogen, mit der Folge, dass sich die Geräte dann abgeschaltet hatten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Geräte kaskadieren kann. So laufen bei mir im Test beide Geräte über einen USB-C-Anschluss. Mitgeliefert wird bei zwei Geräten ein kleiner MENURA USB-Adapter, der perfekt inmitten zweier MDMX Geräte passt, sodass man diese nahtlos aneinanderreihen kann.
Kaskadieren kann man die Module auch für das Audiosignal via 2x 3,5 mm Klinke, symmetrisch. Auch hier gibt es zwei spezielle Adapter mit beidseitigem Stecker zum Verbinden der Module.
Die Geräte können an jedem Mixer mit Send- und Return-Weg oder Master-Insert problemlos angeschlossen werden. Ich selbst nutze den Master-Insert am XONE:96 oder dem ELARA.6, da ich sowohl Filter ALS auch Isolator als Insert-“Effekt“ nutze.
Auf Wunsch kann man hier natürlich auch einen Send-/Return-Weg verwenden. Da die In- und Outputs an den MDFX-Modulen symmetrisch sind, können diese allerdings auch in den Signalfluss hinter dem Mixer eingesetzt werden. Unabhängig davon, ob der Signaleingang symmetrisch oder unsymmetrisch ist, ist der Ausgang in jedem Fall symmetrisch.
Menura MDFX HPF/LPF
Modul Nummer 1 im Test ist das Filterelement der Menura MDFX mit einem schaltbaren High-Pass- beziehungsweise Low-Pass-Filter.
Eingeschaltet wird das Modul durch einen beleuchteten Druckschalter. Über einen Kippschalter kann gewählt werden, ob das Filter dauerhaft ein- oder abgeschaltet sein soll oder nur temporär aktiv ist.
Das ist dann nützlich, wenn man sehr eng und präzise in den Mix eingreifen möchte. Ein Finger muss auf dem On-/Off-Taster sein, aber man kann das Filtern mit dem Loslassen direkt beenden.
Für meinen Workflow passt längeres Einschalten besser, so dass ich Finger für die einstellbare Resonanz frei habe. Mit der Resonanz kann ich von flacher Kurve und einem weichen Einschnitt bis hin zu einer steilen Cut-off-Kurve von bis zu 18 dB/Okt. Flankensteilheit den gewünschten Filter-Effekt auswählen. Bei sehr steiler Kurve natürlich mit einem deutlich hörbaren Filter-Geräusch.
Die Anhebung an der Crossover-Frequenz sollte man nicht unterschätzen und gerade bei kraftvollen Soundsystemen vorsichtig damit umgehen, zumindest, wenn der Resonanz-Regler voll aufgedreht ist. Hier kommt im Bassbereich ein ziemlich kräftiger Schub.
Meine Lieblingsposition für die Resonanz ist die 11-Uhr-Stellung. So sind wir hörbar, aber dennoch noch weich unterwegs und heben an der Cut-off-Frequenz nicht zu viel an.
Der Frequenzregler ist für das bessere Feedback mit einem LED-Ring umgeben, der mit acht LEDs anzeigt, wie weit das Filter aufgedreht ist. Achtung: Je nach Umschaltung zwischen HPF und LPF dreht man den Frequenzregler entweder auf oder ab!
Zudem kann man hier nicht zwischen LPF und HPF umschalten, sondern nahtlos per Drehregler wechseln. Das bedeutet, dass man sich bei diesem Menura MDFX von einem LPF über eine Notch-Filter zu einem HPF bewegen kann.
Menura MDFX ISO3
Modul Nummer 2 ist der Menuara MDFX ISO3. Ein klassischer 3-Band Isolator mit Crossover-Frequenzen bei 190 Hz und 2,9 kHz mit einer Flankensteilheit von 18 dB/Okt.
Drei Bänder, auch hier drei große Potikappen und ein kleiner Druckschalter zum Überbrücken. Das funktioniert wie beim Filter geräuschlos und ohne zu ploppen. Zusätzlich sei erwähnt, dass es bei diesem Menura MDFX Modell keine Mittenrasterung gibt.
Die Range reicht von Full Kill bis 8 dB Anhebung und es gibt ein cooles Feature: Neben jedem Frequenzband befindet sich ein Cut-Taster.
Man kann also jedes Band per Tastendruck maximal absenken, aber auch nur im „Momentary“-Mode. Es wird also nur solange das Signal abgesenkt, wie man den Taster gedrückt hält. Sehr cooles Feature für On-Point-Einsätze.
Performance und Klang
Klanglich können wir uns sicher darauf einigen, dass ein Gerät insertiert in das Master-Signal vor allem eins tun sollte: Es sollte nicht färben, sondern clean klingen. Das hat Menura geschafft. Eine klangliche Veränderung beim Einsatz der Menura MDFX ist fast nicht wahrzunehmen und der Eingriff von ISO wie auch Filter kann, wenn gewünscht, sehr smooth sein.
In der Kombination der beiden Module oder in Kombination ISO mit einem Mixer mit HPF hat sich bei mir ergeben, dass ich sehr gerne die Mitten aktiv und leicht betont einsetze, um Frequenzen nach vorne zu bringen und präsenter zu machen.
Aufpassen sollte man wie immer nur bei verschiedenen Frequenz- oder Resonanz-Einstellungen. Hier kann es natürlich beim Einschalten oder Abschalten der Module zu einem Pegelanstieg oder Absenkung kommen. Probiert das in der Praxis mal ein wenig aus, bei welchen Einstellungen der Pegel exakt gleichbleibt. Keine Sorge, bei heruntergedrehter Cut-off-Frequenz passiert nichts!
Qualität und Haptik der Effekte
Solid built trifft es zu 100 %. Massives Aluminiumgehäuse, top verarbeitet, stabil gebaut, ich bin begeistert. Etwas ungewöhnlich ist die Form der Potikappen, die oben ein wenig wie eine Welle zulaufen und keinen klassischen Strich für den Mittelpunkt besitzen. Was mich zunächst irritiert hat, wird schnell zur Gewöhnung. Wichtige Info dazu: Die Potikappen bnestehen bei den Menura MDFX nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall.
Hier befindet sich auch die Markierung für den Mittelpunkt in Form eines weißen runden Punktes. Erfahrungsgemäß wird man diesen aber gar nicht brauchen, denn über die Wellenform und die Kante an der Oberseite hat man für die Position des Potis ein sehr gutes Gefühl.
Einzig zum Thema USB-Anschluss habe ich, wie bereits erwähnt, ein paar Einwände. Hierauf sollte man definitiv achten, gerade, wenn man die Geräte im Club nutzt.
Beide Effektgeräte gibt es sowohl in vertikaler als auch horizontaler Ausrichtung, sodass man das Modell wählen kann, das am besten ins eigene Setup passt.









































Das hört sich nach einem guten Konzept an
Auf der einen Seite tolle Idee und anscheinend auch gute Umsetzung aber 379€ finde ich heftig für einen einfachen Filter oder 3 Band Isolator.
Für das Geld könnte man sich auch direkt einen zweiten Mixer kaufen. Bleibt also nur der Formfaktor.
@ollo Ja, der Preis erscheint mir auch etwas hoch.
Bei dem Preis würde ich mir zumindest eine LFO Modulation wünschen…
@chris.aitch Wow – der Preis ist schon eine Ansage (oder auch eine Absage an fast alle diejenigen, die sich für diese Zusatzmodule interessieren könnten …) !
Mal sehen, welche weiteren Helferchen dieser Art sie noch auf den Markt bringen – aber: dieser Preis, huch !!!
Ich habe hier einen USB-spannungsbetriebenen Stereo-3-Band EQ in einem sehr ähnlichen kleinen Gehäuse (11,5 x 4 x 3,2 cm), der eigentlich einen Kopfhörerverstärker darstellt, aber auch als Line-(Vor-)Verstärkerchen nutzbar ist; neben den 3 Klangreglern hat er einen Balance- und einen Lautstärkeregler sowie einen Schalter, um den EQ zu bypassen und auch einen ‚Loudness‘-Schalter (wie ältere Stereoverstärker, zum Absenken der Mitten bei niedriger Lautstärke).
Ich nutze das Teil als Kopfhörerverstärker, auch als Klangregelung zwischen Quelle und Verstärker oder auch für Mixereingänge, die keine Klangregelung haben.
Der war von einer Firma ‚InLine‘ und beide meiner Jungs haben einen solchen bekommen, meiner ist zu 97 % identisch, aber von ‚Speaka‘ (AMP S21A) und kostete einst etwa 80-100 €.
Sie sind jeden Cent davon wert, weil sie soooo flexibel nutzbar sind!
Und (bei vielen Regel-, Schalt- und Anschlussmöglichkeiten) ssooo klein . . .
@ollo Dafür das die Teile aus Deutschland kommen (Manufakturbetrieb) , sehe ich den Preis eher im Aldisegment, im positiven Sinne. Schau mal was die Dinger bei anderen Herstellern kosten. Bozak/E&S/Resør/UnionAudio/AlphaRecordingSystems und so weiter.
19“ würde ich mir für meinen 1620 wünschen.
@Livi Ist mir egal woher das kommt, wenn ich mir bei anderen Herstellern für das Geld einfach einen zweiten Mixer ordern kann oder schon bessere Eurorack-Module bekomme.
Und als 19zoll Gerät gibt es von Vermona das Action Filter für den gleichen Preis und das kommt auch aus Deutschland.
Hi, danke für die Information zu den Teilen. Tolle Idee aber 30 Jahre zu spät. Das hat doch jetzt jeder bessere Mixer oder Konsolen sowieso schon eingebaut oder täusche ich mich da.