Test: Mikme Connect, USB-Desk-Mikrofon

23. November 2020

Unkompliziertes Chat-Mikrofon

mikme connect test

Mikme Connect, USB-Desk-Mikrofon

In den Zeiten von Corona haben Telefon- und Videokonferenzen bzw. Online-Meetings sprunghaft zugenommen. Und nicht wenige Teilnehmer dieser Konferenzen standen (und stehen zum Teil immer noch) vor der Frage: Was brauche ich da eigentlich an Technik? Oder besser: Sie sollten sich diese Frage vielleicht mal stellen, denn viele begnügen sich noch immer mit dem eingebauten Mikrofon ihres Notebooks. Alles andere ist ihnen einfach zu aufwändig, zu kompliziert oder zu teuer; geht ja auch so, denken sie. „Kauf dir endlich mal ein Mikro“, denken die Kollegen am anderen Ende der Leitung, die oft Mühe haben, die oft leisen, verrauschten und nicht selten auch abgehackten Bemerkungen des Lowtech-Fans zu verstehen. Das Mikme Connect bietet sich selbst da als Lösung an: Unkompliziert nutzbar, glasklare Audioqualität und verdammt nah am Gespräch von Angesicht zu Angesicht – verspricht der Hersteller. Stimmt das? Neugierig, wie ich nun mal bin, muss ich das natürlich nachprüfen.

mikme connect test

Die Mikme-Historie

Das Wiener Unternehmen Mikme (gesprochen: „Meikmi“) war 2014 von Philipp Sonnleitner – der zuvor als Marketing Manager und Software-Entwickler bei AKG Acoustics beschäftigt war – als Startup gegründet worden. Erstes Produkt war das heutige „Mikme gold“, ein kabelloses mobiles Großmembranmikrofon für Smartphones mit integriertem Audiorecorder, das per App gesteuert und per Bluetooth verbunden wird. „Ein geniales kleines Tool, das Freiheit und wirklich sehr guten Großmembransound miteinander verbindet“ – schreibt die Fachpresse. Und auf der CES in Las Vegas holte das Mikme Gold einen „Innovation Honoree Award“ in der Kategorie Computer Periphals. Einziger Haken: Mit rund 400,- bis 450,- Euro hat das „geniale kleine Tool“ leider auch seinen Preis, der dann nicht unbedingt für Massenverkäufe sorgte. Unseren Testbericht dazu findet ihr hier.

Was dazu führte, dass Mikme eine abgespeckte Version, das „Mikme Silver“ nachschob, mit weniger Speicher, kleinerer Kapsel und reduzierter Aufnahmefrequenz (48 statt 96 kHz). Und mit 199,- Euro auch nur noch halb so teuer. Mit dem Erscheinen des „Mikme Silver“ ließen sich dann zudem sowohl das Gold als auch das Silver optional auch per Kabel als USB-Mikrofon nutzen – gut für Livestreams. Weil dann aber – laut Sonnleitner – die meisten Käufer dann doch wieder auf das Mikme Gold upgegradet hatten, ist die Silberversion inzwischen wieder vom Markt verschwunden. Unseren Testbericht zum Mikme Silver gibt es hier.

Mit dem „Mikme Pocket“ folgte 2019 ein Zwitter: Hier wird das (Lavalier)-Ansteckmikrofon eines Drittanbieters mit der Mikme-Aufnahmeeinheit um „unkompliziertesten Smartphone-Mikrofon der Welt“ kombiniert, ein kabelloser Audiorecorder und Transmitter, der sich direkt per Bluetooth mit dem Smartphone verbindet und synchronisiert und Aufnahmen in Studioqualität liefert. Klasse, um (draußen) Töne in guter Qualität von einem Gesprächspartner zu angeln, während man selber mit Filmaufnahmen beschäftigt ist. Zielgruppe: Journalisten, Filmemacher und Musiker. Preis: 369,- Euro.

Womit wir dann (endlich) bei unserem heutigen Testprodukt angekommen wären, dem „Mikme Connect“, einem USB-Mikrofon für Telefon- und Videokonferenzen, Webinare, Podcasts und allen anderen Sprachaufzeichnungen direkt am PC/Notebook. Alles weitere dazu gibt’s dann in den folgenden Absätzen.

Mikme Connect

Die Richtcharakteristik offenbart eine Tendenz zur Hyperniere

Technik & Zahlen

So ganz ohne schnödes Zahlenwerk geht so ein Testbericht leider nicht, also bringen wir es kurz hinter uns: Das Mikme Connect ist ein Großmembranmikrofon mit einer 2/3 Zoll Elektret-Kondensatorkapsel und Nierencharakteristik (mit Tendenz zur Hyperniere). Der Frequenzbereich wird mit 50 bis 20.000 Hz angegeben, die S/N Ratio liegt bei 70 dB-A, der maximale Input (SPL) bei 122 dB – man darf also auch gerne mal laut ins Mikro brüllen (ein Wunsch, der erfahrungsgemäß gerade bei längeren Videokonferenzen immer wieder mal aufkommt). Das Mikrofon verarbeitet 24 Bit Sampling-Tiefe mit bis zu 48 kHz, das sollte auf jeden Fall ausreichen. Das Mikme Connect läuft (ohne Treiber) unter Windows 10, macOS 10.13 (oder darüber) und auch auf Linux-Rechnern. Bei Smartphones und Tablets dagegen kündigt das Connect seine Kooperation auf, weil diese Geräte das Mikrofon nicht mit ausreichend Energie versorgen können.

Mikme Connect

Ein Parfüm? Nein, es ist da Mikme Connect!

Ausgepackt: japanische Äpfel

Die ansprechende Verpackung in ihrem schlichten Weiß, dem silbernen Stickerlogo und dem in einer Art Seidenpapierbanderole gehaltenen Produkt erinnert mich spontan an einen stilvollen Mix aus Apple-Produkt, Parfüm und japanischem Kleingeschenk – durchaus geschmackvoll. Und vor allem auch umweltfreundlich: Weder Plastik noch Styropor werden verwendet – ein kleiner Beitrag zur Rettung der Umwelt, danke dafür.

Taucht man tiefer in die gefalteten Papp-Inlays ein, so finden sich da – neben dem Mikme Connect selber natürlich – zwei je 1 m lange USB-Kabel (USB Micro auf USB A bzw. USB C), ein kleiner Ferrit-Dämpfungsmantel, um eventuell vorhandene hochfrequente Störungssignale auszufiltern, vier kleine Anleitungsheftchen in vier Sprachen (gegen die ein Pixiebuch größentechnisch ein Wälzer ist und das dann auch einige kleine Fragen offen lässt) und ein etwas größeres Heftchen mit den üblichen lebenswichtigen Sicherheitshinweisen. Vermutlich bin ich der einzige, der da tatsächlich reinschaut, aber – es lohnt sich, sind diese Broschüren doch meist ein ungewollter Quell der Heiterkeit. Hier umso mehr, da der Hersteller seinen Sinn für subversiven Humor beweist. Meine Top 3 hier: „Erhitze Dein Gerät nicht in der Mikrowelle und brate es auch nicht“ (Platz 3), gefolgt von „Verwende dein Mikme Gerät nicht an Orten, an denen Explosionsgefahr herrscht“ und auf Platz 1 „Iss oder kau dein Mikme Gerät und Zubehör nicht.“ Danke, Mikme, eure Mühe war nicht umsonst, ich habe es gelesen und hatte meinen Spaß.

Ein kleiner Verbesserungsvorschlag vielleicht noch von meiner Seite: Dass die  beiliegenden Kabel mehrfach geknickt werden müssen, damit sie in die kleine Box passen, ist logisch. Da die Kabel aber nun relativ dick sind, bekommt man die Knicke später nie wieder raus, was a) unschön aussieht, b) die Kabel verkürzt und c) mir das Gefühl gibt, dass diese Knickstellen eine potentielle zukünftige Fehlerquelle darstellen. Warum also nicht einfach elastischere USB-Kabel, etwa mit Stoffummantelung nehmen? Wie gesagt, nur eine Kleinigkeit.

Mikme Connect

Die Ähnlichkeit mit einem Tischlüfter ist nicht von der Hand zu weisen

Das Mikme Connect näher angeschaut

Das Mikme Connect erinnert auf den ersten Blick eher an einen PC-Lüfter (und eigentlich auch auf den zweiten): Ein quadratisches Gehäuse mit einer Baugröße von 70 x 70 x 35 mm, gerade mal 132 g leicht. Deckenplatte und das (gummierte) Bodenteil sind aus Kunststoff, die Querrippen dazwischen, die den Kapselkorb mit seinem Gitter umgeben, aus Metall – also durchaus einigermaßen stabil.

Auf der Unterseite entdecke ich ein Gewinde für Stative (3/8 Zoll für Mikrofonständer, ¼ Zoll für DSLR-Stative) – vermutlich ein Relikt aus dem in etwa baugleichen Gold-Modell, das ja auch kabellos betrieben werden kann; für die Einsatzzwecke des Connect hingegen besteht ja kaum eine Notwendigkeit, selbiges (mit einem 1 m Kabel) auf ein Stativ zu montieren. Aber nun gut, die Möglichkeit besteht, ist ja nicht verkehrt. Auf der Rückseite befinden sich die USB- und eine Miniklinkenbuchse. An Letzterer kann ich einen Kopfhörer anschließen, um die rausgehende Signalqualität zu prüfen; die Lautstärke des Abhörsignals kann ich über zwei kleine Taster rechts daneben justieren. Die Funktionalität der beiden Taster auf der linken Seite scheint sich auf einen Hardware-Reset zu beschränken  – das jedenfalls erklärt das Faltblatt. Wie der funktioniert, wird wiederum auf der Support-Website beschrieben. Und die LEDs darüber? Na gut, man muss ja nicht alles wissen.

Gut sicht-, erreich- und bedienbar auf der Oberseite ist ein größerer Taster mit einem beleuchteten Mikme-Logo. Leuchtet das grün, ist das Connect startklar, blinkt es grün, heißt das „Vorsicht, Clipping!“. Tippe ich einmal darauf, schalte ich das Mikme stumm, tippe ich zweimal, führt das Mikme einen Soundcheck durch und stellt die Empfindlichkeit neu ein – mehr dazu gleich. Insgesamt eine sehr praktische Sache; wer schon mal in einer Telko mit den Kollegen war, während plötzlich der Nachwuchs reinstürmt und kreischt „Papa, der Jonas haut mich immer“ und man versucht, im Notebook-Menü irgendwo das Mikro stummzuschalten, der wird diese  blitzschnell bedienbare Taste zu schätzen wissen.

Mikme Connect

Ist das ein Anspitzer? Nein – ein Ferrit-Dämpfungsmantel!

Das Mikme Connect im Einsatz: Fragen über Fragen

Bevor ich das Connect mit meinem Notebook verbinde („connecte“), bringe ich noch – wie im Faltblatt beschrieben – den Ferrit-Dämpfungsmantel an. Warum? Nun, der soll hochfrequente Störsignale ausfiltern, die zum Beispiel von Notebooks, PCs und anderen Geräten ausgehen. Derartige Kerne sind oftmals zum Beispiel an Notebook-Ladekabeln fest verbaut – genau, das ist dieser Plastikzylinder am Ende des Kabels, der Ferrit enthält. Ferrit ist ein nicht elektrisch leitfähiges Material, das in der Lage ist, elektromagnetische Wellen beim Durchgang zu absorbieren. Auch an USB-Kabeln findet man hin und wieder diese Ferritzylinder. In unserem Fall hier wird der eben zusätzlich angebracht: aufklappen, Kabel 2x hindurchführen, zuklappen, fertig – stirb, Störsignal! Zum Betrieb des Mikme Connect (mein Testrechner in diesem Fall: Ein Windows 10 Notebook) ist keine Treiberinstallation erforderlich – einfach anstöpseln, Connect wird erkannt und ist kurz darauf betriebsbereit. Den benötigten Strom bezieht es über das USB-Kabel, weshalb es dann – wie schon erwähnt – am Smartphone oder einem Tablet nicht funktioniert; ein alternativer Netzteilbetrieb ist nicht möglich. In den Soundeinstellungen erscheint das Connect als „Mikme Microphone“, in der Recording-Software muss gegebenenfalls noch auf den richtigen Treiber (Windows Classic Wave Driver) gewechselt werden, falls die Software das nicht selber macht; während mir Wavelab zum Beispiel das Mikme gleich als das Aufnahmegerät erster Wahl anbot, musste ich bei Sound Forge noch von Hand von Asio auf den Windows Classic Wave Driver switchen. Falls das Connect also nicht reagieren sollte, einfach mal da nachschauen.

Seine Betriebsbereitschaft signalisiert das Mikme Connect deutlich und weithin sichtbar durch die grün leuchtende Taste auf der Oberseite des Gehäuses. Der Hersteller empfiehlt 20 bis 30 cm als idealen Abstand zum Mikrofon. Aber kommt das hin? Meine Testerfahrungen mit anderen Großmembran-Mikrofonen hat bisher gezeigt, dass ein Abstand über 20 cm den Klang der meisten Mikrofone dieser Bauart doch arg mittig und dünn werden lässt. Und zweite Frage in diesem Zusammenhang: Wie gut funktioniert die automatische Empfindlichkeitseinstellung des Connect? Wie reagiert die auf wechselnde Entfernungen? Oder darauf, wenn es mal lauter wird in der Telko? Das probiere ich jetzt mal aus.

Mikme Connect

Die Anschlüsse auf der Rückseite. Wofür sind nur die beiden LEDs?

Mikme-Connect-Praxistest: Die Sache mit dem DC-Offset

Für einen Test unter Realbedingungen habe ich das Mikme direkt an den USB-Port meines Notebooks gehängt und auf den Tisch vor mir gestellt – so, wie man das bei Voicechats eben macht. Anschließend habe ich dann – als Chatersatz – wie gewohnt einen Text aus unseren AMAZONA.de-News gelesen. Und da man bei einem Voicechat ja – anders als beim Einsprechen von Texten – öfter mal die Sitzposition und damit die Entfernung zum Mikrofon ändert, habe ich das dann auch aus unterschiedlichen Distanzen zwischen 10 und 40 cm gemacht.

Die Aufnahmen mit dem Mikme Connect produzierten bei mir allerdings einen DC-Offset (aka „Gleichspannungsabweichung“) oberhalb der Nulllinie von etwa plus 5 dB, was dann gleichzeitig an Headroom fehlt. Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, dass das Problem nur vereinzelt auftauchen würde, Ursache ist vermutlich ein Fehler bei der Initialisierung des Geräts, genauer: ein Initialisierungsfehler in der Firmware des A/D-Wandlers. Man arbeite bereits daran, besagter Fehler werde dann mit einem Firmware-Update behoben. Weshalb ich das dann auch nicht als Minuspunkt in die Bewertung einfließen lasse.

Mikme Connect

Der Frequenzgang des Connect. Blau= direkt reingesprochen, rot= 180 Grad

Achtung, Aufnahme!

In den nachfolgenden Beispielen habe ich besagten DC-Offset in der Nachbearbeitung entfernt, ansonsten aber nichts weiter an den Sounds geändert. Um das automatische Einpegeln zu testen, habe ich bei jeder Test-Entfernung einmal das Connect in der Grundeinstellung belassen (mit der Empfindlichkeit, die es sich beim ersten Einstöpseln aus den Umgebungsgeräuschen – die bei mir kaum vorhanden sind – errechnet) und beim zweiten Mal dann das Connect auf Knopfdruck zu einem neuen Einpegeln veranlasst, währenddessen ich es aber schon mit dem zu erwartenden Pegel gefüttert habe.

Der erste Test findet aus einer Entfernung von rund 10 cm statt. Auch wenn das  bei Voicechats eher selten ist (höchstens, wenn man genervt/ermüdet nach stundenlangen Verhandlungen mit dem Kopf auf der Tischplatte liegt). Wenn ich den Connect nicht speziell auf diese Nahdistanz vorbereite, hat die Kurve einige deutliche Ausschläge. Gut zu erkennen ist, dass das Connect nach der ersten Pegelspitze aber schnell reagiert und nachfolgend den Pegel absenkt.

Mikme Connect

Nach der ersten Pegelspitze reagiert der Connect

Die Klangqualität ist dabei durchaus gut. Die Stimme wird recht natürlich und klar abgebildet, mit ausreichend Holz im Keller und prägnant in den Höhen, ohne schrill zu werden; so gibt es dann keine blechern klingende Konzentration um die Mitte herum. Bekomme ich denn auch den Pegelausreißer zu Beginn durch eine Neu-Kalibrierung in den Griff? Ja, tatsächlich ordnet sich der Pegel anschließend vorbildlich bei – 6 dB ein. Dass die Plosivlaute da hin und wieder deutlicher zu hören sind, darf man dem Connect nicht zum Vorwurf machen: Es ist nicht für die absolute Nahdistanz geschaffen und besitzt daher auch keinen Popschutz. Ein Windscreen würde da aber sicher helfen.

Mikme Connect

Nach einem Doubletap sieht das so aus

Wechseln wir mal in die empfohlene „Wohlfühldistanz“ des Connect von 20-30 cm und beginnen bei 20 cm. Hier geht der Pegel wie erwartet ab nach unten.

Eine Neu-Justierung der Pegelempfindlichkeit bringt da wenig – weder regelt das Connect da automatisch nach noch macht er das auf den Doubletap hin: Der Pegel bleibt fast unverändert.

Durch den distanzbedingt weggefallenen Nahbesprechungseffekt ist der Sound zudem jetzt auch erwartungsgemäß mittiger geworden, mit viel Raumanteil. Ähnlich verläuft dann auch der Test aus 30 cm Entfernung:

… und nach der Neu-Einpegelung von Hand auch nicht viel lauter. Wobei die zusätzliche Entfernung von weiteren 10 cm hier aber nicht weiter ins Gewicht gefallen ist, das Connect hält sein Niveau.

Und auch bei 40 cm (also meiner üblichen Entfernung zu einem Mikro beim Audio/Videochat) bleiben Pegel, Klang und Sprachverständlichkeit trotz weiter gewachsener Entfernung in etwa gleich.

Jetzt mal zum Vergleich das interne Mikrofon meines Asus-Notebooks, sowohl aus näherer als auch aus größerer Distanz. Also das Mikro, mit dem die meisten Voicechats in aller Welt geführt werden – den Sound kennt wohl jeder. Der Unterschied zum Mikme Connect ist da sehr deutlich hörbar.

Zum Abschluss des Praxistests noch zum Vergleich das Rode NT-USB als Vertreter der USB-Desktop-Mikrofone – ähnlich unkompliziert im Handling und treiberlos, wobei aber die Empfindlichkeit von Hand im System eingestellt werden muss. Das NT-USB hat aber auch aus größerer Entfernung (hier: 30 cm) noch ausreichend Pegel und klingt nicht schlecht. Das Beispiel stammt aus einem älteren Test von mir.

 

Alternativen

159,- Euro kostet das Mikme Connect derzeit (das „für kurze Zeit“ signalisiert da jedoch einen baldigen Preisanstieg). Als Alternative bieten sich da Desktop-USB-Mikrofone wie zum Beispiel das Marantz Pro Umpire (49 Euro), das TIE Studio USB Desktop Condenser Mic (87 Euro), das t.bone SC 420 USB Desktop-Set (59 Euro) oder das Rode NT-USB (163 Euro)  – allesamt class-compliant, mit Tischstativ und ebenfalls aus der Liga „anstecken und los“, nur eine Clipping-Anzeige fehlt da. Zwar nicht 24, sondern nur 16 Bit, aber das dürfte bei einem Voicechat dann nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Fazit

Wer ein kleines, unkompliziertes, transportables und auch gutklingendes Mikrofon für seine Voicechats, Videokonferenzen oder Skype-Meetings sucht und keine Lust (oder Zeit oder Wissen) hat, dabei ständig in den Soundeinstellungen seines Notebooks herumzufingern, der findet im Mikme Connect einen adäquaten Partner, der in jede Jackentasche passt – auch wenn mich die Sache mit der automatischen Pegelanpassung nicht so ganz überzeugen konnte und ich die Frage mal offen lasse, ob ich tatsächlich 24 Bit Soundqualität für einen Chat benötige. Wer dagegen ein Mikrofon braucht, mit dem er auch mal einen Profi-Podcast produzieren kann, damit eh nur zu Hause arbeitet und bereit ist, bei den Einstellungen auch mal kurz selber Hand anzulegen, ist mit einem USB-Mikrofon wie zum Beispiel dem Rode USB-NT vielleicht doch besser bedient: Das ist ebenfalls Plug&Play-tauglich, klingt nicht schlechter und verkraftet (dank Popschutz) auch die Nahdistanz inklusive Nahbesprechungseffekt etwas besser. Da muss dann jeder selber wissen, in welche Nutzergruppe er gehört.

Plus

  • gute Klangqualität
  • unkompliziertes Handling
  • automatische Einstellung der Empfindlichkeit
  • relativ klein und leicht
  • Clipping-Anzeige am Mikro
  • Kopfhörerausgang zur Kontrolle

Minus

  • automatische Einstellung der Empfindlichkeit funktionierte im Test nur in eine Richtung
  • etwas zu teuer

Preis

  • 159,- Euro
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