Kompakt und leistungsstark?
Das Midas DM12 Mischpult beweist, dass analoge Mischpulte auch heute noch ihre Berechtigung haben, denn mit seiner kompakten Bauweise, einem 3-Band-Equalizer und seinem übersichtlichen Layout richtet es sich an Musiker und kleine Bands, die Wert auf direkten Zugriff legen. Im Folgenden zeige ich, wie das Midas DM12 aufgebaut ist, welche Funktionen es bietet und wie es sich in einem Praxisszenario schlägt.
- Kompaktes Design: Übersichtlicher Aufbau mit klarer Struktur und direktem Zugriff auf alle Funktionen.
- Sound & EQ: 3-Band-Equalizer mit durchstimmbaren Mitten, solide Klangbearbeitung für Stimmen und Instrumente.
- Flexibilität: Zwei Aux-Wege ermöglichen unabhängige Monitorwege, jedoch ohne zentrale Lautstärkeregelung.
- Anschlüsse: Vielfältige Anschlussmöglichkeiten inklusive symmetrischer XLR-Ausgänge, Monitor- und Cinch-Anschlüsse.
- Fazit: Einfaches Handling, gute Ausstattung für kleine Bands, aber keine internen Effekte und kleine Einschränkungen bei den Aux-Wegen.
Inhaltsverzeichnis
Midas DM12 Analogmischpult im Detail
Das Midas DM12 zeigt schon auf den ersten Blick, dass es mit einer klaren Struktur und einem durchdachten Aufbau überzeugen möchte. Die einzelnen Kanalzüge sind recht übersichtlich gestaltet und bieten weitestgehend alle wichtigen Funktionen, die man in dieser Gerätegröße erwartet. Aber natürlich lohnt es sich, einen genaueren Blick auf das Mischpult, den Aufbau eines Kanalzugs und die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten des Midas DM12 zu werfen.
Kanalzug
Gain
Die acht Monokanäle des Midas DM12 sind an oberster Stelle mit einem Gain-Regler ausgestattet, der eine präzise Anpassung des Eingangspegels über Midas-Preamps ermöglicht. Laut Beschriftung bieten die Regler einen Umfang von etwa 50 dB, was ich durch eine Messung bestätigen kann. Damit lässt sich das Eingangssignal in einem großen Umfang optimal an den Arbeitsbereich des Mischpults anpassen, unabhängig davon, ob beispielsweise ein Kondensatormikrofon oder ein Line-Signal vorliegt.
Equalizer
Der Equalizer des Midas DM12 bietet für seine Klasse keine außergewöhnlichen Merkmale: Jeder Monokanal verfügt über eine 3-Band-Klangregelung mit durchstimmbaren Mitten. Die tiefen Frequenzen sind auf 80 Hz festgelegt, die hohen auf 12 kHz. Bei der Messung des Equalizers zeigt sich die Shelving-Charakteristik des Bass- und Höhenfilters, das heißt, dass die tiefen Frequenzen sehr breitbandig unterhalb von 1 kHz angehoben werden, während der Equalizer bei den hohen Frequenzen bereits ab etwa 3 kHz aufwärts arbeitet. Das Mittenband mit Bell-Charakteristik ist stufenlos zwischen 150 Hz und 3,5 kHz einstellbar. Lediglich die Stereoeingänge 9/10 und 11/12 verfügen nur über die fest eingestellten Bänder für Bässe und Höhen und kommen leider ohne Mittenband aus.
Aux-Wege
Mit zwei Aux-Wegen bietet das Midas DM12 eine gewisse Flexibilität für den Live- und Studioeinsatz, denn beide Wege lassen sich per Knopfdruck wahlweise vor oder nach dem Fader abgreifen. In der Praxis ist das sehr nützlich, um beispielsweise den Musikern auf der Bühne einen vom FoH-Mix unabhängigen Monitorsound zu geben (Aux Pre-Fader) oder externe Hall- und Delay-Geräte einzubinden (Aux Post-Fader). Die Regelung der Aux-Sends erfolgt klassischerweise direkt im Kanalzug, was das Arbeiten übersichtlich macht. Leider fehlt dem Midas DM12 eine Regelung für die Gesamtlautstärke der Aux-Ausgänge, wodurch man den gesamten Monitorsound beim Liveeinsatz nicht einfach lauter (oder leiser) drehen kann.
Pan, Mute und Fader
Jeder Kanal des Midas DM12 Mischpult ist mit einem Pan-Regler, einem Mute-Schalter sowie dem Kanal-Fader ausgestattet. Eine Peak-LED weist auf Übersteuerungen hin, die Pre-Fade-Listening-Funktion leitet einzelne Kanäle direkt auf den Kopfhörerausgang. Praktisch, um zum Beispiel Fehlerquellen zu identifizieren oder das Signal auszusteuern.
- PFL: „Pre-Fader Listening“ –Vorhören eines Kanals über Kopfhörer, ohne dass das Signal auf den Hauptausgang geht.
- Aux-Weg: Separater Ausgang am Mischpult, um z. B. Monitore oder Effekte unabhängig vom Hauptmix zu speisen.
- Pre-Fader Aux-Weg: Aux-Signal wird vor dem Kanal-Fader abgenommen, Lautstärkeänderungen am Fader beeinflussen den Aux-Ausgang nicht.
- Post-Fader Aux-Weg: Aux-Signal wird nach dem Kanal-Fader abgenommen, Änderungen am Fader wirken sich auf den Aux-Ausgang aus.
- Mute: Schaltet den Kanal stumm, sodass kein Signal mehr zum Ausgang gelangt.
- Pan: Regelt die Verteilung des Signals im Stereobild zwischen links und rechts.
- Shelving EQ: Klangregelung, die alle Frequenzen oberhalb (Höhen) oder unterhalb (Bässe) eines bestimmten Punktes anhebt oder absenkt.
- Bell EQ: Glockenförmige Klangregelung, die einen bestimmten Frequenzbereich gezielt anhebt oder absenkt.
Anschlüsse und Besonderheiten
Main Out
Die symmetrischen XLR-Main-Ausgänge auf der rechten Oberseite des Mischpults senden das Summensignal des Midas DM12 an Endstufen, aktive Lautsprecher oder Aufnahmegeräte. Durch die symmetrische Signalführung sollte der Klang auch bei längeren Kabelwegen störungsfrei bleiben und dank der Pegelanzeige des Masters bleibt die ausgegebene Gesamtlautstärke immer im Blick.
Monitor Out und Kopfhörerausgang
Zusätzlich zu den Main-Ausgängen stehen separate Monitor-Ausgänge zur Verfügung, die als Mono-Klinkenbuchsen ausgeführt sind. Sie lassen sich unabhängig vom Main-Signal nutzen und bieten so die Möglichkeit, eine zweite Abhörkette oder Bühnenmonitore anzusteuern. Über ein Poti im Bereich „Local Monitor“ lässt sich neben der Gesamtlautstärke des Kopfhörerausgangs die Lautstärke der Monitor-Ausgänge (Monitor Out) regeln. In der Praxis ist das besonders hilfreich, wenn beispielsweise unterschiedliche Abhörsituationen verglichen werden sollen.
Cinch-Anschlüsse für Playback und Recording
Über die Cinch-Anschlüsse lassen sich recht unkompliziert externe Zuspieler, wie beispielsweise Laptops oder Handys, anschließen. Sie dienen als 2-Track-Eingang und -Ausgang, was bedeutet, dass über diese Sektion sowohl eine Wiedergabe als auch Aufnahmen möglich sind. Die Eingangslautstärke muss allerdings am externen Zuspieler geregelt werden, denn das Midas DM12 verfügt leider über kein passendes Poti oder Fader, sondern nur über einen Knopf, mit dem sich die eingespielte Musik wahlweise auf den Main-Out oder auf den Monitor-Out legen lässt.
Praxisszenario mit dem Midas DM12
Aufbau und Signalverteilung
Ein realistisches Praxisszenario für das Midas DM12 ist eine kleine Band, die aus einem E-Piano, einer Akustikgitarre, einer mikrofonierten Cajon und zwei Gesangsmikrofonen besteht. Diese Konstellation könnte beispielsweise typisch für kleine Hochzeits- oder Straßenmusiker-Bands sein. In unserem fiktiven Szenario werden die beiden Gesangsmikrofone und das Cajon-Mikrofon über die Mikrofoneingänge mit den Midas-Vorverstärkern betrieben, die übrigen Instrumente lassen sich direkt über die Line-Inputs anschließen. Dadurch kann jedes Signal individuell eingepegelt und mit dem Equalizer an den Gesamtklang angepasst werden. Für das E-Piano eignet sich auch einer der beiden Stereo-Eingänge per Klinke, wobei die Bearbeitungsmöglichkeiten mit dem Equalizer hier eingeschränkter ausfallen würden. Allerdings bieten viele E-Pianos einen eigenen EQ, der im Falle eines Falles eingesetzt werden kann.
Klangbearbeitung und Übersicht
Praktisch am Midas DM12 Mischpult ist in jedem Fall, dass die Kanalzüge übersichtlich gestaltet und damit schnell zugänglich sind. Die Equalizer bieten ausreichend Eingriffsmöglichkeiten, um Stimmen, Gitarre und eine mikrofonierte Cajon klanglich voneinander zu trennen. So kann die Cajon etwa in den höheren Mitten betont werden, während die Gesangsstimmen über die Höhen etwas mehr Präsenz erhalten und das E-Piano mit dem etwas verstärkten tiefen Frequenzbereich den fehlenden Bass abdeckt. Dank der visuellen Pegelanzeige ist auch das Einpegeln aller Signale kein Problem.
Aux-Wege für Monitore
Ein großer Vorteil des Midas DM12 liegt in den beiden Aux-Ausgängen, die sich flexibel für zwei Monitorwege nutzen lassen. In diesem Beispiel können etwa die beiden Sänger über den ersten Aux-Ausgang einen Monitorsound mit stärkerem Gesangsanteil bekommen, während die Instrumentalisten über den zweiten Aux-Ausgang ein Signal mit mehr E-Piano und Gitarre hören.
Diese Aufteilung ist für kleine Bands besonders praktisch, da sie ohne zusätzliche Technik zwei unterschiedliche Monitorwege bereitstellen können, die sich praktischerweise auch als Pre-Fade betreiben lassen und somit unabhängig vom Publikumsmix sind. Ärgerlich ist aber, dass das Midas DM12 keine zentrale Lautstärkeregelung für die beiden Aux-Wege besitzt. Die Gesamtlautstärke der Monitore müsste also kanalweise oder direkt am Floor-Monitor angepasst werden, was gerade im Live-Betrieb umständlich ist und Zeit kostet, wenn schnelle Änderungen nötig sind.
Grenzen und mögliche Ergänzungen
Im fiktiven Praxisszenario kann das Midas DM12 auch zeigen, wo seine Grenzen liegen, denn besonders auffällig ist das Fehlen interner Effekte. Wer dem Gesang oder den Instrumenten Hall oder Delay hinzumischen möchte, muss ein externes Effektgerät anschließen und über einen der Aux-Wege einspeisen. Dieser fehlt dann allerdings für den Monitormix. Für Bands, die einen trockenen und eher natürlichen Bühnensound bevorzugen, ist das natürlich kein gravierender Nachteil, aber ein simpler interner Effektprozessor wäre hier in jedem Fall praktisch. Auch die bereits angesprochene fehlende Lautstärkeregelung für die Aux-Ausgänge kann schnell zum Hindernis und Zeitfresser werden.
Zwischenfazit Praxis
Trotz kleiner Einschränkungen kann das Midas DM12 Mischpult im Bandalltag vor allem durch seine einfache Handhabung überzeugen. Der für diese Preisklasse typische 3-Band-Equalizer und die beiden Aux-Wege ermöglichen einen flexiblen Umgang im Live-Alltag einer kleinen Band, auch wenn manche Funktionen, wie beispielsweise interne Effekte, fehlen. Wer mit diesem Pult zufrieden ist, aber noch mehr Eingänge benötigt, sollte sich auch unbedingt die größere Variante des Mischpults anschauen.
Alternativen zum Midas DM12
Yamaha MG12XU
Das Yamaha MG12XU ist ebenfalls ein kompakter 12-Kanal-Mixer, der sich in Ausstattung und Konzept gut mit dem Midas DM12 vergleichen lässt. Im Gegensatz zum Midas DM12 bietet es eine integrierte Effektsektion und eine USB-Schnittstelle, über die sich das Summensignal direkt am Computer aufnehmen lässt. Klanglich spielt er auf einem ähnlichen Niveau, wirkt aber etwas moderner und digitaler im Handling, während das Midas DM12 eher an klassisch-analoge Pulte angelehnt ist.
Mackie Mix12FX
Das Mackie Mix12FX ist die preisgünstigste Alternative und richtet sich an Anwender, die ein unkompliziertes Mischpult mit solider Grundausstattung suchen. Mit zwölf Kanälen und eingebauten Effekten deckt es die wichtigsten Funktionen für Proben, kleine Auftritte und einfache Beschallungen ab. Im direkten Vergleich wirkt das Midas DM12 zwar hochwertiger, bietet bessere Vorverstärker und eine robustere Haptik, das Mackie Mix12FX punktet aber mit einem sehr einfachen Aufbau und seiner integrierten Effektsektion.
Soundcraft EFX12
Das Soundcraft EFX12 ist eine etwas professioneller ausgelegte Alternative mit integrierten Lexicon-Effekten und Inserts auf allen Monokanälen. Dieses Pult bietet insgesamt mehr Ausstattung als das Midas DM12, liegt dafür aber auch preislich höher.





































endlich, will das dm16 bald kaufen.
aber warum wurde das nicht getestet?
kostet kaum mehr aber 4 kanäle mehr.
@Numitron Mir geht es ähnlich! Hast Du an der Tastatur sitzend auf den Artikel gewartet?
@CDRowell haha. hab’s vor ein paar Monaten entdeckt 😜
@Numitron War nicht lieferbar.
@Markus Galla OK, danke!
interessanterweise hatte es irgendwann ein anderes Logo. „dmm by Midas“
@Numitron Jetzt ist es wieder lieferbar. Aufgrund der ähnlichen Features lohnt sich nun aber der Test nicht mehr.
@Markus Galla stimmt.
Irgendwie sehe ich nichts, was genau für dieses Mischpult spricht. Für ähnliches Geld bekommt man bei Behringer (Midas gehört ja auch zu Music Tribe) mehr Kanäle, hat Effekte und zumindest Stereo USB um die Summe aufzunehmen.
@ollo das 16er ist interessanter.
aber qualitativ halt etwas besser als behringer.
hab Grad ein behringer und unübersichtlich zu bedienen, Billige potikappen….
@ollo Da gibt es schon deutliche qualitative Unterschiede. Allerdings ist das Behringer Flow 8 Digitalpult eine tolle Alternative, wenn es nicht analog sein muss.
endlich das dm16 bestellt!
ausgezeichnet, danke für den test!
hab den dm16 vorgestern endlich aufgebaut!
bin sehr zufrieden, einfach gute Verarbeitung und viele kanäle um wenig Geld. die fader finde ich besser als bei meinem alten Soundcraft fx16 II. die waren zwar mit 100mm anstatt 60mm aber sehr leichtgängig. leider zwar nicht rackfähig, aber dafür ist das Gehäuse Recht schön.