Test: Modartt Pianoteq 2.1

22. September 2007

Modartt Pianoteq 2.1

Virtuelles Piano-Plug-In mit Echtheitsgefühl

Wer sich bis dato einen guten Flügel-Sound aus dem Sampler oder Rechner holte, brauchte Unmengen an MBs im Sample-RAM und GBs auf der Festplatte. Das aktuelle The Grand von Steinberg benötigt sage und schreibe 1 GB RAM im Rechner und 3 GB auf der Festplatte. Bei einer solchen Materialschlacht darf man dann schon eine authentische Qualität erwarten. Wie will da ein Plug-In, das lächerliche 8 MB belegt, auch nur im Entferntesten mithalten?

Pianoteq in all seiner Schlichtheit

Pianoteq in all seiner Schlichtheit

Konzept

Ein echter Flügel hat Eigenarten in der Klangerzeugung, die beim Spielen eines Sample-Klaviers vielleicht erst nicht vordergründig auffallen. Dennoch ist jede angeschlagene Saite eines echten Instrumentes das Werk komplexester Interaktion, die mit einem Sampler nur unzureichend wiedergegeben werden können. Das beginnt beim Knarzen des Holzes, der Pedale, vom Mitschwingen der benachbarten und resonierenden Saiten und Korpus bis hin zum Klang der hölzernen Hämmer, deren Klang je nach Anschlagsstärke den Gesamtklang beeinflussen. Presst man das Halte-Pedal an einem normalen Flügel, so löst man die Dämpfung von den Saiten, was diese leicht anreisst und sie so in Schwingung versetzt. Es entsteht dadurch ein ganz anderer Klang, als dass nur der Ton gehalten wird.

Vor diesen subtilen Klangmodifikationen muss selbst ein Sampleungetüm wie z.B. ‚The Grand‘ scheitern, bildet es doch nur einen kurzen zeitlichen Ausschnitt (Sample) je Note ab. Bei einer Wiederholung der Note wird exakt das gleiche Sample abgespielt wie zuvor. Nun, die Sampleentwicklung ist vorangeschritten und viele komplexe Techniken in Sample Libraries versuchen Lebendigkeit durch verschiedene neue Abspielalgorithmen von Samples zu erzeugen aber das Grundproblem der Lebendigkeit des Klanges bleibt.

Hier setzt Pianoteq an. Durch Algorithmen errechnet der Computer den Klang stets neu und spielt dabei keine statischen Samples ab. Diese Technik des Physical Modeling ist bekannt vom Yamaha VL1 aus den 90ern, der auf Blasinstrumente spezialisiert war. Die Technik zeigte zwar ernormes Poteintial, aber sie war noch sehr teuer und daher kaum für den großen Markt geeignet.

Nicht Yamaha macht nun das Rennen um das erste virtuelle und erschwingliche Flügelinstrument – sondern erstaunlicherweise eine kleine französische Firma namens Modartt mit Mastermind Phillipe Guillaume an der Spitze.

Systemvoraussetzungen, Installation und Registrierung

Für Pianoteq sollte man keinen Rechner mit einer CPU älter als zwei Jahre haben. Immerhin wird das Plug-In bzw. Programm mit 32-bit-Fließkomma-Berechnungen bei 192 Khz Samplingfrequenz erzeugt. 256 MB RAM sollten es auch schon sein und natürlich eine gängige Host-Software, die ASIO- oder AU-kompatibel ist. Seit 2.1 gibt es nun auch eine RTAS-Schnittstelle. Die Installation ist absolut einfach und die Registrierung läuft über Challenge-Response-Codes. Alles funktioniert hervorragend und das Gefühl die Festplatte kaum zu belasten ist einfach erhebend.

Pianoteq in der Praxis

Erstaunlich für ein Erstlingswerk ist die ausgefeilte und übersichtliche Oberfläche des PlugIns, die sich sehr flüssig und logisch bedienen lässt. Schnickschnack findet sich höchstens in Form der ToolTips, die hinter jedem Parameter lauern aber am Anfang durchaus weiterhelfen können. Mit ein wenig Experimentierfreude lässt sich auch ohne das (leider nur englischsprachige) Handbuch arbeiten.

Neu in Version 2.1 sind neben dem verbesserten Klang, zu dem wir noch kommen werden, die Pitchbend-Unterstützung, die interessante Bend-Effekte z.B. bei bereits angeschlagenen Tasten vollbringen kann. Es gibt nun neben der RTAS- eine Standalone-Version für Livekeyboarder. Ein Midifileplayer erlaubt es hier, eigene Songs schnell und unkomliziert aufzunehmen und zu rendern. Wer ein Multiprozessor-PC oder Mac hat, darf sich freuen: Sein Prozessortyp wird nun bestens unterstützt und erlaubt höhere Stimmenzahl (Bis zu 256).

Wir bauen uns ein Klavier

Selbstverständlich kann der User in 2.1 wie in den älteren Versionen seinen eigenen Sound mit dem Plug-In erzeugen. Dazu hat das Plug-In insgesamt fünf Bearbeitungsblöcke:

  • Tuning
  • Voicing
  • Design
  • Equalizer
  • Reverberation

In dem Kasten „Tuning“ lassen sich neben der Stimmung auch Oktavspreizungen und Stimmungsdifferenzen zwischen den drei Saiten einer Taste einstellen. Unter „Voicing“ gestaltet man den Klang der Saiten, an

geschlagen durch die virtuellen Hämmer. Die Parameter der Spielweisen „Piano“, „Mezzo“ und „Forte“ steuern die Anschlagsstärke bzgl. der Obertöne – im wirklichen Leben hängt das von der Härte des speziellen Filzes auf den Hämmern ab. Nicht zu verwechseln sind diese Einstellungen mit Velocity-Switches! Pianoteq besitzt pro Ton sage und schreibe 128 Velocity-Switches. Die Geräusche der Hämmer beim Anschlagen und Loslassen einer Saite definiert der „Hammer Noise“. Mit dem Parameter „Character“ lässt sich die Intensität des Mitschwingens der oberen, ungedämmten Saiten beeinflussen. Hier passieren wirklich sehr interessante Interaktionen… Des weiteren findet sich die Möglichkeit, die Pedalgeräusche in ihrer Lautstärke und Interaktion zu regulieren. Pianoteq kann dabei die vier möglichen Pedale eines Flügels simulieren. Da ich aber nur ein Haltepedal habe, kann ich über dieses Feature keine Aussagen treffen.

2_2.jpg

Die Parameter im Kasten „Design“ dienen Einstellungen zum Resonanzboden und Körper des Flügels. „Impedance“ meint, in wie weit der Resonanzboden in Schwingung durch die Saiten gerät oder dieser Anregung widersteht. Der Klang kann mit einem Filter für die Obertöne und einem Resonanz-Parameter, der aber nicht mit einem Pseudo-Analog-Filter zu verwechseln ist, bearbeitet werden. Der Parameter „Piano Size“ steuert nicht einfach die „Größe“ des Flügels, sondern addiert zusätzliche inharmonische Obertöne, die mit längeren Saiten einhergehen. Neben der Justage für die allgemeinen Resonanzen von Saiten, Rahmen und Resonanzboden kann der User mit „Symapathetic Resonance“ das Maß der Resonanzen einer ungedämmten Saite durch die Schwingung einer angeschlagenen Saite beeinflussen. Zu guter letzt findet sich hier der „Quadratic Effect“, der die Obertöne des nicht-linearen Teils der Saiten bei sehr hartem Anschlag nachempfindet.Danach folgen noch die Kästen mit einer Entzerrung und einem Halleffekt. Beide Tools sind unspektakulär, aber gut zu gebrauchen und passen zu dem Flügel-Sound sehr gut.

Werden Änderungen anhand der zahlreichen Regler durchgeführt, können diese als Preset unter dem Menü ‚Options‘ abgespeichert werden. Dort, und leider nicht im Hauptauswahlmenü werden diese Eigenkreationen ausgewählt.

Klang

Als Grundlage ihrer Klangvorstellungen diente den Entwicklern ein Fazioli und Steinway-D-Flügel.

3 überarbeitete Klaviermodelle in verschiedenen Grundeinstellungen wie bright, warm ect. und ein paar interessante Effektklänge wie Pianoorgeln, Marimba usw. sind mit an Bord.

Die Klänge der 2.1 Version wurden von Modartt in Punkto Sound überarbeitet und bringen bessere Brillianz und fast unglaubliche Natürlichkeit auf die Tasten. Besonders der kritische Bereich ab C4 aufwärts klingt nun runder und weniger künstlich bei kräftigen Anschlägen als in Version 2.0 . Komplett neu ist das C2 Modell, das besonders die Fans opulenter Flügelklänge mit Hang zum Verträumten begeistern wird. Ein optimaler Flügelsound für orchestralen Klang. Wer es intimer möchte, der wird mit dem C1 Flügel glücklich. Das Rock- und Jazzpiano M1 fällt für meinen Geschmack qualitativ noch hinter den anderen beiden Models zurück. Es fehlt noch ein minimal natürlicherer Anschlag für härtere Passagen. Insgesamt ist der Sound aber wirklich ein Klasse für sich. Für Abenteuerlustige ist der Random-Button der Hit. Die Zufallsound sind durch die Bank spannend und lebendig. Es kommt der Pianist bis zum Sounddesigner auf seine Kosten.

Wer Lust verspürt auf historischen Instrumenten zu spielen, kann auf der Modartt Homepage weitere Modelle herunterladen und als Addon installieren.

Anmerkung zu den Klangbeispielen:

Das erste ist einfach nur in einem Ruck in Version 2.0 eingespielt. Nicht jede Taste wird gleich angeschlagen und auch das Timing ist menschlich.

Im zweiten Klangbeispiel wird der Dynamikumfang des Pianoteq-Flügels (Version 2.0) demonstriert. Dafür wird die Anschlagsstärke der Noten nachträglich unnatürlich von 1 bis 127 gesteigert. Der Klang entwickelt sich komplett und überzeugt im Prinzip total. Erst hier aber hört man auch, dass in gewissen Bereichen der Anschlagsstärke die Töne seltsam ähnlich klingen. Dieses Phänomen bemerkt man ebenfalls, wenn man einen Lauf mit identischer Velociy zu spielen versucht. Bei einem realen Flügel oder Klavier klingt dann doch jede einzelne Taste für sich und bringt Leben in den Klang. Das würde wahrscheinlich unverhältnismäßig viel Rechenleistung erfordern, dafür dass man nur in absoluten Extremsituationen dieses Phänomen bemerkt. (Anm: Zum Zeitpunkt der ersten drei Klangbeispiele war Version 2.1 noch nicht fertiggestellt)

Pianoteq wird mit einem Demosong ‚ausgeliefert‘: Chopins Walzer Opus 64, Nr. 2. Dieses Werk ist so dynamisch, dass hier die überragende Sound-Engine von Pianoteq alle ihre Stärken ausspielen kann. Diese Klangbeispiel wurde mit einmal mit Version 2.0 und einmal mit 2.1 also dem neuen Model C2 Concert gerender. Weitere Klangbeispiele finden sich auf der Homepage des Herstellers.

Klangbeispiele

1. Bachs Toccata zeigt schön die Dynamik von Pianoteq 2.0

2. Das wohltemperierte Klavier mit ansteigender Velocity

3. Der Demo-Song zeigt alle Stärken Pianoteqs auf

4. Konzertflügel V2.1

Fazit

Pianoteq 2.1 ist die Soundüberraschung! Nur mit der Kraft von Algorithmen entsteht ein unglaublich natürlicher, kraftvoller – von zart bis aufbrausender Flügelklang, der praktisch jedes Samplepiano hinter sich lässt. Bis dato haben wir noch keinen besseren Flügel-Sound aus einem Sampler oder Rechner gehört. Es ist ebenso mehr als deutlich, dass die Eingriffsmöglichkeiten in den Flügel-Sound jedes Sample weit hinter sich lassen. So einfach wie genial ist auch die Randomfunktion, mit der sich in Sekundenschnelle interessante drahtige, kosmisch weiche oder einfach lustige Sounds erzeugen lassen. Letztlich am überzeugensten ist aber das Spielgefühl: schon mit einer mittelmäßigen Keyboard-Tastatur macht das Spielen sehr viel Spaß. Man feilt wieder richtig an seiner Fingertechnik, da dieses Programm geradezu dazu nötigt. Die mitgelieferten Presets sind optimal für Klassik ausgelegt. Der Rock und Popbereich benötigt noch etwas Feinschliff. Mit etwas Handarbeit dürfte das dank der intuitiven Bedienung aber kein Problem sein.

PLUS

+++++ Hervorragender Klang
+++++ einzigartiges Konzept
++++ kaum Bedarf an Speicherplatz

MINUS

– Midiplayer unflexibel in Tempo und Fileoperationen
– Klänge etwas einseitig auf Klassik ausgelegt

Preis

EUR 249,-

Straßenpreis:
EUR

Hersteller:

www.pianoteq.com

Vertrieb:

Tomeso – www.tomeso.de

 

 

Klangbeispiele
Forum
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    Tyrell  RED 41

    Lieber Jan. Das klingt doch wie der Anfang der Sampleplayervor 20 Jahren als nach einem Klavier. Ich rate jedem ein Demo zu ziehen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Mit einem Klavierklang hat dieses PlugIn nichts, aber auch gar nichts zu tun.

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    Tyrell  RED 41

    Meiner Meinung nach ist auch dieser Sound leider noch Meilenweit von einem richtigen Flügelton entfernt. Was mich stört, ist das fehlende Blühen eines Tones. Ich kenne jedenfalls noch keine Library, die meinen Ansprüchen und Vergleichen im Klang und reeller Flügel-Dynamik gerecht wurde… auch nicht die Neusten…leider ;-)
    Aber in diesem Ansatz zur Tonerzeugung liegt meiner Meinung die Zukunft. 10-15 Jahre vielleicht noch?

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    Tyrell  RED 41

    Ich kann mich den Meinungen hier nur anschliessen. Mit der Version 2.x klingt es nicht mehr ganz so künstlich, aber vor allem die höheren Lagen klingen glockig wie seinerzeit der DX7. Konzeptionell sehr interessant, aber nicht mit einer guten Library und schon gar nicht mit 'nem richtigen Flügel zu vergleichen.

  4. Profilbild
    Tyrell  RED 41

    Sehen wir doch mal die Ausgangssituation, wir haben ein PlugIn, das ein akustisches Instrument ersetzen soll.

    Habe ich einen Flügel da stehen mit den nötigen Kleiteilen wie Mike, Vorverstärker usw. reden wir hier nicht weiter dann nehmen wir das.

    Habe ich keinen, wird es interessanter, dann würde ICH, das muss nicht für andere gelten, diese Plug benützen, ja ich habe schon auf einem Piano in echt gespielt, Bösendorfer, Steinway, Yamaha, auch einfachere Modelle und habe zwei angewachsene Messgeräte links und rechts am Kopf.

    Das Plug ist definitiv gut, andere werden sich daran messen müssen

  5. Profilbild
    Tyrell  RED 41

    Hi Peter,

    sicherlich gibt es viele Meinungen und auch Geschmäcker. Ein richtiger Flügel ist noch mal was ganz anderes. Und sicherlich wird die Entwicklung weitergehen. Aber ehrlich gesagt, sprechen mich Giga-große Samples nicht an, da es keine gegenseitige Beeinflussung der Parameter gibt. Das ist hier aber der Fall. Was wichtig ist: man darf das nicht mit einem ganz bestimmten Flügel vergleichen. Es ist hier vielmehr ein neues Instrument. Und das spielt sich schon so viel besser als die Sample-Dinger. Und eines ist auch klar: ein gutes DX7-Piano macht mehr Spaß zu spielen als ein Sample.

  6. Profilbild
    Tyrell  RED 41

    wobei ich davon ausgehe, das die kritiker das plugin mit dem flügelton, den sie erkleben wenn sie direkt am flügel sitzen, vergleichen, und nicht mit nem aufgenommenen

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    AMAZONA Archiv

    Jan, Du schreibst doch selbst in Deinem Fazit …entsteht ein unglaublich natürlicher (!) , kraftvoller…Flügelklang"..der dann jedes Samplepiano "hinter sich" ließe. Ich habe einen G. Steinweg Flügel und ich besitze Ivory und ein Kawai MP8. Ich hab 12 Jahre Unterricht gehabt und kann mir auch klanglich meine Bildung bilden. Auch die , dass der Test und bes. Dein Fazit mit dem wirklichen Leben wenig zu tun hat. Wenn Du "Flügel" als Ausgangsreferenz nutzt (das tust Du ja immer wieder im "Test") , dann kann ich nur sagen, das mein MP8, mein Ivory oder auch mein Gigasampler mit der Giga Library "Old Lady" (Steinway D) 1000 Meilen dieser eher wissenschaftlichen Grunelagenforschung mit Namen Pianoteq voraus ist, was Auhtentizität betrifft (professionelles Audioequipment vorausgesetzt). Als eine alogorithmische Annäherung an einen Pianoklang ist Pianoteq sicherlich hoch interessant.

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    AMAZONA Archiv

    >>Aber ehrlich gesagt, sprechen mich Giga-große Samples nicht an, da es keine gegenseitige Beeinflussung der Parameter gibt.<<

    Hast du mal die Sampletekk Pianos unter Benutzung des Mezo Scriptes gespielt ?
    Das bringt auf alle Fälle schonmal noch ein großes Stück mehr Realismus in's gesamplete Piano.
    Meiner Meinung nach klingen das TBO oder das White Grand zum Beispiel dramatisch authentischer und besser als dieses kleine Plugin (auch wenn sie im Gegenzug natürlich ungleich mehr Ressourcen benötigen).

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      Hallo Heinz,
      ich arbeite erst seit ein paar Tagen mit Pianoteq. Dein Kommentar hat eine Frage zur Folge: Was ist denn mit Mezo Scriptes gemeint? Kannst Du mir ein Tipp dazu geben, sofern es sich um eine Einstellung handelt? Danke und Gruß

      Mike

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    Ich bin doch sehr überrascht über die teilweise recht heftigen Kommentare. Diese decken sich nicht mit dem Feedback das wir sonst zu Pianoteq erhalten.

    Die Soundbeispiele zeigen leider nicht die erweiterten Möglichkeiten, die das Physical Modelling bietet. Hierzu empfehle ich die Herstellerseite unter:
    http://www.....audiodemos
    und
    http://www.....ploads.php

    Viele Grüße

    Tomeso

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    Das Pianoteq hatte mich bereits auf der Musikmesse völlig begeistert und ich freue mich zu hören, das es weitere Verbesserungen gibt. Mit gesampelten Klavieren befasse ich mich intensiv seit Anfang der 90er und kenne auch die gigagroßen Libraries. Da gibt es feine Sachen, sofern man nicht erwartet, dass damit der Flügel ersetzt wird. Beim Pianoteq finde ich speziell die Dynamik und die Konsistenz über die gesamte Tastatur bestechend, da ist mir schon fast egal, welche Methode als Tonerzeugung dahintersteckt. Die Dynamik des Pianoteq ist noch jedem Velocity-Switch Instrumentensample überlegen, das ist ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Allerdings muss auch das modellierte Klavier nicht das gesampelte ersetzen, denn gerade eine Raumaufnahme und das Miking bei Samples erzeugen einen ganz eigenen Charme, den ich nicht missen möchte. Für meine Begriffe eine klasse Ergänzung für den Bedarf an Klavier-Clones. Cool!

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    Hallo, habe soeben einige Kommentare zu Pianoteq gelesen und bin sehr überrascht, über die z.T. herbe Kritik. Nachdem ich mir das Demo auf meinen Rechner gezogen habe und einige Midifiles (Klassik und New Age) darauf gehört habe, kann ich nur sagen, dass ich mit dem Programm und entsprechender Nachbearbeitung (Hall und Raumtiefe) eine CD herstellen könnte, die keiner so leicht von einer gekauften CD unterscheiden würde. Nachdem ich bereits einige Software-Sampler getestet, und mich letztendlich wieder zu einem GEM-Piano orientiert habe, ist es mir nun möglich, ohne großen Aufwand auch mal eine CD zu produzieren. Es kommt allerdings auf die Nachbearbeitung an, die ich mit Samplitude mache. Mein Fazit: bisher hat es kein Programm geschafft, mich so zu begeistern und auch mit einem älteren Rechner noch problemlos läuft.Mein Test ist abgeschlossen. Ich werde mir das Programm kaufen und freue mich auf die ersten eigenen CD´s. Viele Grüße
    Mike

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    IMHO: Ich habe so ziemlich alles getestet was auf dem Markt ist (als Pianist) und siehe da: Synthogy, Italian Grand Expansion, fuer schlappe $150 ist der "Best Buy." Nachteil: Es braucht 2GB Ram und um die 15GB HD Space. Qualitaet hat wie immer seinen Preis, in diesem Fall Resources. Die Demos auf der Pianoteq seite klingen gut, ja, aber spielt das mal, …, ich habe Grado Kopfhoerer und Harbeth Monitor, …, also ne, nicht wirklich, allenfalls in einem Mix, aber nicht als Solo Instrument

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    AMAZONA Archiv

    Was macht einen guten Flügelsound aus? Er muss natürlich authentisch klingen, das ist klar. Und diese Authentizität wird, einmal abgesehen vom Spieler selbst, von Anschlagdynamik, Flügelbeschaffenheit und vor allem von der Fülle der Obertöne bestimmt. Gesampelte Sounds haben das schon recht gut umgesetzt. Und eigentlich dachte ich, damit wäre die technische Umsetzung auf dem Höhenpunkt angelangt. Mit Pianoteq 2.3 wurde ich aber eines anderen belehrt. Die Software geht offensichtlich eine Stufe weiter und synthetisiert sozusagen die gesampelten Klänge und gibt dem User obendrein die Möglichkeit, die Mechanik, die Stimmung, die Anschlagsdynamik und in die bauliche Beschaffenheit eines Flügels oder Klaviers zu modifizieren. Das gelingt dermaßen authentisch, dass mir die Tränen beim Spiel kommen. Ich habe dergleichen nichts besseres gehört. Es ist klingt ECHT! Und das tolle an der Software ist, dass damit die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft sind. Sie können selbst zum Baumeister eines Flügels über 10 Meter Länge werden und bestimmen, ob die Filze der Hämmer weich oder hart sein sollen. Brauchen Sie etwa mehr Hammergeräusche oder mehr Brillianz dazu? Kein Problem. Die Software geht sogar so weit, dass aus dem Flügel engelsgleiche Glocken oder sphärisches Pianissimo à la Brian Eno erklingt. Genial. Und das Allerbeste kommt noch. Gerade mal 12 MB an Daten bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit für den Prozessor. Eine neue Ära der Natürlichkeit auf synthetischer Basis ist angebrochen. Jetzt sind wir aber auf dem Höhenpunkt, oder?

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