Test: MFB Tanzmaus, Drumcomputer

Das Trommeln

Na grooven wir gleich mal los … ähm … wie denn, wo denn? Die Play-Funktion ist nur über Shift zu erreichen, das hat mich erstmal etwas verwirrt. Vermutlich ist die MFB Tanzmaus der einzige Drumcomputer, der Start/Stop mit einer Tastenkombination macht. Die Erklärung dafür ist recht banal. Trotz der erweiterten Oberfläche war irgendwann Schluss und einige Funktionen sind nur über Zweitbelegung zu erreichen. Aber ausgerechnet Play? Bei MFB geht man davon aus, dass die Tanzmaus nicht der Sync-Master oder standalone betrieben wird, sondern immer Teil eines Setups sein wird und Start/Stop über ein anderes Hauptgerät getätigt wird. Ok, kann man mit leben, aber ein bisschen komisch ist es trotzdem.

MFB Tanzmaus Tasten

Kleine Step-Tasten, aber gut zu bedienen.

Der Sequencer verfügt über 64 Pattern und hat neun Instrumenten- und fünf LFO-Spuren. Moment mal, NEUN Instrumente? Das ist kein Widerspruch. Für die beiden Sample-Instrumente gibt es jeweils eine Haupt- und eine ALT-Spur. Auf der ALT-Spur kann ein anderes Sample oder auch das gleiche wie in der Hauptspur, aber mit abweichenden Tune/Decay/Attack-Werten, programmiert werden. Das ist, wie erwähnt, z. B. für open/closed Hihat sinnvoll, kann aber auch für vier unterschiedliche Samplespuren in einem Pattern genutzt werden. Haupt- und ALT-Spur schließen sich jedoch gegenseitig aus (Hihat-Abhängigkeit), beide können nicht auf denselben Step gesetzt werden.

Der große Unterschied zum MFB-503-Sequencer ist jedoch, dass es vollständige Parameter-Locks gibt. Auf jeden Step kann jedes Instrument mit variierenden Einstellungen programmiert werden. Das gilt auch für die Werte des Data-Reglers und die Transientenauswahl. Ebenso kann auch die Sample-Auswahl pro Step anders programmiert werden. Damit ließe man zwar auch das open/closed Hihat-Problem lösen, doch in diesem Fall ist ALT einfach praktischer.
Die Alternative zur schrittweisen Programmierung der Parameter ist die Möglichkeit, Reglerbewegungen in Realtime-Record-Modus in Echtzeit aufzeichnen zu können. Ebenso lassen die Sounds über die Step-Tasten oder MIDI-Keyboard live einspielen.
Über die Step-Tasten können die Sounds und LFO-Spuren übrigens auch gemutet werden.

Die fünf LFO-Spuren sind jeweils fest der Tonhöhenmodulation von Kick, Tom, Sample 1 und 2 sowie dem Claps-Filter zugewiesen. Die LFOs können pro Step gesetzt werden. Ist auf nur einem Step der LFO aktiviert, moduliert dieser den ganzen Takt weiter, so wie es in Tempo, Schwingungsform und Modulationstiefe eingestellt ist. Auch hier kommt die schrittweise Programmierung zum Zuge. Man kann an einem folgenden Step einen oder alle LFO-Parameter wechseln lassen. Soll das LFO nur einen Teil des Patterns arbeiten, setzt man einfach einen Schluss-Step mit Modulationstiefe Null. Geschwindigkeit und Schwingungsform werden über die Step-Tasten, die Tiefe mit dem Data-Regler ausgewählt. Es gibt 12 rhythmische Auflösungen, die stets an das Tempo gekoppelt sind. Sinus und Cosinus sowie fallender und steigender Sägezahn stehen zur Auswahl. Praktische Ergänzungen wären noch freilaufende LFOs und ein One-Shot-Modus. Man denkt bei MFB darüber nach, ob sich das noch integrieren lässt.

Wir müssen hier nicht alle Funktionen detailliert durchgehen, es reicht darauf hinzuweisen. Der bewährte Shuffle ist ebenso an Bord wie Last Step und Scale. Ein Pattern hat A- und B-Teil, was manuell oder automatisch umwechseln kann. Flam und Accent (mit vier Werten) lässt sich pro Step programmieren. Anstelle eines Song Modus gibt es  zielgruppenorientiertes Pattern-Chaining. Save, Clear und Copy sind klar und der Speicherinhalt kann per MIDI-Dump gesichert werden.

Klangbeispiele
Forum
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    Basicnoise  

    Tolle Maschine, sehr gute Klangbeispiele und schöner Test, vielen Dank. Die Kiste kann ja richtig was. Und endlich Parameterlocks <3 Das ist schon fast ein "must buy", ähnlich wie der neue Korg Synth. Und wieder ein teures Jahr ;)

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    Soundreverend  AHU

    Danke für den Review, sehr interessante kleine Kiste, allerdings überzeugen mich die Claps nicht so sehr. Geschmacksache. Und auch wenn die Maus analog ist finde ich den Preis etwas zu hoch.

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    solitud  

    Ich finde es schon mal sehr gut, das MFB von der Billigstqualität Abstand nimmt.
    Der Namen ist auch ganz witzig, aber ich kann jetzt schon den #Aufschrei hören.

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    Joghurt  AHU

    Witzig. Heute morgen habe ich auf der Homepage von mfb nachgeschaut wann die Maus denn nun kommt. Und nun schon der Test. Tausend Dank. Da kann sich der Bär schon mal auf die Maus zu gemeinsamen Spielen freuen.

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    dflt  

    danke für den test! die kleine klingt wirklich sehr gut. hatte lange drauf gewartet, aber nun ist wohl erstmal der korg minilogue auf der einkaufsliste nach oben gerutscht… ;)

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    phoges  

    Danke für den Test.
    Klare Verbesserung und super Upgrade für alle, die auch schon auf den 503 Sound standen.
    Ich persönlich bin allerdings sehr auf den Tanzbär Lite gespannt.
    Als alter Oldschool Elektro Heini ist das eher meine Baustelle, denke ich.
    Wann können wir denn mit einem Test dazu rechnen ?

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    D-Drummer  

    Ist doch ein super Teil und der Preis absolut angemessen, meiner Meinung nach sogar günstig bei der Ausstattung.

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    AMAZONA Archiv

    Klasse Teil! Auch finde ich gut, dass mfb seine Produkte deutsch schreibt, also nicht dance mouse wäre stink langweilig. Ein Trend den man auch bei anderen Firmen beobachtet, gibt’s da Streichfett und Reaktor etc.
    Und beispielsweise auch aus anderen Ländern vorgemacht, hayabusa japanischen superflitzer gsx 1300 200 PS Motorrad zu deutsch Wanderfalke schnellstes Vögelchen der Welt, wie niedlich mag einer denken, aber das Viech fliegt wirklich mehr als 300km/h und wuschhhh

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    patchpoint  

    Na endlich ein stabiles Metallgehäuse und ein insgesamt wertigerer look. Da fällt einem die Kaufentscheidung nicht schwer. Der Sound Passt und bietet endlich wieder etwas härtere Drumsounds. Es rappelt in der Kiste…

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    Nachtkind  

    Die Sounds wirken auf jeden solide.Und da hämmert es schon gut in der Kiste.Aber 7 Instrumente für das Geld .Vielleicht bin ich ja einfach zu geizig.

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      Maximilian  

      In der Preisregion bis 500 € gibt es eigentlich keine guten analogen Drum Machines. Auch jetzt, drei Jahre nach deinem Kommentar :—)
      Tanzmaus und Tanzbär sind die echte Ausnahme, aber bei denen bekommt man halt nur wenige sounds. Qualität statt Quantität.

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        ISE500  

        Finde das einzige Problem, dass ich als Tanzmaus-Owner feststellen kann, ist die Bedienung.
        Deswegen schon lange nicht mehr benutzt.

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    Voyager  

    Erster Eindruck: Me Gusta!
    Vor allem die Kickdrum klingt genau so, wie ich sie gerne hätte.
    Ich höre in den Klangbeispielen zwar eine 909 Closed Hat, aber wo bleibt denn bitte die „offene“ variante? Hoffentlich wurde dieser für die Dancemusik äußerst wichtige Drumsound nicht unterschlagen…

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      René Preuß

      Also ich finde die kickdrum macht überhaupt kein Druck da tut sich nix im subwoofer auch über Kopfhörer klingt die dünne . Wenn ich das mit der Mbase oder maschindrum oder Reaktor ( candybox ) vergleiche . Aber das war bei den mfb schon immer so. Ich brauch Drums die richtig drücken

  12. Profilbild
    Stobbert

    Ein Schritt in die richtige Richtung von MFB. Danke für den Test.

    Macht ihr auch noch einen für denTanzbär Lite?

  13. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Endlich mal eine analoge Drum-Maschine bei der die Snare nicht zum fürchten klingt!!
    .
    Allein dafür, definitves Best Buy!
    .
    PS: die erste Audiodemo beim Tanzbäre Lite (MFB Tanzbär Lite – Electro 1) enhält auch gleich die, für mich schlimmsten drei Instrumente elektronischer Klangerzeugung, überhaupt: HiTom, Claves und Cowbell glaube ich, hab das seit meinem Test zum großen Tanzbär verdrängt.
    Deswegen fiele auch meine erste Wahl klar auf die Tanzmaus.

  14. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Vorab sei gesagt, dass mir grundsätzlich die MFB-Geräte seit langem gefallen haben. Angefangen beim Synth Lite II über Step64, Nano- & Microzwerg bis zu diversen Eurorack-Modulen habe ich angesichts der günstigen Preise gerne über manche Insuffizienzen bei der Bedienung hinweg gesehen. Bei der neuen Produktlinie erwarte ich jedoch auch ein entsprechendes Handling, wie bei Arturias DrumBrute. In dieser Klasse dürfte es keine Shift-Kombination für Basics wie Start/Stop geben, auch wenn die Tanzmaus Features bietet, die andere nicht haben. Vor die Wahl gestellt würde ich für den DrumBrute stimmen…

  15. Profilbild
    TZTH  

    Soundmässig gefällt mir die Maus deutlich besser als der Drumbrute – was ich so bisher gehört habe. Hast auch sehr gute Soundbeispiele, v.a. das letzte, sehr musikalisch!

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