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Test: Mixars UNO Battler Mixer, DJ Mischpult

15. Oktober 2021

So günstig. Aber auch so gut?

Test: Mixars UNO Battler Mixer, DJ Mischpult

Test: Mixars UNO Battler Mixer, DJ Mischpult

Obwohl noch eine sehr junge Firma (2016 gegründet), hat Mixars mit dem Mixars UNO bereits einen der meistgefragten Einsteiger-DJ-Mixer etablieren können. Mit einem Straßenpreis von rund  129,- Euro aber insgesamt 7 (!) Eingängen und einem besonders langlebigem, induktiven Crossfader sind die äußeren Werte allerdings auf dem Papier auch beeindruckend. Da kann doch was nicht stimmen, oder?

Beim Auspacken bzw. schon bei der Entgegennahme des Paketes fällt dann direkt das recht hohe Gewicht auf, welches man bei dem Preis nicht unbedingt vermuten würde. Neben dem stabilen Metallkorpus sorgt auch das große Netzteil für einiges an Gewicht. Das würde sicherlich auch mit einem kompakten externen Schaltnetzteil funktionieren, so wie es z. B. Eso früher gemacht hat, aber wenigstens gibt es so ein Teil weniger zu verlieren kann. Und ein Ersatzkaltgerätekabel kriegt man fast überall auf der Welt, falls man das Originale zu Hause gelassen haben sollte. Also konzentrieren wir uns erst einmal auf das Äußere des Mixars UNO.

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Mixars Uno

Drei EQs und Filter stehen zur Verfügung

Der Mixars Uno macht für den Preis einen durchaus wertigen ersten Eindruck. Metallgehäuse, Metallfrontplatte, beides ohne scharfe Ecken und Kanten oder Farbabplatzer. Ein klar strukturiertes Layout (bis auf die kleinen Knöpfe und Regler in der Mitte, aber dazu später) mit genug Platz, um alle Bedienelemente herum, selbst für die großfingrigen unter uns. Und – auch nicht selbstverständlich – VU-Meter für Line- und Master-Out (da dann Stereo). Dafür wurde sonst an LEDs gespart. Ich musste ein paar Mal gucken, ob der UNO jetzt läuft oder nicht, als ich ein Signal am Line-In hatte, aber kein Sound kam. Da wäre eine „Power“-Leuchte vielleicht noch ganz hilfreich.

Tipp am Rande: Man kann den CUE auf den Master schalten, dann leuchtet eine LED auf. Was einem sofort ins Auge fällt, ist der zweite Mini-Crossfader rechts, über den der CUE-Kanal eingestellt werden kann. Und hinten bei den Anschlüssen XLR-Ausgänge für den Master (mit zusätzlich parallel geschalteten Cinch-Ausgängen) – auch keine Selbstverständlichkeit in der Preisklasse.

Ein- und Ausgänge des Mixars Uno

Ein Blick auf die Rückseite: Diese bietet neben dem XLR Master-Out einen Cinch-Master-Out, einen Booth-Ausgang und einen Rec-Out. Der Master-Out wird dabei genauso laut wie der Booth-Out. So lässt mich mit einem Trick dann auch der fehlende Balance Regler kompensieren. Ein Kanal auf den Master, der andere auf Booth und die Lautstärke des Ausgangs kann pro Kanal reguliert werden. Neben dem zu erwartendem 6,3 mm Klinkenausgang für die Kopfhörer gibt es auch einen 3,5 mm Klinkenausgang. Wer also kein Adapter hat oder mal eben diese oder jene Kopfhörer anschließen möchte, kann das unkompliziert tun. Beide Ausgänge arbeiten auch gleichzeitig und noch nicht einmal die Lautstärke sackt ab, wenn man ein zweites Paar Kopfhörer einstöpselt – nice! Dementsprechend steht einem B2B-Auflegen ohne ständigen Kopfhörerwechsel nichts im Wege.

Nicht nur 7 Eingänge, sondern auch 4 Ausgänge sind am Start

Auf der Eingangsseite gibt es die zwei Hauptkanäle, die jeweils zwei Eingänge haben, von denen einer als Phono und einer als Line gekennzeichnet ist. Mittels eines Umschalters neben den Eingängen kann der Phono-Kanal auf einen zweiten Line-Eingang umgeschaltet werden. Somit kann man entweder 4x Line, 3x Line und 1x Phono oder 2x Line und 2x Phono anschließen.

Oben neben dem „Trim“-Regler (der normalerweise Gain bezeichnet wird) gibt es einen Schiebeschalter, der zwischen Line und Phono umschaltet. Leider ist auch dieser komplett unbeleuchtet und sehr kontrastarm – im Dunkeln nicht gut zu sehen.

Mixars Uno

Phono-Eingänge oder doch lieber 4x Line?

Neben den Kanal-Inputs gibt es dann noch einen weiteren Eingang: An diesem kann ein (dynamisches) Mikro angeschlossen werden – mit XLR/Klinke-Kombibuchse – oder ein weiterer Line-Eingang mittels kleinem Klinkenstecker oder Cinch. Diese Eingänge haben ein eigenes Lautstärkepoti und laufen nicht über die Linefader – und damit leider auch nicht über die Vorhörfunktion. Auch gibt es keine Aussteuerungs-LED, so dass man eigentlich nur dann weiß, ob ein Signal anliegt, wenn alle es hören können. Der Eingang kann mittels Schiebeschalter zwischen Mikro und Line umgeschaltet werden und hat ein Zweiband EQ, mit dem die Höhen und Bässen beeinflusst werden können. Um nicht immer die Lautstärke runter- und hochregeln zu müssen, um das Signal aus- und einzuschalten, gibt es einen On/Off-Taster (mit LED).

Klang und Handling des DJ-Mixers

Dann wollen wir doch mal sehen, ob hier nicht am Klang gespart worden ist. Als erstes werden mal zwei Plattenspieler eingestöpselt, immerhin ist man ja mit dem Anspruch angetreten, mit dem Mixars Uno einen HipHop-Battle-Mixer erschaffen zu haben. Die Phono-Eingänge haben jeweils die Erdungsklemme direkt über dem Eingang und sind dadurch schnell zu finden. Platten drauf und Mixer an. Und sofort volle Lautstärke, obwohl die Linefader unten sind. Häh? Ist Reverse an? Ne, ist es nicht, trotzdem einmal Reverse schalten – keine Änderung, Reverse wieder aus und plötzlich ist Ruhe. Hmm … Ich habe leider nicht herausfinden können, warum das so war, aber es ist bei mir öfter vorgekommen (Auflösung im Fazit).
Je nachdem, was an der weiteren Signalkette so anliegt, kann das natürlich schon mal sehr ärgerlich werden. Der „Gain“ kann durch die Kanalaussteuerungs-LEDs gut vorgeregelt werden, wobei jetzt klar wird, warum der Regler nicht „Gain“ sondern „Trim“ genannt wird. Er verstärkt überhaupt nicht, sondern kann nur das Signal ein bisschen abschwächen. Aber auch nicht total killen, sondern nur einen bestimmten Bereich regeln. Bei sehr schwachen Signalen wird es so schwierig, die LEDs in den roten Bereich zu bringen. Hier wurde also an der Verstärkung gespart. Auch das Mikro- und das Line-In Signal des dritten Kanals sind sehr leise, sogar im Vergleich zu den Line- und Phono-Eingängen. Wenn man Musik vom Handy über einen Klinkenstecker abspielen möchte, muss der Master schon sehr weit aufgedreht werden, um die Musik in adäquater Lautstärke abzuspielen.

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Master und Booth regeln bis weit in den dauerhaft roten Bereich, ohne zu übersteuern. Das Signal bleibt sehr klar, das ist schon mal ein Pluspunkt. Das liegt aber sicher auch daran, dass das ankommende Signal vorher nicht bereits übersteuert ankommt. Und hier hat man eventuell auch Wissen der großen Mutter RCF abgegriffen, die Mixars ins Leben gerufen hat. So ist an der Gesamtlautstärke bei normalem Eingangsignal nichts auszusetzen, wenn ein relativ schwaches Signal anliegt, kann man aber keine Wunder erwarten.

Der Klang der beiden Hauptkanäle kann über einen Dreiband-EQ geregelt werden. Leider gibt es keine Angaben zum Wirkungsbereich des EQs. Bei einem anderen Mixars Mixer sind es die Bereiche 70 Hz,  1 kHz und 13 kHz, das könnte hier auch stimmen. Bei dem Mixer ist der Regelbereich von -25 dB bis +12 dB – das wage ich hier zu bezweifeln. Es ist auf jeden Fall kein Full-Kill möglich, wenn alle Potis runtergeregelt sind. Ich würde eher mal davon ausgehen, dass der Regelbereich +8 und -12 dB beträgt. Der EQ-Bereich wird deutlich abgesenkt, bei der Verstärkung ist noch Luft nach oben, wenn man gerne in die Frequenzbänder eingreift, ist das ein bisschen wenig.

Mixars Uno

Kunststoffpotis ohne Verschraubung – aber irgendwie muss der Preis ja zustande kommen

Der Klang selber ist – ich muss zugeben, ich habe nicht viel erwartet – überraschend gut. Der Sound hat Druck, die Mitten und Höhen werden klar wiedergegeben. Der Phono-Eingang sackt auch im Vergleich zum Line-Eingang qualitativ nicht ab, was für einen guten Phono-Preamp spricht. Im Vergleich zu teureren anderen Mixers fehlt vielleicht ein bisschen Punch und die Musik ist nicht besonders „warm“, wie bei einigen Mixern, speziell aus England. Aber an der Musikwiedergabe gibt es nicht zu bemängeln. Kein Knacksen beim Kanalumschalten, keine Nebengeräusche von den EQs oder Fadern.

Line- und Crossfader: Des DJs-Handwerkzeug

Besonders hervorgehoben wird der verbaute Crossfader im Mixars UNO. Auch wenn sich „Galileo Kallisto“ als Bezeichnung für den Fader vielleicht nicht etablieren wird, ist es immerhin eine Entwicklung zusammen mit den japanischen Experten von Eclectic Breaks, dem Unternehmen hinter Pro X Fade. Der bereits seit einiger Zeit auf dem Markt etablierte Pro X Fader ist immerhin ein extrem verschleißfreien Fader mit einstellbaren Cut-in-Points und einem anpassbaren Reibungswiderstand. Zuerst startete Mixars noch mit einer Partnerschaft mit Audio Innovate, dem Unternehmen hinter den Innofadern. Anscheinend kam es hier aber innerhalb kürzester Zeit zu Abstimmungsproblemen, so dass sich Audio Innovate binnen Monaten nach dem Launch aus der Kooperation zurückgezogen hat.

Die Linefader sind „Standard“ 45 mm Fader, laufen aber auch sehr smooth und können sowohl in Reverse geschaltet als auch mit einem kleinen Drehregler in der Mitte des Mixars von einer sehr homogen zu einer sehr abrupten Lautstärkeregelung umgeschaltet werden. Die gleichen Einstellungen können auch für den Crossfader getätigt werden – man kann also sowohl die Flankensteilheit (Curve) einstellen als auch den Crossfader Reverse schalten. In den extremen Einstellungen ist dann schon bei der kleinsten Bewegung der Kanal offen, oder eben butterweich erst in der Mitte des Regelweges. Der induktive Crossfader ist auf zwei Schienen gelagert und läuft nur etwas hör- und fühlbar gegen den Staubschutz. Aber das ist nur in der Anfangszeit so, nach einer gewissen Einspielzeit sollte das passé sein. Ansonsten läuft er ohne zu verkanten und ohne viel Spiel zu haben sanft und lässt sich auch durch sehr schnelles Jigglen nicht aus der Ruhe bringen. Sollte er auch, schließlich kostet der Crossfader als Ersatzteil satte 69,- Euro und macht somit rein rechnerisch über die Hälfte des Mixerwertes aus. Ein bisschen schade ist, dass der Mix-Widerstand anscheinend nicht einstellbar ist, so wie das bei den Innofadern ist. Aber die kosten ja eben auch mehr als der ganze Mixer…

Mixars Uno

Whoop, whoop, that’s the (light) of the police …

Auflegen mit dem Mixars UNO

Wie schlägt er sich dann aber im Praxistest? Eigentlich sehr gut. Die Potis sind, dadurch dass sie nicht verschraubt sind und die Achsen nur aus Kunststoff bestehen, etwas fragil, weshalb man beim Transport schon ein bisschen aufpassen sollte. Das Verkabeln geht schnell vonstatten, wenn man sich gemerkt hat, dass unter den Erdungsschrauben die Phono-Eingänge sind, kann man das auch fast blind machen. Ein bisschen aufpassen sollte man auf den Fader-Bug, der bei mir manchmal die Linefader überbrückte. Deshalb vor dem Einschalten alle Fader und den Master-Out auf 0 stellen. Liegt am Eingang ein Signal an, wird das über die 10 LEDs signalisiert, die – ungewöhnlich in der Farbwahl – blau und rot sind. Ist Geschmackssache, ausgerechnet einen Battle-Mixer mit „Polizei-Licht“ auszustatten, wirkt schon ein bisschen witzig. Ich persönlich finde die LEDs ein bisschen zu hell, zumal blaues Licht auch anstrengender für die Augen als andere Farben ist.

Die Fader sind alle sehr geschmeidig (nicht nur der Crossfader) und haben für einen Mixer dieser Preisklasse eine wie ich finde sehr gute Qualität. Dass der Regelbereich der Potis so begrenzt ist, ist allerdings ein bisschen störend. Ich finde es gut, wenn ich ganze Frequenzspektren killen kann und nicht nur etwas leiser mache. Auch der Gain an den Potis könnte etwas mehr Bumms gebrauchen, so ist das zwar eine leichte Anhebung, aber da kriegen andere Mixer deutlich mehr hin. Neben den drei Equalizern gibt es noch ein Filterpoti, mit dem ein Filtereffekt auf den Kanal gelegt werden kann. Dieser filtert je nach Richtung entweder die tiefen oder hohen Frequenzen raus und klingt dabei wie ein Flanger Effekt, ohne jedoch in einer eigenen Frequenz zu schwingen.

Kann man sicherlich hier und da mal einsetzen, wirkt aber bei häufigerer Nutzung schnell billig und eintönig. Hier wäre ein Reverb oder Delay meiner Meinung nach sinnvoller gewesen, zumal der Signalfluss im Mixer rein digital ist und somit ein Effekt wählbar gewesen wäre. Leider gibt es anscheinend keine Möglichkeit, eine andere Firmware aufzuspielen, mit der Updates möglich wären. Aber das wäre angesichts des Preises auch sehr besonders gewesen.

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Fazit

Der Mixars UNO bietet als Einstiegsmixer ein stabiles Metallgehäuse, sehr gute Fader und einen neutralen, guten Sound. Speziell wenn man als HipHop-DJ anfangen oder einen Zweitmixer will, den man ab- und zu mal braucht, kann ich nichts Negatives über ihn sagen. Will man stattdessen sehr kreativ auflegen, Frequenzbänder austauschen und Songs nicht nur mit dem Fader mixen, könnten die limitierten EQ-Möglichkeiten negativ aufstoßen. Da müsste man dann vielleicht auf Mixer schielen, die weniger Wert auf einen Scratch-fähigen Crossfader legen und mehr auf die Bearbeitbarkeit der Kanäle. Der Sound ist für die Preisklasse sehr gut, dass manchmal die Fader beim Einschalten ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen und ist angesichts des niedrigen Preises gerade so noch tolerierbar. Ich habe übrigens herausgefunden, dass das nur bei der extremen Cut-Einstellung ganz nach links gedreht der Fall ist. Wenn man die ein bisschen rausnimmt, verschwindet das Verhalten. Anschlüsse sind ausreichend vorhanden, dass der dritte Mikro- und Line-In-Kanal so leise ist, ist allerdings ein bisschen ärgerlich. Wird das Mikro sehr oft verwendet, wäre außerdem eine Talkover-Funktion wünschenswert, dann ist der Mixars UNO vielleicht auch nicht der Richtige. Als Ersatz- oder eindeutiger HipHop-Mixer (ohne MC) aber eine eindeutige Empfehlung wert.

Plus

  • guter Sound
  • viele Anschlüsse
  • XLR-Ausgänge
  • Combo-Buchse fürs Mikro
  • kontaktloser Fader "made in Japan"

Minus

  • keine bzw. sehr niedrige Verstärkung
  • Mikro-Eingang sehr leise und ohne Vorhörfunktion
  • Linefader-Bug

Preis

  • 129,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den Test. Schönes Teil für Anfänger. Der Preis ist wirklich unglaublich. Wäre er aber nicht so niedrig würde er sich wohl nicht verkaufen. Kill-EQ und Reserve im Vorverstärker sind schon wichtig.
    Vielleicht aber Absicht. Können Anfänger die heimische Anlage nicht gleich Schritten.

  2. Profilbild
    zirkuskind  

    Der Preis ist unheimlich billig. Fragt sich natürlich wielange der Mixer hält (wenn da so Sollbruchstellen existieren). Aber fürn Anfang bestimmt tolles Teil.

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