Test: MFB-503, Drumcomputer

Der Sequenzer

Die Pattern des 503 werden nach dem Lauflichtprinzip programmiert. Für jedes Instrument gibt es zwei Spuren, eine mit und eine ohne Accent. Die Accent-Stärke kann leider nicht verändert werden, dafür steht der Accent aber pro Spur separat zur Verfügung. Die Pattern haben einen A- und einen B-Teil, zweitaktige Beats sind also kein Problem.

Die sechzehn Steptaster haben einen klaren Druckpunkt und die darüber liegenden LEDs zeigen die gesetzten Steps an. Die Abstände zwischen den Tasten sind zwar deutlich geringer als bei anderen Maschinen, aber ich kam während des Tests gut damit klar. Zu Fehlbedienungen kam es nicht, allerdings habe ich auch keine Valuev-Hände.

Die Sounds werden zusammen mit den Pattern abgespeichert. Mit der Tastenkombination Record + BD / SD / HH usw. gelangt man in den Programmiermodus. Drückt man Record + eine andere Instrumententaste wechselt man nicht nur die Spur, sondern speichert auch gleichzeitig das bis dahin ausgewählte Instrument.

Die Patternnummer ist dabei gleichzeitig die Instrument-Speichernummer. Gespeicherte Instrumente lassen sich auch einzeln in einem neuen Pattern aufrufen oder als Kit abspeichern und dann in einem neuen Pattern nutzen. Hier muss man aber aufpassen, dass die Instrumente auch alle in dem neuen Pattern gespeichert werden, sonst bleibt es nach einem Patternwechsel bei den vorherigen Einstellungen. Das ist etwas umständlich und hätte besser gelöst werden können, etwa mit einer Pattern Copy-Funktion.

Die Pattern des 503 arbeiten mit einer 16tel Auflösung, können aber auch mit einem Shuffle versehen werden. Neben der Grundeinstellung 1 (straight) gibt es 15 Shuffle-Muster mit unterschiedlicher Intensität. Diese Muster sind vermutlich am Reizbrett entstanden, denn nur wenige sind musikalisch sinnvoll einsetzbar, viele wirken sehr extrem. In der Praxis wird man wohl nur die ersten drei Muster verwenden. Ich sehe hier eine (ungewollte) Parallele zur TR909, wo normalerweise auch nur die Shuffle-Stufen 2 und 3 eingesetzt werden.

Die Tastenabstände sind zwar eng, aber es geht

Die Tastenabstände sind zwar eng, aber es geht

MIDI

Der 503 ist MIDI-seitig ganz auf Empfang eingestellt. Aufgrund des fehlenden Ausgangs kann man mit ihm keine anderen Module ansteuern. Über MIDI-Clock sowie Start- und Stop-Befehle lässt sich der 503 synchronisieren. Der Probebetrieb mit einer Groovebox bzw. einem Softwaresequenzer als Master lief reibungslos. Außerdem kann der 503 auch als Drummodul verwendet werden, indem die Instrumente per MIDI-Noten angesteuert werden. Als Besonderheit steht das Drumset zwei Mal zur Verfügung. Einmal mit den zwei internen Dynamikstufen und einmal mit der kompletten Velocityrange. Die Klangparameter lassen sich über festgelegte MIDI-Controller verändern.

Fazit

Es gibt zwar einige Punkte, die man bemängeln kann, aber sobald die kleine Kiste losrappelt, ist das nur noch nebensächlich, da macht der 503 einfach nur Spaß. Den Rest macht der 503 mit seinem überaus günstigen Preis wett. Deswegen ist mir der 503 trotzdem ein „sehr gut“ wert und für Drummaschinen-Fans sogar eine Empfehlung. Mich persönlich stört nur das Fehlen von Pattern-Copy und die nicht veränderbare Panoramazuordnung der Drums wirklich. Die Panorama-Sache entschärft sich, wenn man entweder Toms oder Hihat/Cymbal nicht nutzt, dann kann man mit den Einzelausgängen für Kick und Snare die verbliebenen Sounds separat zum Mixer schicken. Aufgrund des kleinen Drumsets wird man aber eher alles was der 503 zu bieten hat in die Waagschale werfen. Die begrenzte Instrumentenauswahl des 503 lässt sich allerdings leicht kompensieren, indem man einen 502 beistellt, was weder platztechnisch noch finanziell eine allzu große Hürde darstellt.

Wer Bedarf an einer kleinen Drummaschine, egal ob für sein Live- oder Studio-Setup, hat oder wem diese Teile, so wie mir, einfach nur Spaß machen, sollte sich den 503 mal genauer anschauen. Etwas Vergleichbares lässt sich kaum finden, schon gar nicht in dieser Preisklasse.

Plus

+ sehr guter Sound

+ kompakte Bauweise (gut für Live-Setups)

+ Einzelausgänge für Kick und Snare

+ Preis

+ Sounds speicherbar und per MIDI-CC steuerbar

Minus

– kein Pattern-Copy

– Instrumente fest im Panorama zugeordnet

Preis
UVP: 280,- € / Strasse: ca. 279,- €

 

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