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Test: MFB Nanozwerg Pro, Voice-Modul für Eurorack


MFB-Zwerg fürs Eurorack

MFB („Manfred Fricke Berlin“) gehört seit Jahrzehnten zu den kleinen und feinen Synthesizer-Werkstätten, die uns immer wieder mit interessanten Produkten beglücken. Der neueste Spross hört auf den Namen MFB Nanozwerg Pro und ist eine Weiterentwicklung des MFB Nanozwergs, der trotz seiner sehr geringen Größe sehr amtlich zu klingen vermag und sich einer großen Beliebtheit erfreut. Den Testbericht meines Kollegen P. Lange kann ich nur empfehlen.

Aufbau

In erster Linie ist der MFB Nanozwerg Pro ein Nanozwerg ohne eigenes Gehäuse fürs Eurorack mit 24 Teileinheiten. Außerdem wurde der Aufbau an einigen wenigen Punkten geändert. Am Auffallendsten ist, dass eine zweite Hüllkurve hinzugekommen ist. Im Fachjargon handelt es sich hierbei um ein sogenanntes Voice-Modul, da es alle notwendigen Komponenten einer Synthesizer-Stimme enthält.

Steckbrief MFB Nanozwerg Pro
  • monophoner Analogsynthesizer mit einem VCO (Voice Modul fürs Eurorack)
  • Schwingungsformen: Dreieck, Sägezahn, Rechteck, Puls (keine manuelle Änderung der Pulsbreite möglich)
  • Suboszillator mit drei Oktavlagen und Rauschen
  • Multimode-VCF mit 12 dB Flankensteilheit: Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch
  • LFO-Schwingungsformen: Sägezahn steigend und fallend, Dreieck, Rechteck, Puls, Zufall. Stufenlose Überblendung zwischen den Schwingungsformen
  • Hüllkurven: 2 ADS mit zuschaltbarer Release
  • 8 Eingänge, 6 Ausgänge
  • MIDI über Miniklinke (das passende Adapterkabel wird mitgeliefert)
  • M-Bus-Anbindung

Manfred Fricke in seinem Atelier in Berlin Zehlendorf

Klangerzeugung

Ein gut klingender VCO liefert das klangliche Grundmaterial für den MFB Nanozwerg Pro mit vier Schwingungsformen: Dreieck, Sägezahn, Rechteck und Puls. Die Pulsbreite lässt sich zwar modulieren, indes nicht manuell einstellen. Zusätzlich steht ein Suboszillator zur Verfügung, der eine oder zwei Oktaven oder eine Duodecime (Oktave plus Quinte) unterhalb des VCOs schwingt. Steht der Suboszillator auf der Stellung Noise, wird ein Rauschgenerator aktiviert. Über das Mixer-Poti blendet man von Stille (sinnvoll bei der Filterung externer Klangquellen) über den VCO zum Suboszillator und schließlich wieder zu Stille. Über den Sync-Eingang lässt sich der VCO zu einer externen Quelle synchronisieren (Hard-Sync), eine lineare FM ist hingegen nicht vorgesehen. Die Tonhöhe wird über einen vierstufigen Fußlagenschalter (32’ bis 4’) sowie einem Tune-Poti mit einem Wirkungsbereich von plus/minus 6 Halbtönen festgelegt.

Das Multimode-Filter des MFB Nanozwerg Pro bietet vier Betriebsarten und ist insgesamt klanglich sehr ergiebig. Die Resonanz reicht bis zur Selbstoszillation und lässt sich tonal sauber über mehrere Oktaven spielen, sofern man das Filtertracking mit der kleinen Potiachse sauber einzustellen vermag. Positiv fällt auf, dass das Ausgangssignal bei höheren Resonanzwerten nicht wesentlich an Lautstärke verliert. Zwei Potis regeln die Modulation der Filter Cutoff, wobei die Hüllkurve auch negativ wirken kann.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Atarkid AHU

    Der Manfred ist ein Guter und hat’s einfach drauf! Übrigens feine, direkte Klangbeispiele und wie immer schön zu lesen, Dein Test. Ich liebe dieses ganze „Fricke-Zeug“. Ob’s die Drummachines sind oder die Synths. Da kommt immer viel mehr raus, als man zunächst vermuten würde. Der Dominion 1 für mich persönlich immer noch einer der besten Synthesizer, den MFB Synth hab ich leider nicht mehr *seufz*…

  2. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Ich habe ja noch den Ur-Nanozwerg, dessen VCO und VCLFO werden vom Modular-System genutzt (viel mehr geben seine Patch-Buchsen nicht her) oder als Sequencer-Voice. Obwohl er nur 5 CV/Gate-Inputs und den LFO-Output besitzt, hat er mit VCA-In eine, die der Pro nicht hat (wegen 2. EG?). Beim LFO lassen sich nur die ersten drei Waveforms überblenden, das kann meiner nicht, aber bei beiden ist seine Rate CV-steuerbar, was die fehlende Sync-Möglichkeit relativiert. Der VCF-Audio-In des Pro schaltet bei eingesteckten Kabel den internen VCO stumm; nur über einen externen Mixer lassen sich VCO und externe Quelle gleichzeitig verwenden, das ist beim alten eleganter gelöst. Alles in allem sehe ich keinen Grund, auf den Pro umzusteigen, außerdem habe ich ja noch einen Microzwerg Mk ll, der auch Sync kann. Als Nukleus eines Modular-Systems wäre der Pro jedoch die günstigste Variante.

  3. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Sehr schöne Klangbeispiele. :) Wie sieht es denn mit snappy Hüllkurven aus? Ein Moog Ersatz kann er nicht sein aber vielleicht gibt es ein paar schöne SH Basslines? Der Dominion soll das ja halbwegs können.

  4. Profilbild

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MFB Nanozwerg Pro

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
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