Eine DJ-App für Einsteiger
Mixvibes Cross DJ – eine iPad-App zum Auflegen kann immer Spaß machen. Außerdem ermöglicht ein solches Programm einen unkomplizierten und kostengünstigen Einstieg in die Welt des Auflegens. Deshalb haben wir uns Mixvibes Cross DJ angeschaut. Mixvibes ist natürlich ein bekannter Name in der Szene. Immerhin gibt es die erste Version der Software des vier Jahre zuvor gegründeten Unternehmens schon seit Juli 1999. Damals natürlich noch nicht auf dem iPad. Aber immerhin stellte Mixvibes schon 2004 eine DVS-Version zur Verfügung. Jahre später, 2012, gab es dann die erste Version für Tablets und Smartphones und vor acht Monaten wurde die aktuelle Version für das iPad veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis
Mixvibes Cross DJ im Überblick
Die App ist natürlich sehr schnell installiert und nachdem wir uns durch die ersten Infoseiten geklickt und die siebentägige Testversion aktiviert haben (dazu später mehr), kann es auch schon losgehen.
Wir sehen eine übersichtliche, klassische DJ-App, bestehend aus zwei Track-Decks mit Pitchfader und digitalem Vinyl, das sich natürlich brav mitdreht, wenn ein Song läuft und mit dem man sich im Scratchen versuchen kann, darunter eine Mixer-Sektion, bestehend aus Volume-Fadern, 3-Band-Equalizer und Filter. Diese können über einzelne Fader eingestellt werden.
Schließlich gibt es natürlich noch die Standardregler wie Cue, Play und Sync sowie einen Crossfader. Auf den ersten Blick sieht man also, dass man hier alles findet, was man braucht.
Aber Mixvibes Cross DJ kann natürlich noch mehr. In der Mitte gibt es noch einen Record-Button, mit dem man natürlich Mixtapes aufnehmen kann und darunter einen Button, mit dem man in eine Ansicht für Loops und Hot-Cues gelangt. Diese ersetzt dann die digitale Schallplatte. Bis zu acht Hot-Cues können hier gespeichert und bei der Analyse der Songs automatisch erstellt werden.
Bei den Loops verfügt Mixvibes Cross DJ sogar über einen Slip-Modus, in dem Wiederholungsschleifen von 1/16 bis zu 2 Takten gesetzt werden können, während der Song im Hintergrund weiterläuft.
Neben der Loop- und Hot-Cue-Ansicht gibt es noch zwei weitere Funktionen: Effekte und einen Sample-Player.
Effekte in der DJ-App
Mixvibes Cross DJ bietet im FX-Tab eine Auswahl von 25 Effekten. Von verschiedenen Filtertypen, über Echos, Reverbs und Phaser ist hier alles dabei. Schnell ausgewählt, lassen sich alle Effekte über ein X/Y-Pad steuern. Dabei können direkt zwei Parameter gleichzeitig eingestellt werden. Diese unterscheiden sich dann je nach Effekt. Bei Delay- und Echo-Effekten lässt sich beispielsweise immer das Timing einstellen, bei Filtern der Frequenzbereich. Standardmäßig bleibt der Effekt nur so lange aktiv, wie der Finger auf dem X/Y-Pad gehalten wird. Über das Schlosssymbol oben rechts lässt sich die Position aber auch fixieren, so dass ihr beispielsweise in Ruhe mit dem Equalizer oder Filter weiterarbeiten könnt. Die Effekte klingen größtenteils durchaus brauchbar und durch die Vielzahl kommt man in Mixvibes Cross DJ schnell in Abwechslung, was den Mix spannend hält.
Wenn man die F/X-Ansicht verlässt, ein Effekt aber noch aktiv ist, wird dies durch den FX-Button visualisiert, der dann auf der Seite des Track-Decks, auf der der Effekt noch aktiv ist, eine farbige Umrandung hat. Kleinigkeiten wie diese halten die Software trotz der vielen Ebenen der App unserer Meinung nach auch für Einsteiger recht übersichtlich.
Der Sample-Player bei Mixvibes Cross DJ
Neben dem FX-Tab gibt es noch einen Sample-Player. Hier können pro Deck sechs verschiedene Samples abgespielt werden. Toll ist, dass wir die Möglichkeit haben, den Sample-Player mit einem eigenen Volume-Fader in der Mitte beliebig in den Mix einzupegeln.
Bei den Sounds stehen 13 verschiedene „Packs“ zur Auswahl, von klassischen Sounds wie dem AirHorn, über ein paar Vocal-Fetzen bis hin zu Sounds klassischer Drum-Machines wie der 808 und der 909 bietet Mixvibes Cross DJ wirklich eine umfangreiche Auswahl. Einzelne Samples können auch geloopt werden. Außerdem kann man tatsächlich das Mikrofon des Tablets nutzen, um Samples aufzunehmen. Natürlich ist die Qualität hier nicht studioreif, aber für ein bisschen Spaß reicht es allemal.
Wie macht sich Mixvibes Cross DJ in der Praxis?
So, und jetzt legen wir mal ein bisschen auf. Über die großen Plus-Buttons auf den Track-Decks können Songs geladen werden. Woher sie kommen? Wir haben die Wahl. Mixvibes Cross DJ erlaubt einmal die Nutzung von „iTunes“, so steht es zumindest in der Software. Damit ist wohl die Musik-App gemeint, damit man auf gekaufte Titel und erstellte Playlists zugreifen kann. Doch auch nach mehreren Versuchen wollte uns diese Verbindung zur Musik-App nicht gelingen. Trotz geladener Titel und Playlists wurde uns unter Playlists, Songs, Artists, Alben oder Genres nichts angezeigt. Nicht einmal das U2-Album, das fast alle Apple-Nutzer erhalten haben. Zum Glück gibt es andere Möglichkeiten. Zum einen haben wir mit Mixvibes Cross DJ die Möglichkeit, Soundcloud Pro Go+ zu nutzen. Die Einbindung von Streaming-Diensten bietet sich natürlich an, da man so schnell Zugriff auf eine große und teilweise bereits kuratierte Auswahl an Musik hat, mit der man direkt loslegen kann. Da wir aber derzeit kein Abo haben, haben wir uns für diesen Test für die dritte Möglichkeit entschieden: Dateien. Darüber kann man auf seinen iCloud-Drive zugreifen und wir haben schnell eine kleine Playlist von unserem Rechner in einen Ordner gepackt und dann in die Cloud hochgeladen. Und siehe da, sofort werden die Dateien angezeigt und wir können schnell Songs auf die Decks laden.
Die Analyse läuft flüssig und schnell und neben einer Waveform bekommen wir auch BPM und sogar die Tonart im Camelot-Wheel angezeigt. Wer sich also mit Harmonic-Mixing auskennt, weiß wie es geht und für alle anderen haben wir hier einen Artikel, der euch das Konzept näherbringt.
Sobald der Song geladen ist, drückt man auf Play und kann loslegen. Die Bedienung des 3-Band-Equalizers geht natürlich leicht von der Hand und was für eine iPad-App, bei der man mit dem Finger nicht immer ganz präzise arbeitet, sehr angenehm ist, ist dass man mit einem Doppel-Tap den jeweiligen Fader des EQs oder des Filters wieder in die Neutralstellung bringen kann. So kann man das Filter je nach Drop schnell wieder aus dem Mix nehmen.
Beim Filter sind wir zwar dankbar, dass wir pro Kanal einen unabhängig steuern können, aber die Resonanz ist uns deutlich zu hoch. Leider kann man das auch nicht in den Einstellungen anpassen. Trotzdem kann man natürlich damit arbeiten. Zugegeben, bei solchen Apps sind wir, die wir eigentlich vehemente Verfechter des Beatmatchings sind, dann doch eher faul und drücken auf Sync. Es gibt aber die Möglichkeit, statt des Vinyls eine Waveform-Ansicht zu öffnen und dann hat man die Möglichkeit des Pitchbendings, um auch manuell einen Song mit dem anderen synchronisieren zu können. Sehr cool! Generell geht das weitere Auflegen flüssig von der Hand und macht Spaß, die Effekte sind brauchbar und bieten eine coole Abwechslung im Geschehen. Auch das Arbeiten mit Hot-Cues macht Spaß. Den Sampler haben wir, obwohl vernünftig implementiert, nicht wirklich oft benutzt, aber das ist generell nicht unser Werkzeug.
Über die Einstellungen gibt es dann noch ein Automix-Feature, hier kann man eine Playlist erstellen und kurz vor Ende eines Songs wechselt Mixvibes Cross DJ über den Crossfader zum nächsten. Wer also einfach nur seine Musik im Hintergrund laufen lassen möchte und nur ab und zu mit Effekten oder Loops eingreifen will, kann dies auch tun.
An sich ist natürlich auch das Vorhören mit der App möglich, allerdings benötigt man dafür eine entsprechende Soundkarte. Zwar konnten wir unser Native Instruments Komplete Audio 6 via USB-C mit dem iPad verbinden und den Master-Out problemlos über unsere Boxen wiedergeben, allerdings war es uns trotz vorhandenem Kopfhörerausgang auf der Soundkarte nicht möglich, das Signal dafür innerhalb der Software zu routen. Dennoch lohnt sich ein Blick in die Einstellungen, da hier unter anderem die Pitch-Range oder das Timing der Quantisierung von Playern oder Samples eingestellt werden kann.
Die Zielgruppe der DJ-App
Mixvibes Cross DJ richtet sich natürlich an Einsteiger und das funktioniert gut, da man nicht zu viele Möglichkeiten hat, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Das gefällt uns gut, denn auch wenn man mit einem Gerät wie dem iPad viel machen kann, hat sich auf den Bühnen dieser Welt ein anderes, hardwarelastiges Setup in den DJ-Booth durchgesetzt. Das hat aber auch seinen Preis und der ist ziemlich hoch. Das sollte aber kein Hindernis sein, einfach mal etwas auszuprobieren. So sind Apps wie Mixvibes Cross DJ ein praktischer Einstieg. Man kann verstehen, was ein DJ macht und was es braucht, um einen Übergang zu schaffen. Die heutigen Tablets haben beeindruckende Chips, die genug Leistung haben, um Songs auf dem Gerät schnell zu analysieren. Durch die Integration eines Streaming-Dienstes wie Soundcloud Go+ kann man also direkt loslegen und einfach mal ausprobieren. Dazu reicht auch die Palette an Features, ein paar Hot-Cues oder Samples abfeuern, den Übergang mit Loops verzögern und mit einer soliden Palette an Effekten im XY-Pad-Stil kann man ein wenig herumexperimentieren.
Was kostet Mixvibes Cross DJ?
Bei der Preisgestaltung setzen wir, wie immer mehr Anbieter, auf ein Abonnement-Modell. Die einen mögen es, die anderen lehnen es strikt ab. Der Preis ist natürlich entscheidend. Bei Mixvibes Cross DJ gibt es dafür zwei Möglichkeiten, das monatliche Abo beginnt bei 4,99 Euro. Das Jahresabonnement ist dagegen mit 19,99 Euro deutlich günstiger. Die meisten Anbieter bieten einen recht geringen Rabatt, wenn man sich für die Jahresversion entscheidet, der zwischen 10 und 20 % liegt. Bei Mixvibes Cross DJ sind es aber schon 66 %. Nicht schlecht. Aber wie so oft wäre es wünschenswert, wenn es die Möglichkeit einer einmaligen Zahlung gäbe.
Allerdings muss man der DJ-App zugute halten, dass man die Software sieben Tage lang kostenlos testen kann. Wer sich danach für ein Abonnement entscheidet, kann dieses vorsichtshalber auch direkt in den Einstellungen kündigen, um nicht in ein ungewolltes Abo zu rutschen.






































Hi, danke für den Test. In der Android Version habe ich die App seit vielen Jahren laufen. Sie ist einfach zu bedienen und erfüllt ihren Zweck.
Das Abonnement finde ich eine Frechheit. Die App habe ich vor vielen Jahren als Proversion für ca 20 € gekauft. An der App hat sich auch kaum etwas geändert. Eigentlich hinkt die App der Zeit hinterher.