Test: MFB Tanzbär Lite, Analog Drumcomputer

Sequencer

Der Sequencer ist eigentlich identisch mit dem der Tanzmaus, deswegen fasse ich mich hier etwas kürzer.
Es gibt 11 Instrumentenspuren und fünf LFO-Spuren. Die LFOs sind fest den Tune-Parameter von Kick, Tom/Conga, Cowbell und Clave sowie dem Filter der Claps zugewiesen. Der große Fortschritt gegenüber der MFB-522 ist die Möglichkeit, alle Parameter schrittweise mit Locks programmieren zu können. Das betrifft nicht nur die Instrumente, sondern auch die Beat-synchronen LFOs. Für diese lassen sich die rhythmische Auflösung, Modulationstiefe und Schwingungsform einstellen und somit auch pro Step ändern. Allerdings gibt es nur halb so viele Auflösungen wie bei der Tanzmaus und lediglich vier Modulationstiefen, wodurch die LFOs hier etwas weniger flexibel sind.

MFB Tanzbär Lite function
Mit dem Locks für die Instrumentenparameter lässt sich natürlich sehr viel anstellen. Die Grooves werden aufgelockert, die Sounds erhalten zusätzlich zu dem vierstufigen Accent weitere Dynamik. Doch fallen die Groove-Variationen hiermit nicht so extrem wie bei der Tanzmaus aus, da die Parameterbereich beim Tanzbär Lite enger gefasst und die Instrumente einfacher gestrickt sind.
Anstelle der schrittweisen Programmierung gibt es die Möglichkeit, Reglerbewegungen in Echtzeit aufzuzeichnen. Und man kann die Sounds auch über die Step-Tasten oder ein MIDI-Keyboard manuell einspielen.
Eine etwas merkwürdige Besonderheit ist, dass Start/Stop über eine Shift-Funktion bedient werden muss, weil trotz der größeren Oberfläche kein Platz mehr für mehr Taster vorhanden war. Man entschied sich für diese Lösung, weil der Tanzbär Lite vermutlich in den wenigsten Fällen als Sync-Master oder standalone betrieben wird, sondern wohl eher innerhalb eines Setups von einem zentralen Gerät synchronisiert wird, womit sich diese Funktion am Gerät erledigt. Für die Entwicklung von Beats finde ich es trotzdem etwas Workflow hemmend.

Ansonsten gibt es zum Funktionsumfang noch zu sagen, dass es 64 zweitaktige Pattern gibt, die in Chains verbunden werden können, Shuffle, Last Step, Scale, Flam und Accent sind ebenso vorhanden wie Save, Copy und Clear.

Klangbeispiele
Forum
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    dilux  AHU

    für mich klingt die drumatix bissiger, griffiger und auch druckvoller; dass sie weniger features hat fällt da nicht so ins gewicht…allgemein betrachtet lebt man als beatbox-fan heutzutage wirklich im schlarafenland, vor 20 jahren gab es alesis, boss und zoom und die waren digital und öde…

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    Ralle373  

    Danke für den Bericht. Leider ist wohl das Bedienkonzept nicht bis zum Ende durchdacht. Und mir fehlt ein Songmodus! Iin Zeiten von preiswerten Speicher sollte es doch möglich sein oder…? Nur ein Performance Modus reicht mir nicht.

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      WackyJacky  

      Werden die Patternwechsel vlt per MIDI ausgegeben und empfangen? Das wäre cool, könnte man doch den song in der DAW bauen

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        Ralle373  

        Klar kann man in der DAW seinen Song zusammen bauen, aber dann brauche ich auch keinen Sequencer. Ich bin blind und suche immer noch nach dem passenden Bedienkonzept bei einer Drummaschine. Habe auch bei MFB direkt angefragt. Songmodus gibt es nicht! OK haben andere auch nicht , aber was ist daran so schwer zu programmieren??? Einfach Song 1 besteht aus 2 x Pattern 1, dann 10 x Pattern 2, dann 1 x Pattern 3, dann wieder 10 x Pattern 2… Naja eher kann ich wieder sehen, als das wirklich mal ein vernünftiges Bedienkonzept an einem Drummy gibt! Gruß

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    division  

    Leute habt ihr die Clap beim „Hip Hop“ Beat nicht gehört!? „Gut gemacht“ würde Hancock sagen!

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    lightman  AHU

    Die kleine Tanzmaus gefällt mir klanglich besser, da sie eine größere Bandbreite abdeckt und etwas härter tönt als der recht 808-ige Tanzbär Lite.

    Überhaupt wär mir eine etwas moderner klingende Drummachine lieber, sowas wie ein Teenage Engineering PO-12 in Groß mit dreckigem, hartem Sound. Electro blibbity-blob ist toll, ich erzeuge bzw. nutze solche Klänge auch zeitweilig, aber in dieser Richtung gibts halt schon reichlich Alternativen für nahezu jeden Geldbeutel. Bin gespannt, wie die neuen Trommelkisten angenommen werden.

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