Test: MFB Urzwerg, Stepsequencer

Per Chain-Schalter werden zwei Reihen zu einer längeren verbunden. Dabei liegen die Gate/CV-Signale der jeweils unteren Sequenz leider nur an, wenn diese auch tatsächlich spielt, also immer in der zweiten Hälfte eines Durchlaufs. Unschön ist auch, dass eine Sequenz im Pendelbetrieb immer von hinten anfängt. Hat man sich eine hübsche CV-Folge in Vorwärtsrichtung zurechtgeschraubt und will diese nun vor- und zurück pendeln lassen, muss man die Folge rückwärts neu programmieren. Außerdem fehlt die Möglichkeit, eine Sequenz wie eine Hüllkurve nur einmal durchlaufen zu lassen und nicht zu wiederholen.

Jeweils zwei Reihen teilen sich Regler für Glide, CV-Range und Gate Time. Laufrichtung und Länge werden individuell eingestellt.

Jeweils zwei Reihen teilen sich Regler für Glide, CV-Range und Gate Time. Laufrichtung und Länge werden individuell eingestellt.

Die Gate-Time-Regler bestimmen, wie lang das ausgegebene Gate-Signal gehalten werden soll. Auch wenn die Skalierung und die fehlende Rasterung anderes vermuten lässt, ist dieser Wert nicht kontinuierlich, sondern nur in fünf diskreten Schritten zwischen 15% und 85% wählbar. Das reicht zwar meistens, aber es sind auch Situationen denkbar, in denen man gerne einen größeren Bereich und eine feinere Abstufung hätte. Das interne Tempo reicht von leidlich langsam bis furchtbar schnell, was auch allerlei geräuschhafte Effekte ermöglicht. Um Sequenzen richtig zum Tanzen zu bringen, stehen zwei verschiedene Shuffle-Intensitäten zur Verfügung, die einem triolischen und einem Sechzehntel-Shuffle entsprechen.

Beim Programmieren von Sequenzen wünscht man sich gelegentlich einzelne Trigger-Taster pro Step. Diesen Wunsch erfüllt ein angeschlossenes MIDI-Keyboard, das jeden Step jeder Reihe oder auch mehrere Reihen zugleich mit einer eigenen MIDI-Note ansprechen kann. Natürlich ist auch die Transponierung per MIDI vorgesehen. Das alles lässt sich nun seinerseits mit MIDI-Sequenzen automatisieren und dient damit nicht nur dem bequemeren Programmieren, sondern auch dem Erzeugen noch komplexerer Muster und der weiter reichenden Kontrolle über die analogen Sequenzen. Der Urzwerg lässt sich auch zu DAWs, Grooveboxen etc. synchronisieren und läuft als Slave klaglos mit diesen mit. Als Master unterwirft er andere Maschinen mit MIDI- oder Clock-Eingang seinem eigenen Willen, was im Test auch prima funktionierte.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    sehr guter Ansatz, aber leider mit ein paar gravierenden Mankos. Als der Urzwerg angekündigt wurde dachte ich, dass ist es jetzt. Endlich ein kleiner, kompromißloser Stepper, der meinen Step64 ersetzen kann. Leider sind die fehlenden LED`s pro Step, die nicht vorhandene Random-Betriebsart ein No Go für mich. Die zusätzliche, am Besten parallele, Ausgabe über Midi wäre auch sehr sinnvoll gewesen. Schade!

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      AMAZONA Archiv

      Kleiner Tipp stellt man den Urzwerg vor oder Hinter ein Gerät mit Lauflicht hat man seine LEDs pro Step

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    Chromengel  

    Ich hatte ja auf eine erweiterte Version des Step64 gehofft, also einen „aufgebohrten“, bei dem die Funktionen auf der Oberfläche liegen.
    Vielleicht nimmt sich der Sache ja mal irgendwann jemand an.
    Ansonsten, bis auf die schon von m.ettlich erwähnten Mängel, ein schönes Konzept, leider ohne Midi-Notenausgabe – Schade, kann ich so nicht gebrauchen…

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